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kooperative Geschichten

Mauser - Bis ans Lebensende / zweiter teil "verrückt vor liebe"

06.10.2007


Fast 2 Jahre war es jetzt her und R. war auch schon ein Bisschen drüber hinweg. Wir meinten, er müsste sich ablenken und 'mal wieder die Sau rauslassen', wie V. sagte. Er war eigentlich noch nicht bereit, wieder unter Leute zu gehen. Aber R. ließ sich von uns überreden und jetzt saß er im Auto, auf dem Weg zur Geburtstagsparty von unserem Freund P. Die startete in einem Pizza-Restaurant und würde später bei P. zu Hause weitergeführt werden. Als R. beim Restaurant ankam, waren schon alle da. Vier Tische waren besetzt. Er setzte sich zu uns. "Ah, da bist du ja endlich! Wir dachten schon, du kommst nicht mehr." freute ich mich. Die Bedienung kam und brachte 4 riesen Pizzas, für jeden Tisch eine. R. gratulierte P. noch und dann war die Feier offiziell eröffnet. R. unterhielt mich mit C., T. und mir und war auf einmal richtig gut drauf. Die Stimmung war super und es war sehr laut. R. amüsierte sich und lachte sogar mit, was wir und er selber nicht erwartet hatten. Es hatte richtig Spaß gemacht, bis er etwas tat, was er nicht hätte tun sollen. R. sah nur ganz zufällig aus dem Fenster und bekam einen Schock. Er war sich 100% sicher, D. gesehen zu haben. Aber das war doch nicht möglich... Er tippte mich neben sich an. "Was ist los?" "Ich hab gerade aus dem Fenter geguckt und habe... D. gesehen." "Was? Aber das kann nicht sein. Das hast du dir bestimmt nur eingebildet." D. war doch im Gefängnis. Er konnte es nicht gewesen sein. R. dachte nicht mehr darüber nach. P. wohnte nicht weit vom Restaurant entfernt also gingen wir zu ihm nach Hause. Wir kamen aus dem Restaurant und gingen die dunkle Strasse entlang. Ich sah wie R. stehen blieb und auf die andere Strassenseite rüberstarrte. Ich ging zu ihm. "Hey, R.!" R. drehte sich zu mir um. "Was?!" "Wo bleibst du?" R. sah erschrocken noch einmal zur anderen Straßenseite. Dort war niemand. "R., was ist los? Sag bloß nicht, du hast ihn schon wieder gesehen." "J., glaub mir, er war da!" "Nein, D. ist im Gefängnis. Lebenslänglich. Er kann garnicht hier sein. Und jetzt komm."

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Wir amüsierten uns, naja, R. nicht so richtig, da ihm das, was er gesehen zu haben glaubte, wohl nicht aus dem Kopf ging. Er wirkte nervös und ängstlich und schaute dauernd um sich. Ich sprach ihn an. "R., noch anwesend?" Er erschrak. "Was? Ja ich bin doch hier..." "Hey, denk nicht mehr daran. Das war für uns alle nicht leicht und ich verstehe, dass es dich mitgenommen hat. Aber ich bin sicher, das war nur jemand, der ihm sehr ähnlich sieht." "Ja, wahrscheinlich bin ich noch nicht richtig drüber weg." "Genau. Und jetzt vergiss die Sache und hab Spaß." R. bemühte sich, gut gelaunt zu wirken, aber ich merkte trotzdem, dass er nicht sehr gut drauf war. Mich hatte die Sache damals auch sehr mitgenommen, da ich fast drauf gegangen bin, doch ich verdrängte die Gedanken daran und konzentrierte mich auf das jetzige Leben. D. war hinter Gittern. Weg. Und wir würden ihn sicher nie wieder sehen müssen, das hoffte ich zumindest.

