Schirmer - Der Feuerdiamand30.09.2007
Christina Schirmer Der Feuerdiamand
Wie alles begann...
Ich erzähle euch eine wahre Geschichte, die zu einer Legende wurde. Sie war einst sehr berühmt und wurde gerne herum erzählt. Es war die Zeit, in der die Fabelwesen noch lebten.
Es gab dort eine art aufstellung der Lebewesen, wie es heute mit den Fleischfressern und den Pflanzenfressern ist. Ich werde das jedoch nicht bis auf das kleinste Insekt herunter predigten, ich werde nur die wichtigsten aufschreiben...
An erster Stelle sind dort nicht der Mensch gewesen, sondern der Greif. Er ist über fünf Meter lang geworden und hatte eine Flügelspannweite von ca zwölf Meter. Er sah aus wie ein überdemensionaler Rabe. Er hatte Pechschwarzes Gefieder und der Schnabel hatte viele kleine Zacken am Rand um seine armen Opfer fest zu spießen. Doch zum Glück gab es nicht so viele dieser Greifs, denn sie waren ziehmliche Kannibalen. Deswegen findet zwischen ihnen immer ein Krieg statt, außer bei den Paarungen.
An zweiter Stelle ist dort der Mensch gewesen. Ihn brauch ich nicht zu erklähren, denn du bist ja selber einer und weißt ja wie sie sind und ausschauen. Die Kleidung jedoch, war damals anders. Die Männer trugen je nach Stand Sachen die des Mittelalters gleichen. Die Frauen genauso.
An dritter Stelle sind dort die Elfen gewesen. Mit ihrer Eleganz, ihrer Schönheit und ihrer Gerechtigkeit wurden sie oft von den Menschen aus Eifersucht und Neid gejagt, oder schlimmer, es wurden Kriege geführt. Doch gewonnen hat noch niemand. Wie man sich vorstellen kann, trugen sie nur Kleidung aus reinster Seide und meist auch nur in hellen Farben. Im Aussehen wie Gesicht und Körper, außer den spitzen Ohren, der Zahrtheit und der verschiedenen Gaben die ein Elfe besitzt, ähneln sie sehr dem Menschen.
An vierter Stelle sind dort die Red Caps (klein, ca 1 m groß, stämmig, glühende Augen, lange herforstehende Zähne, lange weiße Haare auf denen immer ein roter Hut sitzt und Fingernägel so lang wie Adlerkrallen. Sie wohnen in Schlössern, in denen schon blutrünstige Vorfälle waren. Denn Blut zieht sie an...), Kirchengrimme (klein, ca 60 cm groß, verwachsen und dunkelheutig. Sie leben in alten Kirchen.), Korred (klein, ca 50 cm groß, schwarzhäutig und übersäht mit Haaren, tiefgesetzte rote Augen, Katzenpfoten forne und hinten Ziegenhufen. Sie Leben in den tiefsten Wäldern und tarnen sich unter Moos. Sie sind meist sehr scheu und zurückhaltend.), Wassermenschen (so groß wie ein Mensch, lange grüne Haare, helle blasse Haut, schillernder Fischschwanz, Schwimmhäute zwischen den Fingern und eine seltsam platte enganliegende kleine Nase. Sie können in allen Gewässern auftauchen. Sie haben sogenannte Reviere, die allein dieser einen Familie gehört und immer weiter vererbt wird.), Piexies (sehr klein, ca 20 cm, rothaarig, spitzohrig, schiefnasig, schieläugig und am ganzen Körper behaart. Sie leben unter Felsen, in Höhlen, in Hecken oder Wiesenrändern. Sie lieben streiche zu spielen lachen gerne und sind so frech, dass manche Anderen schon verrückt deswegen wurden, weil sie sich so schwarz geärgert haben.), Mondfeen (sehr klein, ca 5 cm groß, lange weiße glänzenden Haare, blaue strahlende Augen, blasse scheinende Haut, ziehrlicher Körperbau und durchscheinende Flügel. Sie leben Tagsüber in ausgehöhlten Bäumen und kleinen Höhlen unter der Erde. Nachts sind sie draußen, sammeln Essen und fliegen sich die steifen Flügel aus. An Vollmond machen sie ein großes Fest, sie fliegen so hoch sie können und singen mit ihrer ungewöhnlich leichte, zarten und tiefen Stimme ihre Volkslieder um den Mond zu eheren.) und die Sonnenfeen (sehr klein, ca 5 cm groß, lange schwarze glänzenden Haare, braune strahlenden Augen, braune scheinende Haut, zeihrlicher Körperbau und Flügel in allen möglichen Farben. Sie leben Nachtsüber unter Moos oder ausgehölten Steinen. Tagsüber verlassen sie ihr Gehäuse. Wenn die Sonne am höchsten Stand steht und der Tag am längsten ist in der Sommerzeit, so fliegen sie wie die Mondfeen hoch hinauf und verehren die Sonne mit ihren Volksliedern. Auch sie haben solch tolle Stimme, wie ihre Nächtlichen Verwandten.)
