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kooperative Geschichten

Mauser - Home sweet home...

06.10.2007


Alle fanden den Vorschlag, zusammen in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, super. Die Idee kam zwar recht spät, aber die Begeisterung war groß. "Bleibt nur noch die Frage, in welche Stadt wir wollen." bemerkte ich. "Warum sehen wir nicht erstmal, ob es hier ein passendes Haus gibt. Mir gefällt Denver.", meinte Helen. Richard war bereit, nach einem Haus zu suchen. "Na, gut. Ich kümmere mich darum." "Ich werde Brian fragen, ob er auch einziehen will." schlug Helen vor. "Eine WG für 5 Leute. Dann viel Glück bei der Suche. Lass uns wissen, wenn du eins gefunden hast." sagte Jared.

Zu Hause begann ich sogar schon, ein paar Sachen zusammen zu packen. Ich freute mich riesig über die Idee mit der WG. Ich fand es langweilig, alleine zu wohnen. Denn obwohl Jared und ich schon länger ein Paar waren, sind wir noch nicht dazu gekommen, zusammen zu ziehen. Aber die besten Freunde noch dabei zu haben, war natürlich eine viel bessere Vorstellung.

Eine Woche später fanden wir uns wieder zusammen um das Haus, dass Richard gefunden hatte, zu besichtigen. Er sagte uns, wo es war und in Jareds Auto machten wir uns auf den Weg. Als wir ankamen und ausstiegen, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Ich fand es wunderschön.



Eine Frau kam auf uns zu. "Kommen sie, ich zeige es ihnen von innen." Wir betraten das Haus. Der Boden war aus dunklem Holz und eine Wendeltreppe führte nach oben. Unten befanden sich Wohnbereich, Küche, Esszimmer, ein großes Bad, und ein Schlafzimmer. Oben waren 4 weitere Schlafzimmer, eine Kammer und ein kleineres Bad. Die Frau führte uns herum. "Alle Räume sind recht groß. Außerdem sind die Wände schalldicht." "Wohnt hier schon lange keiner mehr?" wollte Brian wissen. "Das ist schon länger her, ja. Aber ich kann nicht verstehen, warum die Leute immer ausgezogen sind. Das ist doch ein Traum." Während die anderen noch die geschäftlichen Dinge mit der Verkäuferin klärten, ging ich nochmal nach oben. Ich betrat eines der Schlafzimmer. Ich sah etwas auf dem Boden beim Fenster liegen. Ich ging hin und hob es auf. Es war ein goldener, herzförmiger Anhänger. Ich sah ihn an und plötzlich hörte ich, wie die Tür hinter mir zufiel. Ich lief hin, öffnete sie wieder und ging raus. Auf der Treppe kam mir Helen entgegen. "Amy, wo bleibst du denn? Wir wollen los!" "Ich komm ja schon." Die anderen warteten unten auf mich. "Wir nehmen das Haus." verkündete Richard. "Klasse! Wann ziehen wir ein?" "So schnell wie möglich." Ich freute mich wie ein Schneebesen.

Eine Woche später war es dann soweit. Wir trafen uns mit unserem Gepäck vorm Haus und warteten, bis wir vollzählig waren. "Wer macht auf?" fragte Helen. "Die, die fragt." antwortete ich. Sie steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch und öffnete sie. Ich wäre am liebsten dahingeschmolzen. Helen hat mir erzählt, dass Richard und Jared es ein paar Tage zuvor schon eingerichtet hatten. Ich ließ meine Koffer liegen und warf mich auf das Sofa. "Das ist wunderschön hier!" schwärmte ich. Brian sah aus dem Fenster. "Achtung, da kommt schon die erste Nachbarin um uns zu begrüssen." Er öffnete die Tür und eine alte Frau, sie war etwa 75, mit ewiglangem silbergrauem Haar und einem Kleid mit Blumenmuster. Sie reichte Brian einen Kuchen, den er sofort in die Küche brachte. "Guten Tag. Ich bin Josefine Myers, ich wohne 2 Häuser weiter. Ich wollte sie herzlich in der Nachbarschaft begrüssen. Es ist schön, mal wieder junge Leute hier zu haben." "Schön sie kennen zu lernen, Mrs. Myers. Ich bin Amy. Das sind Helen, Richard, Brian und mein Freund Jared. Kommen sie doch rein und setzen sich." "Nennt mich einfach Josefine." Sie betrat das Wohnzimmer und ließ sich langsam auf dem Sofa nieder. Dann sah sie sich nachdenklich um. "Es hat sich nicht verändert, bis auf ihre Möbel, die es etwas moderner machen. Schade, dass niemand lange hier wohnen wollte, es ist doch so schön..." Ich wurde neugierig. "Warum sind die Leute denn immer wieder ausgezogen?" "Mir wurde erzählt, hier würde es spuken." Richard war von der Vorstellung wenig überzeugt. "Ach, was! Wer glaubt denn an so einen Schwachsinn?" "Alle, die bis jetzt hier gewohnt haben. Das liegt wohl an der schrecklichen Vorgeschichte dieses Hauses." "Was ist denn hier passiert?" wollte Helen wissen.

