Sandra - Lost Love - Die verlorene Liebe06.10.2007
INFO: Die folgende Geschichte ist nicht aus meiner Sicht geschrieben - denn sie hat nichts mit mir zu tun, sondern ist nur eine Idee von mir.<<
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Liebe Leser. Ich möchte euch die tragische Geschichte von mir und dem wichtigsten Menschen in meinem Leben erzählen...
Es begann vor knapp 3 Jahren. Er und ich waren schon sehr lange gute Freunde und hatten denselben Freundeskreis. Fast jeden Tag traf man sich, um etwas zu unternehmen - so wie man es unter Freunden tut. Irgendwann begann er, sich mir gegenüber seltsam zu verhalten:
Er machte ständig Andeutungen, die allerdings nie eindeutig waren. Hinzu kamen dann auch noch solche 'zufälligen Berührungen'. Zuerst tat ich so, als würde mir nichts auffallen und ich wollte eigentlich auch gar nicht wahr haben, dass er sich mehr für mich interessierte.
Als ich allerdings anfing, fast jede Nacht von ihm und mir in eindeutigen Situationen zu träumen, kamen auch bei mir immer mehr Gefühle für ihn auf - die ich mir aber auch zunächst nicht anmerken ließ.
Ich tat also weiterhin so, als berühre mich sein Verhalten gar nicht, doch eines Tages, als wir Freunde alle zusammen saßen, sprach einer unserer Freunde: "Hey, was macht ihr für ein Theater? Es ist doch nicht zu übersehen, dass ihr total scharf aufeinander seid. Also macht nicht die ganze Zeit einen auf 'wir sind nur gute Freunde und zeigen unsere Gefühle deshalb nicht'."
Wir beide sahen ihn an und danach uns gegenseitig. Er sah verwundert aus: "Du also auch...?" Weil ich nicht gegen meine Prinzipien verstoßen wollte (fange nie etwas mit einem Freund an), schüttelte ich den Kopf: "Nein. Der hat da wohl was überinterpretiert.... Aber du..." "Bitte! Das muss dir doch schon aufgefallen sein. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich auf dich stehe." Er grinste mich an und im nächsten Moment schaute er wieder weg. Mir war komisch... Naja, wie sagt man das.. Kribbeln im Bauch, mir war heiss und kalt zugleich, meine Knie wurden weich und der ganze Verliebtheitskram halt.
Mir war nur eines nicht ganz klar: Er sagte 'ich stehe auf dich'. Meinte er es so wie er es sagte, oder heisst bei ihm 'ich stehe auf dich' ich bin in dich verliebt?
Ja, klar! Wir waren Freunde und ich kannte ihn sehr gut, aber das war mir dennoch ein Rätsel.
Einige Wochen lang ging es so weiter, dass ich ihm mein Interesse an seiner Person verschwieg und wenn es mal zu freundschaftlichen Umarmungen kam, musste ich mich schwer beherrschen, ihm nicht näher zu kommen.
Vielleicht war ich zu verbissen in meine Theorie, nie etwas mit einem meiner Freunde anzufangen...
Dann kam der Tag - der Tag an dem wir alle in unserem Lieblingsclub treffen wollten, um in meinen Geburtstag reinzufeiern. Wir waren schon sehr früh vorort... ca. 18 Uhr.
Eine Person aus unserer Clique kam dann auf die Idee: "Ey, ihr zwei. Ihr seid die Einzigen unter uns, die noch nicht auf Brüderschaft getrunken haben - obwohl ihr doch die besten Freunde seid!" Mit diesen Worten besorgte derjenige zwei Schnäpse, mit denen wir beide dieses Ritual nun hinter uns bringen würden.
Also: Wir stießen an, tranken und wie das bei einem solchen Ritual nunmal üblich ist, kamen wir um einen kleinen Kuss nicht drumrum. Doch es blieb nicht bei diesem Freundschaftskuss. Ja, er war ein wenig länger, sonst nichts...
Doch in dem Moment wurde mir klar: Ich will ihn genauso wie er mich. Aber ich schwieg zuerst noch...
Er schien meine innere Unruhe und unterdrücktes Verlangen zu merken, stellte sein Glas ab, nahm mir meines aus der Hand, stellte auch dieses auf den Tisch und beugte sich über mich. Dann flüsterte er mir ins Ohr: "Lass uns woanders hingehen..."
Ich war ganz zittrig und wieder das Übliche: Weiche Knie, kalt und heiss zugleich und ein fieses Kribbeln im Bauch. Als er sich wieder aufrichtete, nahm er meine Hand, ich stand von meinem Platz auf und wir gingen raus aus dem Club.
Achja, ich sollte noch erwähnen, dass er Musiker war, so wie ich aus demselben Geschäft bin.
Draußen stand der Tourbus von ihm, denn bevor wir im Club waren, hatte er mit seiner Band noch Termine wahrzunehmen und sie fuhren wohl auf direktem Wege hierher.
