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kooperative Geschichten

Peter - Die längste Geschichte dieser Seite

26.10.2007

Zala stand am Rand des großen Canyon von Cataléarn und genoss die letzten Sonnenstrahlen des Tages und den Wind der ihr durch das lange blonde Haar wehte. Sie stand einfach nur da und beobachtete wie das Abendlicht rötliche Schimmer auf steil aufragende Felswand der anderen Seite warf. Als plötzlich der Schatten eines anderen Zwerges neben ihr erschien erschrak sie sosehr das in den Canyon gefallen wäre hätte der Zwerg sie nicht am Kettenhemd gepackt und festgehalten. „Die Elben sind eingetroffen, Königin Zala, “ sagte er ohne auf die Reaktion der Zwergin auf sein erscheinen einzugehen.“ „Danke Gilmer, richte ihnen aus das ich gleich bei ihnen sein werde.“ Gilmer nickte ihr zu und entschwand in Richtung Lager, jeder andere Zwerg hätte mit einer Strafe zu rechnen gehabt, weil er sich nicht vor der Königin der Zwerge verneigt hatte, aber er war einer ihrer engsten Vertrauten und besten Freunde und hatte daher nichts zu befürchten. Zala warf noch einen letzten Blick auf die Felsen und wandte sich dann um, um ins Lager zurück zu kehren. Auf halbem weg blieb sie noch einmal stehen und lauschte, da sie dachte etwas gehört zu haben, doch so sehr sie sich auch anstrengte sie hörte nur die Vögel und Insekten der Umgebung, trotzdem blieb das Gefühl beobachtet zu werden.
Hinter einem Baum nahe dem Weg, den die Königin der Zwerge Richtung Lager nahm lehnte der Gnom, der ausgesandt war die Königin zu beobachten und alles was diese tat zu melden an und schalt sich selbst dumm weil er auf einen Ast getreten und sich so fast verraten hätte. Im letzten Augenblick bevor die Königin sich umgedreht hatte, hatte er sich hinter den Baum retten können, denn obwohl er bereits vieles über ihre Einstellung gegenüber Gnomen wusste war er sich nicht sicher was sie tun würde und der Axt der Königin wäre er bestimmt nicht entkommen, hätte diese ihn erwischt wie er ihr hinterher spionierte. Gnome konnten ja schon von Glück reden wenn sie eine Begegnung mit einem Zwerg überlebten wenn es reiner Zufall war das sie sich begegneten, dies lag daran das Gnome behaupteten dass sie vom gleichen Gott wie die Zwerge erschaffen worden waren. Als die Königin weiter Richtung Lager ging stieß er sich vom Baum ab und machte sich erneut an die Verfolgung der Zwergin.
Als sie das Hauptzelt des Lagers betrat warteten die drei Elben welche der Elbenfürst Litásíl zu ihnen geschickt hatte bereits auf sie. Der größte der drei Elben wandte sich zu ihr um und begrüßte sie mit der für Elben typischen sternenklaren Stimme „Seid gegrüßt Zala, Königin aller Zwerge, ich freue mich euch noch einmal bei uns begrüßen zu dürfen ihr seid in den letzten 15 Jahren nicht gealtert wie mir scheint.“ „Danke für die warmen Worte, Jasúlin, aber ich weiß sehrwohl das man mir all meine Dreihundertsechzehn Winter ansieht,“ begrüßte sie ihn und war sichtlich erfreut das Litásíl ihr einen alten bekannten als Führer durch das Elbenreich Cataléarn gesandt hatte. „Auch weißt du hoffentlich dass wir uns nur deshalb wieder sehen weil ich eben nicht die Königin aller Zwerge des Kontinents Wurin bin.“ „Das ist mir durchaus bewusst, aber kommt es gibt viel zu bereden bevor wir morgen früh aufbrechen um rechtzeitig zur Versammlung in Raurach, der Hauptstadt der Menschen anzukommen, unser Fürst wird in drei Sonnen zu uns stoßen.“ „Dann lass uns keine Zeit vergeuden, schließlich sollten wir auch noch etwas Schlafen“, mit diesen Worten begab sie herrschte seit Jahren Waffenstillstand aber misstrauten sie sich gegenseitig und wollten nichts miteinander zu tun haben. Manchmal kam es sogar zu blutigen Zwischenfällen. Als sie zur Stunde sich an den Baumstumpf der auf der Lichtung befunden hatte als sie angekommen waren, und der ihnen jetzt als Tisch diente, bei jedem anderen Volk hätte sie es für einen Zufall gehalten aber nicht bei den Elben, dafür liebten sie die Vollkommenheit und die Natur zu sehr als dass sie einen Baum fällten. Sie saß noch lange mit den drei Elben da und beratschlagte was man tun könnte um die Zwerge und Elben dazu zu bringen endlich Frieden zu schließen, zwar war des höchsten Mondes noch immer keine Möglichkeit gefunden hatten verließen die Elben das Zelt um sich zur Ruhe zu begeben. Zala dagegen blieb noch lange am “Tisch“ und hing ihren Gedanken nach dabei nahm sie die Axt vom Waffengürtel die sie vor langer Zeit von ihrem Freund Voldan Schmiedehammer geschenkt bekommen hatte, das war bevor sie Königin geworden war und er freiwillig mit den verbannten Zwergen gen Norden gezogen war, wo sie sich ein eigenes Zwergenreich erschaffen hatten, das war vor etwa einhundertzwanzig Jahren gewesen. Sie dachte an die Zeit vor der Verbannung derer die sich nicht Zwergisch verhalten hatten, sich zu viele Fragen gestellt und eigenmächtig nach Antworten gesucht hatten. Fast alle Zwergischen Wissenschaftler waren damals gegangen, weil sie bei den Ausgestoßenen freier in ihrer Forschung fühlten gaben viele als Grund für ihren Entschluss an, wenn man sie danach fragte warum sie gingen. Sie erinnerte sich noch genau an die Zeit davor in der es trotz der vielen Regeln, die in der Forschung eingehalten werden mussten regelmäßig zu Neuerungen im Leben der Zwerge, doch seit diesem Tag waren sie quasi auf der Stelle getreten auch wenn sie, seit ihrer Herrschaft viele der Regeln abgeschafft hatte. Zala war so tief in ihren Gedanken versunken das sie gar nicht merkte wie sich der Zelteingang in ihrem Rücken öffnete und eine schmale, Zwergen große Gestallt eintrat. Eine zeitlang beobachtete die schmale Gestallt die Zwergin, die weiter gedankenverloren mit der Axt spielte, bis sie schließlich von hinten an sie herantrat und sie ihr mit einer schnellen Bewegung entriss, die überraschte Zwergin sprang auf, drehte sich zu dem ungebetenen Gast um und zückte blitzschnell ihren geschwungenen Dolch, der ebenfalls einst ein Geschenk von Voldan, dem letzten großen Schmied des südlichen Zwergenreiches, gewesen war. Plötzlich hörte sie eben dessen Stimme „Oh ich sehe du hältst sein Andenken in ehren und trägst die Waffen die er dir einst schenkte noch!“, erklang es heiter. Sie dachte ihre Ohren spielten ihr einen Streich, den der da vor ihr stand war zwar zweifellos ein Zwerg und seine Gesichtszüge ähnelten den seinen aber er konnte es dennoch nicht sein, er war einfach zu schmal für ihren früheren Freund schließlich war er Schmied. Zala hatte sich gerade gefangen und wollte die Wachen rufen da schnellte die rechte Hand des Zwerges, der ihre Absicht durchschaut hatte nach vorne und hielt ihr den Mund zu, dann beugte sich dieser nach vorne und flüsterte ihr mit der Stimme ihres einstigen Freundes ins Ohr: „Zala, Königin der Zwerge im Süden des Kontinents Wurin habt keine Angst ich bin nicht hier um euch zu schaden. Ich bin Rhumdan Schmiedehammer, ich bin der Sohn Voldans, er schickt mich damit ich euch zu ihm ins nördliche Gebirge bringe er möchte mit euch reden. Werdet ihr mich also nicht verraten wenn ich euch loslasse?“ Damit habe ich eine Erklärung warum er die Stimme Voldans besitzt, er ist sein Sohn, dachte sie über seine Worte nach. Ohne weiteres Zögern nickte sie ihre Einwilligung das sie die Wachen nicht rufen wird wenn er sie losließe. Rhumdan ließ sie auf der Stelle los. „Voldans timeing war aber auch schon einmal besser Rhumdan, jetzt mit mir reden zu wollen wo doch die Ausgestoßenen mit ihren Maschinen Zwerge, Menschen und Elben angreifen und töten.“ „Diese Maschinen von denen ihr sprecht stammen keineswegs von uns im Gegenteil sie wurden von den Orks und anderen finsteren Kreaturen gebaut und greifen auch uns an. Wir wollten euch eigentlich um Hilfe gegen die Maschinen bitten, da wir nur wenige gute Krieger besitzen, da wir bis vor kurzem keine Krieger brauchten, weil die Orks bis vor kurzem an unseren Verteidigungsanlagen, wie den Gräben scheiterten aber jetzt gehen sie bei ihren Angriffen geordnet vor und haben diese Maschinen! Die Orks selber konnten wir bisher aufhalten aber ihre Maschinen sind einfach zu mächtig als das wir sie aufzuhalten vermögen und auch die Orks werden bald unsere Reihen durchbrechen und das Land überschwemmen, unsere erste Festung ist bereits gefallen. Bitte ihr müsst mit mir kommen und mit meinem Vater reden!“ Während er sprach füllten sich seine Augen mit Tränen und er begann zu schluchzen sodass Zala sich sehr anstrengen musste um seine letzten Worte zu verstehen. Als er sich wieder etwas beruhigt hatte sagte sie:„ Rhumdan ich werde mit dir kommen und meine besten Krieger nehmen wir gleich mit, keine Sorge ich vertraue ihnen Blind und sie haben nichts gegen euch,“ fügte sie schnell an da sie seinen ängstlichen Gesichtsausdruck bei der Erwähnung der Krieger gesehen hatte,„ also dann morgen früh werde ich unter einem Vorwand mit meinen Kriegern das Lager verlassen, wir Treffen uns eine Meile südlich von hier am Rand des Canyons! Ruhe dich aus damit du morgen früh genug Kraft hast, den Tag durch zu wandern.“ Rhumdan nickte ihr zu lächelte verschmitzt und verließ das Zelt ebenso geräuschlos wie er es betreten hatte. Zala wartete noch einige Minuten und verließ dann ebenfalls das Zelt, schritt an den davor schlafenden Wachen vorbei und ging in ihr Zelt um zu schlafen bevor sie in einschlief wunderte sie sich kurz darüber das die Wachen vor dem Versammlungszelt geschlafen hatten obwohl sie es doch gewohnt waren lange wach zu sein.

Weit entfernt von Caraléarn im nördlichen Gebirge welches auch als Edelsteingebirge bekannt war stand Voldan auf dem Wehrgang der zweiten Feste und beobachtete die letzten Zweihundert Krieger die unter ihm gegen die anstürmenden Orks und Maschinen kämpften. Er sah wie die Zwerge den Orks die Helme spalteten und ihre Innerreien auf dem Boden des Schlachtfeldes verteilten aber er sah auch Zwerge die von den Maschinen überrollt, erschossen oder von ihren seitlich angebrachten Klingen zerschnitten wurden. Auf Dauer würden die Zwerge gegen diese übermacht nicht bestehen können, die zweite Feste würde fallen so wie auch die erste gefallen war, er hoffte nur das sein Sohn den er zu Zala, der Königin der Zwerge des Südens geschickt hatte Erfolg haben würde und mit einer großen Arme von Zwerge zurückkehren würde. „Bitte Thor, Gott der Zwerge hilf deinem Volk!“, sandte er ein Stoßgebet an seinen Gott und begab sich ebenfalls aufs Schlachtfeld um seinen Kriegern Mut zu machen, auf das sie die Feste noch stärker verteidigen würden. Noch auf dem Weg nach unten zog er seine zweischneidige Großaxt Orktöter und blies in sein Signalhorn um den Kriegern zu zeigen das er sie nicht allein gegen die übermacht der Orks und Maschinen kämpfen lies. Kaum war er am unteren Ende der Treppe angelangt wurde er auch schon von einem Dutzend Orks angegriffen, er roch ihren stinkenden Atem und fing den Hieb des nächststehenden Orks problemlos ab und schlug ihm im Gegenzug mit seiner eigenen Waffe zu. Der Ork hob zwar noch sein krummes Schwert um den Schlag abzufangen doch das rettete ihn auch nicht mehr, Orktöter durchtrennte die Klinge und die schlecht gearbeitete Rüstung des Orks ohne Probleme und drang zwischen dessen Rippen ein, durchschnitt den Ork zur Hälfte und wandte sich blitzschnell dem nächsten Feind zu. Es war als suche die Waffe sich ihre Ziele selbst aus, sie spaltete einen Helm nach dem anderen bis sich plötzlich keine Ziele mehr in ihrer Reichweite befanden.„Werdet ihr wohl wieder kommen ihr stinkenden Schweine!“, brüllte Voldan den Orks die sich zurückzogen hinterher obwohl er im Grunde sehr froh darüber war das die Orks sich vorerst zurückzogen, den seine Krieger brauchten Zeit sich von den kämpfen zu erholen und die Verletzten zu versorgen. Eine Stunde später als Voldan gerade auf in den Tunnel des Zwergenreiches bog, der zu seinem Gemach führte hörte er hinter sich eine Stimme „Voldan wartet, ich muss mit euch reden!“ Voldan blieb kurz stehen um sich nach dem jungen Zwerg umzudrehen, als dieser ihn erreicht hatte fragte er ihn schroff:„ Was gibt es den so wichtiges das es nicht bis später warten kann und wehe du willst mir die zahl derer nennen die die letzte Schlacht nicht überlebt haben oder verletzt sind. Sag mir lieber dass die Zimmerleute dabei sind neue Wehre zu errichten und diese bald fertig gestellt sind.“ „ Ähm das tut mir leid aber ich wurde geschickt um euch davon in Kenntnis zu setzen das 22 Krieger die Schlacht nicht überlebt haben und…“ „ Genug ich will nichts mehr hören, sag mir wie weit die Zimmerleute sind!“ unterbrach Voldan den Zwerg in seiner Rede. Der junge Zwerg war verblüfft von dem Ausbruch Voldans und zuckte unweigerlich zusammen, den Kopf Ängstlich zwischen die Schultern gezogen sagte der Zwerg leise:„ Die Zimmerleute sind in ihren Quartieren und wagen sich aus Angst vor einem Angriff nicht hinaus um neue Wehre zu errichten.“ „ Was! Die Zimmerleute sind noch nicht einmal draußen! Dann sorg dafür das sie raus gehen, notfalls zwingt ihr sie eben dazu!“, brüllte er dem Zwerg noch lauter als zuvor entgegen. Der Zwerg dem es offensichtlich die Sprache verschlagen hatte nickte knapp und verschwand um die Ecke. Das wird ja immer besser jetzt werde ich bestimmt schlecht schlafen, dachte Voldan bei sich während er weiter zu seinem Quartier schritt ,hoffentlich kommt Rhumdan bald zurück und bringt kampferfahrene Zwerge mit, die uns beistehen!
Früh am Morgen des nächsten Tages ging die Königin zu Gilmers Zelt, um ihm zu sagen das er beim Treffen der Herrscher für die Zwerge sprechen sollte, doch Gilmer war bereits auf und kam ihr auf halber Strecke entgegen. „Morgen Königin, habt ihr gut geschlafen?“ erkundigte er sich betont höflich bei ihr. „Morgen Gilmer, ich wollte gerade zu dir.“ „Ach warum den, gibt es etwas besonderes?“ „Allerdings, könnten wir uns also woanders unterhalten?“ „Ja natürlich,“ irritiert und zugleich neugierig auf das, was einer Geheimniskrämerei solchen Ausmaßes bedurfte geleitete er sie ihn sein Zelt. Dort angekommen begann die Königin sofort von der Begegnung mit Rhumdan in der letzten Nacht zu erzählen und von dessen Bitte an sie. „Ihr wollt mich doch nicht etwa verkohlen, werte Zala, ihr erzählt mir das ein euch unbekannter Zwerg an den Wachen vorbei in das Besprechungszelt gelangt sei und sich mit euch unterhalten hat. Und das soll ich euch glauben, verzeiht Königin aber das ist vollkommen unmöglich ihr werdet geträumt haben.“
„Ich habe nicht geträumt, im Gegensatz zu den Wachen vorm Zelt!“ erwiderte sie ihm schroff „Wie dem auch sei ich werde heute jedenfalls mit Freundil und Irimbur zum Treffpunkt gehen und auf Rhumdan warten, sollte er nicht auftauchen kehre ich morgen zu euch zurück, falls er aber auftaucht wirst du mich in den Gesprächen mit den Herrschern vertreten, während ich mich bei den ausgestoßenen aufhalte,“ fügte sie dann gewohnt freundlich an. Aber Zala selbst wenn es kein Traum gewesen ist, woher wollt ihr wissen das er die Wahrheit sagt?“ versuchte er es ein letztes mal mit besorgter Stimme sie von ihrem Vorhaben abzubringen, obwohl er wusste das es genauso viel Sinn hatte wie zu versuchen einem Troll das Lesen beizubringen. Wie als wüsste sie das er bereits aufgegeben hatte drehte sie sich auf dem Absatz um und schritt Richtung Ausgang, kurz bevor sie das Zelt verließ blieb sie noch einmal stehen und wandte sich an Gilmer. „Du weist was du zu tun hast, und sag nichts was ich nicht auch sagen würde.“ Dann verschwand sie nach draußen Gilmer blieb allein im Zelt zurück. Er ging zu der Decke die seine Bettstatt darstellte, legte sich darauf und legte sich bereits die Worte zurrecht mit denen er dem Gefolge erklären wollte warum die Königin den Tross verließ, keine leichte Aufgabe für einen Zwerg den die Wahrheit durfte er nicht sagen und im Lügen sind Zwerge keine Meister, selbst die Elben können besser lügen als sie.
In der Zwischenzeit durchkämmte Zala das Lager nach Freundil Orkschlächter und Irimbur Schädelspalter, den wohl besten Kriegern die das Volk der Zwerge jemals hervor gebracht hatte. Schließlich fand sie die zwei an der Theke der fahrbaren Taverne die die Zwerge aus dem Gebirge im mitgenommen hatten um auch unterwegs nicht auf ihr zwergisches Schwarzbier verzichten zu müssen. Beide hielten einen gefüllten Humpen, den sie an den mitgeführten Fässern stibitzt hatten, denn der Tavernenwagen hatte noch geschlossen, in der Hand und stießen miteinander an als sie die Königin auf sich zukommen sahen prosteten sie ihr zu um sich sogleich umzuwenden um ihr ebenfalls einen Humpen zu besorgen, als sie neben die beiden trat reichten sie ihr den Humpen den sie für sie gefüllt hatten, wobei sie jedoch nicht vergessen hatten sich selbst ebenfalls einen zu füllen. „Na, wen haben´s den gesucht, doch net etwa us zwei! Frau Zala sönstein, Königin der Swerge?“ begrüßte Irimbur sie wobei man seiner Stimme und seinem Mundgeruch merkte das er schon weit mehr als einen oder zwei Humpen Bier intus hatte, während Freundil unterdessen damit beschäftigt war seinen Humpen erneut zu füllen. „Doch genau euch zwei hab ich gesucht, ihr sollt mich in drei Stunden wenn ich das Lager verlasse begleiten.“ Erwiderte sie ohne auf seine Betrunkenheit und seine Unhöflichkeit einzugehen. „Wat da müssen wir us abba ranhalte wat Irimbur?“ „Jo!“ antwortete er seinem Kumpel und wandte sich dann an die Königin, „ wenn ihr mich also entschuldigen würdet.“ Zala sah die Zwerge noch einen Augenblick an dann schüttelte sie den Kopf, wandte sich um und ging in ihr Zelt um ihre Sachen zusammen zu packen die sie für die Reise benötigen würde. Im gehen fragte sie sich wie diese zwei Trunkenbolde es nur immer schafften gerade wenn Orks in der Nähe waren nüchtern zu sein, denn in der ganzen Zeit die sie nun schon unterwegs waren hatte sie die zwei fasst nie nüchtern gesehen. Sie hatte kaum zwanzig schritte getan als sie einen der beiden ´Lass dich nicht lumpen, hau weg den Humpen’ rufen hörte und sich in ihrer Überlegung vielleicht noch andere Zwerge als Begleitung mitzunehmen bestärkte.
Drei Stunden später entfernte Zala sich vom Lager um sich mit Freundil und Irimbur zu treffen und zum Treffen mit Rhumdan zu gehen. Zu ihrer großen Verwunderung standen die Zwei bereits da und warteten auf sie. Doch was sie am meisten verwunderte war das beide vollkommen nüchtern waren. Ohne ein Wort der Freundlichkeit zu verlieren ging sie an den beiden vorbei, die grinsend am Wegrand standen. „Wo sollst den hingehen?“ fragten die beiden immer noch grinsend. Hatte sie anfangs geglaubt sie würden grinsen weil sie es rechtzeitig geschafft hatten am Treffpunkt zu sein. Befiel sie jetzt das ungute Gefühl das etwas hinter ihrem Rücken ablief von dem sie keine Ahnung hatte, da sie aber niemanden zu Unrecht verurteilen wollte behielt sie ihren Verdacht für sich, stattdessen antwortete sie, „Wir wollen jemanden treffen, der uns möglicherweise weit in den Norden führt.“ „Hab ich es nicht gesagt?! Nix mit Orks und andrem Getier, du schuldest mir zwanzig Humpen Schwarzbier.“ Kam es daraufhin wie aus der Armbrust geschossen aus Freundils Mund. „Das steht noch nicht fest, wenn wir nach Norden reisen ist es sogar sehr wahrscheinlich dass wir auf Orks treffen.“ Erwiderte sie ungefragt und half so dem niedergeschlagen zu Boden sehendem Irimbur aus seiner Wettschuld herauszukommen.
„He, he siehst du Freundil nicht ich schulde dir die Humpen sondern du mir!“ „Moment das habe ich nicht gesagt, ich sagte das es sein kann das wir auf Orks und dergleichen treffen aber nicht das es auf jeden Fall dazu kommt.“ „Soll das heißen das wir mit dem Trinken warten sollen bis die Reise vorbei ist?!“ „Ja, genau das soll es heißen aber wenn es dich beruhigt, wenn alles ohne Probleme von statten geht dann bekommt jeder von euch zwanzig Humpen von mir.“ „Echt? Hast du das gehört Freundil? Ist das nicht klasse.“ Sofort schallte es aus Freundils Mund: „wenn das so ist dann sollten wir langsam weiter sonst ist die Reise nie vorbei.“
So gingen die drei also begleitet vom zwitschern der Cataléarnischen Vögel und dem Grölen Irimburs, der sich bereits in Gedanken in der heimatlichen Taverne, die zwanzig Humpen leerend wähnte, los. Doch bis er wieder in der Taverne in Myhl, der Hauptstadt der Zwerge im schwarzen Gebirge sitzen und Bier trinken konnte sollte noch viel Zeit vergehen. Nach einem strengen Marsch, bei dem Irimbur das Tempo vorgab kamen die drei gegen Mittag am mit Rhumdan vereinbarten Treffpunk an. Doch von eben diesem fehlte jedwede Spur. Sofort er griff Irimbur seine Chance über die Ausgestoßenen herzuziehen. „Na, was hab ich ihnen gesagt euer Hochwürden, diese Zwerge aus dem Edelsteingebirge“, er spuckte dieses Wort förmlich aus, „sind doch alle gleich, alles Lügner und Betrüger!“ „Recht hast du! Diese elenden Gnome das war doch nur ein Trick um uns um unser Bier zu bringen.“, stimmte ihm Freundil zu. „Ihr seit zwei Säufer wie sie im Buche stehen, denkt ihr wirklich dass sich jemand solch eine Mühe macht nur um euch um euren Suff zu bringen? Ich sage wir warten, wenn er in drei Stunden nicht auftaucht gehen wir wieder zurück zum Lager.“ „Drei Stunden aber dann wird doch schon lange kein Bier mehr ausgeschenkt wenn wir ankommen!“, kam es sofort wie aus einem Mund von den beiden. „Keine Widerrede wir warten!“, erhob Zala ihre selbst für eine Zwergin sehr gewaltige Stimme. Immer noch murrend setzten sich die beiden daraufhin auf einen Stein in ihrer Nähe und schmauchten eine ihrer Zwergischen Pfeifen.
Indessen ging Voldan zunehmend besorgt Über die Lage der Zweiten Feste in seinem Zimmer auf und ab, immer darauf gefasst sofort zu einer erneuten Verteidigung eben dieser ausrücken zu müssen. Und als dann ein Bote eintrat ergriff er sofort den Schaft seiner Axt und wollte sich auf den Weg machen, doch der Bote, der offensichtlich damit gerechnet hatte stellte sich ihm in den Weg. „Mein König ich bringe euch gute Nachrichten.“ „Dann raus mit der Sprache ich erhalte in letzter Zeit nicht gerade oft gute Nachrichten, da wird mir diese bestimmt gut tun!“ „Es geht um ihren Adoptivsohn Wampir er ist seit dem ersten angriff der Orks auf dem Weg der Besserung und wird jeden Tag stärker.“ „Ein Grund mehr die Zweite Feste nicht an die Orks fallen zu lassen.“ „Da habt ihr natürlich Recht aber lange können wir die Feste nicht mehr Halten unsere Krieger sind zu erschöpft.“ „Krieger, Pah, die einzigen Krieger die wir haben sind meine Söhne und ich, ich hoffe nur dass Rhumdan bald zurückkehrt von dem Treffen mit der Königin der Zwerge aus dem Norden.“ „Glaubt ihr den wirklich dass die Zwerge des Nordens uns, den Ausgestoßenen, zu Hilfe kommen werden?“ „Ich hoffe es sehr, denn ohne ihre Hilfe sind wir verloren. Wir müssen einfach darauf vertrauen dass sie ihre Vettern nicht sterben lassen. Und nun geh, ruh dich aus beim nächsten Kampf werden wir auch deine Kampfesstärke brauchen.“ „Sehr wohl und auch ihr solltet euch ausruhen.“ Mit diesen Worten verschwand der Bote in die Richtung in der die Schlafsäle lagen. Mich ausruhen, ihr wisst gar nicht wie gern ich das täte aber es ist mir momentan nicht vergönnt mich auszuruhen, vielleicht wenn Zala hier ist vielleicht darf ich mich dann endlich ausruhen, dachte Voldan bei sich während er dem gehenden Boten nachsah.
„Wir warten jetzt schon seit zwei Stunden hier und immer noch keine Spur von diesem Rhumdan.“ „Der taucht auch nicht mehr auf, Irimbur, der hat bestimmt gedacht die Königin käme mit zwei Durchschnitts Zwergen und er könne sie ohne Probleme entführen.“ „Tja, da hat er sich wohl geirrt der arme…“ „Irimbur Schädelspalter, Freundil Orkschlächter wollt ihr zwei wohl ruhig sein Rhumdan wird schon auftauchen, er hat halt etwas Verspätung wer weiß vielleicht Wurde er ja von einer Horde Orks aufgehalten“, fauchte Zala, die sich das alles schon eine Ganze Weile angehört hatte plötzlich und sagte dann wie um sich selbst zu beruhigen etwas leiser, „ja so muss es sein, er wurde aufgehalten…zumindest hoffe ich das.“
„Von Orks wurde ich nicht aufgehalten aber ich musste noch einige Vorkehrungen für unsere Reise treffen“ „Ah, da ist er ja, der Herr Zwerg uns um unser Bier bringt!“ ertönte sofort Irimburs schallende Stimme, worauf Rhumdan sich kurz zu ihm umwandte und sich sofort wieder Zala zuwandte. Als er sie ansprechen wollte versagte ihm die Stimme und er brauchte mehrere Anläufe bis er die Frage verständlich gestellt hatte, „Ist das ihre ganze Gefolgschaft, die sie mitgebracht haben?“, man hörte seiner zittrigen Stimme trotz dem Stottern an das er hoffte das der Rest der Gefolgschaft etwas weiter hinten lagere. „Natürlich, was hast du denn gedacht, ich hatte dir doch gesagt ich werde die Besten Krieger des Landes mit auf die Reise nehmen.“ „Nun sieh dir den an Freundil, der dachte die Königin würde mit einer ganzen Armee ankommen!“ „Und das will ein Zwerg sein, wenn er wirklich ein Zwerg wäre wüsste er dass es nicht viele Zwerge braucht um viele Orks zu vernichten.“ „Besonders wenn es Zwerge von unserem Kaliber sind!!“ Verdutzt und vollkommen starr stand Rhumdan da als wartete er auf die Pointe, die es nicht gab, so stand er einige Minuten da bevor er ansetzte. „Aber Zala Königin der …“ „Soso soweit bist du also schon das du die Königin duzt ja?“ Rhumdan lies sich von Irimburs Einruf nicht beirren, obwohl er sehr genau wusste das dieser Recht hatte, ihm stand es nicht zu die Königin des Süd Gebirges zu duzten, „…Zwerge ich weiß sehr wohl um den Stolz den die Zwerge aus dem Süden auf ihre Krieger verspüren, weil sie dreißig Orks zu töten vermögen ohne den geringsten Kratzer davon zu tragen, aber ich glaube diesmal überschätzt ihr euer Können.“ „Erst redet er uns schlecht und dann beschuldigt er uns auch noch der Selbstüberschätzung! Feundil! Jetzt sag doch auch mal was dazu!“ „ Ja was soll ich denn sagen, die Zwerge aus dem Edelsteingebirge wissen halt nicht was es heißt ein Zwerg zu sein, “ „ Was soll das heißen ich rede euch schlecht?“ „Na hör mal, wir machen nicht nur Dreißig Orks dem Erdboden gleich, wohl eher 100! Und Krieger von unserer Güte bestimmt das Doppelte!“ „Nun beruhigt euch doch mal, Rhumdan hat es bestimmt nicht böse gemeint.“ „So ist es aber ich behaupte das ihr noch so gut sein könnt ihr werdet trotz allem gegen die Orks verlieren!“ „Das wollen wir doch erst einmal sehen, ich habe jedenfalls noch keinen Zwerg getroffen der gegen ein Paar lausige Orks verloren hat!“ „Ja weil sie alle tot sind!“ „Nein weil es noch nie vorgekommen ist!“ Zwischen Rhumdan und Irimbur entbrannte ein hitziges Wortgefecht bei dem niemand nachgeben wollte und das keiner je gewinnen würde, deshalb unterband die Königin es schnell und leitete das Gespräch wieder zurück in flacheres Gewässer. „Nun beruhigt euch doch endlich, lasst uns doch erstmal klären was wir jetzt tun!“ „Das ist doch wohl klar ihr begleitet mich zurück ins Edelsteingebirge und helft uns gegen die Orks ´, als Gegenleistung wollen wir versuchen ein Mittel gegen diese Maschinen zu finden und es euch zur Verfügung stellen.“ „Ja schon aber wir müssen doch zumindest klären wie wir schnellstmöglich ins Edelsteingebirge gelangen.“ „ Das ist ganz einfach, wir benutzen das Landschiff mit dem ich bis hier gekommen bin, damit sind wir in weniger als einer Woche da.“ „Was soll ich benutzen, eine Erfindung von euch, dazu bringen mich keine tausend Oger!“ „Aber du hast es dir doch noch gar nicht angesehen Irimbur, wir wollen uns dieses ´Landschiff´ erst einmal ansehen, bevor wir uns entscheiden.“ Es war eher ein Befehl als eine Aussage, die Freundil seinem Freund an den Kopf warf und Befehle konnte Irimbur gar nicht ausstehen, weder von der Königin noch von irgendeinem anderen Zwerg, doch weil er nicht als Zwerg dastehen wollte, der die Zwerge des Nordens hasst Murrte er nur leise und trottete Mürrisch hinter den anderen, die schon mit Rhumdan in die Richtung aus der er gekommen war, her. Nach etwas mehr als fünf Minuten Fußmarsch erblickten sie das Gerät das Rhumdan Landschiff genannt hatte, es war ein Futuristischer Anblick vor den Zwergen stand ein Gefährt das so hoch war wie ein Mann und ein Zwerg übereinander und so lang wie vier Zwerge war, es stand auf sechs Achsen mit Gnomen großen Rädern doch der Anblick dieses Ungetüms war es nicht der den Zwergen die Sprache verschlug, das war vielmehr der Verdienst des Gnoms der sie vom Dach der Maschine her angrinste. Alle außer Rhumdan waren starr vor Schreck, er stand da und grinste vor Belustigung. Irimbur überwand als erster seine Starre, zückte seine Axt und rannte auf den Gnom zu. Er hatte noch keine zehn Schritte getan da flog eine Axt an ihm vorbei und bohrte sich vor ich in die Erde, sofort blieb Irimbur stehen und sah sich nach dem Angreifer um, er erkannt das Rhumdan die Axt geschleudert hatte und fuhr ihn an. „Was fällt dir ein, das ist ein Gnom den du da beschützt!!“ auch die anderen sahen verständnislos zu Rhumdan, dieser stand völlig ruhig da und grinste immer noch. „Und außerdem hast du den noch nie etwas von Jatzzahn dem Heldenhaften Krieger, aus der Legende gehört? Er hat einmal sehr richtig gesagt ´wirf niemals deine Axt wenn du keine zweite bei dir hast! ´“ Nun stand Rhumdan nicht mehr grinsend da, sondern brach in schallendes Gelächter aus, nach einigen Sekunden brachte er immer noch prustend heraus. „Du hörst dich an als wärest du mit ihm verwandt!“ „Na hör mal er ist eben mein großes Vorbild und wer weiß vielleicht bin ich sogar mit ihm verwandt!“ Während er so sprach hörte man unverholenen Stolz über den Vergleich mit seinem Vorbild aus seiner Stimme heraus. Nachdem Rhumdan sich wieder eingekriegt hatte stellte er ihnen den Gnom vor, der auf der Maschine stand. „Das ist Phor mein Gehilfe.“ „Was soll das heißen das ihr Seite an Seite mit diesen Viechern lebt?!“ „Ja, warum auch nicht?“ „Warum auch nicht fragt er. Jetzt sag bloß nicht das du noch nie Gnomentennis gespielt hast!“ „Gnomentennis? Ach du meinst sicher dieses barbarische Spiel bei dem Gnome als Bälle missbraucht werden, nein so etwas würden wir nie mit unseren Freunden tun.“ „Jetzt hör sich einer den an! Freundil halt mich fest sonst geh ich zu dem rüber und prügle dem die Vernunft ins Hirn!“ „ So beruhige dich doch, Irimbur, wir können doch nicht verlangen das jeder deine Vorlieben teilt.“, versuchte Freundil ihn zu beruhigen und wandte sich dann an Zala. „ Ich glaube ich gehe mal ein Paar Schritte mit ihm damit er sich beruhigen kann.“ Zala stimmte ihm zu und so entfernte er sich mit Irimbur von Zala und Rhumdan. Während sie sich entfernten kam der Gnom, der sich bei Irimburs Ausbruch hinter das Landschiff in Sicherheit gebracht hatte wieder hervor und trat an Zala heran. „Ihr seid Zala die Königin der Zwerge des Südens und uns Gnomen nicht Feindlich gesinnt, deshalb versucht ihr auch schon länger Gnomentennis zu verbieten.“ „Äh, ja das stimmt aber woher weist du das alles?“ „Verzeiht aber ich habe euch die letzten Tage beobachtet, um den richtigen Moment herauszufinden damit wir Kontakt mit dir aufnehmen konnten.“ „Es sei dir verziehen.“ Hundert Meter weiter südlich war Freundil damit beschäftigt Irimbur davon abzuhalten den gesamten Elbenwald abzuholzen, das wäre den Friedensverhandlungen sicherlich gut bekommen. „Irimbur so beruhige dich doch, was können denn die Bäume dafür dass die Zwerge des Nordens sich mit den Gnomen verbrüdert haben?“ „Nichts aber es hilft.“ Gleichzeitig zerschlug er wieder einen Baum und Freundil sandte ein stilles Gebet zu dem Gott der Zwerge auf das er ihm helfen möge. Und plötzlich kam ihm die Erleuchtung. „Aber du verschmierst deine Axt mit Baumharz, meinst du das hätte deinem Vorbild gefallen, dass ein Krieger der Zwerge seine Axt zum Fällen von Bäumen missbrauch?!“ Dieses Argument zog, Irimbur lies seine Axt sinken setzte sich auf einen der Baumstümpfe, die er eben geschaffen hatte und begann sie zu reinigen. Als er damit fertig war stand er auf und machte sich ohne einen Ton zu sagen auf den Weg zurück zu der Höllenmaschine die Rhumdan ihnen als Landschiff vorgestellt hatte. Bei seiner Ankunft ging er mit einem herablassenden Blick an Phot vorbei und trat an Rhumdan heran, der unbeabsichtigt zusammen zuckte, er achtete gar nicht darauf sondern sagte einen Satz, den niemand von ihm erwartet hatte. „ Also dann, wenn wir noch lange hier herumstehen kommen wir zu spät um eurer Reich zu retten.“ Es war die deutlichste Entschuldigung, die Irimbur je ausgesprochen hatte, genau genommen war es die einzige, die er bis dahin je von sich gegeben hatte, denn normalerweise war er selbst für einen Zwerg ungewöhnlich stur und beharrte immer darauf dass seine Meinung richtig war. Einen Augenblick später war Irimbur auch schon im inneren des Landschiffes verschwunden, steckte einige Sekunden später den Kopf nocheinmal aus der Luke und rief den anderen zu sie sollen sich doch beeilen, er wolle endlich wieder Orks ins Jenseits helfen. Erst durch diesen Aufruf konnten die anderen sich langsam aus der Lethargie die sie umfangen hatte befreien und machten sich gemäßigten Schrittes auf den Weg zur Luke des Landschiffes. Im inneren des Schiffes staunte Irimbur inzwischen über das Handwerkliche Geschick, dass die Zwerge des Edelsteingebirges beim bau dieser Maschine an den Tag gelegt hatten. Tatsächlich waren die Verzierungen die er dort bestaunte von einer solchen Präzision wie es nur die besten Handwerker der Zwerge des Südens fertig brachten, doch verglichen mit dem was er in einigen Tagen bestaunen würde waren sie geradezu stümperhaft gefertigt. Als die anderen schließlich ebenfalls eingestiegen waren und die Kunstfertigkeit der Arbeit bestaunten schritt Rhumdan an ihnen vorüber setzte sich neben Phot, der schon auf dem rechten Platz des Cockpits platz genommen hatte und startete die Maschine. So begann ihre Reise ins Edelsteingebirge. Die Fahrt war laut und es war eng in dem Von außen so Monströs groß aussehendem Vehikel, sodass sie sich schon am Zweiten Tag der Fahrt begannen sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen und es schließlich am Abend zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen den beiden Kriegerfreunden kam. Von da an machten sie nun öfter Rast und der Rest der Fahrt ging ruhig vonstatten.