Sonnen-und Mondfeen wurden von den Menschen und Elfen eingefangen und als Lichtquelle benutzt.
An fünfter Stelle sind dort die restlichen Fabeltiere gewesen. Von ihenen erfährst du alles, wenn ich die Geschichte erzähle.
Zum Schluss oder ganz am Anfang, niemand wusste es je, war der rote Feueradler. Er wurde verehrt und in den Gebeten kommt er auch oft vor. Denn dieses Tier, oder dieses überaus Schlaue Geschöpf sorgt wie Gott über die Gerechtigkeit und Frieden. Doch es gibt dennoch wenige von ihnen, denn sie haben die Greife als Natürliche Feinde.
Omna
Die Menschen hatten einen Glauben zu dieser Zeit. Elfen waren ungläubige, und damit haben wir wieder einen Grund, wieso sie Elfen jagen. Diese Menschen glaubten an die Heilige Omna, eine Muttergöttin. Sie hat jedoch zwei Töchter. Die Götten der Liebe und des Friedens, sie heißt Amna. Und ihre Feindin, die Göttin der Feinde und des Krieges, sie heißt Umna. Omna ist unparteiisch und hat beide Töchter gleich gern, denn jede von ihnen machen Sinnvolles. Omna gab es schon immer, doch die Jahreszahlen gab es erst seit dem sie ihre beiden Töchter geboren hatte.
Nun, da du jetzt das wichtigste weißt, fange ich mit der Legende an um nachher mit der Hauptgeschichte fortzufahren.
Die Legende
Ein alter Bauer fuhr einst mit seiner Getreideladung zur nächsten Stadt Heißingburg, um sie den Bewohnern zu verkaufen.
Alle Städte haben einen König, und sie werden nach diesen benannt. So heißt die Stadt Heißingburg wie der König mit Nachnamen Heißig heißt. Wenn ein König genug von seiner Stadt hat, dann vererbt er sie seinen Sohn oder seiner Tochter. Doch wenn er eine andere Stadt will, und der andere König seine aber nicht als tausch will, so muss er einen zweikampf mit den jeweiligen König fechten.
Es gibt auch neuerdings einen Kaiser, der über das ganze Menschenreich herrscht. Er hat in den größten Städten mit den mächtigsten Königen gekämpft um so immer weiter aufzusteigen. Es gab aber noch nie einen Kaiser, außer den, der seit drei Monaten herrscht.
Wieder zurück zum Bauern. Er fuhr mit seiner voll beladenen Kutsche über einen Berg, denn er musste sich beeilen. Letztes Jahr hatte er nämlich seine Ladung zu spät und völlig durchnässt abgegeben.
Als er an der Spitze des Berges ankam, hörte er laute schreie. Beide konnte er indentifizieren. Es war ein Greif, und zu seinem schrecken, ein Feueradler. Er ließ ein Stoßgebet von sich, dass den Adler nichts passieren soll und hielt unter einen Felsvorsprung an, um nicht selber in den Kampf zu gelangen. Nach einiger Zeit vielen Blutstropfen af den Boden. Erschrocken öffnete er seine Führkammer und schaute in den grauen Himmel. Über ihn kämpften drei Greife mit einem Feueradler. Der Adler hatte einen komischen goldenen Ring um sein Bein.
