Sandra - Seelenmord06.10.2007
Ich wurde wach, obwohl ich mich nicht daran erinnern konnte, geschlafen zu haben. Mir war kalt und ich lag definitiv weder in meinem Bett, noch auf einem Sofa oder ähnlichem, denn ich lag sehr unbequem. Mein Kopf tat weh und mir war übel... Langsam öffnete ich die Augen und sah zuerst nichts, dann sehr undeutlich. Um mich herum war nichts - nur kahle Wände. Sie waren weiß, oder grau, ich kann es nicht genau sagen, da das wenige Licht, das die alte, lose an der Decke baumelnde Glühbirne noch hergab, nicht ausreichte, um alles deutlich genug erscheinen zu lassen.
Bemüht richtete ich mich langsam auf, was fast unmöglich war, da mir alles wehtat. Meine Befürchtungen bestätigten sich letztendlich auch - ich lag auf dem Boden. So langsam war mir das alles etwas unheimlich. Ich hatte weder eine Ahnung wo ich war, noch wie ich da hinkam, geschweige denn, wie viel Uhr und ob es Tag oder Nacht war. Dieser Raum hatte keine Fenster...
Eine Tür gab es. Aber ich versuchte erst gar nicht, sie zu öffnen. Mir war klar, dass ich hier her verschleppt worden und eingesperrt worden sein muss - denn freiwillig würden mich nicht einmal die Folgen eines riesen Besäufnisses zum Schlafen hierherbewegen!
Bevor ich mich zur Angst verleiten ließ, machte ich mir erst einmal Gedanken, was passiert war, bevor ich hier aufwachte - wie das alles kam und wen ich zuletzt sah.
Aber nichts.
Meine Zigaretten hatte ich zum Glück noch bei mir - wenigstens eine Beruhigung und Beschäftigung, der man in solch einer Absteige nachgehen kann. Während ich meine Nikotinsucht stillte, überlegte ich weiter. An irgendetwas musste ich mich doch erinnern können!
Nach einer Weile tauchten vor meinem inneren Auge Bilder auf... Bilder von einer Party... Jedenfalls viele Leute, viele Freunde von mir. Alle haben Spaß und nichts hat den Anschein, als würde etwas seltsames und unerklärliches mit mir passieren an dem Abend...
Ich schüttelte den Kopf: Das konnte doch nicht alles gewesen sein, woran ich mich erinnerte - da musste es doch einen Hinweis geben, wie und warum, durch wen ich hier gelandet war!
Also überlegte ich weiter. Doch desto mehr ich nachdachte, umso stärker wurden meine Kopfschmerzen. So langsam machte ich mir echt Sorgen. Ich konnte nicht mehr da rumsitzen und krampfhaft über etwas nachdenken, was mich sowieso nicht weiterbrachte.
Deshalb stand ich auf, was auch wieder mit Schmerzen zusammenhing und ging langsamen Schrittes in diesem Raum auf und ab. Ohne es zu wollen, grübelte ich doch wieder darüber nach, was da passiert war.
Zuerst versuchte ich rauszufinden, wer denn einen Grund haben könnte, mich einfach in so einen Keller (danach sah es zumindest aus) zu stecken und vor allem fragte ich mich, was derjenige davon haben soll?
"Früher oder später fällt es sowieso jemandem auf, dass ich weg bin und einfach nicht mehr zurückkomme, ohne eine Nachricht hinterlassen zu haben", sagte ich leise vor mich hin und beschloss letztendlich, erstmal zu warten, ob sich vielleicht irgendwas tun würde - auch wenn ich keine Ahnung hatte, in welcher Form das geschehen sollte. Ich setzte mich wieder auf den kalten Boden und lehnte mich an die Wand. Dabei suchte ich meine Jacken- und Hosentaschen nach meinem Handy ab.
Dieses hatte ich nicht mehr bei mir, genauso wenig meine Uhr. Der Täter war aber dennoch so freundlich, mir wenigstens meine Kippen zu lassen... "Ne Flasche Wasser hätte er auch dalassen können", murmelte ich sauer vor mich hin, bevor ich mir die nächste Zigarette anzündete und mir forschend die Wände ansah. Womöglich hatte ich die Hoffnung, dort irgendein Zeichen zu entdecken.
Da! An einer der Wände hing ein Zettel. Irgendetwas stand darauf, doch ich musste aufstehen und hingehen, um es erkennen zu können.
Als ich davor stand, konnte ich es schließlich entziffern:
"Willkommen in deinem neuen zu Hause! Es ist noch etwas unbequem, ich weiß, aber wenn du mal eine Weile hier bist, gewöhnst du dich schon dran. Tja, das hier ist jetzt mein Film und du spielst die Hauptrolle - freu dich!
Du wirst noch erfahren, was auf dich zukommt, aber eines solltest du jetzt schon wissen: Du gehörst jetzt mir!
Wir sehen uns!"
