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kooperative Geschichten

Paris - Park der Sinne

06.07.2007

PARK DER SINNE

Das geht mir nicht aus dem Sinn... Was ist denn das? Was bedeutet es!? Warum geschah es mir?. Viele Fragen aber keine Antworten. Niemand weiß etwas ... niemand hat es kennengelernt. Aber, wieso!? Wie kann niemand es kennen. Es ist nicht so weit weg, auch nicht in der Nähe. Es ist etwas komisch, aber jetzt habe ich gemerkt... ich habe auch keine Ahnung wo das liegt!.
Vor ein paar Tagen hat es schon angefangen, mit „es“ möchte ich sagen wie ich seitdem gefühlt habe: etwas eigenartig, unsicher, verwundert, stutzig.
Es war einer von diesen Tagen, an denen man sich nach „nichts“ fühlt. Dieser, an dem man an nichts denkt, an dem man nichts macht, denn man nichts hört und sieht auch nichts; obwohl man unabsichtlich sieht und hört. Ich wollte nicht den ganzen Tag so verpassen. Ich wollte etwas erleben,... egal was, nur etwas.
Erst bin ich ganz locker gegangen, aber nach einer Weile wusste ich nicht mehr, wo ich war. Es war mir schon öfters passiert. Als Ausländer ist man es gewöhnt, sich in dieser Situationen zu befinden. Aber nie wie diesmal. Diese Strassen sahen ganz anders aus. Keine Leute mehr da, keine Sonne, nur immer noch engere Strassen. Und immer noch...
Bis ich es zum ersten mal gesehen habe. Da war dieses Schild, dass ich jetzt nicht finden kann. Ich habe es Tage lang gesucht, auch habe ich die Leute gefragt, aber niemand kennt es jetzt.
Aber da war es: ganz leuchtend aus dem kommenden Dunkel. Ganz deutlich habe ich gelesen: „Park der Sinne“. Park der Sinne??? Was für ein Park hatte diesen Namen, ich hatte vorher nie so etwas gehört. Ich bin weiter gegangen, aber jetzt war die Atmosphäre voller Spannung.
Richtung „Park der Sinne“ bin ich etwa zwei Strassen weiter gegangen. Plötzlich war ich am Eingang, dort wo man an der Wand auf einem großen Plakat stand: „ Lieber Gast: Sie werden jetzt in eine unabhängige Welt eintreten, die Welt der Sinne. Sie müssen nur eine einzige Bedingung erfüllen: wer eintritt muss über alle Sinne verfügen.
(Das konnte ich mir vorstellen... Im Park der Sinne was kann man anderes anbieten?)
Zum Glück konnte ich eintreten. Auf den ersten Blick kann man klar erkennen, dass den Park geteilt ist. Da waren die verschiedenen Orte, wo die Sinne geprüft wurden. Ich bin durch einen schmalen Weg gelaufen, bis ich auf ein riesengroßes Zelt gestoßen bin. Ich trat ein, und da war etwas wunderschönes: das ganze Zelt war voller Blumen, aber keine normalen Blumen. Es waren bunte Blumen, kleine Blumen, großen, breite, alle Sorten die man sich denken kann. All die schönsten Blumen waren da. Alle Farben, viele Farben... solche die ich nicht gekannt habe, solche die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Neue Farben, die ich kaum beschreiben kann, aber die ich sofort erkennen würde, wenn jemand sie mir zeigen würde. Aber nicht nur die Ansicht,... wie angenehm hat es auch da gerochen. Es war eine Mischung aus all diese Blumen, kein Parfüm könnte mir so ein erregendes Gefühl vermitteln. Ich konnte nicht begreifen, wie man so viel genießen kann, nur idem man etwas sah, etwas roch. Mein ganzer Körper war von dem Gefühl erfüllt, so als ob ich irgendwo wäre, nicht auf dieser Welt. Dieses war kein menschliches Gefühl, so etwas hatte ich nie erlebt, so in dieser Art. Geistig und körperlich war ich total entspannt. In aller Stille besah ich dieses Blumenbeet. Diese Ruhe war lieblicher als jede Melodie, die ich je genossen hatte. So eine Ruhe, dass selbst der eigene Atem störend wirkte.