Der Bauer sah fassungslos zu, und als das rote Tier mit meherern klaffenden Wunden auf den Boden zu viel, sprang er in eine Ecke um nicht erdrückt zu werden. Ein Greif wollte hinabstoßen, doch der Bauer schmiss eine Fackel zu dem Scheußal herauf, der mit lautem geschrei davon flog. Vor ihm machte der Feueradler seine letzten Atemzüge.
Und als hätte der Himmel alles gesehen, weinte er dicke Tränen.
Der Bauer sah trauernd auf das tote Tier herab. Aus den Wunden ströhmte unaufhörig eine Menge flammendes heißes rotes Blut, und als es mit den Regen in Berührung kam, verschmolz es zu einen großen feurigen Stein. Er sah das ganze Schauspiel staunend zu und murmelte: „Also ist es wahr, was die Elfen über das Blut des Feueradlers sagen.“ Schon nach geringer Zeit riss die Wolkendecke auf und ließ die goldenen Sonnenstrahlen auf den kalten Boden herabstrahlen, als hätte der Himmel sich von der Trauer erholt.
Der Bauer war verunsichert. Soll er den Stein mitnehmen, oder soll er ihn an Ort und Stelle da lassen? Zögernd sah er auf den feurigen Stein herab. Die Entscheidung übernahm ein kleiner Pixie. Denn als er das schwere Ding berühren und mitnehemen wollte schrie ihn der Bauer an und schnappte ihn den Stein vor der Nase weg. Der rote kleine Pixie lachte schrill und verschwand schnell unter einen Felsen.
Der Bauer setzte sich in seine Führkammer und sah ihn genauer an. Eine unglaubliche Macht durchströhmte ihn, und sogleich warf er ihn vor schreck von sich.
Nach weiteren zwei Tagen kam er endlich an, und passierte vor dem Haupttor. „Wer bist du?“, fragte eine unfreundliche Stimme den alten Mann. „Ich komme vom freien Dorf. Ich bin Bauer Georg und bringe frisches Getreide.“ Nach einer kurzen Pause antwortete die Stimme: „Scher dich fort. Wir brauchen kein Getreide mehr.“ Verwundert zog er an den Zügeln der zwei müden und kraftlosen Kaltblüter um den langen Weg wieder zurück zu fahren.
Auf den Weg traf er auf ein paar Reisende. Der Bauer blieb stehen und grüßte sie. „Na, haben sie dich auch wieder weggeschickt?“, fragte einer. „Ja, wisst ihr wieso? Wie es sich anhört sind wohl schon meherere Getreide Händler weggeschickt worden, oder?“ „Ja, Seit dem die Menschen einen neuen Herrscher haben, und damit meine ich diesen Tyrann von Kaiser, gelten neue Regeln. Das Getreide wird auf den Feldern des Herrn Kaisers angebaut. Seine Ritter und Soldaten machen das. Dieser Tyrann meint, so bleiben sie immer zäh und kräftig und werden noch geschickter. Sowas braucht er auch, denn er ist schlimm und zwingt uns in den Städten zu bleiben, es dürfen weder welche raus noch rein. Nur seine Soldaten und Ritter die das schlechte und missratene Getreide bringen. Ich hoffe der Feueradler bringt diesen Wahn endlich zuende.“ Der Bauer schaute die Reisenden Fassungslos an und schüttelt verächtend den Kopf. Ein anderer Mann trat vor und sagte leise: „Weißt du, man sagt, es solle nur noch ein Feueradler existieren. Er wurde von den Elfen markiert, mit einen Ring am Bein.“ Bei den Wort Elfen verzog er angewiedert das Gesicht, als hätte er auf eine Zitrone gebissen. Der Bauer sah ihn geschockt an. Das war er. Er hat den letzten Feueradler sterben sehen. „Er ist tot“, sagte er und sah auf den Boden. Die Reisenden mussten diese schlimme Nachricht erst verdauen. Diese Pause nutzte der alte Mann und erzählte wie er gestorben ist. Auch die Verwandlung des Blutes ließ er nicht aus.