Ich stand da wie angewurzelt. Jetzt kapierte ich gar nichts mehr und las mir den Zettel noch ein paar Male durch. Trotzdem kam ich einfach nicht drauf, was das sollte und wer dahinter steckte.
"Oh, Mann, ich hasse sowas", fluchte ich und schaute mich hektisch um. Der Verfasser des 'Briefes' schrieb etwas von einem Film, in dem ich die Hauptrolle sein sollte. Also war es doch mehr als logisch, dass man mich beobachten musste.
Schliesslich entdeckte ich auch eine Kamera. Sie hing genau über der Tür. Von dort aus hatte man sicher den ganzen Raum im Bild und das Opfer, das keine Ahnung hatte, was da eigentlich gerade passierte.
Leider war die Tür sehr hoch. Ich kam nicht an die Kamera heran, um sie von der Wand zu reißen und es standen mir auch keine Möbel oder ähnliche Gegenstände zur Verfügung, die mir das Rankommen hätten erleichtern können.
So musste ich feststellen, dass mir zunächst nichts anderes übrig blieb, als drauf zu warten, was als nächstes passiert. Das Zeitgefühl hatte mich total verlassen und ich hatte keine Ahnung, wie lange ich die Zeit damit verbrachte umherzugehen, rumzusitzen und nachzudenken. Ich wusste nur eines. Und zwar, dass ich mittlerweile ordentlichen Durst bekam und immer mehr drauf hoffte, dass sich endlich irgendetwas tat - dass ich die kranke Person, die mir das zumutete endlich mal antreffen würde und ihr ordentlich in den Arsch treten könnte.
.
.
Unangenehmer wurde das Warten, als ich auch noch anfing, Hunger zu bekommen. Das machte mich nur noch aggressiver und ungeduldiger. Um mir das Warten auf ein Zeichen zu erleichtern, versuchte ich auf dem kalten, unbequem harten Boden zu schlafen... Vergeblich. Es funktionierte einfach nicht.
Irgendwann wurde die nervtötende Stille gestört. Ich vernahm Schritte - vor der Tür. Nervosität machte sich in mir breit und gleichzeitig freute ich mich irgendwie. Denn es war das Ankommen eines neuen Hinweises oder sogar des Täters selbst, den ich mir dann mal ordentlich in die Mangel genommen hätte!
Mit starrem Blick auf die Tür erhob ich mich und mein Herz schien vor Aufregung so laut zu schlagen, dass ich es ohne mich darauf zu konzentrieren, hören konnte.
Endlich! Die Tür öffnete sich langsam. Das Knarren war unangenehm laut, aber das störte mich in dem Moment nicht. Zuerst konnte ich nur einen Schatten zwischen Tür und Türrahmen erkennen, doch dann betrat jemand mein 'Gefängnis', wie ich es nannte.
Plötzlich stand er vor mir...
Mein Blick wanderte einige Male an ihm hoch und wieder runter. Ich konnte es nicht glauben und wollte es schon gar nicht wahr haben! Er grinste mich nur fies an mit den Worten:"Was ist? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen. Hast mich wohl nicht erwartet, was?"
Mir fehlten die Worte und ich antwortete ihm nur mit einem Kopfschütteln. Ich kannte ihn, sehr gut sogar. Wir waren doch Freunde und es ging mir einfach nicht in den Kopf, warum er das jetzt mit mir macht!
Er sah mich erwartungsvoll an und schien zu wissen, dass ich einige Fragen an ihn habe. Leider brachte ich meine Anliegen nur stotternd raus, da ich es einfach nicht glauben konnte, dass einer meiner Freunde mich gefangen hält...
Eine Frage lag mir aber schon die ganze Zeit auf dem Herzen und sie war auch die Einzige, die ich in diesem Moment loswurde: "Warum tust du mir das an, was soll das?!"
Er ging ein paar Schritte auf mich zu, bis er direkt vor mir stand. Dann grinste er mir ins Gesicht und antwortete mir damit, dass er einfach Lust dazu habe... Das glaubte ich ihm nicht, denn man hält keinen Freund in so einem 'Drecksloch' gefangen, nur weil man gerade mal die Lust dazu verspürt.
Also fragte ich ihn nochmal und diesmal fiel seine Antwort zum Glück nicht so mager aus: "Die ganze Zeit, die ganzen Monate, Wochen, Tage... fiel mir auf, dass du es einfach mal brauchst, schlecht behandelt zu werden. Weisst du... Jeder mag dich oder um es noch eher zu treffen - jeder liebt dich ja schon beinahe und du scheinst einfach total abgehoben zu sein. Ich werde dich einfach auf den Boden zurückholen, verstehst du?"
"Warum das denn? Natürlich mag mich nicht jeder und lieben schon gar nicht! Was hast du für Vorstellungen? Und abgehoben... Wenn es so wäre, hast du doch als Freund - für den ich dich jedenfalls gehalten habe - dazu im Stande zu sein, mir das zu sagen, oder? Also was soll dieses Spielchen? Willst du deine Herrschsucht irgendwie ausleben oder was ist?"
