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kooperative Geschichten

Lena - Immer wenn es regnet

17.07.2009



Es ist schon spät,
ich hol mein Handy raus,
der Regen platscht auf das Dach,
wo ich drunter wach.

Halb vier,
ein rauschender Sommerregen nässt mich,
all die Tropfen tropfen von meiner Nase,
doch plötzlich merk ich, Herzgerase.

Da steht sie wie Marmelade auf Toast,
ihre hellen Augen erstrahlen den Weg zu ihr,
der Regen gießt unerbittlich,
und dennoch bin ich froh um mich.

Schritt zwei, komm näher schöne Frau,
will nur einmal von deinen Tropfen kosten,
oder sind das Tränen?
Hübsches, kannst du mich seh’n?

Sie steht angelehnt an der Wand,
die Zigarette noch am glühen.
„Wer bist du, Augenweide?“
Sie sagt, dass sie fremde Gespräche meide.

„Na gut, hübsch Frau,
du hast soeben mein Leben erfüllt,
ich weiß nicht wie mir geschieht“,
ich atme tief.

„Mein Kerl, ich tu das nicht,
du kannst mir nicht schmeicheln,
mein Leben reicht mir so wie es ist,
damit du’s schnell vergisst.“

Wie kann das Wesen nur so lieblos sein?
Ich will meine Liebe mit ihr teilen.
Sie drückt ihre Zigarette aus,
ich hole schnell eine neue raus.

„Geh’ nicht, bitte nicht!“
„Ich bin noch jung und frei,
keine Lust auf dich.“
„Aber ich liebe nicht mich, dich!“

Sie blickt kurz weg,
zieht dann einmal.
„Liebe, mein Lieber,
naja, ich bin Lisa.“

Sie gibt mir nicht ihre Hand,
nur einen prachtvollen Blick.
Ihre Kleidung durchgenässt,
der Augenblick gibt mir den Rest.

„Junge Frau, bleiben Sie ewig bei mir!“
Sie reißt ihre Hand weg.
„Ich glaube ich bin das nicht wert.“
Ich habe sie verehrt!

„Es tut mir ja leid,
aber ich muss los.“
Lisa drückt ihre Zigarette aus,
ich hole noch eine raus.

„Nun hören Sie mal,
ich bin kein Junkie!“
Lisa wirft den Stängel fort.
Ich warte auf ein Wort…

„Also, belästigen Sie mich nicht mehr.“
„Waren wir nicht schon beim Du?“
„Das ist mir völlig egal –
wäre das so fatal?“

„Hören Sie, Wunder der Natur,
du lässt mein Herz bei diesem Regen erregen,
es prasselt hier so wild runter,
trotzdem bin ich munter!“

„Mann, du verstehst mein nicht!
Ich will nicht ausgeraubt werden,
mit deiner Liebe ließe…“
„Glaubst du, dass ich dich erschieße?“

Sie dreht sich weg und denkt,
„das ist mir einfach zu viel.“
Eben stand ich noch verloren hier,
jetzt dreht sich alles in mir.

„Ein Rücken kann auch entzücken,
aber…warum ausgerechnet ich?“
„Ich, ich…ich weiß das wirklich nicht!
Es war eben meine Pflicht.“

„Deine nassen Kleider und diese Figur,
du bist mein Leben!“
Ein Sturm erhebt sich über uns,
ich nutze diese Gunst.

Ich spühre ihre zarten Lippen,
wie sie in mir beben und bewegen,
diese nackte Haut an mir,
„Lisa, bleib jetzt bitte noch bei hier.“

Sie löst sich langsam,
warum liebkost sie nicht mein Gesicht?
„Ich glaube das hier ist nicht richtig,
bin ich dir wirklich so sehr wichtig?“

Und ich, ein Herr mit Locken,
groß und angetan,
stehe verloren vor ihr,
alles so verrückt, das hier.

Stille breitet sich aus.
Der letzte Tropfen tropft daher,
letzte Minute zum küssen,
„ich werde jetzt gehen müssen.“

„Aber schöne Frau, wollen Sie nichts wissen?“
Sie streicht mir ein Haar aus meinem Gesicht.
„Eines will ich noch wissen,
haben Sie kein schlechtes Gewissen?“

„Hören Sie, nur Sie waren meine einzig lebende Hoffnung,
der Regen hat mein Leben beschert.
Und nun, wo Regen verregnet und ich verlegen,
würde ich wissen, wo ich kann dir begegnen.“

„Ich bin hier nur auf runder Reise.
Ich komm aus Stuttgart, kennste doch?“
„Lisa, meine Süße, komm’ doch zu mir,
ich wohne hier.“

„Es tut mir so leid,
es geht nicht,
und jetzt entschuldige bitte,
meine Freundin wartet schon, die Gitte.“

Und nur der dritte Schritt,
und alles zerplatzt,
egal ob hier und jetzt,
Lisa hat mich wirklich sehr verletzt.

„Sage mal, wird es eine Fortsetzung geben?
Werd’ ich dich mal wieder sehen?“
Doch Lisa lacht und genießt.
Sie weiß, wie der Regen fließt.

Und immer wenn es jetzt regnet,
erinnere ich mich,
an die Liebe, an das, was hat in mir gebebt,
und die Erinnerung wie ich einmal bin geschwebt.


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