Der Mann der zuerst zum Bauern gesprochen hatte, rief: „Du musst sofort zum Kaiser und ihn besiegen! Erlöse uns von diesen Schuft!“ Irritiert sah er die drei Männer an. „Alter Mann, hast du die Geschichten nicht gehört? Wer den Feuerdiamandten hat, hat die größte Macht auf Erden!“ Der Bauer erinnerte sich wieder an den unglaublichen Strom von Macht die über ihn kam, als er den Diamandten ansah. „He, wie wäre es? Wir helfen dir!“
Und so zogen die nun Vier zum unglaublich großen Schloss des Kaisers. Ab da war der alte Bauer der neue Herrscher. Er heiratete eine junge Frau und es folgten fünf Kinder, doch nur eines überlebte. Der Bursche wuchs gut voran, doch er wurde oft gehänselt und verspottet, wegen seiner schielenden Augen. Er kam langsam hinüber auf die Seite des Bösen ohne dass seine Eltern etwas davon merkten. Als er fünfzehn wurde, wollte er unbedingt an die Macht. Und weil er wusste, dass sein Vater durch den Feuerdiamandten vom natürlichen Tod ausgeschlossen wurde, wollte er ihn umbringen. Der Kaiser jedoch merkte das Kalte in seinem Sohn, und versteckte den Stein an einem Ort, wo ihn niemand je finden wird. Als seine Kutsche beim Schloss ankam, war er schon an einen natürlichen Tod gestorben. Sein Sohn wurde bald darauf zum Kaiser gekrönt.
Der neue Kaiser hasste die Elfen so sehr, wie kein anderer. Und die Menschen ebenfalls. Viele beschreibten ihn als den puren Hass. Er wollte die ganze Welt zu seienen Untertan machen, doch dazu fehlte der Stein. Deswegen ließ er alle unnützen Weiber und Männer zusammentrommeln, versprach der, der den Feuerdiamandten findet, bekommt eine Million Golls (die damalige Währung). Natürlich sind sie voller Eifer dabei ihn zu suchen. Denn sie taten es weger dem Geld und auch um den Kaiser zu dienen, aber sie wussten nicht welch ein schlimmer Albtraum sich bahnt, wenn er im Besitz des Diamdten ist...
Inzwischen ist der Kaiser vierzig und der Stein wurde immer noch nicht gesichtigt.
10. Juli 329 n. Geb. A. & U.
Eilig lief die Dienstmagd Anna den langen Gang entlang bis zur Küche um den Pachabraten zu servieren.
Ein Pacha ist eine Zucht zwischen Schwein, Ziege und Kuh. Und das Fleisch ist ebenso begehrt wie teuer. Aber der Kaiser kann es sich ja leisten. Laut stieß sie die Tür zur Küche auf und eine heiße lecker riechender Duft schoss ihr entgegen. Wie immer lief ihr das Wasser im Munde zusammen, wenn sie die kunstvoll verzierten Leckereien auf den großen Tellern sah. „Schau nicht dumm rum, sondern nimm das Viech mit“, fuhr sie ein alter dicker Koch an. Sie senkte beschämt ihren Kopf, nahm den Pachabraten entgegen und verließ das Paradies von Küche.
Die Köche und Köchinnen hatten es gut. Hin und wieder stibitzten sie etwas von den Tellern, deswegen waren alle so Kugelrund und Wohlernährt. Nicht so wie Anna, sie war nur eine Dienstmagd, die eigentlich den Boden schruppt und alles abstaubt. Doch heute muss für eine Serviererin einspringen, denn der Kaiser hat Besuch.
Sie huschte die Treppe hinauf zum großen vergoldeten Speisesaal, und legte die große Platte auf den Tisch, immer drauf achtend, dass man nicht ihr Gesicht sah.