Doch schon als sie noch gute Dreißig Meilen vom Edelsteingebirge entfernt waren sahen sie den dichten schwarzen Rauch, der über den Bergen aufstieg und beschlossen sich noch mehr zu beeilen, da sie das Schlimmste befürchteten, besonders Rhumdan traf der Rauch hart, schließlich war es möglich dass seine Familie ausgelöscht war und er sie nie wieder sehen würde. Je näher sie dem Edelsteingebirge kamen desto größer wurden die aufsteigenden Rauchsäulen und mit jeder Meile die sie zurücklegten wurden die Schatten in Rhumdans Gesicht größer. Erst als die Festung der Zwerge in Sicht kam hellte sich seine Miene ein klein wenig auf, denn sie stand immer noch genauso da wie er sie verlassen hatte und strahlte im Licht der untergehenden Sonne in den verschiedensten gelb, orange und Rottönen und verbreitete so etwas majestätisch, würdevolles sodass Freundil und Zala nur staunen konnten. Leise, als habe der Stein Ohren und er habe Angst er könnte ihm seine Worte übel nehmen flüsterte Freundil ihr zu. „Mein Gott ist das nicht ein überwältigend schöner Anblick, alles leuchtet als wolle es uns begrüßen.“ Sie bemerkte gar nicht dass er sie angesprochen hatte und flüsterte immer wieder vor sich hin. „Wie wunderschön, wenn doch unsere Handwerker auch so geschickt wären.“ Irimbur dagegen grummelte nur. „Welch ein Firlefanz, all diese Verzierungen, Schwachsinn!“ obwohl auch er von dem Anblick überwältigt war, doch wie immer war er nicht gewillt die Zwerge, die hier lebten zu loben.
Rhumdan ließ ihnen keine Zeit die kunstvoll gefertigten Reliefs zu bestaunen und führte sie zielstrebig tiefer in die Festung, er war sichtlich beunruhigt darüber dass sie noch keinem Zwerg begegnet waren und mit jedem Schritt wurde er schneller, bis er schließlich rannte. Er rannte durch die Gänge wie ein gehetztes Tier, dicht hinter ihm rannten Phot und die drei Zwerge aus dem Norden sodass es für einen Beobachter so aussehen musste als versuche er vor ihnen fliehen. Als sie die Festung bereits fast gänzlich durchquert hatten und sich in der Nähe des Ganges befanden, der hinüber zur zweiten Feste führte rannte Irimbur plötzlich schneller und überholte alle anderen, sogar Rhumdan, der einen ordentlichen Vorsprung gehabt hatte und begann zielstrebig durch die fremden Gänge zu laufen. „Irimbur so bleib doch stehen! Wo willst du überhaupt hin?“ Rief Freundil seinem Freund nach, der bereits um die nächste Biegung eilte, dieser rief lachen zurück. „Hörst du es denn nicht? Oder bist du Taub, da hinten warten Orks auf uns, Dreihundert-mindestens!“ während Freundil sich noch darüber wunderte wie Irimbur es immer wieder schaffte Orks weit früher als er zu hören und reichen obwohl er selbst doch erstaunlich gut hörte, raste Irimbur bereits durch ein Tor in den Hof, der zwischen der zweiten und dritten Feste lag, zog Ogertod aus seiner Halterung und stürzte sich ins Gefecht. Die ersten 20 Orks starben noch bevor sie reagieren konnten durch die scharfen klingen seiner Axt, als die übrigen Orks in seiner Nähe dies mitbekamen drehten sie sich um und versuchten zu fliehen, doch Irimbur setzte ihnen nach und schlug ihnen seine Axt tief in die Körpermitte oder spaltete ihre Helme samt der Schädel. Inzwischen waren auch Freundil und die anderen im Hof angelangt und drängten die Orks zurück. Irimbur Kämpfte sich in einen regelrechten Blutrausch und stand plötzlich ohne Gegner da, da er und die Zwerge des Edelsteingebirges bereits alle Orks auf seiner Seite des Hofes erschlagen hatte. Er wollte sich gerade der anderen Seite des Hofes zu wenden als er keine zwanzig Meter von ihm einen Oger bemerkte, der mit erhobener Keule auf ihn zu gerannt kam, sofort erhob er seinen Ogertod und rannte mit wildem Kampfgeschrei auf den Oger zu, sprang kurz bevor dieser zuschlug zur Seite und schlug im Gegenzug Ogertod in dessen Bein. Da sein rechtes Bein allein zu schwach war um sein gesamtes Gewicht zu tragen brach der Oger zusammen und begann wild um sich zu schlagen um den Zwerg der ihm das angetan hatte zu töten. Irimbur duckte sich unter seinen Schlägen weg und kam dem Oger so immer näher, bis er schließlich hinter dessen Rücken stand, die Axt hoch über den Kopf schwang und sie gezielt in der Wirbelsäule des Ungetüms versengte, lächelnd zog er die Axt wieder aus dessen Rücken und betrachtete einen Moment wie sein grünes Blut von der Klinge troff. Der Oger schrie noch ein letztes Mal auf und sang dann reglos zusammen. Freundil mühte sich unterdessen mit einem Troll ab, auch er brachte ihn zunächst zu Fall, schritt auf ihn zu und versenkte die Klinge seiner getreuen Axt in seinem Schädel. Plötzlich erklang ein Horn gefolgt von einem ruf, der so angsterfüllt klang als sei der Satan selbst hinter dem Rufer her. „ Die Maschinen, die Maschinen kommen!“ die verbliebenen 20, vielleicht auch dreißig orks ließen sofort die Waffen fallen und flüchteten Hals über Kopf. Und dann sah man sie, die Maschinen. Am ende des Schlachtfeldes tauchten die in eine unter dichten, aus an ihrer Oberseite aufragenden Schlöten, Rauchsäulen auf. Ihre stählerne Außenhaut glänzte im Dämmerlicht, der untergehenden Sonne golden und vermittelte den Eindruck es wären drei kleine Sonnen, die dort am Ende des Schlachtfeldes in Sichtweite kamen.
Die Zwerge in ihrer Nähe ließen bei diesem Anblick die Waffen fallen und rannten in die Richtung des Tores, welches ins innere der Festung führte, dabei schrieen sie wild Befehle durcheinander und standen sich in ihrer Panik gegenseitig im Weg. Nur Irimbur und Freundil blieben selenruhig stehen und bereiteten sich auf den Kampf gegen diese Monster aus Stahl vor. Als die Maschinen noch etwa fünfzig Schritt von ihnen entfernt waren erhoben sie ihre Äxte und rannten mit wildem Kampfgeschrei auf die neuen Feinde zu. Diese bemerkten die Zwerge und fuhr seitlich angebrachte Klingen aus, die wohl jede noch so gute Rüstung mühelos durchtrennt hätten. Außerdem begannen sie unter lautem Rumpeln an ihrer Vorderseite angebrachte Speere in regelmäßigen Abständen nach vorn auszufahren.
Freundil war von dieser Technik dermaßen überrascht, dass er auf halbem Weg kurz zögerte sich dann aber schnell wieder fing und weiter auf die drei Maschinen zustürmte.
Irimbur dagegen schien die Klingen und Speere überhaupt nicht bemerkt zu haben und war bereits beim ersten Gegner angelangt, ohne zu zögern ging er zum Angriff über und wich dem hervorschnellendem Speer zu spät aus, sodass dieser ihn am rechten Oberarm traf und ihm einen langen aber nicht besonders tiefen Schnitt zufügte. In seinem Blutrausch verfallen bemerkte er die Wunde zwar kümmerte sich jedoch nicht darum sondern erhob erneut seine Axt zur Attacke. Dieses Mal passte er besser auf, er wartete bis einer der Speere hervorschoss und schlug diesen so nah am Körper des Ungetüms ab wie er konnte, so kämpfte er sich langsam bis zur stählernen Haut der Maschine vor und schuf sich gleichzeitig Trittstufen an denen er nun hinauf kletterte und zu einer Luke gelangte, die offen sichtlich ins innere der Maschine führte. Die Luke war jedoch verschlossen, sodass Irimbur sie mit Hilfe seines Axtstieles aufbrechen musste, zu seinem Glück übertönte das Rumpeln der Maschinerie seine Aktion, sodass die beiden Piloten seelenruhig sitzen blieben als er sich hinter ihnen ins innere schwang. Leise, als würden die beiden ihn ansonsten über das Rumpeln hinweg hören schlich sich Irimbur an den linken der beiden zu, erhob seine Axt und trennte ihm mit einem gezielten Schlag den Kopf von den Schultern. Der zweite Pilot sprang aus seinem Sitz auf und zog ein krummes mit Widerhaken versehenes Schwert aus der Scheide an seinem Waffengurt. Irimbur erhob seine Axt zum sich anbahnenden Zweikampf worauf die Menschenähnliche Kreatur der er gegenüber stand begann zu grinsen, wobei es zwei rasiermesserscharfe stahlblaue Reißzähne entblößte, die so gar nicht zu seiner braunen Haut und den rubinroten Augen passten. Der Nachtschwarm steckte in einer schwarzen dunkelgrün schimmernden Rüstung, die recht gut gearbeitet zu sein schien.
Irimbur war dermaßen überrascht vom äußeren seines Gegners dass er sich erst wieder bewegen konnte als dieser ihn angriff, wobei er auf seinen rechten Arm zielte, an dem das Blut herunter lief. Umständlich blockte er den Angriff ab und bekam als Strafe für seine Unaufmerksamkeit einen Schnitt am linken Oberschenkel. Der Nachtschwarm stand weiter gelassen da und betrachtete kurz die Klinge seines Schwerts an welcher das Zwergenblut herab lief bevor er mit Mitternachtsstimme Sprach: „Ein Zwerg also wird mein nächstes Opfer sein.“ „ Hör auf zu schwafeln und kämpf lieber!“ Schrie Irimbur ihm entgegen während er nach dem Nachtschwarm schlug, dieser wich seinem Angriff aus und schlug im Gegenzug nach dem Zwerg, dieser tauchte geschickt unter seinem Schlag hinweg und es begann ein erbitterter Kampf zwischen den beiden, welcher schien und es jedem der beiden gelang den Schlägen des anderen auszuweichen. Doch auch Irimbur war klar das er aufgrund seiner Verletzungen letztendlich früher ermüden würde und nur dann gewinnen konnte wenn er seinen Gegner überraschte. So versuchte er mit letzter Kraft noch einmal einen Vorstoß und überraschte so den zum Schlag bereiten Nachschwarm, die Klinge seiner perfekt gearbeiteten und ebenso brillant geschliffenen Axt traf auf die Brustpanzerung seines Gegners, durchstieß diese und zerbarst im selben Augenblick in Milliarden kleinster Splitter.
Irimbur blieb noch einige Minuten im inneren der Maschine bis er sie mit dem Stiel seiner Getreuen Axt in der Linken verließ.
Freundil hatte in der Zwischenzeit eine andere Methode gefunden die Maschinen auszuschalten, er nahm sich einen Stein und schlug diesen mit Hilfe des Axtkopfes in den Schlot der Maschinen, die kurz darauf explodierten.
Einige Zeit später saßen Zala, Irimbur und Freundil mit Voldan, dem König der Zwerge im Edelsteingebirge, zusammen beim Essen, während die anderen sich angeregt unterhielten saß Irimbur in einer Ecke spielte mit dem Stiel seiner einstigen Axt und schwieg, eine Zeit lang beobachtete Voldan Irimbur wortlos ging dann jedoch zu ihm und fragte ihn. „Was ist los Irimbur? Wenn es wegen deiner Axt ist dann kann ich dich beruhigen, ich werde glich morgen früh damit beginnen dir eine neue zu Schmieden, eine die besser ist als jede Axt die du je besessen hast.“ Irimbur lachte nur spöttisch. „Sie wollen eine bessere Axt Schmieden als meine Ogertod es war?! Selbst der Schmied der Ogertod vor hundertzwanzig Jahren zu meiner Geburt geschmiedet hat könnte das nicht! Diese gottverdammte Rüstung von dem Nachtschwärmer wieso ist mein Ogertod nur daran zerbrochen?“ Fragte Irimbur am Ende seines Spottes mehr sich selbst als Voldan während er einen Splitter eben jener Rüstung ins Licht hielt. „ Weil es ein besonderes Material ist aus dem diese Rüstung gefertigt war, auch die Klinge seiner Waffe war daraus hergestellt. Und was den Meisterschmied angeht der Ogertod schmiedete, er steht hier direkt vor dir.“ Antwortete Voldan ungefragt auf seine Frage und fügte dann schnell an. „Also soll ich nun morgen versuchen eine noch bessere Axt als Ogertod zu schmieden oder nicht?“ „Ihr seid wirklich der Schmied von Ogertod?“ Fragte Irimbur immer noch ungläubig. „Ja Irimbur Voldan war der Schmied der Ogertod schmiedete und nicht etwa weil sie jemand bei ihm in Auftrag gegeben hatte sondern weil er deine Begabung erkannte und dir die beste Waffe schenken wollte bevor er uns verließ.“ Mischte sich nun auch Zala in das Gespräch ein. „Stimmt das Voldan habt ihre Ogertod ohne Honorar geschmiedet und das nur weil ihr glaubtet in mir einen Krieger zu sehen?“ Erkundigte sich Irimbur nun kleinlaut weil er sich wegen seines Ausbruches schämte. „Ja, und wie man sieh hatte ich recht damit also los komm an den Tisch und iss mit uns.“ Irimbur ging also mit Voldan zum Tisch und aß und trank mit den anderen von den Köstlichkeiten, die da auf der Tafel standen. Nachdem sie genug gegessen und getrunken hatten und Zala sich bereits zur Ruhe begeben hatte begann Irimbur zögerlich. „Voldan, du weißt soviel über dieses Metal aus dem die Rüstung des Nachtschwärmers, warum? Kannst du es vielleicht sogar herstellen?“ „Ah, ich weiß schon warum du fragst, du hoffst ich könnte den neuen Axtkopf von Ogertod aus dem gleichen Metal herstellen. Ja ich kann es herstellen und wenn du willst werde ich den neuen Axtkopf daraus fertigen aber ich sollte dir vorher vielleicht noch etwas über das Material erzählen.“ „Was müsst du mir erzählen bevor du den Axtkopf schmiedest, jetzt sag mir nicht das es teuer wird ich hab genug Gold um es mir leisten zu können.“ Voldan brach in schallendes Gelächter aus als er hörte was er ihm laut Irimburs Meinung zu sagen hätte. Als er sich wieder etwas beruhigt hatte sah er Irimbur, der völlig verwirrt war, ernst an. „Nein das wollte ich dir nicht sagen auch wenn es normalerweise so wäre aber da du auf unserem Schlachtfeld deine Axt verloren hast und es eine von meinen Äxten war werde ich sie dir schenken wie ich dir einst Ogertod schenkte. Was ich dir zu sagen habe ist wichtiger ja sogar lebenswichtig, denn der neue Axtkopf wird zwar stabiler sein als der von Ogertod je war aber um so stabil zu werden wie die Klinge vom Schwert des Nachtschwarms musst du sie oft benutzen, ich weiß nicht warum aber irgendwie wird der Stahl dadurch Stabiler, Außerdem benötige ich etwas an dem du sehr hängst damit die Axt dich als ihren Meister anerkennt.“
„Was soll das den heißen, verweigert sie ihm dann den Dienst oder was?!“ Meldete sich plötzlich Freundil, der bis dahin einer der Bedienungen hinterher geschaut hatte zu Wort.
„Nicht ganz, aber wenn ich sie schmiede ohne dieses Detail zu beachten wird sie nicht so gut und stabil.“ „Na gut, dann nehmt den stiel von Ogertod für die Axt, sie war ein Teil von mir genauso wie mein Bart einer ist.“ Meinte Irimbur darauf und gab Voldan den Stiel seiner Geliebten Axt. „Aber Ogertod wird diese Axt nicht heißen, dieser Name stand nur dem Original zu!“ Fügte er schnell an Voldan gerichtet hinzu. „Wie soll sie den dann heißen? Und wie soll sie überhaupt aussehen?“ „Das überlege ich mir wenn ich sie zum ersten Mal sehe. Und zum aussehen, sie soll sein wie ich, ihr habt mich ja kämpfen sehen, also fertige sie nach deinen Vorstellungen welche Form zu mir passt. Das hast du ja schon einmal gut hinbekommen. Aber keine Schnörkel oder Verzierungen!“ Voldan begann zu lächeln, etwas anderes hatte er von Irimbur gar nicht als Antwort erwartet und in seinem Kopf nahm die Axt bereits Gestallt an. Und was ihm vorschwebte gefiel ihm, ja wenn es ihm so gelänge würde es wohl seine beste Arbeit werden.
Noch lange unterhielten sich Irimbur und Voldan über Äxte, wie sie geschliffen sein oder in der Hand liegen mussten, damit man mit ihnen gut umgehen konnte. Freundil war das zu langweilig, so verabschiedete er sich und ging zu Bett Irimbur dagegen war völlig begeistert von dem Thema und stellte immer neue Fragen. So kamen die zwei schließlich darauf zu sprechen woher Voldan die Mischung des Metals kannte aus der die Klinge seiner neuen Axt werden sollte. Bereitwillig erzählte Voldan ihm das auch die Axt des Helden, der einst das Land rettete, aus den Bruchstücken eines albaeschwertes geschmiedet wurde welches aus diesem Metal bestand. Und das er das Mischungsverhältnis einst von einem alten Zwerge, der ihm seinen Namen nicht verraten habe bekommen habe. Auch erzählte er ihm dass Jatzzahn Todbringer aus der Legende des Armeenvernichtenden Zwerges eine Axt aus Nachtstahl geführt haben soll. Das Letzte was er Irimbur sagte war das eben dieser Zwerg seiner Meinung nach eben dieser Jatzzahn gewesen sein könnte auch wenn er dann weit über Vierhundert Jahre alt gewesen sein müsste und ihm gesagt hätte er solle dem besten Zwergenkrieger eine Axt aus diesem Metal herstellen. Als Beweis dafür fügte er hinzu das der Zwerg immer wieder gesagt habe es wird ein Zwerg kommen der ebenso wie ich einst das Land retten wird. Zum beweis das seine Worte war seien holte er eine Axt hervor, die weit älter war als jeder Zwerg den Irimbur kannte und sagte diese Waffe habe der Zwerg ihm überlassen um den besten Krieger des Zwergenvolkes und somit seinen Nachfolger zu bestimmen, den jeden anderen würde die Axt verwunden wenn er sie zum ersten Mal schwingt. „Siehst du diese Narbe an meiner Schulter, sie stammt von der Axt und jeder der sie bisher geschwungen hat trägt dieselbe Narbe wie ich mit sich herum.“ Dabei entblößte er seine rechte Schulter und präsentierte eine lange Narbe. „Darf ich es denn auch einmal versuchen?“ „Aber natürlich, deshalb hab ich die Axt ja erst hervorgeholt.“ Er reichte Irimbur die Axt, der sie an sich nahm und sie wie ein kostbares Kleinod aus zerbrechlichem Material in Händen hielt und es betrachtete.
„Sie ist perfekt, perfekt geschliffen, liegt gut in der Hand und scheint sehr scharf zu sein.“ Murmelte er und seine Augen leuchteten wie die von Kindern, die ein neues Spielzeug geschenkt bekommen. „Na los, probier sie aus und beweise mir das ich recht habe wenn ich dir eine Axt aus Nachtstahl schmiede.“ Ermunterte Voldan ihn einige Probeschwünge zu vollführen. Langsam, als wolle er dafür sorgen das nicht zuviel Luftreibung entsteht hob er die Axt und vollführte dann zwei drei schnelle Probeschwünge bei denen es surrte als würde die Schneide die Luft zerteilen. Als Voldan sah wie gut Irimbur mit der Axt umzugehen vermochte und sich nicht wie die anderen schnitt, wie auch er es getan hatte (was ihm immer noch peinlich war, war er doch kein schlechter Krieger und wusste wie man eine Axt schwang), atmete er erleichtert auf. Irimbur und Voldan unterhielten sich noch etwas über die Axt des seltsamen alten Zwerges bevor sie sich zu Bett begaben.
Irimbur war zwar todmüde konnte jedoch trotzdem nicht einschlafen, zu sehr beschäftigte ihn die Geschichte von Voldan das ein alter Zwerg ihm die Formel zum Nachtstahl gegeben hatte. Immer wieder fragte er sich ob Voldan recht hatte und es wirklich Jatzzahn gewesen war, wenn dem so wäre hatte er dann Irimbur vor sich gesehen als er Voldan sagte das ein Zwerg kommen und das Land retten wird. Über diesem Gedanken schlief er dann schließlich doch ein.

„Mein Fürst, die Zwerge und Elben sind eingetroffen!“ Fürst Konrad von Rohruhr wandte sich dem Boten zu, er war ein großer kräftiger Mann von etwas mehr als dreißig Jahren. Vor ihm stand sein kleinwüchsiger Bote und enger Vertraute Jazulin, der mit seiner krummen Nase und den großen Augen oft etwas dümmlich aussah, es jedoch bei weitem nicht war. „Sehr schön, Jazulin, geh bitte und sag den anderen Fürsten bescheid und dann gehst du zu den Elben und Zwergen und heißt sie willkommen.“ Jazulin drehte sich auf dem Absatz um und schritt schnellen Schrittes aus dem Raum.
Kaum war Jazulin gegangen wandte Fürst Konrad sich wieder zum Fenster und betrachtete weiter die Dächer Raurachs, der Hauptstadt der Menschen und Residenz des alten Königs. Er sah dem Marktplatz am Westende der Stadt, und den Kollos des Friedens, eine Riesige Statute in Form eines Kriegers, der das Schwert und den Schild, auf dem das Abbild einer weißen Taube zu sehen war, ablegt. Er stand über dem Haupttor im Norden und war ein Sinnbild dafür das der Frieden im Land erhalten bleibe. Bei dem Gedanken daran überkam ihn ein mulmiges Gefühl, schließlich waren er, die Elben, die Zwerge und all die anderen Fürsten doch hier zusammengekommen um eine Armee aufzustellen um Krieg gegen die Zwerge im Edelsteingebirge nahe seines Bezirkes zu führen. Er selbst traute es den Zwergen nicht zu das sie diese Maschinen gebaut hatten die nun alle Völker bedrohten, denn er betrieb bereits seit einigen Jahren regen Handel mit ihnen und war sich sicher das sie so etwas nicht tun würden.
Einige Minuten später trat er aus seinen Gemächern um sich langsam auf den Weg in den Besprechungssaal zu machen. Auf dem Weg dorthin legte er sich in Gedanken schon die Worte zurecht, mit welchen er gegen den Krieg den die anderen Fürsten zu führen gedachten verhindern wollte. Und selbst wenn er scheitern würde mit seinem Versuch die anderen von der Unschuld der Ausgestoßenen zu überzeugen wollte er doch den Krieg solange wie irgend möglich herauszögern um ihnen die Möglichkeit der Flucht zu erhalten. Ja, sollte er scheitern so würde er ihnen die Zeit verschaffen auf dass sie Flüchten könnten und selbst wenn sie es vorzögen zu bleiben und gegen alle Völker anzutreten so würde er ihnen Helfen. Auch wenn das bedeuten würde das auch er und sein Volk zum Feind werden würden. Ja er, Konrad, Fürst von Rohruhr im äußersten Westen des Landes würde den Zwergen, von dessen Unschuld er überzeugt war, zu allen Zeiten treu zur Seite stehen.
Auf halbem Weg vernahm er plötzlich eine Stimme, die schöner als jede Musik klang, die er je gehört hatte. Die Stimme gehörte zu Lutezia, einer adeligen, die am Hofe des altersschwachen Königs lebte und seiner Meinung nach vor allem anderen nach Macht strebte. Einen Moment blieb er stehen, entschloss sich dann aber so zu tun als habe er sie nicht gehört und ging einfach weiter den langen gewundenen Gang entlang der ihn in den Besprechungssaal führte. Als er nur noch etwas mehr als fünf Meter von der Tür des Saales entfernt war spürte er eine Hand an seiner rechten Schulter die ich festhielt. Er drehte sich zu Lutezia um und setzte das schönste Lächeln auf das er angesichts ihrer Person zustande brachte. Sie erwiderte sein Lächeln ohne dabei darauf zu achten das es ihm offensichtlich keinerlei Freude bereitete ihr zu begegnen. „Fürst Konrad habt ihr mich den nicht gehört als ich nach euch rief?“ Fragte sie ihn stattdessen von oben herab als rede sie mit einem kleinem Jungen, der einmal mehr etwas getan hatte was er nicht hätte tun dürfen. Diese herablassende Art wie sie mit ihm sprach erhitzte sein Gemüt zwar sehr, doch als er sprach ließ er es sich nicht anmerken und entgegnete ihr kühl. „Vielleicht wollte ich euch auch gar nicht hören.“ Seine kühle Gelassenheit hatte zur Folge dass sie ihn ewige Sekunden anstarrte bevor sie erneut ansetzte. „Na ja, wie dem auch sei. Jedenfalls werden der König und ich demnächst heiraten und ich wollte das ihr es als einer der ersten erfahrt.“ „Weiß den auch der König von seiner Hochzeit?“ Gab er tonlos zurück, obwohl er im inneren tobte und sie in tausend Stücke zerteilte. „Ach was seid ihr nicht für ein Scherzkeks, Fürst aber ja er weiß natürlich davon schließlich kam die Idee ja von ihm. Hach jetzt muss ich aber los es gibt ja noch so viele denen ich bescheid sagen muss.“ Sofort machte sie auf dem Absatz kehrt und eilte davon, wobei sie beinahe mit einem der Angestellten zusammengestoßen wäre. Konrad stand noch einen kurzen Moment da uns Blickte ihr hinterher. Dann drehte er sich um und ging weiter seinem eigentlichen Ziel entgegen. Dieses verlogene Miststück wie hat sie das nur gemacht, der König sagte doch gestern das er sie genauso wenig wie er leiden könne, hatte er vielleicht gelogen? Nein nicht er, nicht König Pippin, der rechtschafende. Dachte er während er sich der Flügeltür zum Saal näherte. Nach dem zusammentreffen mit den anderen Fürsten und den Königen bzw. Königinnen würde er sich auf den schnellsten Wege zum König machen um mit ihm über die Sache zu reden.
Immer noch leise fluchend betrat er den Saal in dem sich mittlerweile fast alle eingefunden hatten, die in den nächsten Tagen über den Krieg beraten würden.
Gilmer sah zu wie Fürst Konrad den Raum betrat und wunderte sich einen Augenblick über dessen wütenden, fast feindlichen Gesichtsausdruck, bevor ihn jemand an der Schulter berührte und er den Blick abwandte.
Vor ihm stand Fürst Sven von Gaulach im Osten des Menschenreiches welches aus insgesamt Zwölf Fürstentümern bestand und lächelte ihn an, wobei er von unten herauf durch seine krumme Nase lächerlich wirkte. Neben ihm stand Simon, sein Freund und engster vertrauter, manche sagten Sven sei zwar der Fürst aber es sei eigentlich Simon der regiere. Gilmers Meinung nach traf dies nur zu einem Teil zu, er dachte, und sagte es auch oft genug wenn er etwas getrunken hatte, das es dem Land besser gehen würde, wenn Simon und nicht Sven der Fürst wäre. Aber jetzt war er nüchtern und behielt seine Meinung für sich, stattdessen setzte er sein Hoflächeln auf, das er Fürsten gegenüber immer zur Schau trug, und begrüßte die beiden höflich. „Seid mir gegrüßt Fürst und auch ihr Simon.“ „Seid auch ihr mir gegrüßt Gilmer vom Volk der Zwerge, ich wunderte mich gerade darüber wo Königin Zala sein könnte.“ Gilmer rümpfte innerlich die Nase weil er diese hochgestochene Art zu reden wie alle Zwerge nicht mochte und Sven sie geradezu perfektioniert hatte. Trotzdem lächelte er weiter während er antwortete. „Königin Zala ist auf dem Weg hierher erkrankt und musste umkehren, aus diesem Grund werde ich sie bei den Sitzungen vertreten.“ „Oh, dann wünsche ich ihr eine gute und schnelle Genesung.“ „Und auch ich wünsche der Königin eine baldige Genesung.“ Ergriff Simon nun das Wort. „ Also wir werden uns jetzt zurückziehen, schließlich liegt ein langer Abend vor uns.“ „Dann also bis heute Abend und seid gewiss ich werde Zala eure Genesungswünsche ausrichten.“ Gilmer wartete noch bis sich die beiden einige Schritte von ihm entfernt hatten bevor er seinen Blick wieder der Tür, durch die Konrad eben herein gekommen war, zuwandte. Doch Konrad war bereits verschwunden. Suchend ließ er seine Blicke durch den Saal schweifen doch Konrad entdeckte er nicht.
Dieser war nur sehr kurz im Saal geblieben, doch als er den fragenden Blick Gilmers gewahr geworden war hatte er sich umgedreht und war wieder gegangen. Nun saß er im hinterer privaten Garten des Königlichen Schlosses und starrte vor sich hin. Plötzlich vernahm er ein leises Rascheln im Gebüsch direkt hinter sich erschrocken fuhr er auf und drehte sich der Quelle des Geräusches zu, ohne jedoch etwas entdecken zu können. Einige Sekunden blieb er gespannt horchend stehen bevor er sich wieder setzte.
Gerade als er sich wieder beruhigt hatte raschelte es erneut hinter ihm, diesmal griff seine Rechte reflexartig zur linken Hüfte, um das Schwert, welches sich dort normalerweise befand zu zücken. Doch er griff ins Leere, er hatte vergessen dass er sich im Königlichen Garten befand und daher keine Waffe bei sich trug. Wutschnaubend griff er stattdessen zu dem Dolch, den er immer bei sich trug und stach mit einer schnellen Bewegung zu, er wusste wie lächerlich es aussehen musste wie er mit einem Dolch in einem Busch herumstach, doch es kümmerte ihn nicht. Bei seinem zweiten Stich schrie irgendetwas auf, er Griff in den Busch und zog ein seltsames wesen hervor.