Er hatte den Schlüssel für den Bus, obwohl er ihn nicht fuhr.
Wie dem auch sei: Wir stiegen ein, er schloss die Tür, dann setzten wir uns auf eine der eingebauten Sofas im Bus und sahen uns an.
Als er dann schließlich sagte: "Jetzt brauchst du deine Gefühle nicht mehr verstecken", war es vorbei. Ich konnte und wollte es nicht mehr zurückhalten, packte ihn am Kragen, zog ihn zu mir und küsste ihn leidenschaftlich. Wir gingen natürlich weiter, aber wie wir es taten, bleibt mein Geheimnis.
Ich kann nur soviel sagen: Es war einzigartig und die schönsten Stunden meines Lebens.
Als wir 'fertig waren', beschlossen wir, wieder in den Club zurückzugehen. Es sollte kein Verdacht aufkommen, wo wir so lange waren. Nur noch eine halbe Stunde bis 0:00Uhr - meinem Geburtstag.
Wir kamen im Club an und Er ging an den Tresen, um dort mit Kollegen zu reden. Ich blieb bei unserer Clique, redete mit ihnen, war aber mit den Gedanken noch ganz bei der vergangenen Situation im Bus. Ich war glücklich, aber nicht ganz. Meine Gedanken brachten mich zum Zweifeln, ob er vielleicht nur DAS wollte und sonst nichts. Denn er blieb mir gerade vollkommen fern.
"Oh Gott, ich habe einen Fehler begangen...", murmelte ich vor mich hin. Ein Freund bekam das mit und wollte wissen, was ich meinte. Doch ich winkte nur ab: "Ach, nix. Ist schon okay."
Ich schaute rüber zu ihm. Zu dem, der mir den Kopf innerhalb weniger Augenblicke total verdreht hatte. Der, der daran schuld war, dass meine Welt auf dem Kopf steht. Er lächelte ein paar Male zu mir rüber - sonst nichts.
Plötzlich fingen alle an, einen Countdown zu zählen und ich blickte nur verwirrt um mich. Bei 'Null' angekommen, gratulierten mir alle Freunde nach und nach, wobei ich beobachten konnte, wie ER den Club hastig verließ. Meine Zweifel schienen sich zu bestätigen...
Mein Blick folgte ihm wehmütig nach draußen und ging über auf zwei sehr auffällige Typen, die den Club betraten. Sie redeten geheimnisvoll und ich konnte nur hören, wie sie im Gespräch SEINEN Namen erwähnten. Hoffentlich sind das nicht diese 'Stalker', von denen er mir vor ner Weile erzählte.
Aber das kümmerte mich jetzt nicht. Nachdem mir alle gratuliert hatten, kam einer der Freunde zu mir und bat mich, mit nach draußen zu kommen. Ich war verwirrt, folgte ihm jedoch. Wir kamen draußen an und ich konnte nicht fassen, was ich dort sah...
Es klingt wohl jetzt kitschig, aber es berührte mich damals sehr:
Er hatte ein riesiges Herz aus roten Kerzen auf dem Boden ausgebreitet, darin stand er und sah mich an. Hinter mir standen fast alle Clubbesucher und hörten seine Worte, die er an mich richtete:
"Ich habe lange auf diesen Zeitpunkt gewartet und im Verlauf dieses Abends wurde mir klar, dass dieser Zeitpunkt der richtige dafür ist. Ihr sollt es ruhig alle hören, was ich diesem Menschen zu sagen habe... Ich wollte dich nicht nur ins Bett kriegen, so wie du vielleicht denken magst und als ich dir vor einiger Zeit sagte, dass ich 'auf dich stehe', meinte ich das nicht so. Damit meinte ich, dass ich dich liebe. Du bist für mich der wichtigste und wundervollste Mensch in meinem Leben..."
Mir kamen die Tränen. Es war unglaublich, was ich in dem Moment fühlte. Ich konnte nicht länger da rumstehen, rannte zu ihm und sprang ihm förmlich um den Hals. Alle klatschten Beifall und ich kam mir vor, wie im Theater. Nachdem ich ihn gerade fast erdrückt hatte, ließ ich wieder locker und sah ihm tief in die Augen.
"Ach, bevor ich es vor lauter Romantik und Liebesschwüren vergesse: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag". Er grinste und ich habe seine gerade gesprochenen Worte gar nicht richtig wahrgenommen.
Das Einzige, was ich ihm in dem Moment sagen konnte und wollte: "Ich liebe dich auch."
Vor versammeltem Clubbesuch küssten wir uns und dann war es offiziell, dass wir ab sofort zusammengehörten. Uns war es egal, was die Leute denken, sagen oder tun.
Klar, wir waren Musiker und mussten mit nervigen Fragen seitens der Presse in den nächsten Wochen rechnen, doch das war uns egal.