Sie hatte eine große Haube an die ihr Gesicht größtenteils verdeckte. Nicht weil sie hässlich war oder eine schlimme Krankheit hat, nein, sie ist halb Elfe halb Mensch. Ihre Ohren sind etwas angespitzt und ihr wunderschönes weißblondes glattes Haar erinnerten an einer Elfe. Denn ihre Mutter war eine, doch ihr Vater war ein Mensch. Und als ihre Eltern gestorben sind, musste sie bei dem Kaiser arbeiten. Denn kein Elfe lässt sie in das Elfenreich, wenn sie nicht voll eine Elfe ist.
Sie knickste kurz und verschwand schnell wieder nach Außen. Doch irgendetwas hielt sie zurück. Ihr mickriger Elfeninstinkt befahl ihr an der Tür zu lauschen. Und da hörte sie ein schlimmes Gespräch zwischen Kaiser und den besten Freund des Kaisers.
Nach diesen Worten eilte sie erst einmal in ihre Kammer um über das Thema nach zu denken. Doch plötzlich ging die Tür ruckartig auf und des Kaisers besten Freundes stand vor ihr. „Du hast doch nicht etwa gelauscht? Du kleine Hexe!“, regte er sich auf und sah sie strafend an. Schnell sah sie zu Boden, damit er nicht ihr zartes schönes Gesicht bemerkte. „Rede!“, fuhr er sie drohend an. „Ich... ich habe nicht gelauscht.“, log sie. So langsam geriet sie in Panik. Jede Muskelfaser in ihren Körper spannte sich zum zerreisen an. „Lüg nicht dumm rum! Du weißt ja wie es den Lauschern ergeht!“, fügte er mit zusammengebissenen Zähnen hinzu. Er ist schon um einiges näher gekommen und baute sich bedrohlich vor ihr auf. „Sie werden an den Füßen kopfüber am Berggalgen aufgehängt, als zwischen Snack für die gierigen jungen Greife.“, rief er und lachte schadenfroh. Genau jetzt schnellte sie mit einem Ruck durch seine breiten Beine und rannte in solcher Geschwindigkeit die langen Gänge entlang, in der Hoffnung den Ausgang zu finden und zu entwischen. Weit hinter ihr rannte der beste Freund des Kaisers. Am Ende des letzten Ganges gelangte sie keuchend auf den großen Hof. Es wurde gerade ein gesatteltes Pferd aus dem Stall gebracht damit der Schlosspfarrer in die nächste Stadt reiten kann um seine Predigt vor zu sprechen. Das nützte die junge Anna aus und sprang mit einem Satz auf das erschrockene Pferd, riss den Knecht die Zügel aus der Hand und ritt auf das gerade geöffnete Tor zu. Hinter ihr schrie ihr Verfolger die Torwächter an, sie sollen sofort die Zugbrücke hochziehen und das Tor schließen. Die Zugbrücke war um das viertelte nach oben gezogen, doch das hielt Anna nicht zurück. Sie sprang am Ende der Brücke ab und landete gleich auf die andere Seite. Sogleich wird die Zugbrücke wieder nach unten gelassen, damit gleich fünf Soldaten hinter ihr herritten. Doch die Pferde der Soldaten waren nicht so schnell wie ihres, denn sie wogen um einiges mehr, mit ihren schweren Waffen und Kettenhemden. Und so hatte sie einen immer weiteren Vorsprung. Doch so weit dieser Vorsprung auch ging, nahm sie sich nicht die Zeit dem Pferd eine Pause zu gönnen. Sie musste einen Tagesvorsprung haben. Nur so kann sie sich selber retten.
Sie merkte wie der Atem des Pferdes vor Erschöpfung zitterte und der Galopp immer langsamer wurde. Sie muss zu Fuß weiter gehen. Im Galopp sprang sie vom Pferd und rannte tiefer in den Wald hinein. Sie blieb nicht stehen. Ihr hässliches Kleid zerriss von den Dornenbüschen. Ihr Atem ging pfeifend und ihre Beine wurden so schwer wie Blei. Drei Jahre hat sie beim Kaiser gearbeitet. Und nie ist sie so gerannt wie jetzt. Vor lauter Ungeschicklichkeit stolperte sie über eine Wurzel und viel längst hin. Sie drehte sich auf den Rücken und blieb liegen. Noch nie war sie so fertig wie jetzt. Bald darauf fiel sie in einen unruhigen Schlaf.