Als ich ins Bad ging, bekam ich einen Anruf. Ich ging ran, aber der Anrufer meldete sich nicht. "Hallo? ... Wer ist da? Hallo!" Keine Antwort "Idiot..." . Später erzählte ich es R. "Aber wer könnte das gewesen sein?" "Keine Ahnung, bestimmt jemand, der nix besseres zu tun hat, als Leute zu nerven." "Ja, warscheinlich." Aber seine Befürchtung war eine andere. Ich hätte nie erwartet, dass sie wahr werden würde.

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Als ich am nächsten Morgen die Post aus dem Briefkasten durchsah, war ein einzelner roter Zettel dabei. Als ich ihn las, wurde mir erst mulmig. Dicke schwarze Druckbuchstaben verkündeten: Nur du verstehst mich. Aber dann schob ich es nur als einen Scherz beiseite und kümmerte mich nicht mehr darum. Aber wie sollte ich auch ahnen, was folgen würde.

R. erzählte mir später, dass er auch so einen Anruf bekommen hatte wie ich am Abend zuvor. Aber wie bei mir stand auch keine Nummer dabei. R. war weiterhin der Annahme, dass es sich hierbei um D. handelte. Passen würde es, aber ich war mir weiterhin nicht sicher, da D. seine lebenslange Haft absaß. Aber war es nicht möglich, dass er jemanden beauftragt hatte? Wenn ja, wen und wann? Und wer würde sowas tun? Das ganze war sehr verwirrend. Die schrecklichen Erinnerungen kamen wieder hoch und ich merkte, wie sehr es R. beunruhigte, was bei mir auch der Fall war. Nicht weit von P.s Haus entfernt war eine Tankstelle. Als die Getränke knapp wurden, erklärte ich mich bereit, dort neue zu holen. Ich verließ also das Haus und überquerte die Straße. Es war dunkel, still und kalt. Ein paar Meter vor mir sah ich auch schon die Tankstelle. Ich hatte das Gefühl, hier draußen nicht alleine zu sein. Ich beschleunigte mein Schritttempo. Plötzlich packte mich jemand von hinten. Die Person zerrte mich in eine Sackgasse und drückte mich gegen die Wand. Durch das Licht, dass der Mond auf uns warf, konnte ich ihn nun erkennen.

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D. sah mich drohend an. "Hallo, J. Lange nicht mehr gesehen." "Aber du... Wie bist du da raus gekommen?" "Das ist doch unwichtig. Du solltest dich freuen, deinen Freund nach so langer Zeit wieder zu sehen." "Du bist aber nicht mehr mein Freund. Und auch von niemand anderem. Du bist ein Mörder und ein Psychopath." "Es ist mir egal, was ich bin ich weiß nur, dass ich zu R. will. Wo ist er?" "Du wirst ihm nicht zu nah kommen. Und es kann dir egal sein, wo er ist." "Nein kann es nicht. Und du weißt, warum. Du bist der einzige, der mich versteht, also stelle dich nicht gegen mich." "Ich verstehe dich nicht. Einen irren kann man nicht verstehen." Zwei Partygäste kamen aus P.s Haus und D. wurde darauf aufmerksam. "Oh, eine Feier. Ich würde gern mitfeiern und R. ist bestimmt auch zu Gast. Er wird sich bestimmt freuen, mich wiederzusehen." "Nein, wird er nicht!" Ich verpasste D. einen heftigen Schlag ins Gesicht und er fiel auf den Boden. Ich rannte los in P.s Haus und suchte R. Ich fand ihn an der Theke. "R., komm mit! Wir müssen hier weg!" Ich packte seinen Arm und zerrte ihn mit. Wir rannten raus zu meinem Auto. "Steig ein, schnell!" "Warum?" "Mach einfach!" Als wir im Wagen saßen starete ich den Motor. Ich sah, dass D. auf das Haus zuging. "Warum fahren wir?" Ich deutete zur Haustür. "Deswegen." R. sah hin und war geschockt. Ich fuhr los.