Es war etwa so groß wie ein Zwerg besaß jedoch eine schuppige, silbrige Haut und war zierlicher gebaut als ein Zwerg. Auch das Gesicht dieses merkwürdigen Wesens war anders, es besaß kleine, runde Augen welche von einem so tiefen Blau waren, das man meinen konnte man blicke in den Ozean. Ansonsten wirkte das Gesicht recht menschlich. Auch der Rest des Körpers war, wenn man von den Schuppen und den langen zerfrantzten Ohren absah recht menschlich.
Konrad sah sich das Wesen genauer an und fragte dann. „Was bist du? Und was willst du hier?“ Das Wesen betrachtete Konrad eine Weile, als wolle es abschätzen ob er ihm etwas zu leide tun würde wenn es ihm zuviel sagte bevor es ansetzte. „Ich bin ein, wie sagt ihr noch? Latimer und heiße Gingko. Ich bin hierher geschickt worden um mit den Völkern Kontakt herzustellen, die auf dem Land leben. Mein Volk hofft das wir mit euch ein Bündnis eingehen können. Auf das es niemals Krieg zwischen uns geben wird.“ „Was du bist ein Latimer, eines dieser Wesen aus der Legende der Stadt unter Wasser?!“ sofort ließ Konrad Gingko los und wich einen Schritt vor ihm zurück. „Ah du meinst sicher Latimse die Hauptstadt.“
„Ja aber ich dachte das wäre nur eine alte Geschichte die sich jemand ausgedacht hat
um die Leute zu unterhalten. Ich hätte nie gedacht… Stimmen den all die Geschichten über die mächtige Magie die dein Volk beherrschen soll?“ Konrad wich einen weiteren Schritt zurück und viel dabei fast hin, doch eine unsichtbare Hand verhinderte seinen Sturz und richtete ihn wieder auf. Breit grinsend sah Gingko ihn an. „Sind deine Fragen damit beantwortet oder brauchst du noch einen Beweis dass alle Geschichten über uns wahr sind.“
Fassungslos starrte Konrad ihn an und kämpfte mit sich selbst, einerseits wollte er so schnell wie möglich weg von hier, weg von Gingko, andererseits wollte er mehr über ihn und sein Volk wissen. „Wieso kommt ihr gerade Jetzt aus der Versenkung und wie kommt ihr darauf dass wir einen Krieg mit euch führen wollen?“ Im selben Augenblick in dem er die Frage stellte verfluchte er sich seine Neugier auch schon. Als er dann auch noch in die runden Augen des Latimer sah, in denen für einen kurzen Moment Angst und Unverständnis aufblitzten.
Gingko verbannte die Gefühle, die ihn Überkommen hatten schnell wieder, der Mensch ahnte ja nichts von den Diskussionen, die unter der Wasseroberfläche laut geworden waren nachdem Königin Latimse III ihr Vorhaben, mit den anderen Völkern Kontakt aufzunehmen, öffentlich bekannt gegeben hatte. „Wir befürchteten dass eure Kriegsvorbereitungen dazu gedacht waren einen Krieg mit uns anzufangen. Deshalb hat unsere Königin mich ausgesandt um euch von eurem Vorhaben abzubringen und euch stattdessen eine friedliche Lösung zu unterbreiten.“ „Ach daher weht der Wind aber ich kann euch beruhigen selbst wenn wir gewusst hätten das es euch wirklich gibt hätten wir uns vor einem Krieg mit euch gehütet. Mit euren Kenntnissen der Magie hättet ihr uns doch erledigt bevor wir eurer Hauptstadt nahe genug gekommen wären um selbst einen Angriff au starten.“ „du überschätzt unsere Kräfte maßlos, wir wären euch ausgeliefert gewesen, den nur die wenigsten verfügen über starke Zauberkräfte, die durchschnittlichen Krieger unseres Volkes können sich höchstens mit einem schwachen Schild versehen oder dem Gegner leichte Wunden zufügen.“ Lachte Gingko auf. „Ja die meisten unserer Krieger verfügen nicht einmal über soviel acht wie ich es tue.“ Verdutzt über soviel Verbittertheit, die in der Stimme des Latimers lag sah Konrad ich nur unschlüssig an bevor er ansetzte. „Na ja es ist ja auch egal warum ihr euch jetzt zeigt, wichtig ist nur das ihr es überhaupt tut und nun komm ich will das du dich dem König vorstellst und dann an den Verhandlungen in den nächsten Tagen teilnimmst. Schließlich werdet ihr demnächst zum Rat gehören.“ Konrad machte einen Schritt auf Gingko zu und streckte ihm seine Hand entgegen. Zögerlich ergriff dieser sie und ging mit ihm auf das riesenhafte Gebäude zu. Während er mit Gingko an der Hand auf den Palast zuging schlich sich ein lächeln auf seine Lippen und er vergaß all seine Sorgen wegen Lutezia.

Als Rhumdan am nächsten Morgen erwachte war sein Vater bereits in der Schmiede. Das dumpf donnern der Schläge auf das Metall auf dem Amboss drang gedämpft an sein Ohr und er fragte sich was sein Vater wohl schmiedete. Noch einige Minuten lang blieb er im Bett liegen bevor er aufstand. Ich werde gleich einmal gucken gehen was er da macht, entschloss er sich beim Anziehen. Doch gerade als er das Zimmer verlassen wollte knurrte sein Magen. Nach dem Essen, nach dem Essen werde ich zu Vater gehen, entschloss er sich deshalb kurz entschlossen um.
Freundil stand unterdessen ebenfalls auf und kleidete sich an, schließlich hatte er zugestimmt den Zwergen, die kämpfen konnten beizubringen wie man einen Stein punktgenau auf dem Schlot einer der Maschinen zu schleudern.
Unterdessen schlief Irimbur weiter, auch er würde heute noch einige Stunden mit den Zwergen des Edelsteingebirges auf dem Übungsplatz verbringen, jedoch wollte er sie im Nahkampf unterrichten.
Einen Augenblick betrachtete Freundil seinen Freund voller Neid, denn auch er wollte weiterschlafen, einen Moment lang war er sogar versucht ihn aufzuwecken, besann sich aber eines besseren und verließ das Zimmer. Keine zehn Minuten später stand er mit gezückter Axt auf dem Übungsplatz und zeigte den dort versammelten Zwergen wie sie ihre Axt zu halten hatten, um einen Stein gut und vor allem zielsicher zu schlagen.
Inder Zwischenzeit hatte Rhumdan sein Frühstück beendet und befand sich auf dem Weg in die Schmiede. Die Schmiede lag tief unter dem Rest der Festung, trotzdem drang das donnern der Schläge laut bis hinauf zu Rhumdan, der erst den halben Weg zur Schmiede zurückgelegt hatte. Es hatte ihn schon gewundert als er am Morgen erwacht war, sonst hörte man von den Arbeiten in der Schmiede nichts, es sei den sein Vater experimentierte mit dem Nachtstahl herum. Aber warum sollte er gerade jetzt, wo doch wichtige Reparaturen anstanden mit Nachtstahl arbeiten, was auch immer sein Vater da unten machte er würde es herausfinden. Das schwor er sich selbst während er weiter die langen gewundenen Gänge entlangging und die langen Treppen herabschritt.
Einige Minuten später stand er vor dem schweren Stahltor, welches ins innere der Schmiede führte, doch als er versuchte es zu öffnen schien es zu klemmen. Also zog er weiter daran doch als es ich nach mehreren Minuten noch immer nicht öffnen ließ kam er zu dem Schluss das sein Vater das Tor versperrt haben musste, etwas dass er sonst nie tat, also begann er zu rufen, wartete jedoch noch bis es kurz still wurde, den dann so wusste er heizte sein Vater den Stahl gerade neu an und könnte sein Rufen überhaupt erst hören. „Vater mach das Tor auf, ich muss mit dir reden, lass mich rein!“ Sofort bellte eine sein Vater von innen heraus zurück. „Lass mich in Ruhe, ich muss mich konzentrieren, wenn du mit mir reden willst dann warte bis heute Abend. Und wenn es um einen neuen Angriff geht dann wende dich an unsere Gäste! Und jetzt verschwinde endlich und lass mich arbeiten!“
Ein wenig gekrängt weil sein Vater ihn bis jetzt immer gerne in der Schmiede gehabt hatte drehte Rhumdan sich um und kehrte auf sein Zimmer zurück. Dort angekommen entschloss er sich genau wie die anderen Zwerge an den Kampfübungen Freundils und Irimburs teilzunehmen. Er drehte also abermals um, verlies das Zimmer und wandte sich nach links dem Gang zu, der ihn in den Hof führen würde.
Als er im Hof ankam sah er voller Erstaunen das die Zwerge Freundils Training bereits beendet hatten und nun unter Irimburs Aufsicht von einem Ende des Hofes zum anderen liefen, nur um dort angekommen umzudrehen und wieder zurückzulaufen. Ein paar Augenblicke stand er unschlüssig da und überlegte ob er nicht einfach wieder gehen sollte, doch gerade als er sich abwenden wollte entdeckte Irimbur ihn und winkte ihn zu sich heran. Er trottete also zu ihm hinüber, immer darauf bedacht den anderen Zwergen, die über den Hof liefen nicht zu behindern. Er hatte noch nicht einmal die Hälfte der Strecke hinter sich als er Irimbur fluchen hörte, zu seiner Verwunderung fluchte er nicht mit einem der laufenden Zwerge sondern mit ihm. „Verdammt beeil dich doch endlich mal etwas, und hör auf die anderen nicht stören zu wollen, eine sich ständig ändernde Situation ist gut für das Training!“ danach stieß er noch einige Flüche aus, die Rhumdan nicht verstand oder in der alten Sprache gesprochen waren, welche er nie erlernt hatte. Rhumdan beschleunigte seine Schritte und war kurz darauf bei Irimbur angelangt.
Kaum war Rhumdan bei ihm begann Irimbur auch schon. „Hey Rhumdan wo warst du den so lange, ich dachte schon du wolltest nicht an meinem Training teilnehmen. Aber jetzt wo du hier bist kannst du ja auch direkt einsteigen, aber demnächst bist du gefälligst pünktlich.“ Irimbur grinste Rhumdan an und als dieser zu einer Erwiderung ansetzte würgte er sie schnell ab. „Um ehrlich zu sein Irimbur ich wollte gar nicht…“ „Was wolltest du nicht, an meinem Training teilnehmen, nichts da! Du wirst genauso Trainieren wie die anderen auch. Es sei den du kannst schon alles. Und kannst du alles?“ die anderen Zwerge waren stehen geblieben und sahen Rhumdan an, der sich geradezu von Irimbur in die Ecke gedrängt sah. Auch Rhumdan bemerkte die Blicke, die auf ihm ruhten und erwiderte gestärkt von seinem Stolz. „Zumindest Laufen kann ich bereits.“ Irimbur grinste ihn weiter an ohne ein Wort zu sagen. Erst nach einigen Sekunden begann er. „Wenn du dir da so sicher bist warum trittst du dann nicht gegen mich an, ich meine in einem Wettrennen? Ich werde auch mit der schwersten Axt laufen, die ihr hier habt und du kannst von mir aus ohne Axt laufen. Wenn du gewinnst brauchst du nicht an meinen Übungen teilnehmen, aber wenn ich gewinne musst du doppelt so lang wie die anderen mit mir trainieren. Na was sagst du?“ „Was werde ich wohl sagen, ich nehme natürlich an.“ Irimbur ließ sich daraufhin die schwerste Axt bringen und stellte einen der Zwerge ab, damit er ihnen das Startsignal gebe. Der abgestellte Zwerg ging einige Meter vor die in den lockeren Boden gezogene Linie während sich Rhumdan und Irimbur hinter der Linie bereit machten.
Als der Zwerg das Startsignal gab sprinteten die beiden los und Rhumdan ging in Führung. Als merkte dass er Irimbur schon weit hinter sich gelassen hatte nahm er etwas Tempo aus seinem Lauf und verfiel in einen gemächlichen Trapp. Schließlich erreichte er den Wendepunkt und lief wieder auf ihn zu. In dem kurzen Moment in dem sich ihre Wege überschnitten sah er ihm noch einmal ins Gesicht, der festen Überzeugung dort müsse sich Verzweiflung oder Überraschung abzeichnen, stattdessen grinste er ihm selbstsicher entgegen. Keine zwanzig Meter weiter hörte er plötzlich Irimburs Stimme, verstand jedoch nicht was dieser ihm zurief, erst weitere zehn Meter später konnte er ihn verstehen. „Ich komme!“ Rief Irimbur ihm die ganze Zeit nach. Überrascht blickte Rhumdan daraufhin einen kurzen Moment zurück und wäre benahe gestürzt, so sehr überraschte ihn der Anblick, der sich ihm da bot. Irimbur kam wie ein Elefant unaufhaltsam näher heran und schien trotz des enormen Tempos das er lief kein bisschen außer Atem zu sein. Rhumdan wandte den Blick sofort wieder nach vorn und beschleunigte seinen Lauf und blickte nun alle Paar Sekunden über die Schulter zu Irimbur zurück. Dieser kam, die Axt in der rechten als besäße sie überhaupt kein Gewicht, immer näher.
Nur noch zehn Meter, nur noch zehn Meter, nur noch…, feuerte Rhumdan sich selbst in Gedanken an. Er wollte sich schließlich nicht vor allen zum Affen machen weil er einen solch großen Vorsprung einfach liegen ließ. Und die Kampfübungen Irimburs wollte er schon gar nicht mitmachen müssen.
Und tatsächlich hätte er es beinahe geschafft, erst zwei vielleicht drei Meter vor dem Ziel wurde er von Irimbur überholt.
Triumphierend ging Irimbur nach der Überquerung der Ziellinie auf Rhumdan zu und drückte ihm eine kleine Streitaxt in die Hand wie sie Anfänger benutzten, danach baute er sich vor ihm auf und forderte ihn auf ihn anzugreifen, wobei er weiter grinste wie ein Honigkuchenpferd. Nach mehreren Stunden Training, bei dem Rhumdan so manche Standpauke erhielt beendete Irimbur das Training. Rhumdan wollte sich schon mit den anderen auf den Weg nach drinnen begeben als Irimbur ihn zurückrief. „Du nicht, hast du unsere Wette vergessen, du hast eine Stunde länger als der Rest.“ Rhumdan wollte protestieren aber er kannte Irimbur inzwischen gut genug um zu wissen das er auf der Wettschuld bestehen würde also ergab er sich in sein Schicksal und trottete wieder zurück auf den Hof.
Als die beiden drei Stunden später bei Tisch erschienen grinste Irimbur während Rhumdan offensichtlich kochte vor Wut. Während des gesamten Essens sagte er kein Wort und sprach man ihn an grummelte er nur etwas Undeutliches in seinen Bart, was so ähnlich klang wie lass mich in Ruhe. Irimbur dagegen war äußerst gesprächig. Zala, Voldan und Freundil warteten ab bis Rhumdan den Raum verlassen hatte, bevor sie ihn darüber ausfragten was er mit Rhumdan gemacht habe, das dieser so schlecht gelaunt war. Die einzige Antwort, die Irimbur ihnen gab war jedoch das er mit ihm Trainiert habe, wie man Zwerge nun einmal Trainiere und es Rhumdan eben nicht gewohnt sei auch einmal gegen jemand besseres zu kämpfen.
Einige Zeit redeten sie noch über das Training bis Zala plötzlich das Thema wechselte. „Wir müssen unbedingt einen Botschafter nach Raurach, der Hauptstadt der Menschen entsenden, um ihnen mitzuteilen was im Edelsteingebirge wirklich vor sich ging und sie um Unterstützung bitten.“ Begann sie völlig unerwartet nach der Hauptspeise. Freundil, der gerade einen großen Schluck Zwergenbier trank verschluckte sich vor Überraschung und das Bier lief im aus der Nase. Auch Irimbur reagierte überrascht, auch wenn er sich nicht verschluckte. Einzig Voldan und sein Sohn Rhumdan, der inzwischen wieder hereingekommen war, waren nicht überrascht. Sie nickten nur, denn auch sie hatten sich bereits Gedanken darüber gemacht wie man den anderen Herrschern am Besten sagen sollte, was im Edelsteingebirge vor sich ging. Sie sagten jedoch nichts, da sie bis jetzt noch keine brauchbaren Ideen hatten wie man es anstellen könnte, also warteten sie zunächst Zalas Vorschlag ab, der darin bestand das einige Zwerge des Nordens zur Stadt reisen und dort die Situation erklären sollten. Nachdem sie daraufhin längere Zeit diskutiert und sich schließlich darauf geeinigt hatten, dass sie, in Begleitung einiger anderer Zwerge bereits am nächsten Morgen nach Raurach aufbrechen würde, ging Zala auf ihr Zimmer um ihre wenigen mitgebrachten Dinge zu packen.
Die anderen blieben derweil im Speiseraum. „Warum darf ich die Königin eigentlich nicht begleiten?“ Wollte Rhumdan, der rechts von Freundil saß plötzlich wissen. „Weil du dein Training nicht vernachlässigen darfst. Drückeberger!“ Antwortete Irimbur und Funkelte ihn dabei an. Rhumdan wollte schon zu einer Antwort ansetzten aber da spürte er Freundils Ellenbogen zwischen den Rippen und entschied sich dagegen und zischte lieber Freundil etwas zu. „Wenn du deine Axt auch weiter mit fünf Fingern halten möchtest, solltest du mir nicht noch einmal wehtun.“ „Das hat dir wehgetan, das tut mir aber leid, mein Freund.“ Zischte dieser zurück. „Aber ich geb´ dir jetzt mal einen Tipp: sprich keine Drohungen aus, die du nicht einhalten kannst.“ Danach schwiegen die beiden einander an. Einige Stunden später ging auch Freundil zu Bett, doch er war nicht allein, die Zwergin, die ihnen bis dahin das Bier gebracht hatte begleitete ihn. „Viel Spaß!“ Rief Irimbur ihm noch hinterher, dann konnte er sich nicht länger zurückhalten und lenkte das Gespräch sofort auf die Axt. Es folgte ein langer Abend, in dessen Verlauf auch Rhumdan endlich erfuhr was sein Vater schmiedete und sich sofort mit ins Gespräch einbrachte. Erst als der Morgen bereits graute gingen sie auseinander.
Kurze Zeit später standen sie bereits wieder zusammen, jedoch nicht um zu reden, nein, sie standen zusammen weil sie Zala und einige andere Zwerge verabschiedeten, die sich auf den Weg nach Raurach machten um über den Frieden zu verhandeln. Als sie abgereist waren und alle auseinander gingen versperrte Irimbur Rhumdan den Weg. „Wo willst du hin? Hast du etwa das Training vergessen??

Währenddessen stand Konrad auf dem Balkon seines Zimmers und beobachtete den Sonnenaufgang, die Sonne erreichte gerade die Stadtmauern und hüllte sie in Purpurnes Licht, dass es fast so aussah als wollte sie sie verschlingen. Wie ein riesiges Purpurnes Ungeheuer, welches hinter ihnen wuchs und dabei alles was es berührte in sich aufnahm. Genauso wie das Dunkel, welches in den Mauern dieses Schlosses lauerte und Menschengestalt angenommen hat um uns alle zu seinen Werkzeugen zu machen. Dachte Konrad, wobei er an Lutezia dachte. Er hatte in den letzten Tagen des Öfteren mit dem König über sie und die Hochzeit gesprochen, die wirklich stattfinden sollte, er hatte ihm immer wieder erklärt was er davon hielt aber der König sagte immer nur: so kann ich sie besser beobachten und sehe früher was sie im Schilde führt, es besteht kein Grund zur Sorge. Mit diesem Argument hatte er auf all sein Bitten und Flehen geantwortet. Aber wenigstens hat er Gingko fröhlich begrüßt und dafür gesorgt dass jeder ihn und sein Volk akzeptieren und sie an den Verhandlungen teilnehmen dürfen. „Ach ja würde doch nur alles so gut verlaufen.“ Seufzte er noch einmal bevor er sich umdrehte und ins innere trat. Er bewohnte für die Zeit der Verhandlungen eines der sechzehn geräumigen Gästezimmer, die nur für besondere Gäste gedacht waren. Die anderen Verhandlungsführer bewohnten zumeist eines der kleineren, weniger luxuriöser eingerichteten Gästezimmer im Stockwerk unter ihm. Nur er, die Gräfin von Furtal im Süden, Litásíl der Elbenfürst und Gingko, als neustes Mitglied des Rates, hatten ihre Zimmer in diesem Stock. Bevor er das Zimmer verließ trat er, wie er es vor jeder neuen Verhandlungsrunde tat, noch einmal vor den Edelsteinbesetzten Zimmerbrunnen, mit dem Goldfuß, den er vor Jahren mal von den Zwergen des Edelsteingebirges zu seinem Amtsantritt geschenkt bekommen hatte. Seit dem gehörte der Brunnen zu seinem persönlichen Reisegepäck und erinnerte ihn immer wieder an die Freundschaft zwischen ihm und den Zwergen. Auch war er im Laufe der Jahre zu einer seiner Kraftspender geworden, die er immer dann nutzte, wenn wie heute wichtige Entscheidungen getroffen werden mussten und es wohl länger dauern würde. Nachdem er sich also kurz vor dem Brunnen auf die vor ihm liegende Aufgabe konzentriert hatte wandte er sich zur Tür und trat auf den Gang. Dort wendete er sich nach links um zu den Treppen zu gelangen, die ihn ins Erdgeschoss und somit das Stockwerk bringen würden in dem die Verahndlungen geführt wurden.
Als Konrad den Verhandlungssaal betrat waren bereits fast alle Verhandlungsführer im Raum, einzig Gilmer und Gingko fehlten noch. Langsam durchmaß er den Raum und lies sich auf seinen Platz gegenüber der großen Flügeltür, durch die er soeben eingetreten war sinken. Von dort aus musterte er jeden der Anwesenden und in den meisten Gesichtern spiegelte sich die stille Frage nach dem weswegen er in den letzten Tagen so sehr gegen den Krieg mit den Zwergen gewettert hatte wieder. Doch er sah dort noch etwas anderes, etwas das ihm Unbehagen bereitete und das er nicht zu deuten wusste. In den übrigen Gesichtern sah er zumeist Zustimmung oder Unverständnis, doch es gab auch jene, die ihn mit unverhohlener Feindschaft in den Augen anstarrten. Diese sahen in ihm wohl einen Verräter und Feind in den eigenen Reihen, den es auszuschalten galt, doch zu seinem Glück waren alle, die in diesem Raum zusamensaßen keine Feldherren. Diese pflegten ihre Gegner schließlich mit Waffengewalt zum Schweigen zu bringen, wäre ein solcher Feldherr unter ihnen gewesen so wäre er wohl schon nicht mehr unter den lebenden, egal wie beliebt er auch beim Volk sein mochte, ging es ihm plötzlich durch den Kopf.
Zur selben Zeit machten sich auch Gingko und Gilmer gemeinsam auf den Weg in den Verhandlungssaal, nachdem sie die letzten Stunden vor den heutigen Verhandlungen bei einem gemeinsamen Essen verbracht hatten. Gilmer hatte während des Essens versucht Gingko davon zu überzeugen das ein Krieg gegen die Zwerge unsinnig sei, bevor man nicht genau wüsste ob sie wirklich für diese Angriffe durch Maschinen verantwortlich waren. Gingko hatte sich all seine Argumente angehört, hatte zu dem Thema geschwiegen, sodass nicht ganz klar war ob er Gilmers Ansichten teilte oder sie für völligen Stuss hielt, trotzdem war er sich sicher dass Gingko seine Meinung teilte, den er hielt ihn für einen fähigen Diplomaten, der immer alle Argumente abwog und auch die allgemein gültigen Werte mit berücksichtigte. Und selbst wenn er meine Meinung nicht teilt, dachte Gilmer, habe ich ihm den Standpunkt unseres Volkes näher gebracht. Und er hatte ja auch noch Fürst Konrad als Verbündeten. Kaum hatten sie den Raum durch die schweren Flügeltüren betreten, verschlossen zwei Soldaten sie und sperrten sie somit ein oder die Außenwelt aus, wie man es betrachten mochte. Nachdem die beiden auf ihren Plätzen links und rechts von Konrad Platz genommen hatten begann der König, der sich überraschend dazu entschlossen hatte doch an den Verhandlungen teilzunehmen, die Eröffnungsrede, in der er die Zusammenarbeit der verschiedenen Völker in den vergangenen Jahren anpries und dazu aufrief es weiterhin so zu halten. Keiner der Anwesenden hörte ihm wirklich zu, denn sie waren zu sehr mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, außerdem kannten sie solche Reden nur allzu gut von früheren Zusammenkünften.
Auch Konrad, Gilmer und Gingko waren anderweitig beschäftigt, während sich Konrad mit Gilmer über ihre Strategie unterhielten fiel Gingko etwas am König auf das ihn überraschte, ein Zauber. Gingko fragte sich wofür König Pippin einen Zauber benötigte und streckte seine mentalen Fühler noch weiter aus, um herauszufinden wofür dieser Zauber gut sein mochte. Bereits bei seiner ersten Begegnung mit dem König war ihm etwas seltsam vorgekommen an dessen Ausstrahlung, damals war es jedoch noch nicht so deutlich gewesen und er hatte vermutet das er einfach aufgewühlt gewesen war. Deshalb hatte er sich nicht weiter darum gekümmert aber heute war es anders. Als seine Mentalen Fühler Pippin schon fast erreicht hatten trafen sie plötzlich auf Widerstand, eine magische Barriere, etwa einen Meter vor ihm, die wohl dazu gedacht war die Signatur des Zaubers unter Verschluss zu halten, was ihr offensichtlich misslang. Es dauerte nicht lange bis er eine Schwachstelle in der Barriere ausgemacht hatte und sie einfach durchschritt ohne sie zu zerstören, denn vielleicht war sie mit einer Art Alarm ausgestattet, der aktiviert wurde sobald sie zerstört wird. Kaum befand er sich im inneren der Barriere erkannte er den Sinn des Zaubers, es war ein Zauber der das Denken des Königs beeinflusste jedoch war das nicht der einzige Zauber den er feststellte, da war noch ein weiterer Zauber, ein Heilzauber jedoch kein Heilzauber im herkömmlichen Sinne sondern ein Zeitlich gebundener, er würde zu einem bestimmten Moment verschwinden und Pippin während er sich auflösen würde töten. Er beschloss sich zurückzuziehen, um mit Konrad und Gilmer über seine Erkenntnisse zu sprechen. Empfand es aber als seine Pflicht wenigstens die an den Heilzauber geknüpfte Falle zu vernichten.
Konrad betrachtete schon seit geraumer Zeit den zusammengesunkenen Körper Gingkos neben sich und wollte gerade die die Verhandlung unterbrechen als sich dieser plötzlich aufrichtete. Er erschreckte sich sosehr das er kurz zusammenzuckte. Gingko schien seine Reaktion überhaupt nicht bemerkt zu haben, denn er wandte sich sofort dem Thema der Verzu und brachte seine Meinung dar, wobei er Argumente anderer Teilnehmer entkräftete als wäre er nie mit den Gedanken abwesend gewesen. Entweder er war gar nicht weggetreten sondern hat sich einfach nur auf das Gespräch konzentriert, dachte Konrad, oder er hat irgendeinen Trick angewandt um sich das Wissen anzueignen. Ja so muss es sein, er redet hier von Dingen die außer mir eigentlich keiner in diesem Raum haben kann. Und dann fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen es war sein Wissen was auf das Gingko gerade zurückgriff, doch zu seinem eigenen Erstaunen war er ihm noch nicht einmal Böse deswegen. Stattdessen war er lediglich erstaunt und hoffte zur gleichen Zeit das er verschweigen möge das er seit Jahren Handel mit den Zwergen betrieb. Und seine Hoffnung war nicht umsonst, denn Gingko spürte dass er das verheimlichen wollte und schwieg sich darüber aus.
„Woher wisst ihr das alles Herr Gingko, ihr kennt die Zwerge doch gar nicht.“ Wollte Litásíl nach Gingkos Erörterung wissen. „Das ist wahr ich kenne die Zwerge nicht persönlich aber in unseren Geschichtsbüchern werden sie so beschrieben und mein Volk bevölkert jedes Gewässer, dass mit dem Meer verbunden ist. und auch im Edelsteingebirge gibt es Seen, die mit dem Meer verbunden sind.“ Antwortete er ihm, worauf sich der Elbenfürst zurücklehnte, er war offensichtlich zufrieden mit der Antwort. Konrad war sosehr damit beschäftigt den immer unruhiger werdenden Gingko zu beobachten, dass er von der Diskussion, die im Saal stattfand überhaupt nichts mitbekam. Als Pippin dann zur Pause Läuten ließ sprang Gingko plötzlich auf, griff sich Konrads und Gilmers Arme und zerrte sie durch die Flügeltür hinaus und in den Garten, wo Konrad ihm das erste Mal begegnet war. Dort angekommen kam ein Schwall ihm und Gilmer unbekannte Worte aus seinem Mund und Gilmer bekam bereits Angst da er dachte es wäre ein Zauber mit dem er sie belegen wollte, doch es waren wie sie bald erkannten Worte in seiner Sprache. So standen sie unschlüssig vor dem weiterredenden Gingko und verstanden kein Wort von dem was dieser sagte. Erst nachdem Gilmer die Geduld verlor und ihm eine Ohrfeige gab kam Gingko wieder zur Besinnung und sah die beiden einen Moment an bevor er begann. „Entschuldigt aber was ich da eben gesehen habe, das hat mich wohl etwas aus dem Konzept gebracht.“ „Hör auf in Rätseln zu labern, sag uns lieber verständlich was du gesehen hast, was wir nicht gesehen haben.“ „Na ja gesehen ist wohl der falsche Ausdruck, ich habe es eher ´gespürt´ …“ Was soll das den jetzt schon wieder heißen? Verdammt red endlich deutlich oder lass es bleiben!“ „Konrad, sei still! Und du Gingko fang noch mal von vorn an, ruhig und verständlich.“ „Also ich habe schon beim ersten Mal so ein seltsames Gefühl gehabt als ich ihm begegnet bin…“ „Wem begegnet bist?“ Unterbrach Gilmer ihn. „Dem Menschenkönig, Pippin, so heißt er doch? Na ja, jedenfalls hatte ich eben dasselbe Gefühl nur stärker, also habe ich nachgesehen, mental und da stand ich plötzlich vor einer magischen Barriere, ziemlich stümperhafte Arbeit, wohl in ziemlicher Eile erschaffen. Wie dem auch sei ich stand also vor dieser Barriere, hinter der sich allem Anschein ein starker Zauber verbarg. Ich konnte meine Neugier nicht unter Kontrolle halten und hab deshalb nach einer schwachen Stelle in der Barriere gesucht, und ich habe eine gefunden. Ich bin also ins innere geschlüpft und den Zauber betrachtet. Auf den ersten Blick wirkte es wie ein ganz normaler Heilzauber aber als ich genauer hinsah entdeckte ich eine angehängte Falle. Diese Falle hätte den König getötet, sobald ein bestimmtes Ereignis vorbei ist.“ „Noch mal für blöde bitte, jemand wollte Pippin töten?“ „Ja, so sieht es aus. Ich habe die Falle natürlich direkt zerstört, leider musste ich dabei auch den Heilzauber vernichten aber keine Sorge ich habe ihn sofort durch einen neuen ersetzt.“ „Schön und gut aber was mich viel mehr interessiert ist wer ein Interesse daran haben könnte den König zu töten.“ Sprach Gilmer seine Gedanken aus. Auch Konrad überlegte fieberhaft wer einen Vorteil davon hätte Pippin zu töten. Noch während sie so dastanden kam Konrad eine andere viel banalere Frage in den Sinn, die frage woher Gingko die allgemeine Diplomatensprache des Landes konnte. „Ich kann nicht nur diese Sprache, ich beherrsche sämtliche Sprachen des Landes, wir beobachten euch ja schon seit geraumer Zeit, lang genug um eure Sprachen zu erlernen.“ Antwortete Gingko auf die ungestellte Frage in der Sprache der Menschen als wäre es seine eigene. Ach ja, der kann ja Gedanken lesen, dachte Konrad und Gingko begann zu grinsen. „Ich muss mich übrigens noch bei dir bedanken, dafür dass du eben nicht gesagt hast woher ich all diese Informationen über die Zwerge gehabt habe. Zumal es stimmt das wir auch eine Siedlung im Edelsteingebirge, wie ihr es nennt haben. Jedoch ist vor einigen Jahren ein Felsen in den Fluss gefallen, der den von uns bewohnten See mit dem Meer verbunden hat. Und der Weg übers Land war uns immer zu gefährlich, sodass wir seit dem keinen Kontakt mehr zu den dort lebenden Latimerern haben.“. „Keine Ursache“, Sagte Konrad mit einem leicht ärgerlichen Unterton in der Stimme. „Keine Ursache.“,, Aber nun könntet ihr doch einen Boten über Land zu ihnen schicken um den Kontakt wieder herzustellen.“ „Ja, Gilmer das könnten wir und während wir hier stehen und reden ist der Bote bereits unterwegs. Er wird zu den angehörigen meines Volkes gehen, sich mit ihnen beraten und danach hierher aufbrechen, um uns bei den Diskussionen beizustehen.“ „Ja aber dauert das nicht viel zu lange, ich meine bis er hier ist sind die Entscheidungen doch schon längst gefallen.“ Gingko begann abermals zu grinsen und erwiderte fröhlich. „Er wird nicht wirklich hierher kommen, er wird nur mit mir in Kontakt treten, was meint ihr denn wie ich meinem Volk gesagt hab das ich nun an den Verhandlungen teilnehmen werden und ihr gar keinen Krieg gegen uns führen wollt.“ Verschämt blickten sich Konrad und Gilmer an, über dieses Thema hatten sie bis dahin noch gar nicht nachgedacht. Aus dem inneren des Palastes drang ein Glockenton, der das Ende der Pause verkündete und sie gingen gemächlichen Schrittes zurück in den Saal.