11. Juli 329 n. Geb. A. & U.
Ein rascheln weckte sie eine Stunde vor Sonnenaufgang auf. Sie rieb sich schnell den Schlaf aus ihren Augen und sah sich um. Aus einem Gebüsch beobachteten sie vier wachsame rote Augen. Korreds, dachte sie. Vor denen brauchte sie sich nicht zu fürchten. Auch wenn das Aussehen alle ziemlich erschreckt, haben die kleinen Korreds mehr Angst vor den Zweibeinern, als man sich vorstellen kann. Nur vor den Kindern der Korreds muss man aufpassen. Sie sind in einem Alter wo sie noch alles ausprobieren müssen.
Anna stand ächzend auf. Sie hatte unheimlichen Muskelkater und ihr Rücken war verspannt wegen dem harten Waldboden. Sie schnupperte in die Luft hinein.
Elfen haben eine sehr feine Nase, und genau die hat sie von ihrer Mutter geerbt.
Bald schon roch sie den frischen Duft des Wassers und folgte ihn.
Ein Bach schlängelte sich durch die Bäume und das Gestrüpp. Ein Reh und ihr Kitz huschten davon, als sie kam. Anna wusch ihr Gesicht und tauchte ihre schmerzenden Beine in das kühle Wasser.
Plötzlich merkte sie, dass ihr Magen furchtbar knurrte. Doch nirgends war etwas, was sie pflücken oder aufsammeln konnte. Dann fielen ihr die Korrads wieder ein. Sie sind so scheu, dass sie mühelos ihre Vorräte plündern konnte, und ihnen würde es auch nicht viel ausmachen, schließlich kennen sie den Wald wie ihre rechte Hosentasche.
Also ging sie wieder zurück zu dem Gebüsch, wo sie die kleinen roten Äuglein gesehen hatte. Sie griff hindurch und schon hatte sie drei voll beladene Säcke in der Hand. Doch als sie ihn wieder heraus ziehen wollte, biss ein kleiner Korred in ihren Arm. Sie merkte wie die kleinen aber spitzen Zähne ihr Fleisch durchbohrten. Entsetzt schrie sie auf und zog rasch ihren Arm aus dem Busch. Der ungefähr 20 cm große Babykorred hing immer noch an ihren Arm. „Brauchst du Hilfe? Ich habe dich schreien hören.“, fragte eine unglaublich sanfte Männerstimme hinter ihr die zweifellos einen Elfen gehörte. Schluchzend nickte sie. Der freundliche Elf kitzelte den Kleinen am Bauch, der ließ kichernd ab und verschwand wieder im Gestrüpp. „Danke.“, schniefte Anna und hielt den verletzten Arm. „Das muss man auswaschen, komm mit“ Er reichte ihr die Hand. Sie sah ihn an. Er hatte mittellanges blondes glattes Haar, grüne Augen und eine schlanke aber kräftige Figur. Vor Verlegenheit sah sie wieder hinunter, genau auf ihren schwer blutenden Arm. Dann wurde ihr schwarz vor Augen...
„Na? Du kannst wohl kein Blut sehen“, sagte der Elf etwas spöttisch und verband ihren Arm. Anna übersah die Bemärkung und fragte ihn, mit noch etwas zittriger Stimme, wie er denn hieß. „Limomareth, aber nenn mich doch einfach nur Lio, so wie mich alle nennen“ sagte er und sah sie aufmerksam an „und wie heißt du, meine hübsche?“ Er biss sich auf die Zunge, als er sah, dass sie betreten, wegen seinen Argument, auf den Boden sah. „Anna“, brachte sie nur hervor. „Hast du vielleicht Hunger Anna? Ich reiße nämlich, um... ich hab was zum Essen dabei“ Er konnte sich gerade noch stoppen, schließlich wusste er ja nicht ob er ihr vertrauen konnte. Es ist eindeutig zu sehen, dass sie beim Kaiser gearbeitet hat. Denn auf ihr Magdkleid ist das Wappen des Kaiser, links unten am Hüftknochen.