"Früher, im Jahr 1895, lebte hier eine Familie. Ein Mann, seine Frau und eine Tochter. Nach außen hin taten sie so, als sei alles normal. Eine glückliche Familie eben. Aber so war es nicht. Als sie erfuhr, dass ihr Mann sie betrügt, tötete sie ihn. Das kleine Mädchen sah das. Weil ihre Mutter Angst hatte, die Kleine könnte etwas verraten, brachte sie auch ihr Kind um. Kurze Zeit später beging sie wegen Schuldgefühlen Selbstmord. Sie erhängte sich auf dem Dachboden. Das alles war in diesem Haus passiert."

Eine Weile dachten wir nur schweigend nach. Aber Jared war von der Geschichte wenig überzeugt. "Und jetzt glauben die Leute, dass die Geister von dieser Familie noch hier rumspuken? So'n Quatsch!" "Naja, nicht jeder glaubt daran. Aber warum sind die Bewohner immer wieder aus diesem Haus ausgezogen?" "Vielleicht, weil sie aus irgendeinem Grund wegziehen mussten? Oder sie haben sich so in diese Geschichte reingesteigert, dass sie Wahnvorstellungen bekommen haben?" "Glaubt es, oder nicht. Aber ihr solltet trotzdem vorsichtig sein." Die alte Frau ging wieder.

Wir dachten alle, dass sie nur Märchen erzählte und amüsierten uns noch ein Bisschen darüber. "Alte Frauen haben Langeweile und erfinden dann gerne mal solche Gruselgeschichten um auf sich aufmerksam zu machen. Geister gibt es nur in ihrer Fantasie." meinte Richard. Ich stimmte ihm zu. "Wir bleiben hier und wir bekommen durch ihre Märchen keine Halluzinazionen."

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Es war die erste Nacht im neuen zu Hause. Wir waren alle lang wach geblieben um noch gemütlich zu plaudern. Wir hatten die Räume schon verteilt. Die anderen waren jeweils alleine in einem Zimmer, Jared und ich teilten uns eins. Ich schlief sehr unruhig und wurde oft wach. Ein Mal glaubte ich zu hören, wie unsere Zimmertür geöffnet wurde. Ich blieb ruhig liegen. Dann schien mich etwas oder jemand zu berühren. Es fühlte sich kalt an und ich bekam eine Gänsehaut. Ich drehte mich auf den Rücken und sah direkt in das blasse Gesicht eines kleinen Kindes. Ich erschrak mich und fing an zu schreien. Jared wurde davon wach und beruhigte mich. "Amy! Beruhig dich! Was ist denn los?" Ich wollte antworten, brachte aber kein Wort raus und fing an zu weinen. Das Kind war verschwunden. Jared nahm mich in den Arm und tröstete mich. "Beruhig dich, süße. Du hast nur schlecht geträumt." "Nein... i-ich hab nicht geträumt... ich hab nichtmal geschlafen..." Ich erzählte ihm, was ich gesehen hatte. "Denk nicht mehr dran. Das war sicher nur ein Traum. Und jetzt lass uns wieder schlafen." Wir legten uns wieder hin und schliefen zusammen ein.