Freundil war gerade damit beschäftigt die Zwerge zum Kampf gegen die Armee der Orks, die sich einige hundert Meter vor den Toren der Festung aufgestellt hatten, vorzubereiten als Irimbur zu ihm trat und seine Axt, Schattentod, gen Himmel reckte. „Seid ihr bereit die Festungen, die die Orks euch nahmen zurückzufordern?“ Brüllte er unvermittelt, den Blick auf den Zwergen und als antwort erhielt er ein vielstimmiges ,,ja. „Seid ihr bereit all die zu rächen die durch die Klingen dieser Hässlichen, dreckigen Schlammfresser gestorben sind und ihnen zur ewigen Ruhe in der Schmiede der Götter zu verhelfen?“ Wieder ein vielstimmiges,, ja.“ „Dann tretet den Orks in den Arsch! Für Thor und all diejenigen, die im Kampf mit ihnen gestorben sind!“ Das Kampfgeschrei der Zwerge schwoll an und Freundil sah seinen Freund an. Er wunderte sich immer wieder darüber wie er es jedes Mal schaffte eine noch so schwache und ängstliche Meute zu echten Kriegern zu machen, nur mit Worten. Aber er fand eben immer die richtigen Worte um genau das zu erreichen. Erst jetzt fiel sein Blick auf die Axt in Irimburs Hand, diese Axt hatte er noch nie in seiner Hand gesehen, sie war schwarz doch sie glänzte grünlich im Licht, er war überwältigt von dieser unheimlichen Schönheit die dieser Axt zu eigen war. Die Axt selber war ebenso etwas ganz besonderes, ihr Doppelkopf wies zwar keinerlei Verzierungen oder Schnörkel auf aber an die Schneiden liefen oben und unten jeweils in lang gezogene spitzen aus, die ebenso scharf wie der Rest der klingen wirkte. Tatsächlich sah es fast so aus als könne man mit dieser Axt Schatten und Licht zerteilen. Freundil erkannte plötzlich wie gut diese Axt doch zu seinem Freund passte, Schnörkellos wie sein Kampfstil und gleichzeitig von einer Aura umgeben die ebenso furchteinflösend wie schön war. Erst als Irimbur die Axt langsam sinken lies viel ihm ein Detail auf das ebenso gut zu Irimbur passte, ihm jedoch einen Schauer über den Rücken jagte, ein Dorn aus Nachtstahl am Ende des Axtstils. Diese Waffe war keine die jeder zu führen im Stande war, ohne sich zu verletzten sie war in jeder Hinsicht an ihren Träger angepasst, den auch er besaß diesen Dorn, an dem sich viele verletzten, die mit ihm zu tun hatten und der vielleicht auch ihn selbst eines Tages verletzten würde. Nach seiner Ansprache konnten die Zwerge es kaum noch erwarten gegen die Orks ins Feld zu ziehen und als es dann endlich losging waren sie so aufgedreht das sie nicht bemerkten das noch eine weitere Gestallt aus der Festung trat und ihnen folgte. Irimbur war einer der ersten der die Orks erreichte und sich durch ihre Reihen schlug. Bei jedem neuen Gegner, den er niederstreckte meinte er ein freudiges vibrieren zu spüren, das durch die Axt ging und mit jedem Gegner den er dorthin zurück schickte wo er hergekommen war schien sein Schattentod mehr zu glänzen. Als die Orks merkten dass sie es bei ihm mit einem erfahrenen Krieger zu tun hatten zogen sie sich von ihm zurück und er fand sich bald darauf in einem Kreis leeren Schlachtfeldes wieder. Plötzlich sah er einen Schatten über sich hinweg, in Richtung der Orks ziehen und hörte Schreie sterbender Orks aus eben dieser. Sofort rannte er auf die Stelle zu an der der Schatten augenscheinlich gelandet war, in Erwartung eines neuen Feindes hob er während des Laufens die Axt und die umstehenden Orks bildeten vor ihm einen Gasse, einige waren jedoch nicht schnell genug, sie trafen die Schneiden der Axt oder der Dorn. Schließlich erreichte er die Stelle an der der Schatten gelandet war, in einem Kreis aus Leichen stand er und sah Irimbur an. Er sah ihn einfach nur an, ohne Furcht oder Feindschaft in den Augen, Irimbur konnte es nicht fassen vor ihm stand ein Wesen wie er es noch nie zuvor gesehen hatte, es wirkte ein wenig wie eine Mischung aus einem Nachtschwarm, einer Fledermaus und einem Elb. Denn sein Gesicht war schön geschnitten wie das eines Elbs oder eben ihren dunklen verwandten den Albae, eine Schönheit die für einen Zwerg schlicht unerträglich war, seine Haut hatte die gleich Farbe wie die der Nachtschwärme und zwei riesige Schwingen aus Lederartiger Haut entsprangen seinem Rücken. Was Irimbur jedoch am meisten verstörte war die Tatsache dass dieses Wesen sein Schwert das an seiner Hüfte baumelte nicht benutzt zu haben schien, sonst jedoch keine Waffen zu tragen schien. Noch immer betrachtete dieses Etwas Irimbur ohne ein Anzeichen von Angst, erst als er zum Angriff überging veränderte sich der Ausdruck in seinem Gesicht, jedoch nicht zu einem ängstlichen vielmehr zu einem verstörten Ausdruck in dem sich hauptsächlich Unverständnis widerspiegelte. Irimbur stürmte immer noch auf den vermeintlichen Gegner zu und stieß dabei wildes Kampfgeschrei aus. Nur Augenblicke nach seinem ersten Schritt war er bei ihm angelangt und schlug zu, sein ´Gegner´ wehrte zu seiner großen Überraschung den Angriff ab obwohl er sein Schwert noch immer nicht angerührt hatte, zwar war die Abwehr mehr schlecht als recht aber sie genügte um den Angriff umzulenken sodass er nicht die Körpermitte traf sondern nur das rechte Bein. Irimbur sprang von seinem ´Gegner´ zurück und betrachtete ihn wobei sein Blick auf den Händen des Wesens hängen blieb. Den dort wo eben noch nichts außer Fingerknöcheln gewesen war waren nun je drei lange, messerscharfe Krallen aus einem ihm unbekannten Material zu sehen, sie mussten wohl aus den Zwischenräumen der Fingerknöchel entsprungen sein als Irimbur seinen Angriff gestartet hatte. Nachdem er seinen Gegenüber einige Sekunden lang gemustert hatte fiel ihm auf das dieser eine Rüstung aus Nachtstahl trug und auf ihr zwergische Runen zu sehen waren. Ach egal, das werden sich die Schmiede dieser Ungeheuer von den Rüstungen der toten Zwerge abgeguckt haben und nun wollen sie uns damit verwirren, aber nicht mit mir, nicht mit Irimbur Schädelspalter! Mit einem Aufschrei stürmte Irimbur abermals los.
Voldan hatte aus einiger Entfernung gesehen wie Irimbur seinem Adoptivsohn angegriffen hatte und auch Rhumdan, neben ihm hatte es gesehen, gemeinsam hatten sie sich schnellst möglich zu den beiden durchgekämpft und in letzter Sekunde verhindert es zu schlimmeren kommt.
Als plötzlich zwei Äxte die seine aufhielten war Irimbur zunächst überrascht, die Überraschung wich jedoch schnell Ärger, er war einfach nur wütend auf diejenigen die ihn da an einem weiteren Sieg über einen neuen Feind aufgehalten hatten. Und als er sah wer ihn da gestoppt hatte wurde seine Wut noch größer und er begann die schlimmsten Zwergenflüche auszustoßen auf die beiden, die dafür gesorgt hatten dass sein Feind sich gerade ungehindert in die Lüfte erhob und davon flog. „Ihr seid mir ja vielleicht Zwerge, wegen euch ist gerade einer unserer Gegner entkommen!“ „Aber das war doch gar kein Feind, das war…“ „Ach nein was war er den dann, ein Zwerg vielleicht?! Ich glaube ich kann einen Feind Sehrwohl noch von einem Freund unterscheiden.“ Unterbrach er Rhumdan aufgebracht. „Das war Wampier mein Adoptivsohn“, mischte sich nun auch Voldan ein. „Dein was?“ „Mein Adoptivsohn“ wiederholte Voldan ruhig. „Also das ist ja wohl nicht dein Ernst…“ „Irimbur bitte lass mich…“ „Nein ich lass dich nicht erklären, solche Erklärungen hab ich schon viel zu oft gehört, nachdem meine Familie in der Schlacht vor den Toren unserer Festung vor 56 Jahren umkam. Meine Schwester mein Vater und meinen Bruder habe ich damals verloren, also hör auf mir irgendwas erklären zu wollen, ich will deine Erklärungen gar nicht hören, wenn du unbedingt ein Wesen des Schattens zum Sohn haben willst ist das deine Sache und ich werde sie akzeptieren müssen. Also dann.“ „Irimbur warte!“, rief Rhumdan ihm noch hinterher, doch er war schon im Getümmel der Orks verschwunden.
Er musste sich unbedingt auf andere Gedanken bringen, doch so viele Orks, Oger oder andere Gegner er auch tötete, es gelang ihm nicht.
Am Abend saßen sie alle gemeinsam im Festsaal der Festung und feierten ihren Sieg, zumindest fast alle feierten, Irimbur saß wie schon als er Ogertod verloren hatte in einer Ecke und starrte vor sich hin. Allein saß er in der Ecke des Raumes, in dem sich die Zwerge ansonsten kaum bewegen konnten vor lauter Zwergen. Einzig in seiner Ecke hielten sich keine anderen Zwerge auf, instinktiv meideten sie es in ihm näher als zehn Schritte zu kommen. Als plötzlich ein Schatten auf seinen Körper fiel knurrte Irimbur den Urheber des Schattens an ohne ihn anzusehen, der aber wich nicht zurück sondern kam noch einen Schritt näher, bevor er sich knapp außerhalb seiner Reichweite hinkniete. „Verschwinde, oder ich zereis dich in der Luft“, zischte er zwischen seinen Zähnen hervor, der warnende Unterton in der Stimme seines Freundes lies Freundil zusammenfahren und verriet ihm das es sein Ernst war. Trotzdem blieb er neben ihm und streckte seine Hand nach seinem Freund aus, um ihn aufmunternd an der Schulter zu berühren, während er seine Hand ausstreckte bemerkte er das sie zitterte und er konzentrierte sich darauf sie ruhig zu halten, um bloß nicht den Raubtierinstinkt in seinem Freund zu wecken. Plötzlich schnellte Irimburs Hand hervor und packte Freundils Arm noch bevor dieser überhaupt reagieren konnte. „Geh, verschwinde Freundil.“ Sagte Irimbur ruhig, so ruhig dass es schien als koste es ihn unendliche Selbstbeherrschung es nicht zu brüllen. „Nein ich werde nicht gehen, ich bin dein Freund und deshalb…“ „Eben deshalb solltest du verschwinden!“ Jegliche Wärme war nun aus Irimburs Stimme gewichen, stattdessen waren dort nun nur noch Kälte und ein leises Flehen. „Nein, ich gehe nicht!“ Nun sah Irimbur seinen Freund an, er sah ihn durch einen Schleier weißen Nebels und in seinem inneren tobte ein Sturm der Wut und Verzweiflung, die die Erinnerung an die Schlacht, bei der er seine Familie verloren hatte wiederaufleben hatte lassen und der nun nach einem Ventil suchte. Abermals fuhr Freundil zusammen als er in die Augen seines Freundes blickte, nein das war nicht länger sein Freund, etwas anderes hatte die Oberhand in seinem inneren gewonnen, nein noch nicht ganz, noch tobte der Kampf zwischen dem Irimbur den er kannte und dem der nun versuchte die Oberhand zu gewinnen. Obwohl er ihn schon des Öfteren im Blutrausch gesehen hatte, hatte er zum ersten Mal Angst vor seinem Freund, diesen wilden, tödlichen Ausdruck in Irimburs Augen sah er zum ersten Mal und er fühlte die Kälte, die in Irimburs inneren herrschte. „Verschwinde!“ wiederholte Irimbur sich und diesmal erhob Freundil sich und ging zitternd von ihm fort. Kaum war er außer Sichtweite begann Freundil zu rennen, wobei er die anderen Zwerge einfach fortschubste, er wollte einfach nur weg, weg von Irimbur, denn wenn dieser der eiskalten Wut und dem Schmerz, den er in seinen Augen gesehen hatte freien lauf lassen würde wollte er nicht in der Nähe sein, den niemand würde dann überleben, egal wer es war.
Kurz nachdem Freundil gegangen war bedeckte ihn ein neuer Schatten, diesmal knurrte er nicht sondern sah den Verursacher des Schattens direkt an und brüllte ihn an. „Verschwinde Wampier, geh!“ Als Wampier statt zu gehen einen weiteren Schritt in seine Richtung machte sprang er auf, wobei ihm Schattentod wie von selbst in die Hand zu springen schien, so schnell griff er nach ihr. Ehe er irgendwelche Schutzmaßnahmen ergreifen konnte spürte er bereits die kalte Schneide der Axt an seinem Hals. „Ich bin nicht zu dir gekommen um gegen dich zu kämpfen oder zu verletzen, ich bin hier um mit dir zu reden.“, versuchte er es leise flüsternd. „Ich habe aber keine Lust zu reden- und wenn du noch länger hier bleibst kann ich für nichts garantieren.“ Erwiderte Irimbur gefährlich sanft und plötzlich schien es als begänne Schattentod zu summen, ein stilles Lied der Vorfreude, auf das was noch folgen würde. “Aber du wirst mit mir reden Irimbur Schädelspalter“, er benutzte absichtlich seinen vollen Namen, um ihn daran zu erinnern wer er war. „Und nenn mich nicht Wampier, ich besitze auch einen richtigen Namen.“ „Pah, ich werde einen Scheiß tun und nun verschwinde endlich du Ausgeburt des Schattens!“ Fuhr Irimbur ihn an. „Nein ich werde bleiben, denn ich verstehe was du gerade durchmachst, ich selbst habe ähnliches durchgemacht als ich noch klein war.“ „Gar nichts weist du! Wenn du wirklich etwas Ähnliches durchgemacht hättest, wärst du gegangen als es dir noch möglich war, jetzt ist es dafür zu spät.“ Irimbur trat einen weiteren Schritt auf seinen Gegenüber zu und Schattentod begann lauter zu summen, sodass Wampier sich nun sicher war dass er es sich unmöglich einbildete. Als er ihm jetzt so nah stand konnte er sehen dass Irimbur am ganzen Körper zitterte und er bekam es langsam doch mit der Angst zu tun. Er hatte ja schon viele Male mit Zwergen gesprochen, die von einer solchen Wut gepackt worden waren dass sie nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden konnten und war auch schon des Öfteren von ihnen bedroht worden, doch niemals zuvor hatte er eine solche Kälte gespürt. Irimburs Wut war mit keiner seiner Erfahrungen zu vergleichen, seine Wut war kälter und wilder als alles was er je zuvor gesehen hatte, langsam wurde ihm klar warum Freundil nachdem er kurz neben ihm gekniet hatte fluchtartig den Saal verlassen hatte. Doch gleichzeitig kam ihm noch eine andere Einsicht, wenn ihm nicht gelingen würde ihn zu beruhigen, ihn zumindest aus den Fängen dieser kalten Wut zu befreien würde es ein Gemetzel geben das erst ein Ende fände, wenn alle Lebewesen in der näheren Umgebung tot wären oder Irimbur keine Kraft mehr hätte weiterzumachen, wobei es seiner Meinung nach wohl eher das erste wäre was das Gemetzel beenden würde, denn zum einen besaß Irimbur enorme Kräfte und zum anderen schien Schattentod ein Eigenleben entwickelt zu haben und sollte Irimbur die Kraft ausgehen selbstständig seine Ziele treffen, einfach indem sie seine Hände lenkte.
Irimbur kostete es enorme Anstrengung die kalte Wut nicht loszulassen, zumal Schattentod ebenfalls in einen Blutrausch verfallen zu sein schien und ebenfalls Blut vergießen wollte, sodass er nun mit zwei Feinden zu kämpfen hatte, mit Schattentod und sich selbst, dem Irimbur den er vor 56 Jahren tief in seinem inneren in einen Käfig gesperrt hatte und den er nie wieder hatte sehen wollen, doch nun waren die Käfigstangen gebrochen und er war wieder frei. Immer wieder flüsterte ihm eine Stimme, seine Stimme, zu er solle einfach nur loslassen, es wäre so einfach, so leicht, Schattentod würde einfach durch die Haut, die Muskeln und Sehnen gleiten, bis sie schließlich leicht auf den Knochen Wampiers aufläge. Er kämpfte das Verlangen nieder, das sich in ihm regte und versuchte erneut seinen Gegenüber, den er hinter dem weißen Schleier, der seine Sicht trübte kaum noch erkennen konnte.
„Bitte geh einfach, lass mich allein mit DEM Dämon meiner selbst, sonst wird er euch alle umbringen, ich kann ihn nicht ewig zurückhalten, ich muss ihn wieder einsperren, so wie all die Jahre zuvor, bitte geh. Geh.“ Statt einer Antwort zu geben stand Wampier einfach weiter da ohne sich zu rühren, dann spürte er plötzlich eine Berührung, nein keine Berührung in dem Sinne, er spürte sie nicht auf der Haut, vielmehr war es als ob der Geist eines anderen an seinem Geist entlang streichen würde. Einen Moment lang wurde das Verlangen die Wände des Saales mit Blut zu tränken fast zu stark und Schattentod in seiner Hand ruckte ein weiteres Stück näher an den Hals seines Gegenübers und für einen winzigen Augenblick berührte eine der Klingen die Haut, Blut quoll aus der kleinen Wunde und benetzte die Klinge, die es mit einem lauten Summen und leichtem Vibrieren begrüßte.
Ein summender Aufschrei füllte den Saal und jeder im Raum wandte sich zu der Quelle dieses Aufschreies um und sah die Szene die sich in einer Ecke des riesigen Raumes abspielte.
Plötzlich hörte er Wampiers Stimme in seinem Geist widerhallen. „Irimbur, glaube mir ich habe Ähnliches durchgemacht als ich feststellte das ich ein Sohn des Schattens bin, doch ich habe es akzeptiert und meine Wut auf mich war nicht viel geringer als deine auf dich nun ist, bitte, ich weiß es ist nicht möglich das allein zu schaffen, bitte lass dir helfen.“ „Ich sagte doch bereits du hast nichts Vergleichbares durchgemacht, meine Qual ist bedeutend anders und schwerwiegender.“ Erwiderte Irimbur immer noch gefährlich sanft, wobei ihm auffiel das er seine Stimme gar nicht hörte, doch er war sich sicher dass Wampier ihn gehört hatte. „Trotzdem wäre es besser wenn du darüber reden würdest und wenn ich dir einen Rat geben darf, schließ dein anderes Ich nicht noch einmal ein, denn es ist ein Teil von dir gewesen, bevor was auch immer passierte und ohne diesen Teil kannst du nie mehr der Irimbur werden der du einmal warst.“ „Wer sagt denn das ich überhaupt wieder zu dem Irimbur werden möchte der ich einst war?“ „Irimbur, ich sagte nie das du genau der selbe wirst wie damals, denn all das was in der Zwischenzeit passiert ist und dich zu dem gemacht hat der du heute bist wird auch weiterhin in dir sein. Doch vermisst du nicht manchmal einen Teil deiner Persönlichkeit, vermisst du nicht manchmal dich?“ Irimbur spürte wie die kalte Wut langsam abklang und einer tiefen Trauer wich, die er all die Jahre ignoriert hatte. „Es war vor 56 Jahren, damals kam meine ganze Familie in einer Schlacht gegen Orks ums Leben, und nur sie, auch ich wäre damals beinahe gestorben, doch der Tod nahm mich noch nicht mit sich zurück in die Schmiede Thors.“ Irimbur stockte und schwieg eine Weile während er noch einmal den Tod vor sich sah, wie er damals als er im Koma lag zu ihm gekommen war um ihn zu sich zu holen.
´Ich hier um dich zu holen´, hatte er gesagt und er hatte erwidert, dass er nicht sterben wolle, es gar nicht richtig war das er jetzt sterben solle und hatte trotzig den Kopf gesengt und die Axt erhoben um notfalls gegen den Tod zu kämpfen. ´Aber du bist von drei vergifteten Albaepfeilen getroffen worden, du musst sterben. ´ ´Nein, ich muss nicht sterben und ich werde nicht sterben´, hatte er dem Tod damals entgegnet und der Tod hatte ihn angegrinst und meinte, dass er Irimbur am leben lasse, was nicht nur an Irimburs Dickkopf läge, sondern vielmehr daran das Irimburs Aufgabe im Leben noch nicht erfüllt sei. Dann hatte der Tod sich umgedreht und war gegangen, von weitem hatte er Irimbur noch zugerufen dass er sich niemals verleugnen dürfe. Hatte er sich all die Jahre verleugnet in denen er Diese wunderschöne eiskalte Wut, die ihn um so viel stärker werden lies eingesperrt hatte, war es ein Fehler gewesen?
Wampier wartete geduldig bis Irimbur aus seinen Gedanken zurückgekehrt war und fort fuhr seine Geschichte zu erzählen. „Nachdem ich damals… aufgewacht war aus dem Koma und man mir sagte das meine Schwester, mein Vater und … mein Bruder tot sind, packte mich schon einmal diese kalte Wut und ich stürmte allein das Lager der Orks und ich lies ihr freien Lauf, keiner der Orks und Albae blieb am Leben, doch meine Wut war noch immer nicht vorbei, doch ich wollte nicht länger durch die Berge ziehen und Orks suchen, die ich töten könnte. Also beschloss ich in einem lichten Moment mein wütendes Ich in diesen Käfig in meiner Seele einzuschließen.“ Als er geendet hatte bemerkte Irimbur das ihm Tränen über die Wangen liefen und er wischte sie mit dem Arm ab, die eben noch Schattentod gehalten hatte. Da erst bemerkte er dass die kalte Wut aus ihm gewichen war, nicht ganz aber…, stattdessen war dort nur noch Irimbur, der ganze Irimbur. Jetzt erst wurde ihm klar dass ihn alle Zwerge im Saal anstarrten.
Er hatte es geschafft, er hatte Irimbur zur Besinnung gebracht, doch es hatte ihn solche Anstrengung gekostet dass seine Beine Zitterten und er sich nicht länger aufrecht halten konnte und begann zu fallen doch bevor sein Gesicht Bekanntschaft mit dem Mamorboden machen konnte fingen ihn Zwei starke Arme auf und er blickte in das Gesicht Irimburs. Dann schlief er vor Erschöpfung ein.
Als er wieder erwachte lag er in seinem Zimmer und von unten drangen noch immer die Geräusche des festes zu ihm herauf, obwohl er durch sein Fenster sehen konnte das die sonne bereits hoch am Himmel stand.

„Wir werden in einigen Stunden in der Hauptstadt ankommen, hoffen wir einmal das Konrad und Gilmer die anderen von ihrem Vorhaben abbringen konnten gegen die Zwerge in den Krieg zu ziehen:“ „Oder dass die Verhandlungen noch nicht beendet sind.“, fügte Zala leise hinzu, sie wusste das es fast unmöglich war Menschen ohne Beweise von etwas abzubringen. Also bettete sie schon seit der Abfahrt jeden Tag zu Thor er möge ihnen wohl gesonnen sein und sie rechtzeitig in der Stadt eintreffen um das schlimmste zu verhindern. Doch es schien als hätte er sich von ihnen abgewandt, denn schon zweimal hatten sie eines der Räder ersetzen müssen, weil sie gebrochen waren.
Zwei Stunden später tauchten am Horizont endlich die ersten Häuser der Vorgelagerten Dörfer der Stadt auf und Zala stieß einen Seufzer der Erleichterung aus, doch ihre gute Stimmung schlug schnell wieder ins Gegenteil um, denn bereits im ersten Dorf das sie durchquerten waren sämtliche Männer entweder mit dem Schmieden von Schwertern und anderen Waffen beschäftigt oder waren Holz hacken um die Essen anzuheizen. Als sie weitere drei Stunden später dann die Burg erreichten war ihre Stimmung noch weiter gefallen und stieg erst wieder ein wenig nachdem ihr einer der Wachen gesagt hatte, dass die Verhandlungen noch nicht beendet wären und sich die Fürsten und Vertreter der vier Völker gerade im großen Saal befänden. Dass die Wache von vier Völkern gesprochen hatte störte Zala nicht, wahrscheinlich hatte er sich ganz einfach versprochen, doch dass sie noch rechtzeitig gekommen waren freute sie ungemein. Geführt von Zala eilten die Fünf Zwerge aus dem Edelsteingebirge durch die langen, gewundenen Gänge der Burg bis zu einer großen Flügeltür, vor der zwei Wachen standen. ohne auf sie zu achten schritt Zala weiter auf die Tür zu und stieß sie mit der Hilfe eines anderen Zwerges auf, jetzt erst erwachten die Wachen aus ihrer Starre und rannten ihnen hinterher in den Saal um Zala und die anderen Zwerge zurück zu holen. Doch bevor sie die Zwerge packen und wieder vor die Tür setzen konnten sprangen Gilmer und Konrad auf um die Sechs Zwerge zu begrüßen. „Königin Zala, wie schön euch zu sehen, ihr habt euch also erholt und werdet die Verhandlungen wieder Übernehmen, sehe ich dies richtig?“ „Lass gut sein Gilmer, ich habe keine Lust mehr auf diese Scharade und außerdem ist sie nicht länger nötig, die Zwerge hier stellen eine Delegation des Edelsteingebirges dar. Wenn ich vorstellen darf…“ „Doron Meißelfaust, mein guter warum hat Voldan denn dich und deine Familie ausgewählt um hierher zu reisen, wo ihr doch so viele Hochgebildete Zwerge in euren Reihen habt, nicht das ihr nicht auch gebildet wäret.“ Kam Konrad ihr zuvor, wobei er völlig vergaß dass er den Anwesenden noch gar nichts von den Handelsbeziehungen zwischen Rohruhr und dem Edelsteingebirge erzählt hatte. Doch auch als es ihm kurz nach Vollendung des Satzes wieder einfiel störte er sich nicht weiter daran und ging von einem der Zwerge zum nächsten und umarmte sie zur Begrüßung. „Fürst Konrad ihr kennt diese Zwerge, die uns nun schon seit Monaten angreifen persönlich? Dann seid ihr wahrscheinlich mitverantwortlich für diese Maschinen! Und sie Königin Zala ihr lasst euren getreuen Freund Gilmer lügen, damit ihr mal eben so ins Feindesland reisen könnt und dann kommt ihr mit fünf unserer Feinde zurück! Ihr seid alle samt Verräter!“ Schallte daraufhin des Elbenfürstes durch den Saal und füllte jede noch so kleine Nische, obwohl er zwar laut sprach, jedoch nicht schrie, wenn Gilmer recht überlegte hatte er erst ein einziges Mal einen Elben schreien hören, dass war vor etwa einhundertvierzig Jahren gewesen, im letzten Krieg zwischen den Zwergen und Elben, damals hatte er viele Elben schreien hören. Die meisten dieser Schreie waren Todes und Angstschreie gewesen, doch auch Zwerge hatte er schreien hören, auch sie hatten damals viele Krieger verloren. Doch noch nie hatte er einen Elben Schreien hören, solange er sich nicht im Krieg befand, überhaupt zeigten Elben für einen Zwerg viel zu wenig Emotionen. „Nein, Litásíl wir sind keine Verräter, vielmehr sind wir die einzigen die nicht in einen Krieg ziehen möchten, bei dem die Feinde gar nichts von dem Krieg wissen, der wegen ihnen erst entstanden ist. Und zu deiner Information, ich habe diese Zwerge hier gebeten mich hierher zu begleiten, denn in den Tagen im Edelsteingebirge habe ich einige Dinge gesehen, die ich lieber nie gesehen hätte, ich habe Zwerge mit den selben Maschinen kämpfen und im Kampf mit ihnen fallen sehen. Diese Zwerge hinter mir habe ich gebeten mich hierher zu begleiten, damit ihr aus den Mündern beteiligter hört was im Edelsteingebirge schon seit Monaten geschieht. Bitte Doron komm in die Mitte des Saales und erzähle ihnen von den Angriffen, die ihr nun schon so lange Zeit abwehrt.“ „Alles Lügen, diese Zwerge stecken doch alle unter einer Decke!“,entfuhr es einem der Begleiter Litásíls. Nun hatte Gilmer doch noch einmal einen Elben außerhalb eines Schlachtfeldes schreien hören. „Beruhige dich, wenn die Zwergenkönigin jemanden mitgebracht hat, der uns alles erklären soll sollten wir ihn zumindest anhören bevor wir unsere endgültige Entscheidung treffen.“ Hallte plötzlich die Stimme eines kleinen blauen Wesens durch den Raum, doch der Elb dachte gar nicht daran sich zu beruhigen und sprang von seinem Platz auf. „Warum sollten wir uns diesen Zwerge denn noch anhören, wir haben doch schon lange genug zugehört und geredet!“ Brüllte er stattdessen weiter. „Setz dich wieder hin und beruhige dich, wirt werden uns anhören was Doron zu sagen hat.“, hallte wieder die Stimme Gingkos durch den Raum. „Aber, wir waren doch bereits bei der Abstimmung, wieso…“ „Setz dich wieder auf deinen Platz!“ Ohne weitere Einwände setzte sich der Elb zurück auf seinen Platz und Konrad wusste auch genau warum er keine Einwände mehr erhob, Gingko musste ihn mit Magie dazu gebracht haben sich wieder zu setzen.
Als es danach ruhig geworden war begann Doron zu erzählen, er erzählte von den ersten Angriffen, der Wesen des Schattens und davon wie die Angriffe ganz allmählich immer organisierter wurden, bis sie beinahe verloren hatten, an dieser stelle stockte er und fuhr erst wieder fort zu erzählen nachdem er einen Blick zu Zala geworfen hatte und diese ihm zu nickte. Dann erzählte er davon wie sie dank Irimbur und Freundil die Schlacht doch noch gewonnen hatten und davon das Irimbur seine Axt verloren hatte als er eine der Maschinen zerstörte, damit endete seine Schilderung und nachdenkliches Schweigen trat ein. Nach einigen Minuten dann erhob sich Pippin. „Ihr habt es alle gehört, ich würde nun gerne einige Worte sagen, die euch eure Entscheidung einfacher machen könnten, doch diese Entscheidung müsst ihr all allein treffen, ich kann euch lediglich raten ´verlasst euch auf euer Herz, es weiß immer noch am besten, was das richtige für euch und dieses Land ist.´ Lasst euch von euren Herzen führen, meine Freunde.“ Wieder setzte nachdenkliches Schweigen ein, bis Pippin erneut ansetzte. „So nun wird es Zeit dass wir eine Entscheidung treffen, entweder wir werden in den Krieg gegen die Zwerge im Norden Ziehen oder ihnen ein Heer aus Soldaten aller Völker zur Verstärkung schicken, Die Entscheidung darüber liegt einzig und allein bei uns, die wir uns in diesem Raum befinden. Wer ist also dafür dass wir in den Krieg gegen die Zwerge ziehen?“ vereinzelt erhoben sich Finger in die Luft, einer von ihnen gehört, wie Zala auffiel Litásíl, was sie sehr enttäuschte. „So wer ist nun dafür dass wir ein Heer zusammenstellen, welches den Zwergen zur Hilfe eilt?“ Weit mehr Finger als zuvor erhoben sich. Erleichtert atmeten Gilmer, Gingko und Konrad auf und Doron und seine Familie entspannten sich sichtlich von der Anspannung, die sie überkommen hatte nachdem sie den Saal betreten hatten. Danach verbrachten die Zwerge noch einige Zeit im Saal, um mit den anderen Fürsten und Abgesandten zu beraten, wo sich die Heere der verschiedenen Völker treffen und versammeln sollten. Nachdem dies geklärt war trafen sich Gilmer, Zala, Doron, Konrad und Gingko im Garten, in dem Gingko zum ersten Mal Kontakt zu den anderen Völkern hergestellt hatte, und redeten von der Situation im Edelsteingebirge. Doch Zala und Doron, die die gesamte Zeit berichteten fragten sich die ganze Zeit über welchem Volk Gingko wohl angehören möge und irgendwann platzte eben diese Frage aus Doron heraus. „Ich bin ein Latimerer und wurde von unserer Königin Latiemsee ausgesandt um in Erfahrung zu bringen ob die drei Landvölker sich rüsten um gegen unser Volk vorzugehen oder ob sie sich für einen Kampf mit den Kreaturen der Schatten rüsten. Und wie ich feststellte habt ihr euch gerüstet um gegen eines eurer Völker in den Krieg zu ziehen…“ „Nicht alle von uns wollten in den Krieg ziehen“, warf Konrad darauf ein und Gingko stimmte ihm zu, wobei er sich eine Spitze nicht verkneifen konnte. „Du hast recht nicht alle wollten in den Krieg ziehen, die besonders Weisen waren gegen diesen Krieg, obwohl sie wohl nicht so weise gewesen wären, hätten sie den Feind nicht persönlich gekannt. Aber nun weiter nachdem ich unserer Königin davon berichtet hatte, befahl sie mir ich solle noch ein wenig länger in Raurach bleiben und ihr bericht erstatten, was hier vor sich ginge, doch noch am selben Abend wurde ich von Konrad entdeckt und somit ist es mir und den anderen Latimerern nicht mehr möglich gewesen uns aus eurem Kriegsgeplänkel herauszuhalten, und so wurde ich kurzerhand zum Vertreter meines Volkes bei den Verhandlungen.“ „Und sie hätten keinen besseren finden können, er hat sogar den König der Menschen gerettet.“ Mischte sich nun Gilmer ein. Sofort macht sich Panik in Zala breit. „Was wovor hast du Pippin gerettet? War etwa jemand hier und hat versucht ihn zu töten?“ „Nicht direkt, ich habe lediglich einen Zauber zerstört, den irgendwer an einen Heilzauber gebunden auf ihn gelegt hatte, dieser Zauber hätte ihn irgendwann getötet, doch da war noch ein anderer Zauber, der macht mir viel mehr Sorgen, als diese Stümperhafte Falle und die Frage wer da hinter steckt. Ich versuche nun schon seit dem Tag an dem er mir zum ersten Mal aufgefallen ist zu zerstören, doch er ist irgendwie anders als alle Zauber, die ich bisher gesehen habe und er ist mächtig, weit mächtiger als dieser Heilzauber und die Falle, dahinter steckt mit Sicherheit ein sehr mächtiges Wesen.“ „Moment, nur damit ich das richtig verstehe, du hast eine magische Falle beseitigt, die jemand an einen Heilzauber gebunden auf Pippin gelegt hat. Das bedeutet aber doch dass du auch über Magie verfügst. Und weiter hast du einen Zauber entdeckt, der ebenfalls auf Pippin wirkt, den du aber nicht zerstören kannst.“ „Jedes Lebewesen verfügt über ein gewisses Maß an Magie, und den Rest brauchst du doch nicht extra wiederholen, das habe ich doch gerade gesagt, ja, ein Zauber, der das Denken des Königs beeinflusst, liegt noch auf ihn , doch ich verfüge nicht über genügend Macht um ihn zu zerstören, doch noch scheint der Zauber sowieso noch nicht starken Einfluss auf ihn zu nehmen.“ Sie blieben noch zwei weitere Stunden im Garten, dann wurde es zu kalt um weiter ungeschützt draußen zu bleiben, wollte man sich keine Erkältung einfangen und sie gingen wieder hinein um sich in Gingkos Gemach weiter zu unterhalten.