.
.
Ich war auf 180. Er hatte keinerlei Grund, solche Spielchen zu spielen! Zu mindest nannte er mir keinen plausiblen Grund dafür. Allmälich wurde ich so sauer, dass ich ihm am liebsten erwürgt hätte, doch das hätte nichts gebracht. Nachdem ich ihn eine Weile wortlos, jedoch fordernd ansah, redete er weiter:
"Es ist alles ein bisschen kompliziert... Es ist ein Experiment. Wie lange wirst du es wohl hier aushalten, bis du ausflippst? Du bist meine Versuchsperson..."
"Und warum gerade ich?"
"Tja... Das kann ich dir auch nicht sagen. Ich wollte halt einfach dich dafür - nur dich."
"Und was soll dir das Ganze bringen?"
"Och... ich werde einfach nur deine Grenzen austesten, nichts weiter. Das hier geht so lange, bis ich der Meinung bin, es könnte dir dauerhaft schaden, bzw. bis ich es abbreche, weil es mich langweilt."
Als sei es eine Selbstverständlichkeit, so eine üble Sache abzuziehen, guckte er mich an und ich war einfach nur sprachlos. Verständnislos gab ich ihm noch zu verstehen, dass er sich professionelle Hilfe suchen sollte, da er einfach nur krank sei.
Daraufhin legte er seine Hand auf meine Schulter und tat so, als wolle er mich beruhigen: "Wer wird denn gleich so ausflippen... Das Spiel hat ja noch gar nicht richtig begonnen. Wie soll denn das erst aussehen, wenn du mal 2 Wochen hier drinnen bist? Komm also erstmal runter und dann reden wir weiter..."
"Ich will jetzt hier raus!"
"Hey! Du hast da eine wichtige Kleinigkeit vergessen, mein Lieber! Ich stelle hier die Regeln auf, nicht du... klar? Und jetzt werde ich dich hier wieder alleine lassen und ab und zu komme ich dann mal nach dir sehen. Ich hoffe ja, dass unsere nächsten Begegnungen etwas angenehmer werden...Das wäre besser für uns beide."
.
.
Bevor ich noch etwas sagen konnte, war er auch schon im Begriff, den Raum zu verlassen. Aber ich wollte nicht weiter dort herumsitzen und passte ihn kurz vor der Tür ab. Ich war so sauer... Als ich vor ihm stand, fragte er mich nur grinsend, ob ich etwa Angst hätte und da war es vorbei - ich packte ihn am Kragen und drückte ihn gegen die Wand. Dabei versuchte er sich zu wehren, was ihm allerdings nicht gelang: "Lass mich sofort los!"
Er schien in Panik zu geraten, doch ich war außer mir vor Wut und schmiss ihn zu Boden. Damit er mir nicht davonkam, kniete ich mich über ihn und hielt seine Hände am Boden: "Was verdammt nochmal soll die Scheiße, hä?! Entweder du lässt mich gehen und lässt deine kranken Fantasien in deinem paranoiden Hirn, oder du kommst hier nicht lebend wieder weg!"
Geschockt blickte mir mein Gegenüber ins Gesicht und antwortete nur stotternd: "Jaja, ist ja gut. Ich wusste ja nicht, dass du gleich so ausflippst... Lass mich los und dann gehört die Freiheit dir, okay?"
Er wirkte verängstigt und vermutlich dadurch glaubhaft auf mich. So ließ ich seine Hände wieder los, was ein Fehler war. Sobald er die Bewegungsfreiheit erlangte, schlug er mir mit der Faust ins Gesicht, sodass ich schmerzhaft mit dem Rücken auf dem harten Boden landete.
.
.
Ich blutete aus der Nase, so hart war sein Schlag. Doch das war nicht alles. Er drehte nun den Spieß um, kniete sich über mich, hielt mich fest und drohte mir mit Schlimmerem: "Denkst du wirklich, ich lasse mich von dir erpressen? Nein, Freundchen... Du bleibst hier! Und sobald du dich noch einmal gegen mich wehrst, werde ich dir dein Leben innerhalb weniger Augenblicke zur Hölle machen, glaub es mir!"
Sein Blick machte mir Angst. So böse hatte ich ihn noch nie erlebt. Was war nur mit ihm los? Das wollte ich auch in dem Moment von ihm wissen, was seinen Gesichtsausdruck ins Nachdenkliche übergehen ließ. Nach ein paar Sekunden Stille kam sein Gesicht meinem ganz nahe, dann flüsterte er nur: "Du bist doch der Grund für mein Verhalten, also frag nicht so, als hättest du keine Ahnung. Aber du wirst es noch früh genug erfahren, was du mit mir gemacht hast..."
Im nächsten Augenblick ließ er auch schon wieder von mir ab, richtete sich auf und warf mir noch einen kurzen Blick zu bevor er den Raum letztendlich verließ - mit den Worten: "Ich komme wieder."