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Ich gab so viel Gas, wie ich konnte. "Das ist doch nicht möglich! Ich dachte... Was will er hier?" "Er wollte zu dir." "Wie ist er da raus gekommen?" "Ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur, dass er verrückt ist. Und er darf uns-vor allem dich-nicht finden." Dann klingelte R.s Handy. "Hallo?" "..." "Wer ist da?!" "Du kannst dich nicht vor mir verstecken. Ich finde dich. Euch beide. Und ich werde es immer wieder tun. Bis ans Lenensende." R. legte auf und sah mich erschrocken an. "Er wird es immer wieder tun..." "Nein, R. Das wird er nicht."

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Wir fuhren zu mir und dort rief ich in dem Gefängnis an, in dem D. sich normalerweise befinden sollte. "D....? Nie von ihm gehört." "Aber er sollte bei ihnen eine lebenslange Haft wegen mehreren Vergehen absitzen!" "Es tut mir Leid, aber ich weiß nichts von diesem D....." Ich legte auf. R. war neufierig. "Und, was ist?" "Er... ist dort angeblich nicht bekannt." "Was?! Aber das gibts doch nicht! Bist du dir sicher, dass du das richtige Gefängnis angerufen hast?" "Ganz sicher. Irgendwas stimmt hier nicht." Am nächsten Tag begaben wir uns in T.s Club um mit ihm darüer zu sprechen. "Ihr seid euch sicher, das er es war? Immerhin sitzt er hinter Gittern." "Das ist es ja: ich hab in dem Gefängnis angerufen und die wissen angeblich nichts von einem D...." "Wie bitte? Aber die müssen doch wissen, wer bei denen einsitzt!" "Aber den gibts da angeblich nicht." "Was ist, wenn er entlassen wurde?" "Aber dann hätte der Kerl mir doch sagen müssen, das D. mal da war." "Stimmt. Also wenn der wirklich hier rumgeistern sollte, wäre es schlauer, wenn ihr euch nicht so in der Öffentlichkeit aufhaltet." "Das ist ziemlich egal. Er weiß, wo wir beide wohnen. Er würde uns auch zu Hause finden." "Vielleicht solltet ihr in eine andere Stadt gehen." "Ja, das wär wohl das Beste." Aber R. war dagegen. "Nein, ich will nicht die Stadt verlassen. Wir können doch einfach in ein Hotel gehen oder so."

Wir machten uns auf den Weg um ein Hotel zu suchen, in dem wir bleiben könnten. Wir fanden eins und konnten nur noch hoffen, dass D. uns hier nicht finden würde.

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Aber ich bekam an dem Abend wieder einen Anruf. "Hallo?" "Ihr könnt euch nicht verstecken. Ich finde euch." "Nerv uns nicht! Hau einfach ab! Wir wollen nichts mit dir zu tun haben!" "Warum macht ihr es euch selbst so schwer? R. muss sich nur mit der Sache abfinden. Was ist denn so schlimm daran jemanden zu lieben?" "Du hast einen Menschen deswegen getötet! Und du hast R. gegen seinen Willen festgehalten! Und mich wolltest du auch umbringen!" "Du hättest dich nicht einmischen müssen. Und R. könnte sich mal Gedanken darüber machen, wie ich mich fühle, wenn er mit so einer Tussi rummacht." "Du hast gar nicht gesehen, was die beiden gemacht haben und es kann dir auch egal sein!" "Das ist es aber nicht. Er soll sich nicht dagegen wehren. Und ich finde euch, egal wo ihr seid." Er legte auf. R. hatte das Gespräch nicht mitgekriegt und ich erzählte ihm auch nicht davon.

Später wollte ich noch ans Auto um etwas zu holen. Unsere Suite war weit oben, also entschied ich mich, mit dem Aufzug zu fahren. Ich drückte den Knopf und wartete, bis der Aufzug kam. Die Türen öffneten sich und ich wollte gerade reingehen, doch dann spürte ich einen Schlag auf den Hinterkopf.