Etwa eine Stunde nachdem sie das Zimmer betreten hatten klopfte es an der Tür und als Gingko öffnete kamen zwei Wachen ins Zimmer. „Sie werden uns alle begleiten, ab sofort sind sie auf befehl des Königs Gefangene und werden ins Verließ gebracht.“, begann eine der Wachen. Soviel dazu das der Zauber noch nicht wirkt.“, zischte Gilmer Gingko zu. „Ich sagte nie das er noch nicht aktiv ist, ich sagte lediglich, dass er noch nicht seine volle Kraft erreicht hat.“, zischte dieser zurück. Zala ließ die beiden streiten, sie war in ihren Gedanken schon ein gutes Stück weiter, sie überlegte bereits, wie sie aus dieser Lage wieder herauskommen könnten, doch so sehr sie sich auch mühte, ihr wollte einfach nichts einfallen, also entschloss sie sich dafür erst einmal gar nichts zu unternehmen und stattdessen einfach abzuwarten.
Im Edelsteingebirge unterdessen machte Freundil sich Gedanken über ein ganz anderes Problem, er hatte Irimbur schon seit fast drei Tagen nur noch zum Frühstück und den anderen Mahlzeiten gesehen und da war er nie besonders gesprächig gewesen. Langsam kam ihm der Verdacht, dass dieser Wampier etwas mit Irimburs Verhalten zu tun haben könnte, hatte Rhumdan nicht gesagt er habe bei Irimbur gestanden, nachdem er selbst in diese kalten, glasigen Augen voller Schmerz und Trauer, gemischt mit einer schier unbegrenzten Wut geblickt hatte? Hatte er nicht auch gesagt Irimbur seien Tränen über die Wangen gelaufen, nachdem Wampier einige Zeit bei ihm gestanden hatte, was mag Wampier wohl mit Irimbur gemacht haben, dass er sich nun derart abschottete. Freundil beschloss zunächst Irimbur nach dem Essen abzufangen und ihn zur Rede zu stellen, sollte er dabei nichts erfahren, würde er eben auch Wampier ausfindig machen und ihn auch zur Rede stellen. So ging er mit gemischten Gefühlen zum essen in den Speisesaal, einerseits hatte er Angst er könne in Irimburs Augen wieder diesen glasigen Blick sehen, andererseits war er jedoch auch gespannt was er ihm sagen würde sollte er mit sich reden lassen.
Nach dem Irimbur sein Essen beendet hatte und den Raum verließ entschuldigte sich auch Freundil und folgte seinem Freund durch einen der langen Gänge in Richtung der Gemächer, auf halbem Wege holte er ihn schließlich ein und hielt ihn auf. „Was ist los mit dir Irimbur, du schließt dich nun seit Tagen in dein Zimmer ein und redest so gut wie gar nicht, bitte sag mir was ist los mit dir.“ „Du willst wissen was mit mir los ist, dann erforsch meine Vergangenheit, ich versuche im Moment einfach nur alte Wunden heilen zu lassen…“ „Ich wollte eine klare Antwort auf meine Frage Irimbur, sonst…“ „Sonst war ich nicht ich selbst, dies war die klarste Antwort, die ich dir geben kann, ohne dass ich dich zu sehr mit in meine Probleme, mit denen ich allein zu Recht kommen muss hinein ziehe.“ „Was soll das heißen du warst nicht du selbst? Und was soll der Quatsch mit zu tief in deine Probleme hinein ziehen, ich bin dein Freund verdammt, mich kannst du gar nicht zu tief mit reinziehen, geschweige denn ausschließen! Wenn du Probleme hast, dann rede mit mir, allein kann man Problame der Vergangenheit nicht lösen…“ „Seltsam etwas Ähnliches hat Wampier auch zu mir gesagt, und dass ich mich mit mir als ein Teil meiner Selbst Annerkennen muss…“ „Was nuschelst du da vor dich hin, du musst dich als Teil von dir Annerkennen? Was soll das denn wieder heißen?“ „Das heißt, dass wir uns unterhalten müssen, aber nicht hier im Flur.“ Freundil war dermaßen Perplex von Irimburs schnellen Sinneswandel, dass Irimbur ihn die ersten Meter hinter sich her ziehen musste, bevor er von alleine neben ihm herging.
In Irimburs Zimmer angekommen ließ Freundil sich in einen der Sessel in der Mitte des Raumes fallen und wartete darauf das Irimbur beginnen würde ihm zu erzählen was ihn bedrückte, plötzlich fiel ihm auf wie paradox diese Situation war, er, der er selbst doch noch nie schwerwiegende Probleme bewältigen musste sollte nun Irimbur dabei helfen etwas zu bewältigen, das so groß war, dass es Irimbur, den mächtigsten Zwergenkrieger dazu brachte sich von allem anderen abzuschotten. „Willst du was trinken, einen Brandy vielleicht?“, fragte Irimbur plötzlich in die Stille hinein, und läutete so ganz allmählich den Tanz der Worte ein, in dessen Verlauf die Freundschaft, der beiden auf eine harte Probe gestellt werden würde und bei dem sie womöglich völlig zerstört werden würde, doch obwohl ihnen klar war, was auf dem Spiel stand, mussten sie dieses Schlachtfeld betreten, denn ohne diese Prüfung, auch das war ihnen klar, würde dieses Problem nie aus der Welt geschafft sein und Irimbur nach und nach kaputt machen.
Während Irimbur überlegte, wie er am besten beginnen sollte, kam ihm in den Sinn, dass irgendwo in einer anderen Ebene der Existenz der Tod ihn jetzt beobachtete und entscheiden würde, ob es richtig gewesen war ihn am leben zu lassen, oder ob es am Ende ein Fehler war, den er bald wiedergutmachen würde. Und Irimbur begann zu hoffe, das der Tod zu den richtigen Schlüssen kommen und ihn leben lassen würde.
Obwohl Freundil ihm nicht geantwortet hatte reichte Irimbur seinem Freund das Glas Brandy und schüttete sich selbst noch ein Glas ein, dann ging er zu Freundil in die Mitte des Raumes und ließ sich in den Sessel, der Freundils gegenüberstand sinken. Lange Zeit sagte er nichts, sondern starrte auf die goldbraune Flüssigkeit in seinem Glas und Freundil wagte es nicht ihn anzusprechen, da er ahnte, dass Irimbur sich erst sammeln musste, um das bevorstehende zu meistern. Dann als hätte jemand einen Knoten platzten lassen, der seine Gedanken festgehalten hatte, begann Irimbur zu erzählen. Jede noch so winzige, scheinbar unbedeutende Einzelheit platzte aus ihm heraus und für Freundil hörte es sich an als berichte Irimbur ihm gerade, was gestern passiert war, obwohl er doch von Begebenheiten von vor 65 Jahren sprach. All das schleppte er all die Jahre mit sich herum, wie hat er das nur ausgehalten, es muss ihn doch fast erdrückt haben? Als hätte er Freundils Gedanken gehört beantwortete Irimbur dessen frage. „All die Jahre in denen wir uns nun kennen, Freundil, habe ich diese Erinnerungen versucht zu verdrängen, ich habe sie eingesperrt in meinem innersten, doch aus meinen Träumen habe ich sie nie ganz verbannen können und ich habe schon länger das Gefühl gehabt, dass diese Erinnerungen, dieses andere Ich , welches damals entstand und vor dem ich so große Angst hatte, stärker wird. Als Rhumdan und Voldan mich dann auch noch daran erinnerten, was damals passierte, war es zuviel, ich konnte mich nur noch mit Mühe unter Kontrolle halten, natürlich sie haben es nicht mit Absicht getan aber…, beinahe wäre das gleiche noch einmal passiert wie vor 65 Jahre, beinahe wäre ich zu dem Monster geworden, das damals zwei dutzend Orklager zerstört hat, was die niemand weiß ist, das damals beim ersten Lager noch zwei andere Zwerge dabei waren, Urtil und Gerister, Geschwister, sie wussten ja nicht mit was für einem Monster sie unterwegs waren, es tut mir so Leid, es hätte niemals passieren dürfen, ich hatte sie so oft gewarnt…“ Als er sah das es Irimbur enorm viel kraft kostete stand Freundil auf und ging zu seinem Freund, und kniete sich neben ihn, wobei er eine Hand aufmunternd auf dessen Schulter legte, zumindest hoffte er das es aufmunternd wirkte. „Was, Irimbur, was hätte niemals passieren dürfen?“ Irimbur sah seinen Freund durch einen Tränenschleier hindurch an bevor er wieder in sein Glas starrte. „Sie sind gestorben, beide…“ „Aber das ist doch nichts, was dir leid tun müsste, schließlich sterben in jedem Kampf Zwerge und…“ „Es waren aber nicht die Orks oder Oger, die sie töteten, ich, ich war es der sie Tötet, ich in meiner blinden Wut auf alles was lebt und auch auf den Tod!“ Fuhr Irimbur seinen Freund an, der daraufhin zurückwich. „Es tut mir Leid, ich wollte dich nicht so anfahren…“, begann er, doch es war zu spät, zwischen ihnen war eine Kluft entstanden, die entweder noch in diesem Gespräch wieder geschlossen werden musste oder für immer da sein würde. Da Irimbur verstand das er diese Kluft, die er soeben selbst geschaffen hatte nur zu schließen war, indem er weiter erzählte fuhr er fort in seiner Erzählung, er erzählte von dem Kampf, den er mit sich selbst ausgefochten hatte und in dessen Verlauf er dieses traurige, schmerzerfüllte und wütende Ich einen Käfig sperrte und zu dem Zwergen zurückkehrte. Er erzählte auch von seinen Träumen, in denen Urtil, Greister und der Tod ihn aufgesucht hatten und versucht hatten mit ihm zu reden, er sie jedoch nie bis zu sich vordringen hatte lassen. Schließlich beendete er seine Erzählung mit dem Gespräch mit Wampier, dieses seltsame Gespräch, das zwar nur in seinem Kopf stattgefunden hatte, aber dennoch stattgefunden hatte. Nachdem er geendet hatte schwiegen sie sich lange an, bevor Freundil begann etwas zu sagen. „Irimbur, wir kennen uns nun schon lange aber… ich weiß nicht wie ich es sagen soll…“, Irimburs Schultern sanken ein wenig nach unten, er hatte die Freundschaft zerstört, die sie so lange geteilt hatten, „Dieses Monster von dem du erzählt hast, das bist nicht du, nicht du hast Urtil und Greister getötet, das war das Monster, welches aus Trauer und Wut entstand, doch das bist nicht du…“ Obwohl Freundil unentwegt weiterredete, hörte Irimbur ihm nicht zu, erst als Freundil aufstand um zu gehen erwachte er aus seiner Lethargie. Er wollte ihm den Weg versperren, ihn irgendwie zu bleiben bringen, damit er die Freundschaft vielleicht noch retten könne, doch er wusste das all das nichts bringen würde, das Band, das sie verbunden hatte war gerissen.
In der Türe drehte sich Freundil noch einmal um, um sich zu verabschieden und sah auf den zusammengesunkenen Zwerg im Sessel herab, der einmal der stärkste Zwerg gewesen war, jetzt sah er eher aus wie ein uralter Zwerg, der nicht einmal mehr eine Axt heben könnte, wenn er es müsste um einen Ork zu enthaupten. Es tat ihm weh seinen Freund so zu sehen, glaubte er am Ende womöglich, dass er sich von ihm abgewandt hatte, nein das konnte nicht sein, oder doch? „Gute Nacht Irimbur, mein Freund.“ Verabschiedete er sich und schritt auf den Gang, beim Schließen der Tür erhaschte er noch einen kurzen Blick auf Irimbur, der in die Richtung Tür blickte und glaubte so etwas wie Erleichterung in seinen Augen zu sehen.
Am nächsten morgen waren sowohl Irimbur als auch Freundil bereits früh beim Essen, da beide jedoch nicht so recht wussten wie es weitergehen sollte, konnte zwischen ihnen schwiegen sie sich nur an und hofften jeder für sich dass der andere den ersten Schritt tun würde, der ihm zeigte wie er sich dem anderen gegenüber verhalten sollte, doch sie warteten vergebens.
Wampier saß derweil in seinem Zimmer auf dem Bett und beobachtete die beiden von dort über mentale Fühler, die er nachdem er nachdem erwachen eine Woge aus Angst und ein wenig gespannter Erwartung gespürt hatte, nun spürte er zwar immer noch die selbe Mischung in jeder der beiden Auren, doch nachdem sich die beiden Zwerge begegnet waren war es ein anderes Mischungsverhältnis, der Anteil der gespannten Erwartung war gestiegen, während der der Angst drastisch gesunken war, nachdem sie sich begrüßt hatten. Während er die beiden so beobachtete lief er unruhig in seinem Zimmer auf und ab, er wurde zunehmend nervöser, da er schon die ganze Zeit darauf wartete einen Hauch von Freundschaft zu erspüren, diesen hätte es bereits nach einigen Augenblicken geben sollen, doch er blieb einfach aus. Das sollte nicht so sein, die beiden waren Zwerge, sie regten sich schnell auf, waren leicht aus der Verfassung zu bringen, zerstritten sich oft und vor allem schnell, doch sie versöhnten sich normalerweise auch schnell wieder, er wusste das mit am besten, bei der Dunkelheit der Nacht und dem Licht des Mondes, er war bei ihnen aufgewachsen! - Wieso also, wieso spürte er keinerlei Anflug von freundschaftlichen Gefühlen bei den Beiden, die normalerweise so extrem viel davon versprühten, wenn sie nicht gerade kämpften. Was war zwischen ihnen Vorgefallen, hatte es etwas mit dem Gespräch zu tun, das die beiden am Vortag geführt hatten, hätte er dieses Gespräch besser belauschen sollen? Während er noch über den Gedanken nachgrübelte spürte er plötzlich etwas anderes, eine der Auren veränderte sich, einen Augenblick wollte er schon hoffen, bis er die Aura genauer betrachtete und feststellte das es keineswegs freundschaftliche Gefühle waren, die dort aufkeimten, es war Wut, einer der beiden wurde wütend über die Reaktion des anderen auf seinen Anwesenheit.
Irimbur, das ist Irimbur, er wird wütend, die Eiskalte Wut wird ihn wieder packen, er ist aber doch noch nicht soweit, das er mit ihr umgehen, sie kontrollieren kann. Er wirbelte zur Zimmertür herum und rannte los, er musste rechtzeitig im Speisesaal ankommen und Irimbur aufhalten. Als nach etwa einer Minute vor der Flügeltür zum Speisesaal stand schwabte eine Welle der Wut nach der anderen über seinen Geist hinweg und trotz dieser immensen Wut, die er spürte war er erleichtert, das es immer noch nur Wut war, die er spürte und keine Kälte. Nachdem er die Tür geöffnet und ins Zimmer geschlüpft war taumelte er zurück gegen die Tür, er war auf alles vorbereitet gewesen nur nicht auf das was sich ihm da bot, nicht Irimbur war es von dem diese Wut ausging, sondern Freundil, Freundil war derart wütend geworden, möge die Nacht uns beschützen, es fehlte nicht viel und auch Freundil würde in eisige Wut verfallen. Und Irimbur, der nun auch ohne über mentale Fühler zu verfügen, diese Wut spürte verfiel sofort in einen Blutrausch, welcher mit jener eisigen Wut einherging, vor der sich jeder fürchten sollte, ja musste.
Freundil spürte wie er immer wütender wurde, hatte er denn nicht gehört, nicht gespürt dass er ihre Freundschaft erhalten wollte und ihn nicht fallen ließ. Er musste es doch gemerkt haben, oder war er dermaßen abgestumpft, dass er selbst das übersehen konnte. Nun kam ihm diese gewalttätige Wut zugute, die sich in ihm aufbaute, bis sie ihr Maximum erreicht hatte, diese Wut würde er benützen um Irimbur klarzumachen, dass er falsch lag wenn er annahm das ihm die Freundschaft zu ihm nicht genug bedeutete als dass er über seine Tat hinwegsehen könnte, die er im Blutrausch und gepackt von dieser eisigen Wut begangen hatte. Zum Teufel er hatte ihm bereits gestern verziehen, wie konnte er das übersehen haben. Bei Thors Hammer, er würde ihm klarmachen, dass er ihm verziehen hatte und sich nicht von ihm abwenden würde. Dann plötzlich begann Irimbur zu sprechen. „So du konntest mir also nicht verzeihen und wendest dich von mir ab, nun gut, es ist deine Entscheidung, du wirst sehen was du davon hast.“, richtete er sich an ihn, wobei seine Stimme keinerlei Emotionen erkennen ließ, er klang beinahe sogar gelangweilt. Dies verwirrte Freundil sosehr, dass er seinen Freund nun direkt ansah. „Du hast mir ja nicht einmal Zeit gelassen mich zu entscheiden, ja im Moment habe ich mich von dir abgewandt aber du hast es auch nicht anders verdient, wenn du das jetzt so auslegst, dass ich mich für immer von dir abgewandt habe, dann will ich dich in dem Glauben lassen und genau das tun, denn dann willst du nicht das ich länger dein Freund bin!“, fuhr er ihn an, als ihm plötzlich in den Augen seines Freundes etwas aufblitzen sah, etwas kaltes und er begann seine Worte zu bereuen, doch es war zu spät, Irimbur war bereits in eisige Kälte gehüllt, die einen schützenden Kokon um ihn bildete. Warum, warum hatte er sich nicht zurückhalten können und hatte diese Worte ausgesprochen. Dann sah erneut ein flackern in den Augen seines Freundes, doch diesmal ließ es ihm keinen Schauer der Angst über den Rücken laufen, sondern ließ ihn Hoffnung schöpfen. Er hatte einen Anflug von Traurigkeit in seinen Augen gesehen, einen Augenblick nur, doch das genügte ihm, es gab noch Hoffnung, er konnte ihn wieder ins hier und jetzt zurückholen, er durfte nur keinen Fehler begehen. „Das ist nicht war ich hab mich nicht von dir abgewandt, ich weiß nur noch nicht wie ich mit dir umgehen soll, jetzt nachdem du…“ „Nachdem ich was, nachdem ich mich selbst angenommen und dir erzählt habe was in meiner Vergangenheit geschehen ist.“ Da war sie wieder diese kalte Wut, doch sie hatte bereits eine wärmere Note bekommen, das ließ ihn Hoffen. „Ja.“ „Warum weist du nicht wie du mit mir umgehen sollst, ich bin kein anderer als davor, nein das stimmt nicht, ich bin ein anderer aber ich bin doch immer noch Irimbur, dein Freund…“, widersprach er sich selbst nach kurzem zögern, wobei seine Stimme leise und kraftlos wirkte und ihn so zerbrechlich wirken ließ. Niemals hätte Freundil vermutet, dass in Irimbur ein solch schwaches, zerbrechliches Wesen wohnte. Er ging ohne ein weiteres Wort zu sagen auf ihn zu und nahm ihn in die Arme und Irimbur begann zu weinen, zum ersten Mal in ihrer langen Freundschaft sah Freundil seinen Freund weinen.
Wampier, der die ganze Zeit von den beiden unbeachtet neben der Tür an der Wand gelehnt hatte verließ den Raum wieder auf die gleiche lautlose Weise wie er ihn betreten hatte und begann zu grinsen. So mächtig konnte Freundschaft also werden, das selbst jene Kalte Wut Irimburs sie nicht zum schweigen bringen konnte. Ich hoffe dass auch ich eines Tages einen solchen Freund wie Freundil haben werde, der keine Angst vor mir hat egal wie viel mächtiger als er ich auch sein mag. Bitte ihr Götter, bitte schickt auch mir einen solchen Freund an meine Seite. Und obwohl er noch nichts ahnte hatte sie ihn bereits lange vor seiner Bitte erhört und ihm einen solchen Freund zur Seite gestellt, auch wenn er ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannte.

Im Kerker Raurachs waren Zala, Gingko und Konrad derweil in ein hitziges Gespräch vertieft, dessen sinn im Grunde nur darin bestand ihre Gemüter zu kühlen, denn jeden, ob er es nun zugab oder nicht regte es auf gefangen zu sein, nur weil der König sich nicht unter Kontrolle hatte. Wie hatten sie auch glauben können der Zauber der auf ihm lastete würde noch so lange ruhen bis sie einen Weg gefunden hatten ihn zu brechen. „Hey, Gingko warum konntest du diesen Zauber noch mal nicht brechen? Ach ja stimmt ja es ist ´Dunkle´ Magie!“ „Ja es ist dunkle Magie und die kann ich nicht brechen, zumindest nicht wenn sie dermaßen stark ist.“ „Vielleicht bist du einfach nicht Stark genug!“, drehte Konrad dem Latimerer die Worte im Mund herum.
„Ach, was ist das schön unsere Gäste haben sich wohl schon eingelebt, in ihrem neuen Zimmer.“, erklang plötzlich eine Glockenstimme hinter ihnen. Sofort wanden wirbelten die Beiden herum und starrten Lutezia mit glühendem Zorn in den Augen an, die auf der anderen Seite der Gitterstäbe an der Wand lehnte und sie anlächelte. „Wie lange stehst du schon da, du verlogenes Miststück!“, fuhr Konrad sie unwirsch an. „Warum so unfreundlich, ich bin es doch nicht gewesen, der dich da eingesperrt hat.“, entgegnete sie ihm kühl. „Aber um deine Frage zu beantworten, ich stehe hier schon lange genug um dir zu sagen wie euer Streit begonnen hat.“ „Ich weiß zwar noch nicht wie du es gemacht hast aber wenn ich hier raus bin, finde ich es heraus und dann wird dir niemand mehr helfen können!“ „So was habe ich denn getan? Meinst du etwa den kleinen Zauber der auf dem König lastet und ihn umbringen wird, wenn er mir das Jawort gegeben hat. Oh ich kann dir sagen wie ich das gemacht habe, ich nehme seit gewisser Zeit Unterricht bei einem Wesen des Schattens, er hilft mir dabei die Schattenkunst zu beherrschen, als Gegenleistung verlangt er lediglich die Treue der Menschen gegenüber seinem Gott, dem Herrn der Schatten.“ „Und du bist so naiv und glaubst ihm, im Übrigen haben wir deinen Zauber längst gebrochen warum hattest du ihn eigentlich an einen Heilzauber gebunden, der König war doch gar nicht Krank.“, erwiderte Konrad, der sich nun wieder beruhigt hatte und nun begann zu grinsen. „Ihr habt was… aber wie…“, da fiel ihr Blick auf Gongko, „du, du hast ihn gebrochen, aber wie hast du es angestellt, ich hatte mir doch so viel Mühe gegeben.“ Da sie nun aus der Fassung war bemerkte sie gar nicht wie neben ihr plötzlich der Schatten größer wurde, den die Wände warfen. Gingko entschloss sich ihre Verwirrung zu nutzen und fragte: „Wie hast du den Zauber erschaffen, der den König jetzt beeinflusst?“ Satt einer Antwort erschien neben ihr ein Wesen, das stark an einen Alb erinnerte, es schien als entstehe es direkt aus dem Schatten selbst. „Damit hat sie nichts zu tun, das war ich.“, begann das seltsame Wesen mit einer eiskalten Stimme, wobei seine Augen einzig auf Gingko ruhten, als wäre er das einzige andere Lebewesen im Raum. Gingko bereitete dieser Kalte Blick zusehends Unbehagen, sodass seine Stimme brüchig und hohl klang als er zum reden ansetzte. „Wer bist du und wie hast du diesen Zauber erschaffen?“ „Ich bin Swerd, einer der Elf Söhne des Schattens, ein direkter nachfahre von ihm und diese Macht, mit der dieser Zauber erschaffen wurde ist Nachtmagie und nur einer meiner Brüder wäre in der Lage diese Macht zu brechen.“ „Also werden wir den König nie wieder befreien können, aus deinen Klauen?“, meldete sich nun auch Zala zu Wort. „Genau so ist es, es sei denn mein Bruder würde euch zur Hilfe eilen, doch selbst von dem erwarte ich nicht, dass er so dumm sein könnte.“ „Soll das Heißen, das du deinem Bruder nicht vertraust?“ „man keinem Sohn des Schattens vertrauen, falls ihr das noch nicht wusstet, besonders keinem der vom Hof seines Vaters flieht kurz nachdem er laufen kann!“ Stieß Swerd aus, wobei ein knurren sie warnte das dies ein Thema war, das sie besser nicht mehr ansprechen sollten.
An die Stelle des Gesprächs trat nun eine schwere Stille, die alle zu erdrücken schien, dann plötzlich regte sich in der Ecke, in der die Zwerge saßen etwas. „Wampier…“ murmelte Doron immer wieder vors ich hin während er langsam auf Swerd zuging. Als er direkt vor den Gitterstäben stand legte sich ein lächeln auf seinen Lippen und die anderen beschlich das Gefühl das er verrückt geworden war. „Ich kenn deinen Bruder Swerd, ich habe fast mein ganzes Leben mit ihm zusammengelebt, ich erkenne die Verwandtschaft an deinen Augen, auch seine Augen haben diese Farbe, diese pure Dunkelheit, in der sich jegliches Licht verliert, wenn er im Schatten steht. Auch er verschmilzt mit dem Schatten sobald er ihn betritt…“ Ja er ist verrückt geworden schoss es Konrad durch den Kopf, er ärgert Swerd absichtlich, hör auf Doron, hör auf bevor er ausrasstet und uns alle Tötet. Er wollte die Worte laut ausschreien, war jedoch nicht in der Lage auch nur den Mund zu öffnen. „Das trift auch auf andere Wesen zu, du kannst meinen Bruder nicht kennen, er würde niemals bei Zwergen leben, dafür ist seinen Seele zu Schwarz!“, schrie Swerd ihn an, doch Doron beachtete es gar nicht und fuhr fort aufzuzählen, woran er die Verwandtschaft von Wampier und Swerd festmachte. Als er schließlich endete stand Swerd wutschnaubend auf der anderen Seite des Gitters. Von dort bedachte er Doron mit einem langen, tödlichen Blick bevor er sich abwandte und wieder mit dem Schatten verschmolz, das letzte was sie von ihm Hörten war seine Wütende Stimme, die nach Lutezia rief, die ihm daraufhin artig wie ein kleines Hündchen in den Schatten folgte und ebenfalls mit ihm verschmolz.
Nachdem die Beiden verschwunden waren trat Doron an Gingko heran. „Gingko, dein Volk kann sich doch über weite strecken mit Hilfe eurer Kunst unterhalten, kannst du einen der Latimerer im Bergsee im Edelsteingebirge erreichen und ihm sagen er solle Voldan etwas ausrichten?“ „Ich denke das kann ich schaffen aber es erfordert viel Kraft, also kann ich den Kontakt nicht lange aufrechterhalten und was soll dieser Latimerer Voldan denn ausrichten?“, stellte Gingko eine Gegenfrage, wobei er selbst jedoch schon zu wissen glaubte, was er dem anderen ausrichten sollte. „Es dauert nicht lang und sag ihm einfach wie Swerd ausgesehen hat, wenn er Voldan unsere Lage beschreibt und ihm dann Swerd beschreibt, wird Voldan schon wissen wen er uns zu schicken hat.“ Mit einem geheimnistuerischen Lächeln trat Doron wieder von Gingko fort und ging zurück zu seiner Familie. Während die anderen ihm verwundert nachsahen begann Gingko eine mentale Verbindung zu dem einzigen Latimerer im Bergsee aufzubauen, von dem er wusste das er noch lebte, seinem Bruder, Lian, er war damals als der Fels in den Fluss gefallen war und die Latimerer so voneinander getrennt worden waren noch sehr Jung gewesen, gerade Zwanzig, und dummerweise war er genau zu diesem Zeitpunkt im Auftrag der Königin dort gewesen, seitdem hatten sie selten doch regelmäßig Kontakt zueinander aufgenommen, doch da es so viel Kraft brauchte die Verbindung herzustellen waren ihre Gespräche, wenn man sie überhaupt so nennen konnte eher persönlich, sodass er nicht viel über die Mentalität der dort lebenden Latimerer wusste, eigentlich wusste er nur das sie eine eigene Königin hatten, da sie so lange ohne Kontakt gewesen waren war das aber auch nicht weiter verwunderlich.
Erst nach etlichen Sekunden des Wartens spürte er die vertraute Wärme, die immer in der Verbindung mitschwang, wenn er mit seinem Bruder Kontakt aufnahm. „Was gibst Gingko, hatten wir nicht erst vor zwei Wochen miteinander gesprochen? Ich dachte wir hätten ausgemacht, dass wir nur einmal im Monat Miteinander Reden, weil es zu anstrengend ist.“ „Ah, kleiner Bruder, ich stör dich wohl gerade bei etwas wichtigem wie, normalerweise freust du dich von mir zu hören.“ „Das kannst du aber laut sagen, ich bin gerade auf dem Weg zur Königin, frag mich nicht was die nun wieder von mir will.“, antwortete Lian, wobei ein wenig Vorfreude den mentalen Verbindungsfaden entlang bis zu Gingko mitschwang. „Sie wird dich wohl einfach mal wieder bei sich haben wollen, schließlich bist du nicht umsonst ihr verlobter.“ Eine Welle Stolz kam den Faden entlang und Gingko begann zu grinsen. „Aber Lian, der Grund warum ich eigentlich mit dir Reden muss ist der, ich bin in einem Kerker in Raurach gefangen, ja Raurch die Menschenstadt von der ich dir erzählt hab.“ „Du hast dich echt erwischen und einsperren lassen.“, Belustigung schwang den Faden entlang und erreichte Gingko. „Ja ich bin eingesperrt aber nicht von einem Menschen, zumindest nicht wirklich…“ „Was soll das heißen nicht wirklich, das musst du mir erklären, schade dass wir uns nicht sehen können um uns persönlich zu unterhalten.“ „Später, jedenfalls musst du zu Voldan dem Zwergenkönig gehen und ihm folgendes ausrichten, dann sehen wir uns auch bald mal wieder von Angesicht zu Angesicht, also pass auf…“ Und Gingko erklärte seinem Bruder Haarklein was er Voldan zu sagen habe und seufzte erleichtert als Lian keine Fragen mehr gestellt hatte und er die Verbindung beendete.
Trotz dem das Gingko völlig erschöpft wirkte stand Doron auf und stellte die Frage, die darüber entschied ob sie demnächst mit der Befreiung rechnen konnten. „Und was sagen sie werden sie sich darum kümmern, dass Voldan erfährt was hier vorgefallen ist?“ „Ja das werden sie, mein Bruder wird sich höchstpersönlich darum kümmern, gleich nachdem er seiner Lady einen Besuch abgestattet hat.“
Von weitem sah der Zwerg auf dem Wachturm bereits das sich ein seltsames Wesen der Feste näherte und sandte jemanden zu Voldan, während er auf seiner Position blieb, um den ´Besucher´ zu empfangen, denn hatte er eins von Irimbur gelernt, so war es der Umgang mit unerwünschten Gästen und er vertraute voll und ganz auf seine Talente. Er würde nicht, wie noch vor einigen Tagen, vor jedem Feind wegrennen, schon gar nicht wenn dieser Feind allein kam. Jedoch blieb er oben auf der Spitze des Wachturmes stehen und besah sich den Neuankömmling, von dem er annahm es sei ein Feind, von dort oben. Als dieser näher kam wirkte es auf den Zwerg als sei die Haut des Wesens da unter ihm blau, es musste eine Sinnestäuschung sein, seine Augen spielten ihm wohl einen Streich, der andere konnte gar nicht blau sein, zumindest kannte er kein Lebewesen, dessen Haut blau war.
Als der Unbekannte das Tor, welches den weiteren Weg versperrte und ihn so am weitergehen hinderte, erreichte sah er zu dem Zwerg hinauf und zögerte kurz und streifte das Tor noch einmal mit einem Blick, dann wandte er sich wieder dem Zwerg auf den Zinnen des Turmes zu. „He, Zwerg mach das Tor auf. Ich muss mit Voldan reden, es geht um einige Zwerge die bei den Menschen festgehalten werden!“, schrie er hinauf. Als er den misstrauischen Blick in den Augen des Zwerges gewahrte begann er sich erneut zu fragen was er eigentlich hier tat, sicher sein Bruder hatte ihn darum gebeten aber das war doch kein Grund einfach das Tor zu durchtreten während es geschlossen war, wieso also zögerte er und fragte diesen Zwerg da oben ob er ihm das Tor öffne. Er wollte sich gerade von dem Zwerg abwenden und mit Hilfe der magischen Kunst durch das Tor treten als ihm die warnenden Worte seiner Mutter wieder einfielen: sei immer höflich, erst wenn es auf diese Art nicht klappt überlege dir wie es weitergeht. Nur wenn du das tust kann ich immer stolz auf dich sein. Hatte sie immer gesagt, also wandte er sich wieder dem Zwerg zu, der immer noch dort oben stand und auf ihn herabblickte, wahrscheinlich dachte er gerade darüber nach was er tun konnte. Schließlich war der Zwerg zu einer Entscheidung gekommen und beantwortete seine Bitte mit einer Frage. „Wer bist du, und was wollt ihr hier?“, brüllte er herunter und seine Stimme wurde von den Felsen, die die Schlucht, in welcher der Wachturm und das Tor umgaben zurückgeworfen, sodass es klang als hätten dutzende Zwerge dieselbe Frage gestellt. Lian, der zwar wusste das Zwerge sehr kräftige Stimmen hatten, zuckte zusammen als er die Stimme des Zwerges hörte, die wie eine Welle über ihm zuzuschlagen schien und durch das Echo, das von den Wänden kam noch verstärkt wurde. Nachdem die Stimme verebbt war stand er noch einen winzigen Augenblick geduckt da, bevor er sich wieder vollends aufrichtete und zum sprechen ansetzte. Er wollte gerade anfangen sich vorzustellen und noch einmal erzählen warum er hier war als er von der anderen Seite des Turmes einen anderen Zwerg rufen hörte. „Mach das Tor auf, Voldan will sich den Blauhäuter persönlich ansehen!“ Lian hörte wie der Zwerg auf dem Turm Widerspruch einlegte, doch er musste sich geschlagen geben, jedoch nicht ohne zu fluchen, da er die Worte des Zwerges aber nicht verstand ging er davon aus das es sich um Zwergische Flüche handelte und das es sich um Flüche handelte war anhand der Stimme des Zwerges eindeutig. Dann öffnete sich langsam das riesenhafte Tor um ihn hindurch zu lassen, auf der anderen Seite warteten Vier Gestallten auf ihn, drei Zwerge und ein seltsames Wesen, völlig Aschgraue, ja beinahe Schwarze Haut war überall dort auszumachen, wo sie nicht von der schwarzen, grünlich schimmernden Rüstung verdeckt wurde, das allein hätte ja schon ausgereicht um Lian zu verunsichern, doch in Verbindung mit diesen Schwarzen Schwingen… Nein, das war unmöglich, das konnte keiner von den Elf sein, von denen die ältesten Legenden seines Volkes berichteten. Sollten sie denn nicht auch erst dann geboren werden, wenn der Schatten mit all seiner Macht versucht beide Welten an sich zu reißen, die Welt des Schattens gehörte ihm bereits als sein Angestammtes Königreich, sowie die Welt des Lichts schon seit Anbeginn der Zeit dem Lichtgöttern gehörte. Und diese Welt war das Schlachtfeld dieser beiden Seiten, der des Schattens und der des Lichtes, doch die Legenden besagten auch das diese Welt nicht immer ein Schlachtfeld gewesen war, einst war es gar das Schlafzimmer der Götter gewesen und hier hatten sie sich geliebt, doch nachdem sie ihrem Sohn dem Gott des Zwielichtes diese Welt überlassen hatten Zerstritten sich die beiden Götter, und begannen sich zu bekriegen, in diesem Krieg so sagten die Legenden war der Gott des Zwielichtes gestorben als er seine Eltern am Kampf hindern wollte, er starb obschon er sehr viel mächtiger war als seine Eltern und mit ihm starben alle Wesen des Zwielichtes, sowie ihre Seelen. Aber Legenden waren nichts als Aberglaube, das Wesen dort drüben konnte genauso gut nur eine Laune der Götter sein sagte Lian sich um sich selbst zu beruhigen während er langsam durch das Tor auf die vier Gestalten zuschritt.