.
.
Total verwirrt blieb ich auf dem Boden liegen. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was er meinte... Was soll ich mit ihm gemacht haben? Wie soll ich an seiner Veränderung schuld gewesen sein? Was macht er als nächstes? So viele Fragen schossen durch meinen Kopf und ich fand keine Antworten darauf.
Komischerweise machte es mir in dem Moment weniger Sorgen, dass ich mal wieder keine Ahnung hatte, wie lange ich nun noch hier sein werden würde. Nein, es bereitete mir Magenschmerzen, was er nun mit mir macht, wenn er das nächste Mal "zu Besuch" kommt.
Wie soll er es schaffen, mir in wenigen Augenblicken das komplette Leben zur Hölle zu machen? Mir fiel nichts ein, was mir derartig die Zukunft vermiesen könne. "Wir werden sehen...", dachte ich mir und begann, mich in eine aufrechtere Haltung zu bringen und setzte mich schließlich.
Mein Nasenbluten war vorüber, doch ich hatte kein Wasser, um mir die Kampfspuren aus dem Gesicht zu waschen. Zunächst zündete ich mir erneut eine Zigarette an - ich war noch nervös und gelangweilt sowieso. Obwohl ich tausend Gedanken in meinem Kopf hatte, konnte ich mit diesen nichts anfangen. Außerdem waren es nur schreckliche Dinge, die in meinem Gedächtnis umherschwebten...
.
Ich fing sogar langsam an, Angst zu bekommen. Und das gefiel mir gar nicht... Immer und immer wieder verzweifelte ich fast an der Frage, warum ausgerechnet ein Freund auf so einen hirnrissigen Kram kommt...
Irgendwann musste ich wohl eingeschlafen sein. Man weckte mich - es war, wie sollte es auch anders sein, mein Entführer. Er sagte mir, dass es an der Zeit sei, sich noch einmal zu unterhalten. Als ich mich mühsam aufgerichtet hatte, blickte ich meinem Gegenüber in die Augen und spürte in diesem Moment nur Hass!
Er grinste mich an und in diesem Augenblick konnte ich nicht anders, als ihm einen Schlag ins Gesicht zu verpassen - das war ein Fehler, denn als er sich wieder erhob und vor mir stand, erinnerte er mich wieder an seine Drohung. "Du hast mir entweder nicht richtig zugehört oder willst es nicht anders, als bestraft zu werden, hä?"
Seine Wut sah ich ihm regelrecht an und als ich ihn fragte, wie denn diese "Bestrafung" aussehen sollte, antwortete er nur ganz ruhig: "Das wirst du gleich sehen." Im nächsten Moment schlug er mir in den Magen, wovon ich auf die Knie sank. Dann verpasste er mir einen Tritt ins Gesicht und ich stürzte mit schmerzverzerrtem Gesichtsausdruck ganz auf den Boden. Vor lauter Schmerzen war ich fast ohnmächtig geworden, doch leider nicht ganz, denn es sollte noch schlimmeres mit mir passieren...
Mein Gegner kniete nun wieder über mir und hielt mich fest: "Wenn du jetzt ganz still hälst, wird es nur halb so schlimm...", flüsterte er mir ins Ohr. Ich begann langsam zu begreifen, was er mit mir vor hatte, doch hoffte ich, dass er doch nicht Befürchtetes unternahm - sonst würde meine komplette Zukunft zerstört sein...
Er riss mir fast sämtliche Klamotten vom Leib und dann spürte ich nur noch einen fast unerträglichen Schmerz und wurde nun entgültig ohnmächtig....
Als ich wieder zu mir kam, war es mir fast unmöglich, mich aufzurichten. Ich hatte solche Bauchschmerzen und obwohl ich kaum etwas mitbekam, da ich das Bewusstsein verloren hatte, zogen Bilder von dem Geschehen durch meine Gedanken. Es war grauenvoll, der blanke Horror! Ich hatte Angst davor, ihn wieder zu sehen - ja, ich hatte Angst vor jemandem, der mir mal nahe stand und dem ich einmal vertraute....
Ich zitterte am ganzen Körper und stand total neben mir. Wieder und wieder schaute ich mich in dem Raum um, aus Angst, er könnte noch hier irgendwo sein und wieder über mich herfallen. Warum tat er sowas? Es wollte mir nicht in den Kopf gehen. Er war mein bester Freund, ich war seiner...
Das konnte unmöglich wahr sein: Er isn Kerl und ich auch - aber ich wusste nie etwas davon, dass er es auf mich absah - in diesem Sinne.
Das Warten regte mich immer mehr auf. Ich wollte endlich raus, raus aus diesem Albtraum - aber wie? Es war zum Verzweifeln...
Ich ging mehrmals im Raum auf und ab, versuchte, die Schmerzen zu vergessen, doch das war unmöglich. Seit dem Aufwachen fühlte ich mich so ausgenommen, leer und schmutzig. Wie ein Stück Abfall kam ich mir vor - ausgenutzt, weggeworfen, nutzlos...