Ich war überrascht über diese Stimme, die ich nicht hervorbringen konnte. Danach wollte ich die Blumen streicheln, aber wie soll man diese zarten Blütenblätter beschreiben. Diese Sanftheit kann man nicht vergleichen, kein weiblicher Körper kann sich ihnen nähern
Neugierig habe ich eine Blume aufgerissen, ich wollte nur wissen wie sie schmeckt. Ich weiß nicht warum, aber in diesem Außnahmezustand mußte ich mich auch diesen Sinnes schlüssig werden. Ich habe sie probiert in Erwartung eines schrecklichen saueren Geschmacks. Wieder mußte ich mich wundern. Sie war so süß, keine Schokolade könnte diesen Geschmack erreichen, noch heute schmecke ich sie auf meiner Zunge. Kein Vergleich mit „Nutella“ oder vielleicht „dulce de leche“ (typisch argentinische Süßigkeit) oder „Caramel“, die sind weit entfernt von diesen unvergesslichen Geschmack.
Ektatisch lief ich nach draußen, ich brauchte Luft, etwas Wind, etwas das mir bestätigte, dass ich am Leben war. All das war wie ein Traum, Dinge die einem niemals passieren.
Etwas weiter weg war ein anderes Zelt. Es waren keine richtigen Zelte, aber nur so kann ich sie jetzt beschreiben. Sie waren sicher geteilt, aber ich bin mir nicht sicher ob diese Formen Zelte waren oder vielleicht etwas anders... Jetzt traue ich mich nicht mehr!
Über dem anderen „Zelt“ hing eine kleiner Titel: „Sinnlos“. Da waren solche Vorstellungen von Kriegen, eine gewaltige Repräsentation, überall Blut... alles nur schrecklich. Männer gegen Männer nur um sich gegenseitig zu verletzen. Was war der Grund?: Geld, Macht, was ist so wichtig... Nationalismus? Was ist das wirklich? Was bedeutet das im Ernst? Oder ist es nur Quatsch?.
Schnell wollte ich weggehen von diesem hässlichen Ort. Nichts hatte ich da verloren. Gar nichts!
Mir war klar, ich weiß nicht warum, dass mir etwas fehlte. Noch ein weiterer Sinn. Ich lief weiter und es war schon ganz dunkel. Aber, plötzlich, ein paar Kilometer entfernt von mir leuchtete etwas Helles auf. Als ich dahin kam, verstand ich, warum ich so scharf aufpassen sollte. Ein großer Stadtplan stand vor mir. Und da: mein Weg nach Hause war gekennzeichnet. Wieso weiß man, dass ich da wohne?? ... mehr Fragen ohne Antworten.
Seitdem habe ich nicht mehr von diesem Park gehört, keine Nachrichten mehr von ihm. Überall habe ich nach ihm und seiner Lage gefragt. Heutzutage kann es mir niemand erklären. Wenn ich das meinen Freunden erzähle, lachen sie über mich. Vielleicht denken sie, dass ich total verrückt geworden bin. Manche sagen, dass ich mit Drogen aufhören müsste. Egal... was mir geschieht, leider glaubt mir niemand. Und im Augenblick bin ich mir auch nicht mehr sicher. Alles ist es sehr komisch, warum ist es so wichtig, dass andere mir trauen?. Warum kann ich jetzt nicht ruhig weiter leben? Ich bin jetzt stundenlang auf den Strassen, versuche mich absichtlich zu verlaufen; aber es klappt nicht. Meine Wahrheit will niemand hören. Besser so, alles wie immer, nichts Neues. Es ist viel einfacher, die Leute, die unmögliche Sachen erzählen, verrückt zu nennen. Aber jeder entscheiden, ob man in der Ruhe der Lüge leben möchte oder im Sturm der Wahrheit.



Tomás Carlos Paris, Argentinien.



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