Voldan, Irimbur, Freundil und Wampier beobachtete den Besucher, der sich vor dem licht, das von den Umgebenden Felsen zurückgeworfen wurde, als Schatten abhob.
Mit dieser Flammenden Korona aus Licht sah Lian sehr nach einem Gott aus, nur das Götter normalerweise bekannt sind, sagte Freundil zu sich selbst, doch er war nicht allein mit seinen Gedanken, unbemerkt hatte Wampier den Gedanken Freundils gehört und musste sich ein Grinsen Verkneifen, das ihn doch nur in Verlegenheit gebracht hätte, wenn er es hätte erklären müssen.
Lian bedachte die Zwerge, die das große Tor für ihn geöffnet hatten, mit einem Seitenblick, wobei er ihnen ein freundliches Lächeln schenkte. Seine Schritte verlangsamte er erst als er etwa Zehn Schritte von Voldan und den anderen dreien entfernt war, doch er blieb erst stehen als er direkt vor ihnen stand. Nachdem er den Grund seiner Anwesenheit kurz erklärt hatte wanderte Voldans Blick kurz an ihm auf und ab, wobei er abwog ob er eine Gefahr einging, wenn er den Fremden in die Festung mitnähme. Als er bei Lians Füssen angelangt war, war er bereits zu einer Entscheidung gekommen und meinte trocken: „Komm!“ Erleichtert, dass er es überhaupt geschafft hatte den König der Zwerge, dieses misstrauischen Volkes, davon zu Überzeugen ihn anzuhören folgte er dieser etwas barschen Aufforderung den Moment in dem er noch dastand und ein wenig in seiner Selbstgefälligkeit badete warteten die Vier nicht ab, sondern drehten sich um und gingen los. Mit einem leicht selbstgefälligen Lächeln folgte Lian ihnen, nach einigen Schritten blieb er jedoch noch einmal stehen und wandte sich dem Tor zu, die Zwerge, die gerade dabei waren das Tor wieder zu verschließen wunderten sich nicht schlecht als er ihnen mit Hilfe der magischen Kunst zur Hand ging und das Tor wie von allein zufiel. Dann wandte er sich wieder um und folgte den Vieren, die ihm den Weg zur Festung zeigten, zu seiner großen Verwunderung hatte sich der Teufel, wie er Wampier nach seinen ersten Gedanken getauft hatte, zu ihm umgewandt und starrte ihn ungläubig an, dann wandte der Teufel sich so schnell wieder von ihm ab das es den Anschein hatte als habe er gemerkt, dass er ihn gesehen hatte und wolle sich nicht anmerken lassen wie sehr ihn die Magie die er benutzt hatte aus der Fassung gebracht hatte. Von seiner Position aus wirkte es ein wenig Komisch wie der Teufel nun zu dem Kleinen Zwerg, der die Gruppe angeführt hatte lief, sich tief zu ihm herunter beugte und ihm etwas sagte, das er nicht verstehen konnte, weil er zu weit hinter ihnen ging, natürlich mit etwas Kunst hätte er den Teufel verstehen können, doch wozu? Er konnte sich bereits denken was er ihm gesagt hatte und fand es sogar recht amüsant wie sich der Teufel nach der Antwort des Zwerges abermals ihm wandte und in seinen Augen abwechselnd Sorge und Neugierde auftauchten, wobei die Neugierde die Sorge schließlich niederrang. Also schenkte er ihm ein freundliches, gleichzeitig ein wenig arrogantes Lächeln und folgte ihnen, wohin auch immer sie ihn bringen würden.
Nach einigen hundert Metern Fußmarsch hielten seine vier Führer vor einem großen Tor inne, sie mussten demnach das Ziel erreicht haben aber das konnte niemals die Festung der Zwerge sein, denn in allen Legenden seines Volkes wurden die Zwerge als Primitives, gewalttätiges Volk, das in, in den Fels gehauenen, Höhlen lebten beschrieben. Niemals war die Rede von brillanten Handwerkern gewesen, die im Stande gewesen wären ein solches Tor aus glänzendem, völlig glattem Granit zu erschaffen, welches den Betrachter vor erfurcht erschaudern ließ. Natürlich die Zwerge sollen mit Metall umzugehen gewusst haben, doch niemals war die Rede von einem solchen Wissen im Umgang mit anderen Materialien gewesen. Dieses Tor muss ein Geschenk von einem der anderen Völker gewesen sein, ja so musste es sein, doch ganz sicher war Lian sich dennoch nicht, schließlich kannte er nur die Legenden seiner Ahnen und die hatten die Zwerge auch nie sehr gut gekannt warum sollten sie sich nicht weiterentwickelt haben und den Umgang mit Stein erlernt haben.
Als er nun zu den Vieren trat öffnete der Anführer der Gruppe gerade das Tor und gab so den Blick auf die Pracht, die sich dahinter verbarg frei- Nein, das kann kein Volk erlernen, egal wie lange es Zeit hat, dieses können musste ihr Gott Thor ihnen mitgegeben haben, dachte Lian bei sich als er die Kunst an den Wänden im inneren der Festung sah.
Während die Zwerge ungerührt durch das Tor eintraten und den Gang entlang gingen stand Lian immer noch vor der Schwelle, vor erfurcht erstarrt betrachtete er vor dort die Reliefs, die mit feinen Gold, Silber Linien verziert waren, doch da waren nicht nur Gold und Silber Verzierrungen, nein da war noch ein anderes Metall, welches einen wunderschönen Schimmer hatte, dass er jedoch nicht zu fassen bekam, denn jedes Mal wenn er es fixieren wollte schien das Metall zu verschwinden. Mit einem erfurchtsvollem erschaudern schritt er über die Schwelle und folgte seinen Führern, wobei er langsam ging um jedes Relief betrachten zu können, die ersten zeigten die allmächtige Göttin des Lichtes mit ihren Söhnen und Töchtern im Reich der Götter. Die anderen zeigten die Entstehungsgeschichte der Zwerge. Thor wie er sich von den anderen Göttern und seiner Mutter trennt um in seine Schmiede einzuziehen, wo er Schritt für Schritt die Zwerge aus Metall und Stein erschafft. Er war dermaßen in die Betrachtung der Reliefs vertieft dass er gar nicht bemerkte wie neben ihm plötzlich ein Zwerg auftauchte und langsam neben ihm her schritt, erst als dieser ihn am Arm berührte bemerkte er ihn und fuhr vor Schreck zusammen, langsam drehte er den Kopf zu dem Zwerg, der ihn anlächelte. Mühsam erwiderte er das Lächeln. „Schöne Bilder nicht war? Unsere Handwerker haben sich besonders viel Mühe gegeben als sie sie erschufen. – nun schau doch nicht so, du siehst ja fast aus wie mein Sohn, wenn er wieder was angestellt hat und sich dabei ertappt fühlt.“, lachte der Zwerg ihm zu, worauf hin sein lächeln zu einem aufrichtigen lächeln wurde. Die Zwerge mögen gefährliche Krieger sein, doch sie sind mindestens genauso fröhliche und Herzensgute Wesen, die jedem das Gefühl geben als würde man sie schon seit Ewigkeiten kennen. „So ist doch schon viel besser und nun komm wir sollten zusehen, dass wir in die Gemeinschaftshalle kommen, schließlich bist du nicht hier um die Kunst unserer Handwerker zu bestaunen, obwohl ich mir sicher bin dass es sie Freuen wird das sie dir so gut gefallen hat.“, lächelnd ging der Zwerg in die Richtung in der die Gemeinschaftshalle lag, wobei er Lian hinter sich her schleifte. Dieser brachte nach der zweiten kurve keuchend hervor: „Ich muss aber in den Thronsaal, ich muss mit Voldan reden.“ „Das wirst du auch, du wirst mit Voldan reden, doch dafür musst du in die Gemeinschaftshalle, von uns auch Gemeinschaftshöhle genannt.“ Lian wollte gerade fragen warum er in der Gemeinschaftshalle mit Voldan reden solle und warum diese auch Gemeinschaftshöhle genannt wird, als der Zwerg ihn um eine Biegung zog und in einen riesigen Raum schubste. „Die Gemeinschachtshalle, mein blauer Freund.“, meinte der Zwerg grinsend als Lian sich zu ihm umdrehte, „Verstehst du jetzt warum sie auch Gemeinschaftshöhle heißt?“ „Ja, ich verstehe…“, oh ja und wie Lian verstand, dieser riesige Raum war einst eine Höhle gewesen, das war unübersehbar, obwohl die Zwerge sie wundervoll ausgebaut hatten und die Säulen und Wände mit riesenhaften Gestalten und Bildern aus Stein verziert hatten. Beherrscht wurde die Halle von einer gigantischen Statur Thors am gegenüberliegendem Ende der Halle, vor der ein Thron Stand. Die Gemeinschaftshalle war also auch Thronsaal, Lian verstand nun warum er in die Gemeinschaftshalle gemusst hatte um mit Voldan zu reden, er konnte sich jedoch nicht auf den Zwerg, auf dem Thron konzentrieren, zu sehr war er von der Statur fasziniert. Automatisch glitt sein Blick an der Statur hinauf und er kam nicht umhin die Zwerge ein weiteres Mal zu beneiden, wie hatten diese kleinen Wesen es nur fertig gebracht dieses Gebilde zu erschaffen?
Lian war dermaßen überwältigt von der Kunst der Zwerge, dass er bereits nach ein Paar Schritten in den Raum stehen geblieben war, ein Paar Sekunden stummes Schweigen hatte er ihm ja gewährt aber jetzt stand dieser blaue schon seit einer halben Ewigkeit da und rührte sich nicht, abgesehen von dem Kopf, der immer wieder zu anderen Ecken des Raumes schweiften, doch nun reichte es, schließlich ist er hier weil er etwas zu sagen hat dachte Rhumdan bei sich und Griff nach einem Arm des fremden.
Gepackt von den starken Armen Rhumdans bewegte Lian sich langsam, unaufhörlich auf den Thron zu. Als er dann nur wenige Schritte entfernt von dem Steinernen Thron der Zwerge zu stehen kam traute er seinen Augen einen Moment nicht recht, der Zwerg der eben noch die Gruppe angeführt hatte, die ihn am Tor abgeholt hatte, saß dort auf dem Thron und sah auf ihn herab, wobei ein belustigtes Lächeln, das trotz seines beträchtlichen Bartes gut zu sehen war, seine Lippen umspielte. Neben ihm standen zwei andere Zwerge, der linke War ebenfalls dabei gewesen als er am Tor abgeholt worden war und sah ihn mit dem selben Blick wie der König an, der andere Jedoch musterte ihn scharf, fast feindlich und grummelte immer wieder etwas in seinen Bart. Da er nun drei der Vier, die ihn abgeholt hatten entdeckt hatte begann Lian sich zu fragen wo der Teufel steckte und blickte sich suchend um, sofort bereute er dies, denn dadurch bemerkte er die Zwerge, die sich im Raum befanden und ihn überkam ein Gefühl als würde ihm der Boden unter den Füßen weggezogen, er wurde nervös, weil er sich nun der vielen Zwerge bewusst war, die ihm zuhörten um die Neuigkeiten zu vernehmen, die er zu verkünden hatte. Na ja, was soll es, ich gebe schließlich keine Kriegserklärung ab, sodass sie alle über mich herfallen werden, aber verdammt noch mal, wo ist dieser Teufel, ich kann ihn doch Spüren, er muss hier im Raum sein, wo kann er bloß sein. Lian ließ seinen Blick weiter suchend über die Menge Schweifen, ohne den Teufel entdecken zu können, als plötzlich eine tiefe Stimme die Stille durchbrach. „Du hast mir etwas zu berrichten, nicht war, Bläuling aber sag uns zuerst wie du heißt und woher du kommst, damit wir dich nicht immer als Bläuling anreden müssen oder findest du den Namen etwa schön?“ Zögerlich drehte Lian sich wieder zum Thron um und sah Voldan an, der dort auf die Steinlehne gelehnt saß und ihn erwartungsvoll ansah. „Nun, wie sieht es aus, wirst du mir nun endlich deinen Namen nennen nachdem du dich vorhin am Tor geweigert hast ihn zu sagen.“, immer noch umspielte ein freundliches Lächeln Voldans Lippen, doch Lian zögerte dennoch mit seiner Antwort, denn er war immer noch geschockt, dass der König selbst ihn am Tor abgeholt hatte. Rhumdan hinter ihm bemerkte das neuerliche Zögern und versetzte ihm einen Stoß in die Seite, der Lian Zwei Schritte taumeln ließ. „Rhumdan, halt dich zurück, so kannst du nicht mit unserem Besucher umgehen, schließlich ist er kein Zwerg.“, Rhumdan fuhr beim Klang der Stimme Voldans unweigerlich zusammen.“ Lian wollte gerade etwas dazu sagen wie der König mit seinem Volk umgehe, als Rhumdan sich entschuldigte. „Tut mir leid Vater aber woher soll ich denn auch wissen dass er gleich durch den halben Raum fliegt, wenn ich ihn leicht anstoße. Die Welt um Lian herum begann sich zu drehen, zu viele Eindrücke strömten zugleich auf ihn ein, und er hatte das Gefühl als falle er jeden Moment aus den Latschen, doch das erschien ihm nicht gerade die geeignete Reaktion zu sein, also bemühte er sich aufrecht stehen zu bleiben. Rhumdan war also Voldans Sohn, na und was machte das schon, für seine Mission machte es keinen Unterschied, wieso sollte er sich also Gedanken darüber machen. Er war hier um Gingkos Nachricht zu überbringen und das würde er jetzt tun. „König Voldan, ich heiße Lian und stamme aus dem Volk der Latimerer, ich bin hier weil mein Bruder Gingko in Raurach zusammen mit einigen Zwergen gefangen gehalten wird und mir sagte ihr würdet wissen wie man sie befreien kann.“, begann Lian also mit der Stimme, der er sich immer bediente, wenn er mit offiziellen Befehlen in den Dörfern seiner Königin unterwegs war um dort nach dem rechten zu sehen. In Erwartung einer Antwort wartete er geduldig bis Voldan sich Gedanken über das gehörte hatte machen können, es dauerte etliche Minuten bis er endlich zum sprechen ansetzte. „Nun ich wüsste natürlich einen Weg, wie wir sie befreien könnten, doch ich denke aus deiner Stimme herausgehört zu haben, dass es nicht so einfach ist wie ich denke, außerdem kann ich nicht so viele Zwerge von hier nach Raurach entsenden, solange wir den ständigen Angriffen der Herscharen des Schattens ausgesetzt sind. Ist das denn wirklich alles gewesen, was dein Bruder dir gesagt hat?“, aus Voldans Stimme war bereits heraus zu hören, das er ahnte, dass Gingko ihm viel mehr noch gesagt hatte, also entschloss Lian sich ihm nun alles zu sagen, was er von Gingko erfahren hatte.
Nachdem er geendet hatte saß Voldan lange ruhig auf seinem Thron und sah ihn eindringlich an, dann rief er Rhumdan und Freundil, den dritten Zwerg, der ihn am Tor abgeholt hatte zu sich und beriet sich mit ihnen. Auch diese Beratung dauerte unheimlich lange und des Öfteren wurde er von Freundil gemustert, der sich dann jedes Mal kopfschüttelnd wieder Voldan zu drehte, nach einigen Minuten beschlich Lian das Gefühl, das die Zwerg ihm Nichthelfen konnten und er wollte sich gerade zum Gehen wenden als Voldan aufsah und ihn eingehend musterte, dann nickte er und Rhumdan kam auf ihn zu und führte ihn in einen anderen, viel kleineren Raum, in einem anderen Teil der Teilweise in den Fels gehauenen Festung der Zwerge. Dort ließ Rhumdan ihn ohne ein Wort zu sagen allein und machte sich auf den Rückweg in die Gemeinschaftshalle, er musste jedoch feststellen, das sein Vater nicht länger auf dem Thron saß, stattdessen fand er ihn in einem anderen Teil der riesigen Halle, in der sich die Taverne befand, dort saß Voldan an einem Tisch in der hintersten dunklen Ecke und dachte nach. Als Rhumdan sich zu ihm an den Tisch setzte sah er nur einmal kurz auf, bevor er wieder auf sein Bier vor sich starrte. Schweigend saßen die Beiden einige Zeit da und überlegten jeder für sich, wie sie Doron und den anderen helfen könnten, bis Voldan plötzlich sagte: „Wampier…“, immer wieder murmelte er den Namen vor sich hin und schließlich fragte Rhumdan nach. „Wampier, was ist mit ihm, kann er uns helfen?“ Seufzend begann Voldan ihm die Geschichte von Wampier zu erzählen. „Du kennst doch die Geschichte von dem Zwerg, der hier vor fast 72 Jahren durch das Gebirge kam und der mir die Formel für die Herstellung des Nachtstahles gab, nun er gab mir noch etwas anderes“, er hielt kurz inne und seufzte, bevor er fort fuhr, da Rhumdan sah, wie schwer es seinem Vater fiel ihm diese Geschichte aus seiner Vergangenheit zu erzählen erhob er sich und setzte sich neben ihn,„er sagte mir auch, dass irgendwann ein seltsames Wesen zu uns kommen würde, ein Wesen des Schattens, ja er meinte Wampier, wir sollten ihn bei uns aufnehmen und ihn zu einem ehrbaren Lebewesen erziehen, denn er würde eines Tages mit helfen müssen uns und die anderen Völker zu retten. Er sagte auch, sollte es uns nicht gelingen ihn gut zu erziehen oder sollten wir Angst vor ihm haben, dann würde er uns alle vernichten… zusammen mit seinem Vater kämme er und würde uns vernichten…“, als Rhumdan die Tränen, die seinem Vater über die Wangen liefen legte er ihm beruhigend einen Arm um die Schultern, „ Rhumdan, Er ist, Wampier ist… einer der Elf… einer der Elf Söhne des Schattenfürsten…“ Ruckartig ließ Rhumdan seinen Vater los. „Nein, nein, das kann nicht sein!“, schrie er und doch wusste er das es die Wahrheit ist aber er wollte es nicht wahrhaben. „Doch Rhumdan, dein Bruder ist einer der Elf und er ist nicht irgendeiner, er ist Luzifer, der erste, der mächtigste der Elf. Erneut wurde ein schrei vernehmbar, ein Protestschrei. Voldan stand auf, ging auf seinen Sohn zu und nahm ihn in den Arm, um ihn zu beruhigen, was er sich nicht eingestand war, dass er selbst diese Umarmung viel mehr brauchte.

„Verdammt, hätte dein Bruder nicht schon längst mal was von sich hören lassen, wenn er mit Voldan gesprochen hat?“, fuhr Doron Gingko an, seit dem er mit Lian gesprochen hatte schweigend in der hintersten Ecke der Zelle saß und Löcher in die Luft starrte. „Doron, halt die Klappe! Gingko hat sein bestes versucht, bevor du nicht selbst irgendetwas vorzuweisen hasst, das uns hier raus bringt“, schrie Zala Doron gereizt an, wobei sie anfing in der beengten Zelle auf und ab zu laufen. Verdammt Doron hat schon irgendwie Recht, Lian hätte sich schon längst melden müssen, es sei denn… Nein, sie würde sich nicht gestatten überhaupt erst auf den Gedanken zu verfallen, das Lian es nicht bis zu Voldan geschafft hatte. Wieso hat er sich dann noch nicht gemeldet, fragte eine leise, schmeichelnde Stimme in ihrem inneren, die Stimme des Zweifels. Weil…weil, weil Voldan sich nicht direkt entschieden hat. Doch egal wie viele Antworten sie dem Zweifel auch gab, er blieb dennoch und quälte sie.
„Ich werde meine Klappe nicht halten, weil du es so willst, du bist nicht meine Königin auch wenn du eine Königin sein magst, was ich bezweifeln will. Ich jedenfalls will eine Antwort. Na Gingko, warum meldet sich dein Bruder nicht, ist er vielleicht gar nicht zu Voldan gegangen und lässt uns alle hier versauern.“ Nun war es auch Konrad zuviel und er machte einen Schritt auf Doron zu, sodass er nur noch eine knappe Armeslänge von ihm entfernt stand, dann sagte er mit Zornbebender Stimme: „Doron es reicht, halt endlich deine verdammte Fresse, ich bin mir sicher, dass wir uns auf Gingko verlassen können und wenn er seinem Bruder oder wer immer zu Voldan geht vertraut sollten wirt das auch tun.“ Doron war zwar nicht sonderlich beeindruckt von Konrads auftritt und wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzten als aus der Ecke i der seine Frau mit dem Rest seiner Familie saß ein Schnauben zu vernehmen war. Doron warf einen kurzen Blick in die Ecke und schluckte seine Antwort wieder hinunter, stattdessen bedachte er Konrad und die anderen mit einem wütenden Blick, machte auf dem Absatz kehrt und ging zurück zu seiner Frau, wobei er leise Zwergenflüche vor sich hin murmelte.
Gingko hatte von all dem nichts mitbekommen, er war während der gesamten Auseinandersetzung damit beschäftigt gewesen vollkommen in sich zu gehen, um auch den kleinsten Hauch von einer Botschaft von seinem Bruder zu bemerken, doch dabei war ihm etwas anderes aufgefallen, dieser Swerd hatte eine Barriere aufgebaut, die alle mentalen Botschaften abblockte. Nachdem er dieser Barriere gewahr geworden war hatte er versucht sie mit Hilfe seiner Magie zu brechen, doch so sehr er sich auch anstrengt hatte er hatte es nicht geschafft.
Das War seiner Meinung nach auch der Grund warum Lian sich die ganze Zeit über noch nicht gemeldet hatte, weil er nachdem er wieder aus seinen Gedanken auftauchte und die gereizte Stimmung und den Grund dafür gewahrte war es deshalb auch das erste was er sagte. „Lian kann sich nicht melden, wir sind abgeschirmt.“
Überrascht von Gingkos plötzlichem erwachen fuhren alle, selbst die, die ihm direkt gegenübersaßen zusammen. Nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte sahen sie ihn verständnislos an und Gingko wiederholte seinen Satz aber noch immer konnte niemand etwas damit anfangen als ging er etwas ins Detail. Er erzählte ihnen von der Barriere, die sich um diese Zelle herum befand und von seinen Versuchen die Barriere zu brechen. Nachdem er geendet hatte sahen sie ihn noch weitaus seltsamer an, Doron so fand Gingko sah so aus als wolle er laut loslachen, doch er tat es nicht. Erst nach mehreren Minuten nachdenklichen Schweigens begannen sich die erstarrten Zwerge und Konrad wieder zu bewegen und Zala ergriff das Wort. „Bei Thor“, flüsterte sie bevor sie lauter fortfuhr, „wenn das stimmt was du da sagst, wird es uns vielleicht gar nichts nützen, wenn die Zwerge hierher kommen, wir werden ja doch nicht hier heraus kommen.“
Doron, der eher praktisch veranlagt war, hatte dieselbe Idee gehabt und war bereits zu den Gitterstäben hinüber gegangen und drehte sich nun zu Gingko um. „Du sagst diese Abschirmung sein direkt um diese Zelle herum, dann werde ich jetzt herausfinden ob es ns nützt wenn meine freunde kommen.“, damit streckte er den rechten Arm durch die Gitterstäbe nach draußen und grinste die anderen an. Als Zala und die anderen gerade erleichtert aufatmeten begann Doron das Gesicht zu verziehen und vor Schmerzen zu brüllen. Dorons Gesicht War eine Schmerzverzogene Maske und allen in der kleinen Zelle sahen entgeistert zu ihm hinüber, unfähig irgendetwas zu unternehmen. Eine lange Minute standen sie so dar, dann erhob sich Dorons Frau und ging aus ihren Mann zu, als sie direkt vor ihm Stand begann sie heftig zu fluchen, wobei sie Flüche benutzte, die selbst Zala die während der Reise mit Freundil und Irimbur so manchen Fluch kennen gelernt hatte unbekannt waren, ja von dieser Zwergin konnten selbst die beiden noch so einiges lernen. Aber warum fluchte sie jetzt wo ihr Mann so sehr litt? – Warum fluchte sie überhaupt, sie sollte viel mehr in einer Ecke der Zelle sitzen und sich von dem elenden Bild abwenden, wie es jede Frau in einer solchen Situation wohl getan hätte, stattdessen stand sie vor ihrem Mann und verfluchte ihn.
Sie ist Verrückt geworden, dachte Zala bei sich, bis sie bemerkte, das das Schmerzensgeschrei immer belustigter klang, bis es schließlich ganz in Gelächter übergegangen war. Fassungslos starrte sie Doron an, der den Arm wieder zurück in die Zelle zog und sich vor lachen krümmte.
Japsend brachte Doron hervor: „Ihr müsstet eure Gesichter sehen, echt zu komisch…“
Nicht weit entfernt begann Lian aufgebracht zu fluchen, seit er vor drei Tagen mit den Zwergen und Wampier das Edelsteingebirge verlassen hatte, hatte er immer wieder versucht Kontakt zu Gingko herzustellen, doch jedes Mal wenn er sich auf dessen Geist zu konzentrieren versuchte bekam er die selbe Antwort- Hier ist nichts- doch er wusste das sein Bruder noch lebte, er konnte es spüren, nein er konnte es nicht spüren aber sein Herz würde wissen wenn sein Bruder Tot war, doch es sagte ihm das er lebte. Deshalb fluchte er auch nicht darüber das er vielleicht zu spät gekommen sein könnte, sondern über seine Unfähigkeit seinen eigenen Bruder zu erreichen.
„Hörst du, er passt sich dir immer mehr an, nun flucht er auch schon den ganzen Tag, genau wie du Irimbur.“, meinte Freundil gut gelaunt, der einige Meter vor Lian neben Irimbur den Weg entlang stapfte. „Ein Paar Tage in deiner Nähe und er kennt bereits die meisten Flüche der Zwerge.“ „Na und, wenn er fluchen will soll er doch und wenn er es unbedingt in unserer Sprache tun muss ist es seine Sache.“, versetzte Irimbur darauf trocken. „Jetzt tu nicht so als hättest du ihm nicht die meisten dieser Flüche beigebracht. Wir Beide wissen ganz genau, das er sie nur von dir haben kann.“ „Bist du dir da so sicher?“, fragte Irimbur seinen Freund mit einer Stimme die keinerlei Schussfolgerungen darauf zu ließen ob er die Frage ernst meinte oder ob er ihn lediglich verwirren wollte. Da er nicht gerade heiß darauf war es herauszufinden versuchte Freundil es mit einer Antwort, die Irimburs Frage geschickt auswich. „Na ja außer Wampier bist du der einzige der übrig bleibt es sei denn ich Schlafwandle neuerdings. Und Wampier, nun ja der scheint mir zu schweigsam als das er Lian beigebracht hätte so zu fluchen.“ Daraufhin musterte Irimbur seinen Freund so lange das dieser bereits mit dem Gedanken spielte weg zu rennen, bevor Irimbur am Ende noch auf ihn losginge. Doch gerade als er sich entschlossen hatte losrennen brach sein Freund in Gelächter aus und die riesige Pranke Irimburs landete schwungvoll auf seiner Schulter. Als Irimburs Lachen einige Sekunden späterschlagartig verstummte dachte Freundil schon er habe etwas gehört, das er als Gefahr einstufte, doch dann folgte sein Blick Irimburs ausgestrecktem Arm und er sah Wampier, der in einiger Entfernung auf sie zugeflogen kam. Sie hielten an und warteten darauf dass er sie erreicht hatte, dann gingen sie gemeinsam weiter, wobei Wampier ihnen berichtete, dass sie nur noch durch einen kleinen Hain gehen mussten bevor sie Raurach erreicht hätten.
Litàsíl wurde langsam unruhig, seit nunmehr drei Tagen hatte er weder Konrad, die Zwerge noch Gingko gesehen und er begann aufgebracht im Zimmer auf und ab zu gehen. Währen es nur die Zwerge gewesen hätte er sich keinen Sorgen gemacht, sicher er hatte nichts gegen sie aber dennoch, es waren Zwerge, doch die anderen, ach verdammt es half nichts im Zimmer herumzulaufen, während er seinem Vertrauten lauschte, den er beauftragt hatte nach den verschwundenen zu suchen. „Mein Fürst, Ich habe sämtliche Zimmer, zu denen ich Zugang bekam Durchsucht, ohne die geringste Spur von Konrad, Gingko oder den Felsbewohnern zu finden.“ „Dann such noch einmal aber diesmal auch da wo du nicht hindarfst, ich will dass du sie findest. Und beeil dich, ich hab so Das Gefühl, das uns nicht viel Zeit bleibt um sie zu finden.“, fuhr Litásíl Jasúlin an, der seinen Herrn ansah als die er drei Tage durch die Wüste gelaufen, nur um festzustellen, dass er sie an einer Felswand endete. Trotzdem verneigte er sich ehrerbietig und verließ den Raum um sich erneut auf die Suche zu machen.
Verdammt was soll der aufstand, es sind doch nur Felsenwüler und ein Mensch, der sich für seinen Geschmack viel zuviel mit Felsenwülern abgab, Oh ja sicher da war noch dieser seltsame Gingko aber was wussten sie schon über ihn? Vielleicht hat er sich entschlossen, dass es besser ist uns mit dem Krieg allein zu lassen. Dachte Jasùlin sich während er schnellen Schrittes den Gang, der von Litásìls Gemächern zum Bediensteten Trakt führte, entlang ging. Er war so vertieft in seinen Gedanken, dass er die Zwei Zwerge in Kampfmontur im Schatten eines in Stein gehauenen Bildnisses von Tomas, einem der größten Herrscher den die Menschen je hatten.
Nachdem der Elb an ihnen vorüber gegangen war traten die Zwerge aus dem Schatten und hinter ihnen tauchte als sei er aus dem Schatten geboren Wampier auf, übernahm die Führung und ging eiligen Schrittes mit ihnen auf den Thronsaal zu. An der nächsten Biegung blieb Wampier überraschend stehen, sodass Irimbur und Freundil in ihn hineinliefen, einen Augenblick war Irimbur versucht Wampier einen Schlag gegen den Oberschenkel zu geben, doch dann hörte er eine Stimme aus dem Gang auf sie zukommen und er erschauderte, diesmal gab es keine Schatten, in denen sie sich verstecken könnten, obwohl er bezweifelte das es ihnen diesmal viel genützt hätte. Erstarrt standen die drei da und lauschten der dunklen Stimme, welche ein Flüstern in der Nacht hätte sein können, ein rauschen in den Blättern des Waldes, wenn der Wind durch die Kronen der Bäume strich, doch sie waren im Palast und nicht in irgendeinem Wald. Völlig still standen sie da und hörten wie die Stimme immer näher kam während sie einer anderen Person Anweisungen gab. Dann hörten sie wie sich eine Frau mit wunderschöner, Elbengleicher Stimme ehrerbietig verabschiedete, woraufhin sich leise Schritte schnell entfernten. Einen Moment herrschte Stille, dann war wieder die Flüsterstimme da, doch diesmal sprach sie eindeutig mit ihnen.
„Na du Hurensohn, was willst du denn hier und wieso bist du in Begleitung zweier Felswürmer unterwegs? Na nun komm schon hinter der Ecke hervor.“
Irimbur fand zuerst zu sich zurück, ohne weiter darüber nachzudenken sprang er um die Ecke. „Sag das noch mal du dreckiger Bastard, wir sind keine Felswürmer, wir sind Zwerge und wenn du dich nicht Bald entschuldigst lernst du mich mal kennen!“, schrie er seinem Gegenüber entgegen, noch bevor er ihn sich überhaupt einmal angesehen hatte. „Warum sollte ich das tun, mein Felswürmchen“, fuhr Swerd mit viel zu nett klingender Stimme fort Irimbur zu verärgern. „Na gut du wolltest es so!“, schrie Irimbur ihn an und griff dann ansatzlos an. Wie von selbst war Schattentod plötzlich in Irimburs Hand uns stimmte in Vorfreude auf den Kampf eine Summendes Lied des Kampfes und der Gewalt an. Völlig überrascht von einem so plötzlichen Angriff hatte Swerd große Schwierigkeiten Irimburs Angriff abzublocken, doch es gelang ihm und nachdem sich nun seine anfängliche Überraschung gelegt hatte, hatte er nun keine Probleme mehr Irimburs Attacken zu parieren und im Gegenzug selbst zuzuschlagen.
Immer mehr gewann Swerd die Oberhand in dem Kampf, egal von wo Irimbur auch zuschlug Swerd parierte den Schlag ob er nun von Oben kam oder von der Seite er lenkte ihn ab und konterte sofort sodass Irimbur nichts anderes übrig blieb als seinen Schläge auszuweichen.
Als Irimbur wieder einmal einem Schlag von Swerd rückwärts auswich stolperte er und landete unsanft aus seinem Hintern, sofort war Swerd über ihm und holte mit seinen Kurzschwertern aus um sie ihm den Schädel zu spalten. Irimbur sah zu Swerd auf und war sich plötzlich bewusst, warum er hier am Boden lag und dieses etwas ihm gleich den Schädel spalten würde.