Verzweifelt versuchte ich eine Antwort zu finden - wieder mal. Doch ich kam auf keinen Nenner. Das alles hatte einfach keinen Sinn!
Dann blieb ich auf der Stelle stehen. Mein Herz begann zu rasen, ich war wie versteinert... Da waren wieder Schritte vor der Tür. Es war klar: Er kam wieder! Am liebsten wäre ich auf der Stelle gestorben. Diese wenigen Sekunden, bis sich die Tür öffnete, waren der reinste Horror. Der Gedanke, ihm gleich wieder gegenüber zu stehen, brachte mich fast um den Verstand.
Ich wollte einfach nur weg...
Aber es gab ja keinen Ausweg, also war ich gezwungen, mich der grausamen Situation zu stellen. Er betrat erneut den Raum, schloss die Tür hinter sich und ging langsam auf mich zu. Bei jedem Schritt, den er auf mich zu machte, trat ich zwei zurück. Meine Augen wichen keine Sekunde von ihm, denn ich wollte darauf gefasst sein, wenn noch einmal etwas geschieht.
Er grinste mich wieder mit diesem "Psychogrinsen" an und fragte mich, warum ich auf einmal solche Angst vor ihm habe. Er hätte doch gar nichts gemacht.
Das machte mich wütend, aber den Fehler, ihn zu schlagen, wollte ich nicht wieder begehen - nein, diesmal würde ich mich als der Klügere erweisen und nichts tun. Dann würde mir auch nichts passieren.
Glaubte ich zumindest.
Er kam also immer näher und irgendwann konnte ich keinen Schritt weiter rückwärts gehen - die Wand zog mir einen Strich durch die Rechnung. So erreichte mich mein Gegenüber irgendwann und blieb dicht vor mir stehen. Ich zitterte und er schien es zu merken: "Frierst du etwa? Ich habe mir extra die Zeit genommen, dich nach unserem kleinen Abenteuer wieder anzuziehen... Obwohl es ja nicht gerade fair von dir war, einfach bewusstlos zu werden. Das musst du doch wohl zugeben, oder?"
Ich bewegte mich nicht. Und ich verkniff mir jedes Wort, denn alles, was ich ihm in diesem Moment zu sagen hatte, hing mit Beleidigungen zusammen und das hätte wohl eine nächste "Bestrafung" zur Folge gehabt.
Einen Augenblick lang schaute er mir in die Augen und sah mir meine Angst sicher an: "Hey, was ist denn los? Du bist doch sonst immer so eine starke Persönlichkeit. Außerdem hast du eh kaum was mitbekommen, also tu nicht so. Das nächste Mal wirst du bitte bei Bewusstsein bleiben, sonst machts ja keinen Spaß." Er schwieg einen Moment. "Gut, du willst nicht reden. Dann werde ich nachher nochmal vorbeischauen und hoffe, dass du mir dann etwas zu erzählen hast..."
Ich stand starr an der Wand und muss einer Statue geglichen haben, als er mir noch einen Kuss aufzwang, bevor er mich wieder in den Gemäuern alleine ließ. Ich fühlte mich furchtbar und es war einfach nur schrecklich, wie er das alles einfach abtat, als sei es ja gar nicht so schlimm... Er hatte keine Ahnung. In meinen Wunschgedanken war er das Opfer eines Psychophaten. Ich wollte, dass er sich genauso fühlt, wie ich es gerade tat und wie viele Menschen vor mir es schon in den Fängen anderer Psychophaten taten...
Doch für so etwas war jetzt keine Zeit. Ich musste mir langsam mal überlegen, wie ich ihn überlisten und so Freiheit erlangen könnte. Er schien drauf zu stehen, mich zu quälen - mir Angst zu machen. Also musste ich dafür sorgen, dass er dieses Vergnügen nicht bekommt.
Aber was wäre, wenn genau das sein Ziel war? Dass ich so tun würde, als ob mir das alles nichts ausmache oder es mir sogar gefallen würde, was er tat? Da ich ein schlechter Schauspieler bin, würde er mir das eh nicht abkaufen - dafür kannten wir uns schon zu lange - wobei ich ja nun feststellen musste, dass ich ihn nicht im Geringsten kannte...
Ich wollte aber nicht länger das Opfer seiner kranken Fantasien sein! Also blieb mir nichts anderes übrig... Wohl oder übel musste ich ihm vorspielen, keine Angst vor ihm zu haben und alles freiwillig für ihn zu tun, sodass ihm das Ganze vielleicht zu langweilig werden würde und er beschließen würde, mich freiwillig gehen zu lassen.
Irgend etwas musste ich tun. Und wenn es das ist, meine Seele vollkommen wegzuwerfen, musste ich dieses Opfer wohl bringen.
So wartete ich darauf, dass er wieder zu mir kam - auch wenn dies mit einer riesigen Angst und Unsicherheit verbunden war...