Ich redete am nächsten Tag auch mit den anderen darüber. "Aber jetzt denke ich auch, dass es nur Einbildung war." Aber Helen schien anderer Meinung zu sein. "Wisst ihr noch, was uns die alte Frau erzählt hat?" "Du glaubst doch wohl nicht an diese Geistergeschichte, oder?" meinte Richard spöttisch. "Naja, Amy war sich sicher, wach gewesen zu sein. Und warum sollte man sich Geräusche, Berührungen und ...Personen einbilden?" Ich wollte einfach nicht mehr daran denken. "Lasst uns das Thema wechseln." Wir unterhielten uns also über andere Sachen, bis plötzlich alle Lampen ausgingen. "Na, toll. Stromausfall." sagte Richard genervt. Schritte waren zu hören. "Wer von euch läuft hier rum?" fragte Helen ängstlich. Aber wir saßen alle. "Ok, Leute, es reicht jetzt", meinte Brian. "Das ist nicht lustig." "Aber das ist keiner von uns. Vielleicht ist es ein...-" "-Nein, Helen, es ist kein Geist!" sagte Jared. "Und wenn doch?" "Dann sag ihm, er soll gehen!" Das nahm Helen zu ernst. "Also, Geist! Wir haben gemerkt, dass du da bist! Also... verpiss dich, Arschloch!" Stille. "Das hats jetzt voll gebracht." Die Lichter gingen wieder an. "Oh Gott!!!" schrie ich. Geschockt standen wir alle auf. Tränen liefen mir übers Gesicht. Mit verstörtem Blick drückte Jared mich fest an sich.

Wir alle sahen erschrocken auf den Boden, wo Brian mit aufgerissenen Augen und durchtrennter Kehle blutüberströmt lag.

Ein Geist...?

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"Also," sagte Richard, "entweder, hier spukt's wirklich oder... wir haben einen Mörder unter uns." Jared war geschockt. "Was? Du denkst, einer von uns hat sie einfach so umgebracht? Geht's dir gut? Du würdest uns sowas doch nicht ernsthaft zutrauen!" "Anders kann ich es mir aber nicht erklären! Es gibt keine Gespenster! Und ausser uns ist niemand im Haus!" Jared ging auf Richard zu und sah ihn drohend an. "Vielleicht warst du es ja und willst es auf einen von uns schieben!" "Nein, ich war es sicher nicht!" "Dann laber keinen Scheiss und hör auf uns zu beschuldigen!" Ich ging dazwischen. "Ok, es reicht jetzt! Hört auf zu streiten, es war auf jeden Fall keiner von uns!" Wir riefen die Polizei. "Vielleicht ist jemand unbemerkt hier rein gekommen und ebenso wieder gegangen. Die Sache tut mir leid. Wir werden sie benachrichtigen, wenn wir etwas wissen." Die Polizisten und der Krankenwagen fuhren weg. Eine Weile saßen wir nur da und schwiegen. Ich dachte an das, was Josefine uns erzählt hatte. "Jared? Glaubst du, dass es wirklich ein Geist gewesen sein könnte?" flüsterte ich. "Ich hab keine Ahnung. Aber ich fange langsam an, es für möglich zu halten." Ich ging nach oben und lief durch die Zimmer. Ich wusste nicht, wonach ich suchte. Als ich im Schlafzimmer von Jared und mir war, erinnerte ich mich an etwas. Ich nahm den goldenen, herzförmigen Anhänger, den ich damals in diesem Raum fand, aus meiner Hosentasche und sah ihn an. Da bemerkte ich die Gravur auf der Rückseite. "Das war das Zimmer der Eltern." sagte ich leise. Dann konnte ich durchs Fenster sehen, wie sich der Himmel plötzlich verdunkelte. Ich drehte mich um, um zu gehen und da fiel die Tür zu. Ich versuchte verzweifelt, sie zu öffnen. Aber sie war fest verschlossen.

Ausser mir war noch jemand im Raum.