Verdammt er hatte geglaubt, das es reichen würde es hinzunehmen, dass diese Gewalt ein Teil von ihm war, ja er hatte sich damit abgefunden das er voll von dieser Gewalt war, doch niemals hatte er es wirklich akzeptiert und deshalb sollte er jetzt sterben, wieso hatte er nicht einfach auf seine Instinkte hören können und sich von ihnen führen lassen, Jetzt war es zu spät, es war schon seltsam, einem immer alles so klar wurde kurz bevor man starb.
Nein so durfte er nicht denken, das würde er sich nicht gestatten!
Mit einem letzten auflodern von zwergischem Trotz stemmte er sich gegen den Tod und somit gegen die herabsausenden Klingen. Mit großer Mühe schaffte er es sie mit Schattentods Schaft abzublocken, sich auf die Beine zu stemmen und Swerd von sich zu stoßen. Nachdem er nun wieder auf den Beinen war ließ er sich selbst freien Lauf und hörte einzig auf die gewalttätige Stimme in seinem inneren. Wenn sie ihm sagte er solle nach rechts springen tat er es und wenn sie sagte er soll von rechts schlagen so schlug er von rechts, doch da war nicht nur die seinen Stimme, da war noch jemand anderes- Schattentod. Sie sagte ihm genau auf welche Stellen er zielen sollte und er fügte sich dem. Auf diese weise gelang es ihm wieder in den Kampf zurück zu kommen und sogar die Oberhand zu gewinnen. Langsam aber stetig drängte er Swerd an eine Wand des Gangs und als Swerd die Wand in seinem Rücken spürte verdankte er es seiner Schnellen Reaktion, das sie Schattentod statt in seinen Schädel lediglich in seinen Oberschenkel bohrte.
Schattentod schnitt ihm durch Haut, Muskeln und Sehnen als wären sie gar nicht vorhanden und auch Swerds Knochen durchtrennte sie mühelos, wobei sie einen wilden Siegesschrei auszustoßen schien.
Swerd sah sein Bein auf dem Boden aufschlagen noch bevor er spürte das Schattentod es ihm abgetrennt hatte, erst jetzt wurde im klar das er den Kampf nicht überleben würde. Trotzdem, er würde diesen Felsenwurm mitnehmen, wenn er in die Schatten zurückkehren müsse, koste es was es wolle.
Kurz bevor Irimbur Schattentod erneut auf ihn herabsausen ließ entfesselte Swerd all seine Macht mit einem einzigen Schlag, der Irimbur töten sollte, doch statt tot zu Boden zu sinken wurde Irimbur nur einige Meter zurück gegen die gegenüberliegende Wand geschleudert, wo er sich wieder aufrappelte und auf Swerd zustürmte.
Der lag benommen auf dem Boden, wie konnte das sein, niemand sollte Überleben, wenn der Sohn eines Gottes seine Macht entfesselte, warum war dieser Zwerg nicht tot. Gerade als Schattentod erneut auf ihn herabsauste trat Lutezia um die Ecke und Swerd erkannte den einzigen möglichen Ausweg um seinen Vater nicht vollends zu enttäuschen.
Also sandte er all seine verbleibende Macht und all sein Wissen an sie, in der Hoffnung das sie da weitermachen würde wo er aufgehört hatte, nein er musste es nicht hoffen, er wusste es, sie würde weitermachen, dann traf ihn Schattentods Klinge und sein Schädel wurde teilweise gespalten, mitten in seinem Schädel blieb sie stecken und saugte ihn genüsslich aus.
Angewidert blickte Irimbur auf seinen Gegner herab, nie hatte er zuvor einen derart leeren Ausdruck in den Augen eines Toten gesehen, immer wenn er bisher einen Toten betrachtet hatte war in seinen Augen noch etwas von der Seele des Toten zu sehen gewesen, ein schwacher Schimmer nur aber immer war etwas da gewesen, doch hier sah er nun zum ersten Mal völlig leere Augen, und er hasste es. Selbst in diesen Nachtschwarzen Augen hätte irgendetwas zu sehen sein müssen, doch er wusste warum er hier nichts sah und das war es was ihm Angst machte, Schattentod hatte die Seele dieses Etwas in sich aufgesogen, deshalb waren seine Augen so leer.
Leise trat Freundil an seien Freund heran, er hatte mit Wampier den ganzen Kampf verfolgt ohne etwas tun zu können, es war ein harter und schrecklicher Kampf gewesen, doch es erklärte nicht warum Irimbur nun seit mehr als einer Minute da stand und die Leiche seines Gegners betrachtete, es war ja nicht das erste Mal, das er eine Leich sah. Irgendetwas musste nicht stimmen und er wollte wissen was es war aber um das herauszufinden musste er mit Irimbur reden, in Ruhe und vor allem allein. Das war auch der Grund warum er Wampier gebeten hatte ohne sie nach Doron und den anderen zu suchen. Dankenswerter Weise hatte Wampier nicht gefragt warum er allein mit Irimbur reden wollte sondern war einfach gegangen.
„Hey Saufnase, was ist los, was ist so seltsam an der Leiche, das du sie solang begaffst?“, fragte er seinen Freund, wobei er sich bemühte seine Stimme möglichst unbefangen klingen zu lassen. „Nichts, wir müssen die anderen Finden, los komm.“, war die knappe Antwort die er von Irimbur erhielt, worauf sich Freundil gezwungen sah seine Strategie zu ändern.
„Nicht nötig, Wampier sucht sie schon aber jetzt mal Klartext Was ist los mit dir, so bist du sonst nicht nach einem Kampf. Irgendetwas stimmt nicht, ich sehs dir an also los raus mit der Sprache!“ Da er Irimbur nun in eine Ecke gedrängt hatte reagierte dieser wie alle Zwerge, er wurde wütend und schrie ihm alles ins Gesicht.
Weiter unten in den Katakomben, die zum Verließ führten wanderte Wampier derweil mehr oder weniger Ziellos durch die Gänge, er wusste dass die Zwerge irgendwo hier unten waren, doch er konnte sie einfach nicht finden, gerade als er umdrehen und zu Freundil und Irimbur zurückkehren wollte viel sein Blick auf eine seltsam gefärbte Stelle an der Wand, zuerst dachte er das die Wand dort vielleicht feucht wäre und deshalb eine etwas dunklere Färbung hatte aber als er näher heranging bemerkte er das auch die Struktur anders aussah. Die gesamten Katakomben waren aus Granit gemauert, bis auf diese eine Stelle hier war der Gang direkt aus dem Muttergestein gehauen worden.
Langsam ging Wampier weiter darauf zu, erst als er direkt vor der Stelle Stand ging ihm auf warum man hier das Muttergestein gelassen hatte, in diesem dunkleren Gestein viel die Roh belassene Steintür so gut wie gar nicht auf, selbst jetzt, da er direkt davor stand war sie kaum zu erkennen. Würde ihn das dunkle nicht von Natur aus anziehen hätte er sie womöglich überhaupt nicht bemerkt aber so war er sich sicher hinter dieser Tür mussten die Zwerge, Gingko und der Mensch stecken. Langsam öffnete er die Tür, wobei Stein auf Stein schabte und ein in der Stille geradezu überlautes Geräusch verursachte. Nachdem die Tür offen war sah er in ein Schwarzes Loch, in dem eine in den Stein gehauene Treppe steil abwärts führte.
Vorsichtig betrat Wampier den engen Gang, Schritt für Schritt folgte er der Treppe abwärts, wobei er so wenig Lärm wie irgend möglich verursachte, was bei ihm keinerlei Geräusch entsprach, schließlich war er ein Wesen des Schattens und wie Voldan gesagt hatte sogar der Sohn des Schatten selbst, doch aus irgendeinem Grund gelang es ihm nicht, im Gegenteil desto mehr Magie er benutzte um geräuschlos zu sein desto lauter wurden seine Schritte. Er wurde das Gefühl nicht los, dass das an dem Gestein lag, aus welchem der Gang bestand.
Nach etwa zwanzig Metern machte der Gang einen knick hinter dem ein leichter Lichtschein zu sehen war. Nachdem Wampier um die Ecke gegangen war sah er am Ende des Ganges einen hell erleuchteten Raum aus dem leise das Fluchen eines Zwerges zu ihm drang.
Nachdem er sicher war, dass keine Wachen im Raum waren betrat Wampier den Raum und staunte nicht schlecht als er den Blauen sah, der in der Mitte eines Halbkreises saß und mit den Zwergen diskutierte.
Er war darauf gefasst gewesen, einen Latimerer zu sehen, wie Lian es gewesen war, auch das er eine blaue Haut haben würde war ihm klar gewesen, schließlich hatte Lian ebenfalls blaue Schuppen gehabt, doch dieser hier hatte im Gegensatz zu Lians dunkelblauen Tiefseeschuppen himmelblaue Schuppen, die im Licht der Fackeln glänzten, wie ein Saphir im Sonnenlicht.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht trat Wampier aus den Schatten ins Licht der unruhig brennenden Fackeln und trat dabei einen kleinen Stein gegen einen Eimer neben den Gitterstäben. Erschrocken sprangen die Zwerge auf, wobei Doron und Zala nach den Knochen einer Mahlzeit griffen, die sie an den Wänden der Zelle bearbeitet hatten, sodass sie sich als Stichwaffen gebrauchen ließen, während die anderen Zwerge hinter sie traten. Auch Gingko fuhr erschrocken zusammen, blieb jedoch sitzen, offensichtlich war er keine Kämpfernatur, was den Umgang mit Waffen anging, nun das würde sich noch ändern, wenn er erst einmal Irimbur begegnet wäre, dachte Wampier während er die kleine Gruppe betrachtete. Auch Konrad der in einer anderen Ecke der Zelle saß betrachtete er, Konrad musste gesehen haben wie er aus den Schatten getreten war, denn er war nicht zusammengefahren als er den Stein getreten hatte.
„Na, ich sehe ihr seit noch Fit“, lächelte Wampier den sechs in der Zelle zu, die ihn unverwandt anstarrten als sei er ein Geist. Erst nach mehreren Sekunden der absoluten Stille brach es aus Doron heraus: „Wampier, verdammt, wo wart ihr so lange, komm schon lass uns hier raus und dann machen wir diesem Pippin mal kräftig Dampf!“ langsam ging Wampier auf die Zelle zu um den sechs die Tür zu öffnen, wobei er ihnen nüchtern von den Kampf zwischen Irimbur und Swerd berichtete. Als er seinen Bericht beendete sahen Doron und die anderen ihn ungläubig an und brachten keinen Ton hervor, was Wampier dazu brachte in Gelächter zu verfallen, das ein wenig hysterisch wirkte, worauf seine Begleiter nur noch seltsamer drein blickten. Erst als sie in den Gang einbogen, in dem er Freundil und Irimbur zurückgelassen hatte verstummte sein Lachen. Irimbur saß auf einem Blumentopf, der ihm im Stand bis zur Hüfte gereicht hätte, für einen ungeübten Beobachter sah es so aus als sei alles in bester Ordnung, doch Wampier bemerkte sofort, dass Irimbur dabei war etwas zu akzeptieren, was er lange Zeit einfach hingenommen hatte.
Nachdem Irimbur und Freundil die Gruppe um Wampier bemerkt hatten stieß Freundil sich von der Wand ab, an der er bis dahin gelehnt hatte und Irimbur sprang auf und Wampier konnte nur staunen, wie leicht die leichte Anspannung, die er eben noch auf seinem Gesicht bemerkt hatte gänzlich verschwand während er sich zu ihnen umwandte. Ja Irimbur hatte jahrelange Übung darin seine Gefühle und Gedanken zu verbergen und er beherrschte es Perfekt.
Nachdem sie sich alle Vorgestellt und begrüßt hatten, warf Konrad plötzlich in die Runde: „Wo sind Pippin und Lutezia?“ Da niemand außer Doron und den anderen etwas mit den Namen Anfangen konnte begann Konrad zu erzählen, er erzählte con Pippin, wobei er auch dessen Aussehen beschrieb, dasselbe galt für Lutezia. Als er dessen Aussehen beschrieb schrie Freundil plötzlich auf, um dann sofort zu verstummen und mit unruhiger Stimme zu sagen: „Diese Lutezia oder wie die heißt, die war doch hier als du mit diesem seltsamen Kerl gebalgt hast“, wobei er auf Irimbur deutete, „verdammt wo ist die denn dann hingelaufen?“
Gerade als Freundil aufspringen wollte um in Richtung des Thronsaales loszulaufen, weil auch Lutezia dorthin gelaufen war erklang in seinem und in dem Kopf eines jeden anwesenden eine sanfte aber dennoch erfurcht gebietende Stimme. ~Kommt in die große Versammlungshalle, dort werde ich euch alles erzählen, die Zwei die ihr sucht sind bereits zu weit weg als das ihr sie noch einholen könntet.~
Eine Zeit lang standen die neun noch unschlüssig was sie tun sollten da bevor sie sich langsam auf den Weg zur Versammlungshalle machten.
Bei ihrer Ankunft in der großen Halle, die denen der Zwerge beinahe ebenbürtig war, wurden sie bereits von den Fürsten der anderen Provinzen der Menschen und Litásìl und seinen Elben erwartet. Irimbur, der die letzten Meter vor den anderen gegangen war, sucht den Raum systematisch nach einem Sitzplatz um und hielt, nachdem er einen entdeckt hatte zielstrebig darauf zu. Im ersten Augenblick nachdem er sich gesetzt hatte wunderte Irimbur sich warum ihn die Anwesenden mit so seltsamen Blicken ansahen, dann teilte Wampier ihm jedoch auf einem Mentalen Faden mit, dass er sich auf den Platz des Königs gesetzt hatte, woraufhin er breit zu grinsen begann und sich auch auf Wampiers Gesicht ein grinsen andeutete.
Nachdem es wieder still geworden war und alle gespannt auf das erscheinen der ominösen Gestalt warteten, die sie alle hierher berufen hatte, schweiften Irimburs Gedanken wieder zu sich selbst und er geriet Still und leise in einen Strudel aus widersprüchlichen Gefühlen und Gedanken, an dessen Grund die Lösung für sein Problem lag, er musste sich lediglich bis dort treiben lassen, doch das loslassen bereitete ihm enorme Schwierigkeiten, den es war schwer Schutzmechanismen fallen zu lassen, die sich über so lange Zeit bewährt hatten. Doch schließlich lie0 er los und tauchte in den Strudel ein, der ihn aufnahm wie einen alten Freund und der andersherum aufgenommen werden wollte, Irimbur nahm ihn auf, umarmte ihn und fand – sich, endlich hatte er sich selbst akzeptiert und war wieder wer er sein sollte.
Dann riss ihn die Stimme aus seinen Gedanken, die schon auf dem Gang in seinem Kopf erklungen war, doch diesmal erklang sie nicht mental sondern ging von einer alten Frau aus, die verschwommen in der Mitte des Raumes zu sehen war und immer deutlicher wurde.
~Nun da ihr alle anwesend seid, kann ich beginnen euch die Geschichte zu erzählen, die zu erzählen ich geschaffen wurde. Ich bitte euch hört euch gut an, was ich euch zu sagen habe, denn es ist eure Geschichte.~ begann die Frau und jeder im Raum beugte sich in seinem Stuhl vor um auch jedes Wort zu verstehen, keiner wusste warum aber diese Gestalt, halb Nebel halb Mensch übte auf jeden eine enorme Anziehungskraft aus. ~Vor langer Zeit als weder eure Völker noch dieser Ort existierten gab es nur den Gott des Schattens und die Göttin des Lichtes beide hatten ihre eigene Welt, mit ihren eigenen Lebewesen, doch sie waren nicht glücklich, sie liebten sich obgleich sie sich nie begegnet waren und verzehrten sich nach dem anderen, sodass sie schließlich diese Welt erschufen, ihr Schlafzimmer. Hier entstanden über Millionen von Jahren nun die Götter zu denen ihr heute betet und die ihr so sehr verehrt, ein jeder dieser Götter, die entstanden entschied sich für das Licht oder den Schatten, so entstanden eure Götter und die der Orks und anderen Schattenwesen. Doch es kam eine Zeit in der Licht und Schatten sich wirklich liebten und einen Sohn bekamen, der anders war als all seine Brüder und Schwestern, den Gott des Zwielichts, er war mächtiger als alle anderen Götter und erklärte diese Welt zu seinem Reich, dann verbannte er seine Eltern in ihre Welten und ließ lediglich seine Brüder und Schwestern bleiben. Dann erschuf er Wesen , die weder Licht noch Schatten waren, da dies seinen Geschwister zuwider war beschlossen sie ihn zu vernichten und verbündeten sich gegen ihn und vernichteten all seine Schöpfungen und ihn selbst. Ohne Gegenwehr ließ er sich von ihnen vernichten, sorgte jedoch dafür, dass seine Eltern niemals mehr auf diese Welt Zugriff erhalten sollten indem er die Tore, die ihre Welten mit dieser Welt verbanden für sie unpassierbar machte. Außerdem erschuf er drei Seelen, die zur Aufgabe haben sollten, sollte es seinen Eltern doch gelingen die Siegel zu brechen und die Tore zu öffnen sie zurück zu drängen und die Tore erneut zu versiegeln. Schließlich erschuf er als letztes noch mich, damit ich denen die von den Seelen auserkoren wurden zeige was sie zu tun haben. Ihr Irimbur und Luzifer tragt je eine dieser Seelen in euch, die dritte suchte sich einen Tierkörper, den Körper eines wilden Jägers, er weiß bereits seitdem das Tor sich einen Spalt öffnete was seine Aufgabe ist und wartet seither in dem Gebiet vor dem Tor auf euch, du Luzifer bist ihm schon einmal begegnet, doch du kannst dich nicht daran erinnern.
Geht nun und erfüllt euren Quest sonst seit ihr und all eure Freunde verloren und ich bitte euch versiegelt das Tor fest, nicht wie es vor so vielen Jahren Jatzzahn tat, der nur über die kraft einer Seele verfügte und das Tor nicht zu schließen vermochte.~
Wampier, der die ganze Zeit während die seltsame Frau erzählt hatte schweigend dagesessen hatte stand nun auf und schritt auf die Gestallt zu, die sich bereits aufzulösen begonnen hatte. „Wie soll Irimbur den diesen Luzifer finden, hier ist niemand der diesen Namen trägt.“
~Doch er ist hier, er hat seinen Namen nur vergessen, doch ihr sollt nicht länger suchen, den dafür haben wir nicht die nötige Zeit, darum werde ich dir verraten, wer Luzifer ist – Du bist es, du musst dich nur erinnern um zu wissen, das ich die Wahrheit sage. Ich werde nun gehen, meine Aufgabe ist erfüllt, doch ich werde wiederkehren, wenn ihr mein Wissen benötigt, sorgt dafür das es dazu kommt…~Die Gestallt der Frau verschwamm immer weiter, bis sie nicht mehr viel mehr als ein ferner Schemen war, gerade wollten Irimbur und die anderen sich von dem Nebel abwenden als erneut die Stimme erklang und den Raum ausfüllte. Die Stimme füllte zwar weiterhin den gesamten Raum, doch es war als käme dränge sie von weit weg zu ihnen, sodass sie sich sehr anstrengen mussten um die Worte zu verstehen, die sie ihnen zuflüsterte. ~Das Tor ist offen und der Krieg beginnt… Nur wenige werden leben oder niemand so sagte er einst, was meinte er wohl damit? ~
Kaum war die Stimme verklungen begann eine hitzige Diskussion unter den Herrschenden wie ernst sie die eben vernommenen Worte nehmen sollten. Von dieser ganzen Aufregung bekamen die Zwerge und Gingko nichts mit, zu sehr waren sie mit ihren eigenen Gedanken beschäftig, während Irimbur und Freundil in Gedanken die letzten Wochen noch einmal vor sich sahen und versuchten zu verstehen wie es dazu gekommen war, das sie nun hier standen und ein Tor schließen sollten, das sie noch nie gesehen hatten, zumindest Freundil dachte nur darüber nach, Irimbur dagegen quälte noch eine andere Sache, er fragte sich warum ausgerechnet er diese Aufgabe erfüllen sollte und warum gerade jetzt, wo er doch gerade erst wieder begonnen hatte er selbst zu sein, während er sich diese Fragen stellte wusste er tief in seinem inneren bereits die Antwort: Er war er und das hieß er war nur zu diesem einen Zweck lebendig. Nein er war sich sicher, das das nicht der einzige Grund für seine Existenz sein konnte, es musste noch einen Grund geben, nur das er sich seinem Verstand noch entzog, doch er würde ihn erkennen.
Luzifer bekam seinerseits nichts von der Diskussion mit weil er zu sehr damit beschäftigt war die Erinnerungen zu ordnen, die auf ihn einstürmten. Diese seltsame Frau hatte eine Tür in seinem Inneren aufgestoßen, die er selbst vor Ewigkeiten verschlossen hatte, er war nicht Wampier, er war Luzifer, der erste Bote dafür, dass das Tor einen Spalt breit offen stand und das Dunkle sich langsam seinen Weg in diese Welt bahnte, er war der erste Abkömmling des Schattens, erschaffen um Hass, Gewalt und Zerstörung zu verbreiten.
Nein, es war ein Aufschrei seines selbst, ich bin kein Monster, ich bin nicht Luzifer, ich… ich bin… wer, ja wer bin ich, wenn ich nicht Luzifer und auch nicht Wampier bin? Nach und nach musste er einsehen, dass er Luzifer war aber er wusste auch, das er nicht seines Vaters Sohn war und er erkannte sein Ziel, sein Vater, er musste ihn aufhalten.
Als hätte er dessen Entschluss gehört kam Gingko auf ihn zu, trat an seine Seite und sprach aus, was er hoffte: „Du musst das nicht alleine tragen, Irimbur, Freundil und die anderen werden dir dabei helfen, solltet ihr euch entscheiden den Versuch unternehmen das Tor wieder zu schließen.“
Nachdem alle ihre Gedanken geordnet hatten und dem Gespräch im Saal wieder folgten wurde die ohnehin schon hitzige Diskussion noch unruhiger und als Irimbur, Luzifer und Freundil dann schließlich in den Kreis in der Mitte des Saales traten, in dem ansonsten Bittsteller und Boten standen um den König etwas mitzuteilen ruhten alle Augen im Saal auf ihnen und es wurde totenstill im Raum.
Luzifer wollte erklären was das solle aber Irimbur war schneller: „Wir werden aufbrechen um dieses Tor zu schließen“, begann er ohne Freundil oder Luzifer gefragt zu haben, was Luzifer auch stillschweigend auf mentalem Wege zum Ausdruck brachte. Freundil dagegen begann leise vor sich hin zu fluchen, zwar hatte keiner der beiden etwas anderes sagen wollen aber dennoch ärgerte es sie das Irimbur sie einfach dazu zählte ohne sie zu fragen.
Irimbur schenkte ihnen daraufhin lediglich ein breites Grinsen und fuhr fort de Herrschern die Lage zu erklären: „Wir haben uns dazu entschlossen, weil wir das Risiko nicht eingehen wollen, sollte es dieses Tor wirklich geben, dass Wurin von den Herscharen des Dunklen Fürsten überrannt wird, deshalb werden wir uns auf den Weg machen." Unter den Anwesenden wurde nun mit dem Nachbarn gemurmelt, einige sagten das die drei irre seien, weil sie auf eine seltsame Alte Frau hörten, andere dagegen stimmten ihnen zu und versuchten diejenigen die anderen zu überzeugen den drei beizustehen. Schließlich erhoben sich einige, regten ihre Waffen in Richtung der Saaldecke und schworen bei ihren Gebieten, die Zwerge und Luzifer zu unterstützen und ein Heer gegen die Kreaturen der Finsternis zu stellen, welches sie begleiten solle.
Zufrieden sah Freundil das immer mehr sich erhoben und schworen ihnen beizustehen, nach einiger Zeit waren fast alle aufgestanden, nur ein einziger fehlte noch, Litásíl, der Elbenfürst saß als einziger noch auf seinem Platz und weigerte sich aufzustehen, obwohl alle Augen im Raum auf ihm ruhten.
„Ich bin und das schwöre ich bei meinem Gott Àlandír kein Feind der Zwerge aber ich bin auch nicht ihr Freund, und ich werde ihnen niemals einen Treueschwur leisten!“, begann er ärgerlich als er der auffordernden Blicke der anderen gewahrte.
Irimbur wollte gerade zu einer wenig freundlichen Erwiderung ansetzten, doch diesmal war Freundil schneller als er. „Ihr schwört uns nicht die Treue Fürst Litásíl, nur unserem Land Wurin schwört ihr heut die Treue, wenn ihr es den tut. Wir alle sind uns darin einig das es an uns ist dieses Land und damit diese Welt davor zu bewahren, in der Finsternis unterzugehen. Sodann nun ist es an euch zu entscheiden ob ein vereinigtes Heer aller Völker sich dem großen Übel entgegenstellt oder nicht.“, beendete Freundil seine kurze Rede und sah den Elben erwartungsvoll an, sowie alle im Saal es taten.
„Ihr wisst doch gar nicht ob es diesen Schatten überhaupt gibt, der angeblich unser schönes Land bedroht!“ „Fürst Litásíl,“ erhob nun auch Konrad die Stimme, „ihr habt recht, wir wissen nicht ob es diese Bedrohung wirklich gibt aber wir sind im Gegensatz nicht so verdammt dämlich zu glauben das ein Bündnis der Völker nicht nötig ist, ob es die Bedrohung nun gibt oder nicht spielt für uns keine Rolle, wichtig ist einfach die Gewissheit, das wir vereint Kämpfen, sollte eines unserer Völker einem Feind gegenüberstehen!“
Nach einigen Momenten des Schweigens begann dann auch der Elbenfürst seinen Schwur zu leisten, wobei er aber ein Gesicht machte, das Freundil sich insgeheim fragte ob sie sich in einem Krieg auf die
Elben verlassen könnten.
Am Abend saßen Luzifer, Gingko, Konrad, Freundil und die anderen Zwerge gemeinsam beim Essen und berieten darüber wie es weitergehen sollte, Konrad war der Meinung dass sie, bevor sie ein Heer zusammenstellen einen Boten hinter das Edelsteingebirge senden sollten, der überprüfen sollte ob es dieses Tor wirklich gibt, erst dann sollten sie mit einem großen Heer zu diesem Tor reisen. Irimbur hielt diese Vorschlag für Pferdedung, wie er sich ausdrückte und nicht oft genug betonen konnte. Seiner Meinung nach sollte überhaupt kein großes Heer zum Tor ziehen, weil es viel zu auffällig wäre und den Gegner warnen würde, er wollte Lieber mit einer kleinen Gruppe ziehen, die kein Aufsehen erregt, außerdem blieben dann wenigstens genügend Gegner für jeden.
So ging es einige Zeit hin und her, bis Freundil, der zwischen den beiden Streithähnen saß schließlich auf den Eichentisch schlug, das sich risse im Holz entstanden.
Verdutzt wurde er nun von allen Seiten gemustert, zumindest fast, ausgerechnet die beiden Streithähne sahen ihn nicht an und fauchten sich weiter an. Da Freundil anscheinend keine andere Möglichkeit hatte tat er das einzige, was er tun konnte um Irimbur von dem Streit abzulenken, er nahm seinem Freund das Bier vor der Nase weg, woraufhin dieser auch seinen Blick zu ihm umwandte, selbiges tat er mit Konrads Humpen. Nachdem er sich nun sicher war das er ihre Aufmerksamkeit genoss begann er seinen Vorschlag zu unterbreiten.
„Wir sollten beides tun“, begann er und erntete zunächst verständnislose Blicke, „wir sollten beides tun, eine kleine Gruppe zusammenstellen, die hinters Gebirge zieht und ein großes Heer zusammenstellen.“, wiederholte er seinen Vorschlag und sah immer noch größtenteils verwirrte Gesichter vor sich ,nur Luzifer schien verstanden zu haben wie er vorzugehen gedachte und Irimbur sah zwar auch nicht mehr ganz so verwirrt wie die anderen aus aber er wirkte nicht als hätte er es verstanden, vielmehr sah er aus als hätte man ihm gerade einen tollen Witz erzählt, den er nicht verstand.
Seufzend begann Freundil den anderen seinen Plan auseinander zu legen. „Nur so können wir es überhaupt schaffen, den wie sonst sollte man unbemerkt en einen so mächtigen Feind herankommen ohne eine Ablenkung.“, beendete er seine Idee.
Aus den Augenwinkeln bekam er mit wie sich Konrads und Gingkos köpfe zustimmend neigten nur Irimbur schien nicht mit seinem Plan einverstanden zu sein, was er auch gleich zum Ausdruck brachte. „Du meinst also wir sollten die ganzen Orks hierher locken und gegen ein Heer kämpfen lassen, nur damit wir weniger Gegner haben, wenn wir uns auf den Weg machen, du spinnst doch, ich will schließlich auch meinen Spaß!“
„Aber Irimbur, du wirst auch so deinen Spaß haben, glaub mir es werden immer noch genug Orks und andere Viecher da sein mit denen du dich messen kannst.“, griff nun auch Zala ins Gespräch ein, wofür Freundil ihr sehr dankbar war und nach etlichen Minuten einer hitzigen Diskussion der beiden grummelte Irimbur schließlich sein Einverständnis. Danach wurde es ein gemütlicher Abend bei dem viel gelacht wurde.
Im Edelsteingebirge wurde unterdessen ein Zwerg, der Wache geschoben hatte auf eine Rauchsäule aufmerksam, die sich immer schneller den Zwergen näherte, plötzlich hielt die Rauchsäule inne und schien auf irgendetwas zu warten, der Zwerg der hinter dem Rauch eine nahende Gefahr vermutete machte sich sofort auf den Weg um Voldan und den anderen von der Gefahr zu berichten.
Am nächsten Morgen stand er nicht allein auf en Zinnen der Festungsmauer, Voldan, Rhumdan und einige andere Zwerge standen ebenfalls dort und sahen zu, wie der Rauch sich in einiger Entfernung gen Himmel kräuselte und sich nun wieder aufmachte und sich weiter auf die Zwerge zu bewegte.
Als die Sonne schließlich ihren höchsten Stand erreicht hatte und die Zwerge blendete kam die gewaltige Armee der Orks und anderen Ungeheuer um die letzte Biegung des Gebirges, an das sich nun die riesige Zwergen Festung anschloss, halb ins Gebirge gebaut, wurde sie oft von den Menschen das letzte Bollwerk des Gebirges gegen die Unholde genannt. Voldan beobachtete wie die Orks, Oger und Trolle sich einer Schlange gleich den Pfad durch die Schlucht auf die Mauern zu bewegte und in etwa Zweitausend Schritt Entfernung halt machte und ein gigantisches Lager aufschlugen und zum ersten Mal in seinem langen Leben verspürte er wahre Angst, während er eine Orkarmee ansah. Thor, ist das deine Prüfung für uns, willst du sehen das wir Zwerge sind? Nun denn wir werden Kämpfen bis zum letzten Mann. Dachte Voldan bei sich bevor er die Treppen der Wehrmauer hinunter ging und einen Felsen erklomm, welcher vor nicht einmal Fünfzig Tagen noch ein teil der Wehrmauer gewesen war, bevor die Heerscharen von Orks und anderen Ungeheuern abgerissen hatten. Nachdem er oben war drehte er sich zur neuen Wehrmauer um, die vor Fünf Tagen noch nicht stand und von den Zwergen Stein für Stein aus dem Granit des Berges gehauen war, als er sich abermals umdrehte umspielte ein lächeln seine Mundwinkel.
Vor dem Felsen hatten sich bereits alle Zwerge versammelt, die in der Lage waren eine Axt oder einen Hammer zu schwingen um einem Ork den Tod zu bringen. Ein wenig wehmütig betrachtete er die knapp Siebenhundert Zwerge, die dort standen, während er sie betrachtete musste er an Irimbur und Freundil denken, die beiden Zwerge, die ihnen in der letzten Schlacht zum sieg verholfen hatten und danach Zwerge im Umgang mit Axt und Streithammer ausbildeten, ohne sie stünden nun weit weniger als Fünfhundert Zwerge vor ihm. Voldan schüttelte den Gedanken ab und begann die Zwerge für die bevorstehende Schlacht einzustimmen.
„Hört mir zu ihr Zwerge, heute steht uns einschwerer Kampf bevor, vor unseren Toren lagern tausende Orks, Oger und andere Scheusale und ich glaube nicht das wir heut einen Sieg erringen können, doch ich schwöre euch es wird trotzdem ein großer Kampf, den wir sind Zwerge und wir sind geschaffen worden um Orks zu töten. Ich sage euch das wird heute ein Schlachtfest, wie Thor es schon lange nicht mehr gesehen hat und man wird sehen, das wir, die Zwerge immer noch die besten Krieger des Landes sind, für jeden Toten Zwerg sollen mindestens Zwanzig der Scheusale da draußen Fallen, wir werden das Gebirge solange wie möglich halten auf das Thor stolz auf uns sein kann! Für Thor!“, beendete er seine Rede woraufhin Äxte gegen Schilde hämmerten und in die Luft gerissen wurden dann erklang ein vielstimmiger Schlachtruf, den die Zwerge schon seit Zwergen gedenken riefen,: „Für Thor!“ wieder trommelte es, diesmal kam es jedoch nicht von den Zwergen sondern von den Orks, sie starteten ihren ersten Angriff und Voldan ließ das Tor öffnen und die Zwerge stürmten der gewaltigen Armee entgegen, Voldan lief vorneweg und stimmte ein Lied an, welches vom Rum der Zwerge handelte und die Orks verspottete, andere Zwerge fielen mit ein und als die beiden Armeen aufeinander trafen war aus dam leisen Lied Voldans ein lauter Kanon geworden, der sogar den Kampflärm übertönte und von den Steilhängen zu beiden Seiten zurückgeworfen wurde.
Voldan und sein Sohn Rhumdan bedienten sich im Kampf einer Technik, die Freundli und Irimbur ihnen gezeigt hatten, sie standen Rücken an Rücken, drehten sich um einander und spalteten Köpfe oder trennten Gliedmaße ab, gleichzeitig mussten sie Hiebe abblocken, was ihnen nicht immer gelang, sodass sie beide bereits nach kurzer Zeit flache Schnittwunden an den Armen hatten und Voldan sogar von einem Ork in den Oberschenkel gebissen wurde, dem er zuvor den rechten Arm abgetrennt hatte, das hielt Voldan aber nicht davon ab weiter zu singen.