Nevös, leicht zitternd hockte ich mich in die Ecke, gegenüber der Tür und wartete. Natürlich mit der Hoffnung, dass mein Plan auch aufgehen würde...
Irgendwie wurde ich nach einer ganzen Weile des Wartens müde und fing an, vor mich hinzudösen. Ich weiß nicht, wie lange das war, jedenfalls kam mir die Zeit sehr lang vor - bis mein feindgewordener Freund wieder mein Gefängnis betrat. Jetzt lag es an mir, was passieren würde.
Ich stand nicht auf, da ich meine Angst nicht zeigen, sondern unterdrücken wollte. Er kam also wieder auf mich zu, ging vor mir in die Hocke und fragte mich, ob ich denn jetzt nicht mehr so wortkarg sei wie vorher. Meine Antwort war ein einfaches: "Nein, es geht wieder." Diese Worte blieben mir fast im Halse stecken, da es eine Lüge war - ich wollte nicht reden - nicht mit ihm, der mir das Leben gerade zur Hölle auf Erden machte. Aber mir blieb nichts anderes Übrig.
"Schön, dann können wir ja mal über die Zukunft reden". Ich nickte. "Hast du eigentlich aus der Situation von heute gelernt?" Natürlich wusste ich, was er meinte und er erwartete sicher eine Antwort von mir, wie 'Nein, du Penner', oder ähnliches. Doch ich spielte ihm lieber was vor: "Ja, natürlich. Ich werde dir nicht mehr blöd kommen und alles tun, was du willst. Es bringt mir nichts, wenn ich gewalttätig oder beleidigend werde...", es widerte mich an, mich so einschleimen zu müssen, aber ich tat es für meine Freiheit.
"Sehr gut. Ich sehe, du bist ein schlaues Bürschchen. Also, du wirst mir jetzt nicht mehr widersprechen?" "Nein, werde ich sicher nicht." "Und alles tun, was ich will? Ohne Gezeter?"
Eine Weile wartete ich, bevor ich antwortete, denn diese Antwort würde über einiges Entscheiden... Doch schließlich musste ich mein 'Schauspiel' durchziehen: "Ja, alles was du willst... Ohne Widerspruch..."
Mein Gegenüber schaute mich verwirrt an. Dann lächelte er: "Super! Ohne Stress macht das alles wenigstens ein bisschen mehr Spass, schont die Gemüter und spart Zeit." "Ja..", erwiederte ich leise mit dem Blick auf den Boden gerichtet. Ich musste mir die Tränen verkneifen, denn das alles zerstörte mich immer mehr. Da tötete er meine Seele und ich gab ihm noch freie Chancen, es immer wieder zu tun... Ich fühlte mich scheisse - nun war ich ein Verräter meiner selbst geworden und das Ganze nur aus Angst...
"Natürlich muss ich dir nicht erklären, dass ich gerne einen kleinen Beweis für deine zukünftige Freiwilligkeit hätte, um sicher zu gehen." Als er diesen Satz zuende gesprochen hatte, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Mit großen Augen starrte ich ihn an und hoffte, dass er nichts von mir verlangen würde, was mir unmöglich zu erfüllen sei. Er stand auf und mit einem Befehlston forderte er mich dazu auf, mich ebenfalls aufzurichten.
Mit einem leichten Zittern in der Stimme fragte ich: "Was soll ich machen?" Er schien zu überlegen. Dann wollte er, dass ich ihm sagte, wie ich unser 'Abenteuer', wie er es nannte, empfand.
Mir war klar, dass er nichts Negatives hören wollte und so antwortete ich ihm zunächst damit, dass ich ja sowieso nichts davon mitbekommen hatte.
Dann sagte er etwas, was mich fast umbrachte: "Gut, dann wiederholen wir das Ganze. Hinterher wirst du mir ja sagen können, wie es für dich war."
Er grinste und näherte sich mir wieder... Ich wollte auf der Stelle sterben!
"Nein, bitte...", ich wollte noch Zeit rausschinden, um mich innerlich auf den nächsten Übergriff vorzubereiten, auch wenn das jetzt abgedroschen klingen mag. Doch sein Blick darauffolgend sagte mir, dass ich gerade wieder einen Fehler machte: "Moment. Du sagtest, du wirst mir nicht widersprechen. Also sei jetzt ruhig und tu, was ich dir sage." Widerwillig nickte ich und dann gings auch schon los. Er packte mich, drückte mich gegen die Wand und zerrte mir erneut die Kleidung vom Leib.
Ich fühlte mich wieder so furchtbar... Schweißausbrüche und ein halber Nervenzusammenbruch waren nur ein Teil von dem, was ich in diesem Moment fühlte.
Ein zweites Mal wollte ich das nicht mitmachen, konnte ich auch nicht! Da hatte ich mich wohl vorher überschätzt. Kurz bevor er loslegte, verpasste ich ihm mehr oder weniger automatisch einen gezielten Tritt. Mit einem schmerzvollen Schrei sank mein Gegner zu Boden. Ich trat ihn noch einmal in den Bauch, um sicher zu gehen, dass er so schnell nicht wieder aufsteht.