Ich wurde wach, hatte schreckliche Kopfschmerzen und alles schien sich zu drehen. Langsam öffnete ich meine Augen. Nach einer Weile konnte ich erkennen, dass ich im Aufzug auf dem Boden saß. Plötzlich wurde er angehalten. Ich sah mich um.

Ich war mit D. alleine im Aufzug.

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"Was willst du hier?" "Ich hab doch gesagt, dass ich euch finde." Er hockte sich mir gegenüber. "Woher wusstest du, wo wir sind?" "Das ist unwichtig. Ich werde zu Ende bringen, was ich angefangen hab." "Was hast du mit R. gemacht?" "Nichts. Bei ihm war ich noch nicht. Erst muss ich dafür sorgen, dass du mir nicht mehr im Weg bist." "Was soll das heissen?" "Ganz einfach. Du musst sterben ." Er nahm ein Messer hervor. "Und diesmal kann dich keine Polizei retten." Da hatte er Recht. Diesmal würde es wirklich vorbei sein. "Willst du noch was sagen, bevor du stirbst?" "W****er!" Er hob das Messer und dann spürte ich nurnoch schreckliche Schmerzen im Bauch. Dann wurde alles dunkel.

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Ich öffnete meine Augen und lag immernoch im Aufzug. Ich hatte noch immer schreckliche Schmerzen im Bauch, an mir und um mich herum auf dem Boden war Blut. Ich stand mit großer Mühe auf.

Wo war D.? Und was war mit R.? Ich wusste nicht, wie lange ich dort gelegen hatte. Ich fuhr in das Stockwerk, wo sich unsere Suite befand. Ich rannte den Gang entlang und konnte von weitem erkennen, dass die Tür offen war. "R.?! Bist du hier?!" Keine Antwort. Ich rannte die Treppen runter und aus dem Hotel raus und stieg in mein Auto. Als erstes wollte ich zu R. nach Hause. Ich raste wie ein Verrückter über die Autobahn. Als ich da war, sah ich von draußen, dass in der Wohnung Licht brannte. Die Tür war abgeschlossen, also holte ich meinen Zweitschlüssel aus dem Auto. Ganz leise betrat ich die Wohnung. Hier unten war alles ruhig, also ging ich nach oben. Ich hörte Stimmen, die aus R.s Schlafzimmer zu kommen schienen. Die Tür war einen Spalt offen, sodass ich reinsehen konnte.R. schien mich bemerkt zu haben. D. bedrohte R. "Entweder, du tust, was ich dir sage, oder du wirst sterben, genau wie dein Freund." "Lieber sterbe ich, als das zu machen, was du von mir verlangst!" Ich drückte die Tür etwas weiter auf, dabei quietschte sie. D. hörte das und drehte sich um.

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"Was machst du hier?" Er wandte sich von R. ab und kam auf mich zu. "Na, was denkst du wohl?" Ich schlug ihm ins Gesicht, daraufhin stürzte er sich auf mich. Er versuchte, mich abzustechen, aber ich wehrte mich. Er verpasste mir ebenfalls einen Schlag, sodass ich für einen Augenblick nicht aufpasste. Ich sah nur noch die Klinge auf mich zukommen und schloss meine Augen. Erneut ging ich davon aus jetzt zu sterben.

Doch plötzlich hörte ich einen Schuss und öffnete die Augen wieder. D. lag regungslos auf mir. Er hatte eine Schussverletzung im Kopf. Ich blickte nach oben und sah R. erschrocken geradeaus gucken. Ich schob die Leiche von mir runter und stand auf. Im Türrahmen stand V. Er hielt eine Pistole. "Der tut niemandem mehr was." sagte er ruhig. Ich wandte mich R. zu. "Alles in Ordnung?" "Ja, mir geht's gut, aber dir wohl nicht, ich rufe einen Krankenwagen." "Nein, nicht nötig." Aber er tat es trotzdem.

Warum von D. im Gefängnis niemand etwas wusste, haben wir nicht erfahren. Aber wenigstens konnte er jetzt wirklich keinem mehr etwas tun.



.Ende.

© by Kim Mauser



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