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Ich drehte mich um. Ich sah niemanden, aber ich hörte jemanden atmen. Es schien auf mich zu zu kommen, denn ich sah, wie aus dem Nichts Blut auf den Boden tropfte und eine Spur hinterließ. Ich zitterte am ganzen Körper. Es fühlte sich an, als würden sich Hände um meinen Hals legen, dann packten sie feste zu.

Ich versuchte mich zu wehren, aber ich griff nur ins Leere.

Ich versuchte zu schreien, aber ich bekam keine Luft.



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Die Tür ging auf. In dem Moment ließen mich die unsichtbaren Hände los und ich fiel auf den Boden. Jared eilte zu mir und half mir hoch. Ich holte tief Luft. "Was war hier los?" "Ich... weiß es nicht..." Dann bemerkte er das Blut auf dem Boden. "Hast du dich verletzt?" "Nein, ich weiß nicht... Das kam aus dem Nichts. Die Geschichte mit den Geistern... Die alte Frau hatte Recht." Wir gingen aus dem Zimmer. "Aber du -" Die Tür der Kammer öffnete sich ganz plötzlich und Helen wurde ruckartig in den Raum gezogen. Richard hielt sie fest und versuchte, sie rauszuziehen. "Oh, Gott! Was ist das? Helft mir!" schrie sie. Richard hielt sie so fest, wie er konnte. Aber die unsichtbare Kraft wurde zu stark. Helen verschwand in der Kammer und die Tür knallte zu. Ich hatte schreckliche Angst um sie. "Helen! Hörst du mich?! Wir holen dich raus!" Richard versuchte vergeblich, die Tür zu öffnen. Schließlich gab er auf. Wir hörten ein Geräusch. "Nein..." flüsterte ich, als wir auf den Boden sahen. Langsam schwang die Tür auf. "Oh, mein Gott..." ich konnte diesen Anblick nicht ertragen. Richard ging geschockt ein paar Schritte zurück. "Nein!" Ich drehte mich um, drückte mich an Jared und begann zu weinen. Er umarmte mich und starrte fassungslos in die Kammer, wo Helen enthauptet auf dem Boden lag.

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Wir sprachen mit Josefine. "Ach, du meine Güte! Das tut mir schrecklich Leid. Auf diese Weise sind auch der Vater und die Tochter damals gestorben..." "Wo hat die Frau die beiden hingebracht, als sie tot waren?" fragte Richard. "Ihre Leichen wurden nie gefunden." "Kommt mit." Er stand auf und wir folgten ihm zurück zu uns nach Hause. Er nahm einen Spitzhammer aus der Küche und lief nach oben in die Kammer. Wir sahen zu, wie er die Steinwand dort damit zerstörte. Die Backsteine knallten nach und nach auf den Boden. Als Richard fertig war, sahen wir alle auf das schreckliche Bild, was sich uns bat. In der Wand waren zwei Skelette, ihr Mann und ihr Kind, die sie dort verschwinden lassen hat, bevor sie sich selbst das Leben nahm. Erneut gingen alle Lichter aus.

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Richard machte ein Feuerzeug an. "Was passiert jetzt?" fragte ich leise. "Ich weiss nicht," flüsterte Jared, "aber ich glaube nichts Gutes." Ich bekam Angst und klammerte mich an ihn. "Richard? Wo hat sie sich erhängt?" wollte Jared wissen. "Auf dem Dachboden." "Wenn ich jetzt sage, laufen wir hoch." Im schwachen Licht des Feuerzeugs konnte man das Blut sehen, dass wieder eine Spur auf dem Boden hinterließ.

.... "Jetzt."