Dann durchsuchte ich seine Taschen nach dem Schlüssel, der mich aus seinen Fängen befreien sollte. Ein Gefühl, dass sich aus Angst und Wut zusammensetzte, machte mir die Situation nicht leichter.
Es war schwer, an den Schlüssel heranzukommen, da sich mein Peiniger dagegen zu wehren versuchte. Er zog letztendlich ein Messer und rammte es mir mit voller Wucht ins Bein. Ich konnte mich vor Schmerz nicht halten und fiel ebenfalls zu Boden...
Er stürzte sich auf mich und es kam zu einem Gerangel. Der Versuch, mich zu erwürgen war sein Todesurteil! Ich zog mir mit Qualen das Messer aus meinem Oberschenkel und trieb es mit ganzer Kraft in seinen Bauch. Kurz drauf zog ich es wieder raus. Ein kurzer Schrei, ein Ringen nach Atem und er fiel bewusstlos auf mich. Nachdem ich diesen kurzen Schock überwunden hatte, stieß ich ihn von mir, suchte mir die Schlüssel aus seiner Hosentasche, zog mich hastig wieder richtig an und hinkte zur Tür.
Vor lauter Angst, er könnte wieder aufstehen und versuchen, mein Leben zu beenden, zitterte ich so sehr, dass es fast unmöglich schien, den Schlüssel in das Schlüsselloch der Tür zu stecken...
Hektisch schaute ich immer wieder zu meinem perversen Gegner, der jedoch regungslos da liegen blieb - mir also keine Ängste bereiten könnte. Irgendwann gelang es mir endlich, den Schlüssel ins Schlüsselloch zu stecken und die Tür zu öffnen.
Ich war sehr gespannt darauf, was mich jetzt erwartete. Wo ich mich die ganze Zeit befand - in welcher Gegend. Als ich die Tür hinter mir der Sicherheit wegen zugeschlossen hatte, genoss ich erst einmal den mir lange entbehrten Geruch von frischer Luft.
Es tat wirklich gut, endlich wieder in Freiheit zu sein, auch wenn ich innerlich eigentlich schon tot war und es nicht leicht für mich war, in irgendeiner Weise Freude zu empfinden...
Nach ein paar Sekunden begann ich schließlich, mich umzusehen und geriet ins Staunen. Ich befand mich auf dem Friedhof genau um die Ecke meines Hauses! Das war krank... total bescheuert! Natürlich begab ich mich sofort auf den Weg nach Hause. Und an den Laternenpfosten der Straße, hingen Zettel. Darauf stand "VERMISST", ein Foto von meiner Wenigkeit war drauf abgebildet und es stand eine Handynummer drauf. Es war die Nummer eines sehr engen Freundes.
Kurzfristig beschloss ich dann doch, zuerst ihn aufzusuchen, um ihm zeigen zu können, dass ich lebte und er sich keine Sorgen mehr machen musste. Außerdem brauchte ich jetzt jemanden zum Reden. Jemanden, an den ich mich anlehnen konnte und der mir Kraft geben würde - einen Freund.
Nach einem längeren Marsch stand ich nun vor seiner Haustüre. Komischerweise war ich nervös, aber ich wollte nicht, dass er sich weiterhin sorgt. Ich klingelte und nach ein paar Sekunden öffnete sich die Haustür. Er stand im Türrahmen und sah mich entgeistert an: "Du...du lebst!" Ihm schossen Freudentränen in die Augen und ich konnte meine auch nicht zurückhalten.
Nachdem er mich freudenstrahlend umarmt hatte, bat er mich in sein Haus. Als wir im Flur standen, schaute er mich traurig an: "Was hat man mit dir gemacht? Du siehst aus, als hättest du tagelang durchgeweint und du wirkst... Abwesend und kühl... Wer war das?"
Mein Blick wanderte auf den Boden und ich wusste, dass er dem Täter persönlich den Hals umdrehen wollte: "Er ist schon tot... Ich habe ihn getötet, als er mich ein zweites Mal zerstören wollte", erklärte ich ihm im ruhigen Ton. Einen Augenblick später schaute ich ihm ins Gesicht und sah, wie ihm erneut Tränen aus den Augen liefen: "Was hat er bloß mit dir gemacht?", fragte er in einem Ton, als ahnte er schon, was passiert war.
Wir begaben uns ins Wohnzimmer, wo ich ihm alles erzählte. Das fiel mir mehr als schwer, denn ich schämte mich so sehr. Aber er als Freund, der sich die ganze Zeit Gedanken machte, hatte meiner Meinung nach das Recht darauf, alles zu erfahren. Irgendwann, nach ein paar Stunden wollte ich nun doch endlich nach Hause und der Freund begleitete mich noch zum Ausgang seines Hauses. Bevor wir uns verabschiedeten, wollte ich allerdings noch eines von ihm wissen: "Wie lange war ich eigentlich weg?" Er überlegte und sagte mir, dass es fast 3 Tage spurlosen Verschwindens waren.