Anna nickte kaum merklich und ging ihn mit zitternden und langsamen schritten hinterher. Sie durfte nur kurz was essen, aber dann muss sie einfach weiter, auch wenn ihre Kräfte und ihr Verstand dagegen kämpften. Sie konnte ihn aber nicht vertrauen. Zu wenig wusste sie von ihn und er hat auch seine Absicht für diese Reise nicht weiter erwähnt.
Sie kamen auf eine wunderschöne Lichtung auf der auch der Bach floss, in den sie sich weiter unten gewaschen hatte. Es wuchs hier genügend Gras für das weiß- braun gefleckte Pferd, das da auch stand. Mit gemäßigten Schritten näherte er sich dem einscheinend ziemlich scheuen oder wilden Pferd. Doch dieses machte dazu keine Anstalten und er konnte mühelos einen schon zur Hälfte geleerten Sack vom Sattel schnallen. Er wunderte sich über diese Zahmheit seines Hengstes, schließlich schlug er aus oder rannte er davon sobald Lio näher kam. Er schüttelte seine Verwirrtheit ab und setzte sich auf die andere Seite des Baches und breitete das Vesper aus. „Also, was macht ein Mädchen wie du im Wald ohne Essen und Waffen?“ Lio sah sie aufmerksam an. „Ich äh... ich bin geflüchtet“ Sie entschied sich doch die Wahrheit zu sagen. Kein Ritter vom Kaiser würde einen Elfen beauftragen mit zu suchen und kein Elf würde so etwas annehmen. „Von wo denn?“, hakte er nach. „Vom Kaiser“. Er schmunzelte. „Na, was hast du denn angestellt?“ „Ich... ähm... ich habe gelauscht.“ Mehr wollte sie nicht verraten. Denn wer weiß, was sie mit so einer Botschaft alles Verrichten kann. Lio merkte das wohl auch und widmete sich wieder an das Essen.
„Hast du das gerade gehört?“, fragte Lio und hielt aufmerksam vom aufräumen inne. Weit entfernt bellte ein Hund und eine tiefe Männerstimme erteilte irgendein Befehl. Niemals könnte Anna die Stimme des Kaisers Freundes Stimme vergessen. Sie unterdrückte einen Schrei und sah sich hektisch um. Lio bemerkte wohl ihre Angst und flüsterte ihr zu: „Du musst schnell Sachen von mir anziehen, wenn du nicht sterben willst. So erkennen sie dich nicht, und die Hunde sind sich wegen den Fremden Geruch auch nicht mehr ganz so sicher, dass du es bist.“ Anna wusste, dass es keine andere Wahl gab. Doch trotz dessen schämte sie sich als sie die Sachen anzog. Lio versuchte nicht hinzusehen, und beschäftigte sich beim Sattel um schnell aufzusteigen, doch als Anna ihre Haube vom Kopf wickelte um ihre Haare unter einen spitzen Elfenhut zu verbergen, sah er ihre ungewöhnlich großen Augen und ihre etwas Spitzen Ohren. Erschrocken schaute er wieder weg und half ihr in den Sattel. Er konnte nicht mehr länger über die Tatsache, dass Anna eine Halbelfin ist, nachdenken, denn es preschten schon über sieben Hunde auf sie zu. Ein paar starrten verwirrt auf das tänzelnde Pferd hinauf und die anderen schnupperten die Lichtung ab, wo sie gesessen haben. Als die Reiter immer näher kamen, galoppierte Lio mit Anna in die gegengesetzte Richtung. „Halt! Stehen bleiben!“, rief einer der Soldaten und wollte hinterher setzten, doch der Freund des Kaisers hielt ihn zurück.
... Ist noch in bearbeitung ...
0 Kommentare
|