Wir rannten los. Ich spürte, dass der Geist uns folgte. Plötzlich stolperte ich und fiel hin. Die anderen beiden waren schon weiter weg und bekamen es nicht mit. Ich wollte aufstehen, aber ich konnte nicht. "Jared! Richard!" schrie ich. Auf einmal wurde ich nach hinten gezogen. "Nein! Lass los!" Ich versuchte, mich loszureißen aber der Geist war zu stark, also klammerte ich mich mit großer Mühe an dem Türrahmen rechts von mir fest. "Geh weg! Jared! Richard!" Ich trat kräftig nach hinten und der Geist ließ los. Ich stand auf und rannte weg. Ich lief den Flur entlang, blieb stehen und sah die Treppe zum Dachboden hoch die ins Schwarze führte. Ich warf noch einen Bick nach hinten, dann überwand ich mich und rannte die Stufen hoch. "Richard!? Jared!? Seid ihr hier?!" rief ich oben angekommen. Ich bekam eine Antwort. "Wir sind hier, Amy!" Ich ging in die Richtung, aus der sie kam. Durch einen Türspalt konnte ich schwaches Licht erkennen. Ich öffnete die Tür und sie quietschte laut. Ich ging rein und stellte mich zwischen die beiden. Wir starrten fassungslos vor uns in die Mitte des Raumes, was wir dort sahen, war grauenvoll.

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Von der Decke herab hing die Leiche der Frau am Strick. Ihre leeren Augenhöhlen starrten zurück. Die Haut war nur noch an manchen Stellen da, grau und zerfressen, zum Teil war das Skelett zu sehen. Das Kleid war verblasst und zerfetzt. Ich bekam eine Gänsehaut. "Und die hängt seit über 100 Jahren hier? Und wir haben die ganze Zeit hier gewohnt, ohne zu wissen, dass da eine verweste Leiche auf dem Dachboden hängt?" "Für über 100 Jahre hat die sich ziemlich gut gehalten..." meinte Richard. "Normalerweise dürfte da nichts mehr übrig sein. Wo ist der Geist?" "Keine Ahnung, ich weiss nur, dass er, oder eher sie, mich verfolgt hat. Aber was machen wir mit der Leiche da?" Ich bekam keine Antwort auf meine Frage. "Mach die Tür weit auf. Dann gehst du ganz langsam wieder die Stufen runter." "Was? Ich soll den Köder spielen?" "Du musst nicht ganz nach unten. Nur so weit, bis der Geist kommt. Dann läufst du wieder hoch und führst ihn, sie, hier her." Ich stellte mich an die Treppe, hielt mich am Geländer fest und begann langsam, Stufe für Stufe nach unten zu gehen.

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Nichts passierte. Ich ging noch etwas weiter, aber es blieb still. Ich dachte nach und erinnerte mich an den zweiten Abend nach unserem Einzug. Ich musste an Helen denken. "Hey, Geisterfrau! Verpiss dich, Schlampe!" Dann hörte ich etwas, das wie ein Windstoß klang. Ich hielt die Luft an. Jetzt konnte ich nähernde Schritte auf der Holztreppe hören. Ich sah wieder das Blut, dass auf den Stufen seine Spur hinterließ. Langsam drehte ich mich um, dann holte ich Luft und begann, hoch zu laufen. Die Schritte hinter mir wurden schneller. Oben angekommen stolperte ich in den Raum zu Richard und Jared. Richard stand mit einem langen Messer da und sah wie wir zum Eingang. Die Tür schwang auf und ein Windstoß kam herein. Stille.

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Plötzlich ertönte ein greller Schrei, der unerträglich war. Wir hielten uns die Ohren zu. Ein helles Licht erschien, schwebte auf die Leiche an der Decke zu und verschwand schließlich darin. In dem Moment schnitt Richard das Seil mit dem Messer durch, der tote Körper fiel auf den Boden und zerfiel zu Staub. "Es ist vorbei", sagte ich erleichtert. "Ja, endlich." antwortete Jared und nahm mich in den Arm. Dann flackerte die Lampe und ging erneut aus.

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Wir standen auf dem Dachboden, Richard mit einem Messer in der Hand, Jared hielt mich im Arm, Helen und Brian waren nicht hier. "Was wollen wir hier oben?" fragte ich. Die anderen beiden sahen mich verwundert an. "Keine Ahnung." sagte Richard und guckte auf das Messer, das er hielt. "Wo sind Helen und Brian?" "Wahrscheinlich unten. Lasst uns gehen ," schlug ich vor. "Ich konnte Dachböden und Keller noch nie ausstehen."

Wir gingen runter, aber Helen und Brian waren nicht da. Wir sahen sie nie wieder.



Ende

© Kim Mauser




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