Das war seltsam. Mir kam es vor, wie 3 Monate!
Schließlich trat ich den Heimweg an und es waren auch nur wenige Meter bis zu meinem Ziel. Als ich daheim ankam, fiel mir ein, dass ich ja gar keinen Schlüssel bei mir hatte. Aber glücklicherweise hatte ich immer einen Ersatzschlüssel unter der Fußmatte versteckt.
Froh darüber, den Spuk endlich hinter mir zu haben, betrat ich mein Haus und mich überkam ein Glücksgefühl: "Endlich wieder daheim", entfuhr es mir freudenstrahlend, bevor ich mich als aller erstes in die Dusche begab. Ich muss stundenlang darunter verbracht haben, bevor ich in mein Wohnzimmer ging und es plötzlich an der Tür klingelte...
Nichts Schlimmes erwartend öffnete ich die Tür. Doch ich konnte nicht fassen, wer dort stand! "Hallo. Ich hab gehört, dass du wieder aufgetaucht bist und wollte sehen, wie es dir geht." Das konnte nicht sein! Ich hatte ihn vor einigen Stunden abgestochen und nun steht er unversehrt vor meiner Tür und fragt ganz scheinheilig nach meinem Befinden?! "Was willst du noch von mir und wie hast du das überlebt?", wollte ich von ihm wissen, worauf er mich nur ganz entgeistert und verwirrt ansah: "Ich weiß nicht, was du meinst. Tut mir leid, ich wollte einfach nur Gewissheit darüber haben, dass es einem guten Freund von mir, nachdem er verschollen war, wieder gut geht. Ist das ein Verbrechen?"
Anscheinend war er ein guter Schauspieler, oder ich war paranoid. Vor Wut schmiss ich ihm tausend schlimme Vorwürfe entgegen und er wurde irgendwann sauer: "Was hast du verdammt nochmal für ein Problem?! Ich war 5 Tage lang im Urlaub, habe von deinem Verschwinden mitbekommen und jetzt von deiner Wiederkehr. Sorry, aber ich als FREUND habe mir eben Sorgen um dich gemacht!"
Ich stand da und schaute nur in dieses verwirrte und zugleich entsetzte Gesicht meines Gegenübers. Dann erklärte ich ihm im Groben, was mir passiert war und dass er derjenige war, der mir das antat. Daraufhin schüttelte er nur den Kopf: "Ok, jetzt weiß ich, was du meinst... Er ist also doch wieder draußen..." Jetzt verwirrte er mich, was ich ihm auch zu verstehen gab.
"Ich habe einen Zwillingsbruder. Von dem habe ich keinem etwas erzählt, weil ich mich für ihn schäme... Er sollte eigentlich im Gefängnis sitzen, denn er hat schon mehrere Sexualdelikte mit anschließendem Mord hinter sich. Und nun hatte er es auf dich abgesehen. Es tut mir leid."
Es schien ihm äußerst peinlich zu sein, mir das zu erzählen.
"Er hat dich gesehen - vor längerer Zeit und wusste wohl, dass wir befreundet sind. Schon oft hat er angedeutet, dass er sich sehr für dich zu interessieren scheint. Tja... Und weil sein Zwillingsbruder dein bester Freund ist, fiel es ihm nicht schwer, sich als diesen - also mich - auszugeben. Er ist pervers... und eine Schande für die Familie..."
Nun war es mir auch peinlich, das Ganze. Meinen besten Freund verdächtigt zu haben, mein Leben zerstört zu haben: "Es...tut mir leid, dass ich dachte, du wärst das gewesen. Und du musst dich nicht mehr für ihn schämen - er ist tot."
Geschockt und erleichtert zugleich sah mich mein Gegenüber an: "Tot?... Eigentlich sagt man sowas nicht über seine Familienmitglieder, aber leider Gottes ist es nunmal so: Ich bin froh, dass er jetzt niemandem mehr schadet."
Ich nickte. Dann bat ich ihn in mein Haus und wir machten es uns im Wohnzimmer gemütlich. Wir begannen, über alte Zeiten zu reden und ich vergas die letzten Tage beinahe. Aber ganz konnte ich sie nicht vergessen. Es war einfach der Horror und die Schlimmsten Dinge bleiben einem leider immer besser in Erinnerung als die guten Dinge.
Doch auch heute, nachdem das Ereignis nun mehrere Jahre hinter mir liegt, werde ich ständig noch daran erinnert:
Mein bester Freund ist das Ebenbild meines Entführers und es fällt mir noch heute schwer, nicht an die grausame Zeit zu denken, wenn ich mit ihm zusammen bin - auch wenn er mir nie etwas getan hat...
Ende
Carlie Ich finde deine Geschichte echt gut und spannend! Du schreibst nicht schlecht, also mach weiter!
|