Irgendwann wurde es dann doch zu kalt, draussen rumzustehen und wir betraten wieder den Club. ER und ich waren überglücklich und das konnte auch jeder an unseren 'strahlenden' Gesichtern erkennen.
"Kommt, stoßen wir auf das neue Traumpaar an!", rief einer unserer Freunde in die Runde und alle waren dafür. Ich erklärte mich bereit, an der Bar die Getränke zu bestellen und ließ mein 'Babe', wie ich ihn ab sofort nannte, bei der Clique.
Als ich zur Bar ging, fielen mir wieder die zwei seltsamen Typen auf, die da rumstanden und so gar nicht hier reinpassten. Doch sie waren mir gleichgültig. An der Bar angekommen, bestellte ich die Getränke, wartete, bis der Barkeeper sie mir aushändigte und wollte gerade mit den Gläsern zum Tisch, als plötzlich ein Schuss fiel.
Geschockt drehte ich mich von der Bar um mit dem Blick zum Stammtisch unserer Clique und sah, wie mein über alles geliebter Freund langsam zu Boden sank. Mir fielen vor Schock die Gläser aus der Hand und ich eilte sofort zu meinem Freund.
Ich kam bei ihm an und die Clique hatte schon den Notarzt gerufen - einer von ihnen die Polizei. Es war furchtbar: Er lag dort vor mir, sein Hemd voller Blut und ich konnte nichts tun.
Weil ich vielleicht leichtsinnig war - ich weiss es nicht - kniete ich mich hin und hob ihn leicht an, sodass ich ihn umarmen und so festhalten konnte: "Du schaffst das, gleich kommt Hilfe, halt durch", flüsterte ich ihm zu und konnte meine Tränen der Angst, ihn verlieren zu können, nicht zurückhalten...
Bemüht antwortete er mir: "Nein, es ist vorbei. Ich kriege kaum noch Luft und der Arzt wird..." "Sei still! Du darfst mich nicht verlassen! Nicht jetzt schon..."
Er antwortete diesmal nicht, doch er forderte mich auf, ihn loszulassen. Er konnte sich mit viel Mühe noch im Sitzen halten, sah mich traurig an und sprach seine letzten Worte: "Was auch immer passiert mit mir... vergiss niemals, dass ich dich über alles liebe..."
"Nein, das vergesse ich sicher nicht... vor allem werde ich DICH niemals vergessen." Dann brach er zusammen und lag regungslos auf dem Boden. Aus Hoffnung, es sei nur eine kurze Ohnmacht, in die er verfallen war, versuchte ich ihn wachzukriegen.
Schließlich traf nun endlich der Notarzt ein und vollzog eine 'Vorortdiagnose'. Als mich der Arzt ansah und die befürchtete Diagnose aussprach: "Es tut mir leid, aber... ich kann nichts mehr für ihn tun", war es vorbei. Meine Welt zerbrach und meine Gedanken waren leer...
Ich konnte nich ruhig bleiben, war verzweifelt und hatte das Gefühl, innerlich von einem Moment auf den anderen tot zu sein. Als man die Leiche des Menschen, der mir Alles bedeutete auch noch rausbrachte, konnte ich die Welt gar nicht mehr verstehen und rief ihm zu - auch wenn er es nicht mehr hören konnte: "Warum tust du mir das an?! Was soll das? Du kannst mich doch jetzt nicht einfach allein lassen!"
Ein Freund nahm mich tröstend in den Arm und ich weiß nicht, wie lange ich geweint hatte, aber der Schmerz des Verlustes war mir unerträglich...
Irgendann muss auch wohl die Polizei eingetroffen sein und die Typen gejagt haben. Das wurde mir aber erst erzählt, als ich wieder aufnahmefähig war.
Drei Tage lang verschanzte ich mich in mein Schlafzimmer, konnte nicht essen, nicht trinken, nicht schlafen...
Allerdings wollte ich mir auch nicht das Leben nehmen, denn ich wusste, das es nur eine Flucht wäre. Nein, ich musste nun kämpfen und nicht aufgeben - denn das hätte mich nur noch mehr zerstört.
Als die drei Tage vorbei waren, fand die Beerdigung statt. Es fiel mir sehr schwer, dort hinzugehen, aber ich wollte mich noch ein letztes Mal von ihm verabschieden....
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Heute, ca. 3 Jahre später: Ich bin immernoch zerrissen, aber stärker. Immernoch trage ich diesen Schmerz in mir, doch ich bin stark genug, ihm standzuhalten...
Ich kann nur jedem auf den Lebensweg mitgeben: Wenn ihr mal jemanden verliert, der euch unheimlich wichtig ist - gebt niemals auf, denn das Kämpfen um den eigenen Willen, weiterzuleben -auch wenn es schwer fällt - macht jeden von euch nur noch stärker und hilft euch, dem Schmerz standzuhalten und nicht die Fassung zu verlieren.
Ende
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