Plötzlich ertönten wieder Trommeln und die Orks begannen mit dem Rückzug, der auf Voldan sehr denn Anschein einer Flucht machte. Als der Ork direkt vor ihm sein Schwert fallen ließ und sich umdrehte um wegzulaufen packte Voldan ihn an der schlechten Rüstung und hielt ihn fest um ihm den Schädel zu spalten, doch der Ork riss sich frei und wollte los laufen, doch Voldan war nicht gewillt ihn laufen zu lassen und schlug kurzerhand nach dessen Beinen und verhinderte so dessen Flucht. Dann hob er langsam seine Axt und spaltete dem Ork den Schädel, woraufhin das Blut des Orks in alle Richtungen spritzte. Erst jetzt folgte er seinen Brüdern zurück hinter die Festungsmauer. Unterwegs begann er bereits die Toten zu zählen und kam auf gerade einmal Fünfundvierzig tote Zwerge, die Orks hatten dagegen mehr als Zweihundert Kämpfer verloren.
Hinter den Tore der Zwergenfestung angekommen setzte er sich auf den Boden und sah den Zwergen dabei zu, wie sie sich auf die nächste Schlacht vorbereiteten indem die etwas aßen, ihre Rüstungen und Waffen polierten oder einfach nur dasaßen und ihren Gedanken nachhingen. Es dauerte nicht lang und erneut erklangen die Trommeln der Orks, diesmal wurden sie jedoch begleitet von mächtigen donnern, welches die Oger verursachten, wenn sie mit ihren Keulen gegen die Felsen des Gebirges schlugen. Wieder erhob Voldan sich um seine Krieger in die Schlacht zu führen, doch diesmal würde es nicht bei wenigen Toten bleiben, viele Zwerge würden den Ogern zum Opfer fallen und jeder der Zwerge wusste das, trotzdem schallte erneut der Schlachtruf der Zwerge durch das Gebirge und das Tor wurde geöffnet.
Voldan lief an der spitzte der Keilförmig aus dem Tor stürmenden Armee auf ihre Todfeinde zu.
Kaum sahen die Oger hinter den Orks die Zwerge aus dem Tor hervorstürmen beschleunigten diese ihren Lauf und trampelten die Orks vor ihnen zu dutzenden nieder, dann trafen die Zwerge und Ungeheuer erneut aufeinander und wieder entfachte ein harter Kampf, doch diesmal wurde das Lied das die Zwerge beim anstürmen erneut angestimmt hatten schnell leiser.
Rhumdan und sein Vater fanden sich bereits nach wenigen Sekunden inmitten der Feind wieder und kamen weder vor noch zurück. Aus dem Augenwinkel bekam Voldan mit wie etwa zwanzig Meter rechts von ihm sein langjähriger Freund Gandolar Hammerschlag gegen einen Oger fiel und kämpfte nun noch verbissener. Immer näher kam er dabei dem Oger, der seinen Freund erschlagen hatte, bis er schließlich direkt vor ihm stand um seinen Freund zu rächen. Mit einer Drehung um sich selbst, bei der er mehreren Orks seine Axt tief ins Fleisch schlug verschaffte Voldan sich den nötigen Platz um den Oger zu attackieren, dieser hatte sich von ihm abgewandt und setzte unterdessen Rhumdan zu, erst als Voldan sich mit wütendem Kampfgeschrei auf ihn stürzte drehte er sich um, doch da war4 es bereits zu spät, Voldans Axt traf den Oger hart in den Oberschenkel, sodass dieser Stürzte, sofort war Voldan über ihm und seine Axt vergrub sich tief im Schädel des Ogers. Zufrieden zog Voldan seine Axt aus dem Oger und gesellte sich zu seinem Sohn, um ihm gegen einen anderen Oger beizustehen, gemeinsam erledigten sie auch diesen, während der Oger aber noch zu Boden stürzte schlug er ein letztes Mal nach den beiden Zwergen und schleuderte sie durch die Wucht seines Schlages durch die Luft an den Rand des Schlachtfeldes, wo sie unsanft gegen zwei besonders große Orks prallten und mit ihnen zu Boden gingen.
Benommen rappelten sich die Vier wieder auf um im nächsten Augenblick auch schon aufeinander loszugehen. Voldan hatte keine Probleme seinen Gegner zu besiegen und wandte sich trotz der Knochenbrüche, die der Schlag des Ogers im beigebracht hatte schon wieder den nächsten Feinden zu. Rhumdan hatte es da erheblich schwerer, ihm war bei dem Sturz die Axt entglitten und der Ork ließ ihm keine Gelegenheit nach seinen beiden Beilen zu greifen, die links und recht an seinem Gürtel hingen, immer wieder schlug er nach Rhumdan, sodass dieser ständig mit Ausweichen beschäftigt war. Der Ork drängte Rhumdan immer weiter zurück und plötzlich spürte er Widerstand hinter sich, jetzt erst wurde Rhumdan bewusst warum der Ork so Dreckig grinste, dann schlug der Ork erneut nach ihm und Rhumdan musste zurückweichen um der Klinge des Orkschwertes zu entgehen. Er wich also zurück und fiel wegen des Kadavers rücklings zu Boden, der Ork war so schnell über ihm, das ihm keine Möglichkeit mehr blieb sich wieder aufzurichten und der nahenden Klinge auszuweichen. Im letzten Moment sah Rhumdan neben sich das Orkschwert des Toten Orks unter ihm liegen, griff danach und blockte den Schlag seines Gegners mühsam ab. Trotz des Orkschwertes in seiner Hand geriet Rhumdan schnell wieder in arge Bedrängnis und ihm wurde klar warum Zwerge nicht mit Schwertern kämpften, gerade als der Ork seine Klinge mit einer solchen Wucht schwang das Rhumdan aufgrund seiner Lage und seines Unvermögens mit einem Schwert zu kämpfen unmöglich abwehren könnte erhellte ein kurzer Lichtblitz den rücken des Orks und er stürzte zu Boden.
Mühsam befreite Rhumdan sich von der Last des toten Orks und sah den glitzernden See vor sich, in dem die Latimerer laut Lian lebten, gebannt sah er zu wie ein Heer von knapp siebenhundert Latimerern in glänzenden Rüstungen aus dem See hervorkamen und sich mit ihren Speeren und ihrer Magie am Kampf der Zwerge beteiligten.
Die Orks und Oger, die bis dahin mit den Zwergen gekämpft hatten hielten inne, sobald sie die Latimerer bemerkten aber auch die Zwerge rührten sich nicht, zu groß war die Überraschung über die unerwartete Verstärkung. Rhumdan ergriff die Gelegenheit und langte nach seinen Beilen, die er sofort dam nächst stehenden Ork von beiden Seiten in den ungeschützten Hals trieb und ihm den Schädel auf diese Weise halb abtrennte.
In dem Moment in dem der Torso des Orks den Boden berührte erklang das Horn Voldans um seine Brüder wieder zum Kampf zu rufen, sofort erschallt von allen Seiten lautes Kampfgeschrei und das Lied wurde neu angestimmt. Gemeinsam mit den Latimerern kämpften die Zwerge mit neuem Mut und zwangen die Orks und Oger trotz ihrer müden Arme ein zweites Mal zur Flucht.
Wieder hinter dem Tor der Festung versorgten die Latimerer ihre Wunden und die der Zwerge mit Hilfe ihrer Kunst, doch das erschöpfte ihre Kräfte, sodass sie bis auf wenige Ausnahmen an der nächsten Schlacht nur mit ihren Speeren teilnehmen könnten und Voldan schätzte, das ihre überraschenden Kampfgefährten zwar verbissen kämpfen würden, gegen die Horden von Feinden aber wenig ausrichten könnten.
„Dann wird die nächste Schlacht wohl die letzte sein, die ich erlebe…“, murmelte Voldan in seinen stattlichen braunen Bart, während er ansonsten Schweigend aß und seinen Gedanken nachhing. Doch seine Worte waren dennoch gehört worden, Rhumdan, der neben ihm saß blickte zu seinem Vater auf, sah in dessen Gesicht jedoch, das er mit sich selbst sprach, also wandte er sich wieder von ihm ab und kaute weiter auf dem getrockneten Fleisch herum, das ihnen die Zwerge gebracht hatten, die nicht an der Schlacht teilnahmen. Dann fiel ein Schatten auf die beiden und die beiden hoben den Kopf um den Verursacher zu erkennen, es war einer der Blauhäute, der seinen Schatten auf sie warf, erst nach mehrmaligen blinzeln erkannten sie, dass es sich bei der Blauhaut um Lian handelte. In seiner blitzenden Silberrüstung sah er ganz anders aus als bei ihrer letzten Begegnung.
„Soll ich eure Wunden heilen, so könnt ihr doch nicht mehr lange Kämpfen und beschleunigt nur was die Orks so oder so irgendwann schaffen, euren Tod.“, fragte er die Zwerge, wobei er sich der Zwergensprache bediente. „Scher dich weg mit deinem Hokuspokus, Lian, der bringt sowieso nicht viel und ich mag diesen Firlefanz nicht!“, fuhr Voldan ihn darauf an und versuchte seine Axt nach Lian zu schwingen, doch aufgrund der gebrochenen Rippen verzog er dabei das Gesicht, da sein Körper nicht länger voll vom Schmerzlinderden Adrenalin war und es gelang ihn nicht richtig. Rhumdan dagegen war einsichtiger und ließ Lian gewähren, nachdem er geheilt war sah er seinen Vater an, der immer noch das Gesicht vor Schmerzen verzog.
„Vater, lass dir Helfen, wie willst du denn so Orkschädel spalten?“ „Dass wird schon gehen, außerdem kostet es den Blauhäuter nur zusätzliche Kraft, die er im nächsten Kampf dringend brauchen wird.“, war die einzige Antwort, die er erhielt, bevor Voldan sich unter Schmerzen erhob und davon torkelte. Er hatte gerade einmal Zwei Schritte getan, da wäre er auch schon zusammengebrochen, wenn Lian nicht neben ihm geblieben wäre und ihn auffing. Lian hatte nun genug von Zwergischen Stolz und begann rotz Voldans lauten Protesten dessen Wunden zu heilen, behutsam fügte er die Knochen wieder aneinander und sorgt dafür, dass sie wieder verwuchsen, dann blickte er auf und sagte mit möglichst nicht sagender Miene und beiläufiger Stimme das er seinem Bruder bescheid gegeben hätte, was hier passiere und dieser mit einem kleinen Heer der Menschen auf den Weg hierher sei. Sofort fuhr Voldan, der sich bereits wieder einige Meter von Lian entfernt hatte zu ihm herum, legte die paar Schritte so schnell zurück, dass Lian schon dacht er wäre geflogen, den zwischen ihnen befand sich ein kleinerer Fels, und Packte Lian fest an beiden Schultern. „Warum sagst du das erst jetzt, wo sind sie jetzt, sag schon, wie lange müssen wir hier noch aushalten, bevor sie hier sind?“ Schrie Voldan Lian an, wobei er dessen schmächtigen Körper schüttelte als sei er ein Untergrundbaum, von dem er die reifen Früchte herunterschütteln wolle. Sofort sprang auch Rhumdan dazu, jedoch nicht um Lian ebenfalls zu schütteln, sondern um ihn aus Voldans Griff zu befreien, dieser dachte gar nicht daran den Blauen loszulassen und als Rhumdan seinen linken Arm ergriff und daran zerrte dachte er nicht lange nach und schlug mit der Rechten nach seinem Sohn. Rhumdan wisch dem Schlag aus musste dabei aber den Arm seines Vaters loslassen und bekam keine zweite Gelegenheit ihn noch einmal zu erwischen, denn Voldan hob Lian unterdessen empor, sodass dieser nun einige Zentimeter über der Erde in der Luft hing, und stapfte mit seiner ´Beute´ auf den großen Felsen zu, von dem er seine erste Kampfrede gehalten hatte. Dort setzte er Lian ab, wandte sich den Zwergen zu, die rings um ihn herum rasteten und sich auf die nächste Schlacht vorbereiteten.
„Söhne Thors, die ihr aus dem Fels geschlagen und in der heißen Esse der Götter geschmiedet wurdet, hört, dieser Bläuling hier hat euch etwas zu sagen!“, richtete er sich an die Zwerge und deutete dabei auf Lian, der leicht schräg hinter ihm Stand und überhaupt nicht zu begreifen schien was Voldan da sagte, noch viel weniger begriff er was Voldan damit bezweckte, doch da nun alle Augen auf ihn gerichtet waren trat er auf einen Wink Voldans hin gehorsam vor doch kein Wort verließ seine Lippen. Erst nach einem Stoß Voldans in die Seite, der ihn beinahe von dem Felsen stieß, begann er zu reden: „Während ihr hier oben eure Schlacht schlugt habe ich unter Wasser mit meinem Bruder gesprochen, der sich bei den Menschen aufhält und ich habe ihm von der Schlacht berichtet, nun befindet er sich auf dem Weg hierher und mit ihm sind einige Zwerge und ein Heer von Menschenkriegern unterwegs.“, begann Lian seine Rede und begriff allmählich was Voldan damit bezweckte, den Zwergen von dem Heer aus Menschen zu berichten, das sich auf dem Weg ins Edelsteingebirge befand, neuen Mut und neue Kampfstärke schenken, denn er wusste genau das die Zwerge bald jegliche Hoffnungen auf einen Sieg verlieren würden und ein Ziel brauchten, auf das sie hinarbeiten könnten, damit sie den Mut und die Hoffnung nicht sinken lassen würden.
Die Ankunft der Menschen sollte dieses Ziel sein.
Mit nun lauter, fester Stimme, um den Zwergen zu zeigen das wirklich Grund zur Hoffnung bestand fuhr Lian fort: „Sie befinden sich bereits im Königreich Rohruhr und werden in weniger als Zwei Sonnenumläufen eintreffen, solange müssen wir hier aushalten und die Scheusale aufhalten, was auch immer der Fürst der Finsternis uns auch schicken wird!“, beendete er seine Rede und konnte nicht Fassen, was seine Worte erreicht hatten, Gesichter, die eben noch voller Verzweiflung und ohne Mut gewesen waren strahlten nun eine Sicherheit und eine Entschlossenheit aus, die er kaum für möglich gehalten hatte und vereinzelt erklangen sogar Schlachtrufe und Lieder, die die Orks verhöhnten. Mühsam kletterte Lian von dem Felsen herab und ging zum Tor, an dem Voldan und Rhumdan lehnten und sich leise unterhielten. Während er so durch die Armee aus Zwergen und Latimerern schritt hörte er neben sich einige Zwerge leise etwas murmeln und ging unwillkürlich langsamer um mitzubekommen worüber sie sich unterhielten, natürlich hätte er einfach kurz in ihre Geister eintauchen können und hätte aus ihren Gedanken erfahren über was sie sich unterhielten, doch er empfand es als unangebracht und schlecht in fremde Gedanken zu gucken, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Also beließ er es dabei langsamer zu gehen und bekam noch mit wie einer der Zwerge murmelte das Thor sie wohl doch noch nicht verlassen haben, zufrieden beschleunigte er seinen Gang wieder und beeilte sich zu den beiden Zwergen am Tor zu gelangen.
„Gratuliere, Voldan, ein geschickter Schachzug von dir, jetzt werden die Zwerge es wieder schaffen die Festung zu halten, du hast ihren Kampfgeist neu geweckt.“, begrüßte Lian die Zwei. „Ich, ich habe die Rede nicht gehalten aber es stimmt, jetzt werden die Zwerge die Festung wieder lange genug halten können, bis die Verstärkung eintrifft“, erwiderte Voldan ruhig, „ doch nicht allein.“, fügte er etwas leiser an, sodass nur die drei es hören konnten.
Eine Zeit lang standen sie noch da und unterhielten sich, um sich abzulenken, über belanglose Themen, bis plötzlich ein Horn erklang, das dunkler klang als jedes Zwergenhorn, ein Albaehorn, das bedeutete, das sich nun auch die Albae an der Schlacht beteiligen würden und gewiss würde die Schlacht viele Opfer fordern. Sofort setzte Voland sich in Bewegung und erklomm die Mauer, um selbst zu sehen, worauf sie sich einstellen mussten. Kaum hatte er dass gigantische Heer erblickt, das sich anschickte die Festung zu erobern fasste er einen Entschluss, drehte sich auf dem Absatz um und richtete sich an die Zwerge: „Diesmal bleiben die Tore geschlossen, bildet eine Verteidigungslinie hinter dem Tor und Baut die Steinschleudern auf, wir haben es auch mit Maschinen zu tun!“ und die Zwerge taten wie ihnen befohlen wurde und auch die Latimerer beteiligten sich an der Verteidigung des Tores, sollte es fallen würden sie die Zwerge unterstützen, so gut sie konnten. Nur die Latimerer, die noch Magie nutzen konnten ließen sich auf Felsen nieder und sammelten ihre Kräfte, um gegen den Feind Vorzugehen.
Unterdessen ritt ein Späher Konrads zum Heer zurück um Konrad zu melden, dass sie, wenn sie sich beeilen in weniger als einem Tag im Gebirge sein könnten und sich vor ihnen ein Großes Orklager befunden hatte, welches die jetzt verlassen war.
Kaum war er im Lager des Heeres angekommen, ließ er sich vom Pferd gleiten und warf einem nahe stehenden Knecht die Zügel zu, dann machte er sich schnellen Schrittes auf die suche nach Konrad. Lange musste er nicht suchen, die Stimmen der Zwerge, die sich bei ihm aufhielten, waren durch das gesamte Lager zu hören, sodass er ihnen nur zu folgen brauchte. Als die Zwerge und Konrad ihn kommen sahen verstummten die Zwerge und Konrad schenkte seinem Bericht seine Volle Aufmerksamkeit.
„Das Lager war also verlassen?“, fragte er dann. „Ja My Lord, die Orks haben das Lager aufgegeben.“
„Wohin sind die Orks aufgebrochen?“ „Nach Norden.“, antwortete der Späher ihm und verstand nicht wieso Konrad das so aus der Fassung brachte, bis dieser, mehr für sich aussprach, was er dachte. „Ins Gebirge, sie sind ins Gebirge. Mein Gott, wir müssen sie einholen, einem Angriff von Zwei Seiten können die Zwerge nicht abwehren, sie werden überrannt werden! Wir brechen das Lager sofort ab!“; lautete der knappe Befehl, den Konrad dem Späher erteilte, damit er den anderen bescheid gab.
Jetzt erst kam Irimbur zu Wort: „Die Orks werden sie nicht überrennen, schließlich sind es Zwerge!“, meinte er voll Überzeugung in der Stimme, erntete für sein enormes Vertrauen in seine Brüder und Schwestern jedoch nur ein müdes Lächeln von Konrad, und es war das erste Mal, das Irimbur einen Menschen sah, der plötzlich um knapp zwanzig Jahre gealtert erschien.
Nur kurze Zeit später machten sich die etwa Tausend Menschen und Zwerge in Begleitung eines Latimerers und Luzifer auf den Weg nach Norden, wobei sie ein beträchtliches Tempo vorlegten, denn schließlich mussten sie eine Orkarmee einholen, die knapp einen halben Tag Vorsprung hatte. Schließlich sahen sie am späten Nachmittag die ersten Orks, doch es waren keine Orks aus der Armee, die sie verfolgten, sondern ein eigener Trupp, der jedoch ebenfalls auf den Weg ins Gebirge gewesen war. Irimbur, der die Orks als erster bemerkt hatte, hatte sofort verlauten lassen, das die ersten zwanzig ihm gehörten, da die Gruppe aber nur aus etwa Vierzig Orks bestanden hatte, hatte er kurz darauf erklärt, das sie alle ihm gehörten und seine Axt hatte Tödlich unter den Orks gewütet, bis er auch dem letzten Ork den Schädel gespalten hatte.
Am Abend dann erreichten sie das Gebirge, was bedeutete, das sie nur mehr etwas mehr als eine Meile von der Festung entfernt waren, gleichzeitig bedeutete es aber auch, dass die Orks bereits da waren und den Zwergen nun auch von dieser Seite zusetzten. Einen kurzen Moment machten sie halt um sich neu zu formieren und sich ein wenig zu erholen, dann stürmten sie auf die nahe Festung zu, wobei die Zwerge von den meisten überholt wurden, obwohl sie schon etwas eher aufgebrochen waren, nur Irimbur war schon wieder in seinem Kampfrausch versunken, der ihm Kraft gab und dafür sorgte, dass er während der gesamten Strecke nur von den Reitern überholt wurde.
Als schließlich Doron und die anderen eintrafen war er bereits mitten in der Schlacht und metzelte alles nieder, was er vor seine Axt bekam, Konrad gab unterdessen über sein Horn die Anwesenheit des Menschenheeres bekannt, worauf die Tore der Festung zu dieser Seite geöffnet wurden und die Zwerge des Edelsteingebirges einen Ausfall versuchten. Doch bereits nach wenigen Minuten hatten die Zwerge sich fest gekämpft und bildeten einen Halbkreis um das Tor, welcher einen Radius von etwa Fünfzig Metern besaß. Verbissen kämpften die Zwerge, doch für jeden Ork, den sie umbrachten stand sogleich ein anderer vor ihnen und sie wussten, dass sie das nicht ewig aushalten könnten, doch da die Zwerge auf den Zinnen, der Festungsmauer begannen mit kleinen Steinschleudern auf die Orks zu schießen würden sie es noch etwas länger aushalten, lang genug um die Menschen einzulassen.
Nachdem diese im inneren der Festungsmauern waren, zogen sich die Zwerge zurück und verschlossen das Tor. Als die letzten Zwerge durch den Spalt des Tores kamen zogen zwei Irimbur am Kettenhemd hinter sich her, denn sonst wäre er wohl nicht mit in die Festung gekommen zu groß war sein Verlangen, die Orks, die das Blut seiner Brüder vergossen hatten ins Jenseits zu befördern. Und auch als sie sich im Inneren der Festung befanden mussten die Zwerge ihn weiter festhalten, was ihnen sichtlich Mühe bereitete, weil er sonst sofort wieder hinaus gestürmt wäre, erst als das Tor sich ganz geschlossen hatte ließen die beiden Zwerge ihn los. Freundil war währenddessen bereits bei Voldan und besprach mit ihm das weitere Vorgehen, doch keiner der beiden hatte eine Idee, wie sie diesen Kampf noch gewinnen sollten, verzweifelt ließen die Zwerge sich schließlich auf die Reste einer Steinschleuder sinken, die durch einen Felsen, den ein Troll über die Mauer geworfen hatte zerstört worden war. Einige Zeit saßen sie so dort und hingen jeder ihren Gedanken nach, dann gesellte Luzifer sich zu ihnen und erneut begannen sie darüber zu beraten, wie sie den Kampf gewinnen könnten, doch weiter kamen sie auch dieses Mal nicht. Nachdem sich einige Zeit später auch Rhumdan und Konrad zu ihnen gesellt hatten saßen sie zu fünft da und schwiegen sich an, weil keinem etwas einfiel.
Dann kamen Irimbur, Lian und Gingko dazu und Lian sagte sie hätten eine Möglichkeit gefunden, den Kampf zu ihren Gundten zu entscheiden. Sofort erwachten die anderen aus ihrer Lethargie und starrten ihn mit großen Augen an und Lian begann ihnen ihren Plan zu erläutern. Er hatte gerade einen Satz gesagt, da unterbrach Voldan ihn auch schon und fuhr ihn aufgebracht an: „Wir sollen ihnen die Tore öffnen, ihnen die Festung überlassen, was ist das denn für ein Plan!“ „Aber Voldan du hast selbst gesagt, das die Festung nicht mehr zu halten ist…“, setzte Lian zu einer Erklärung an, doch Voldan unterbrach ihn sofort wieder. „Das wir die Festung nicht halten können heißt doch noch lange nicht, dass wir ihnen die Tore öffnen und sie ihnen kampflos überlassen…“,jetzt wurde auch Lian laut: „Verdammt Voldan, wer hat denn etwas davon gesagt, dass wir ihnen die Festung kampflos überlassen, wenn du mich ausreden lassen würdest, wäre ich schon fertig und wir könnten mit den Vorbereitungen anfangen!“ Geschockt, dass Lian, den er als eher ruhig eingeschätzt hatte so aufgebracht war schwieg Voldan in der kurzen Pause die entstand als Lian an seinem Wasserbecher trank. Lian der sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte macht sich das Schweigen zunutze und legte den anderen seinen Plan auseinander: „Also wir öffnen die Tore und ziehen uns dann in die Stollen zurück, von da geben wir den Zwergen, die sich zuvor in den Felswänden versteckt haben ein Zeichen woraufhin diese einen Felsrutsch auslösen, der unsere Feinde unter sich begräbt. So verlieren wir zwar die Festung aber verhindern dass sie den Orks in die Hände fällt und sie ungehindert in unser Land einfallen.“ Nachdem Lian ihren Plan den Zwergen vollständig erklärt hatte warteten sowohl er als auch sein Bruder gespannt auf die Reaktion der Zwerge, Lian erwartete eine ungehaltene und wenig zustimmende Reaktion und legte sich deshalb bereits einige Argumente bereit, die er in diesem Fall anführen wollte. Sein Bruder war da etwas gelassener, er verließ sich auf den gesunden Verstand der Zwerge, der ihnen raten würde es zu versuchen, da sie sonst keine großen Alternativen mehr hatten. Letztendlich behielt Gingko recht und die Zwerge stimmten ihrem Plan zu, danach ging alles sehr schnell, innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Zwerge und Menschen in den Plan eingeweiht und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, wobei gleichzeitig einige hundert Krieger einen Ausfall gegen die Übermacht der Orks wagten, um von eben diesen abzulenken.
Als schließlich alles vorbereitet war erklang Irimburs Horn zum Zeichen, dass sich die Zwerge ins innere der Festung zurückziehen sollten und sich von dort aus in die Stollen zu begeben hatten.
Vollkommen überrumpelt vom plötzlichen Rückzug der Zwerge verharrten die Orks und anderen Ungeheuer einen Moment regungslos vor den offenen Toren der Festung, unschlüssig was sie jetzt tun sollten.
Die Orks fassten zu erst einen Entschluss und stürmten auf die offenen Tore zu, doch noch bevor sie die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten stürmten aus die Oger los, überholten ihre kleineren Verwandten, wobei sie etliche mit ihren riesigen Körpern einfach niederwalzten.
Kaum hatten sich sämtliche Zwerge aus dem inneren Hof in die Tunnels zurückgezogen und die Orks von beiden Seiten der Festung auf den Platz gestürmt, sodass sie nun dicht gedrängt dastanden und sich gegenseitig anstießen, während sie sich aufgeregt nach den Zwergen umsahen, die eigentlich im Inneren der Festung hätten sein sollen erklang erneut Irimburs Horn und wurde sogleich von Zwergenhörnern in der Felswand über sich und ihm gegenüber beantwortet. a
Nachdem die Orks nun die Zwerge in den Felswänden entdeckt hatten erklang wildes Wutgebrüll von ihnen und sie versuchten die Zwerge mit Steinen zu treffen, welche sie von Boden aufhoben und nach ihnen warfen, sie kamen jedoch nicht sonderlich hoch und trafen nicht einen einzigen Zwerg. Einige der Orks versuchten auch zu den Zwergen herauf zu klettern doch nachdem sie knapp ein drittel des Weges heraufgekommen waren konnten sie das klirren von Metall auf Stein hören und verstanden was das bedeutete, unter lautem Kreischen und Grunzen begannen die Orks nun wieder abwärts zu klettern, doch es war bereits zu spät, zumal sie nicht wirklich voran kamen, da von unten immer weitere ihrer Artgenossen heraufkamen und sie so daran hinderten.
Es bedurfte trotz der guten Vorarbeit, die die Zwerge geleistet hatten einige Minuten bis der Granit endlich nachgab und abzubrechen begann. Nachdem er jedoch einmal begonnen hatte sich zu spalten löste sich eine Lawine aus Geröll, die auf einer Länge von knapp Zweihundert Metern abbrach und Tausende von Orks, Ogern und Albae unter sich begrub, doch auch zwei Zwerge, die mit dem Granit in die Tiefe stürzten wurden von den Felsen erschlagen.
Als die Orks, die noch im Hof standen, die Felsmassen sahen, die die Zwerge losgeschlagen hatten machte sich auch unter ihnen Panik breit und sie liefen wild durcheinander um irgendeinen Schutz zu finden, doch selbst wenn es einen Schutz gegeben hätte, den es aber nicht gab hätten sie keine Chance mehr gehabt den Felsen zu entkommen.
Irimbur, Freundil und die anderen hatten sich gleich nachdem Irimbur das Zeichen gegeben hatte tiefer in den Stollen zurückgezogen, sodass sie außer den Unmengen von Staub, die sie in dem Stollen einholten und den Ohrenbetäubenden Lärm, des herabstürzenden Gesteins nicht viel von dem mitbekamen, was draußen vor sich ging.
Erst nach mehreren Stunden gestatteten die Steinmetzen Irimbur, Freundil und den anderen durch einen der anderen Ausgänge die Hallen und Stollen der Zwerge zu verlassen und nach den Zwergen zu sehen, die draußen geblieben waren und den Felsschlag ausgelöst hatten.
Irimbur kletterte als erster aus dem halb verschütteten Stolleneingang, den sie zum Ausstieg gewählt hatten und blieb wie angewurzelt stehen. Sie hatten zwar, nachdem sie festgestellt hatten das selbst dieser Ausgang, der sich in etwa fünfzehn Metern Höhe befand, teilweise verschüttet war, damit gerechnet, das weit mehr Felsen abgebrochen waren als sie beabsichtigt hatten, doch der Anblick war einfach überwältigend. Die gesamte Schlucht war auf einer Länge von etwa einhundert Metern voll mit vom Blut der Orks grünen Felsen, die sich gut zwölf Meter hoch auftürmten. Als Irimbur sich nach zwei Minuten immer noch nicht bewegte und es auch keinerlei Anzeichen dafür gab das er sich jeden Moment bewegen würde erhob Freundil, der eingeklemmt in dem Schmalen Stollenausgang lag, seine Stimme, doch sein Freund schien ihn überhaupt nicht zu hören und stand weiter einfach da und starrte auf das was einmal die schönste Festung aller Zwergenfestungen gewesen war und deren Überreste nun unter hunderten Tonnen Granit begraben lagen. Schließlich hielt Freundil es nicht länger aus, gab ein entnervtes Stöhnen von sich und stieß seinen Freund unsanft von seinem Platz um selbst endlich aus der enge der Stollenöffnung heraus kriechen zu können. Endlich draußen rappelte er sich auf klopfte sich den Staub aus den Kleidern und trat auf Seite um den anderen nicht im Weg zu stehen, dann erst sah er sich um und erstarrte.
Litàsìl saß während dessen auf dem Rücken seines Rappen und ritt zurück in seine Heimat, er freute sich bereits sehr darauf endlich wieder bei seinen Kindern und seiner Frau zu sein, doch gleichzeitig beschäftigte ihn ein anderer, viel ernsterer Gedanke. Wie sollte er den Clanführern der Elben erklären, dass sie ihre Krieger auf ein Schlachtfeld schicken sollten, auf dem Sie mit Menschen, Latimerern, von denen die Elben noch gar nichts wussten und mit Zwergen zusammen Seite an Seite kämpfen sollten. Einfach würde es nicht werden, zumal er selbst nicht besonders angetan davon war mit Zwergen zusammen zu kämpfen. Aber er musste sich als gewähltes Oberhaupt der Elben in seine Rolle fügen und ihnen notfalls befehlen in die Schlacht zu ziehen, doch in welche Schlacht würden seine Krieger ziehen, würden sie mit den Zwergen gemeinsam kämpfen oder würde die jahrhunderte dauernde Feindschaft zwischen ihnen dazu führen dass sie sich selbst schwächten und so den Untergang des Landes herbeiführten.
Möge die Göttin des Lichts mir beistehen, sandte Litàsìl ein stilles Stossgebet gen Himmel und trieb sein Pferd an. Zum ersten Mal in seinem langen Leben wünschte er sich ebenso viel Macht zu besitzen wie die Zwergenkönige, die ihren Kriegern einfach befehlen konnten die Elben während dieser Schlacht zu ignorieren und ihre gesamte Kraft darauf zu verwenden gegen die Ungeheuer zu kämpfen. Aber für sie war das auch einfacher als für seine Krieger, denn wenn es etwas gab, das die Zwerge mehr verabscheuten als die Elben so waren es Orks, sein Volk dagegen kannte diesen tiefen Hass nicht. Er trieb sein Pferd noch stärker an und erklomm den letzten Hügel, auf der Kuppe hielt er den Rappen an und sah hinunter auf den Wald, der seinem Volk seit Jahrtausenden als Heimat diente.
Erst als die Sonne bereits ihre ersten Vorboten in form von rosa strahlen über den Horizont sandte trat Litásíl aus dem großen Baumhaus, in dem er sich bis dahin mit den einzelnen Führern der verschiedenen Elbenclans über die bevorstehende Schlacht beraten hatte. Vorsichtig hatte er versucht ihnen zu erklären warum sie mit Zwergen gemeinsam in die Schlacht ziehen sollten, doch einige der Clanführer waren immer noch der festen Überzeugung das es besser wäre wenn die Orks die Zwerge auslöschen und sie erst dann kämpfen sollten weil sie so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könnten. Denen die dieser Überzeugung waren hatte er immer wieder zu erklären versucht, dass das nicht geht weil, wenn eine Allianz aus Zwergen und Menschen es nicht schaffen würde die Orks aufzuhalten würden sie es doch erst recht nicht schaffen aber sie wollten davon nichts hören. Sie waren dermaßen eingebildet dass sie sogar glaubten bessere Krieger zu sein als die Zwerge.
Langsam konnte Litàsìl verstehen wieso die Zwerge sein Volk als eingebildet bezeichneten.
Er hatte diese Elben noch einmal zu einem weiteren Gespräch am Abend eingeladen, das nicht im öffentlichen Saal des Baumpalastes stattfinden sollte sondern in seinem eigenen Haus, er hoffte das die andere Umgebung ihm dabei helfen könnte sie doch noch zu überzeugen, denn ausgerechnet diese Elbenclans besaßen die besten Krieger.
Weit entfernt, in der Felsensteppe im Westen des Landes, traf derweil Lady Denise als vorletzte Fürstin der Menschen am vereinbarten Treffpunkt ein einzig Reinhold und seine Armee fehlten noch, was die anderen Fürsten nicht gerade mit Freude erfüllte.
„Ich sage wir sollten ohne ihn und seine Männer in die Schlacht ziehen, wenn wir noch länger warten werden wir es womöglich nicht mehr schaffen rechtzeitig in der Schlucht zu sein um die Horden aus den Schatten aufzuhalten und in der offenen Steppe werden wir sie nie bezwingen können sollte ihr Heer wirklich so gigantisch sein wie es der Bote der Zwerge uns mitteilte!“ „Fürst Hermann ich stimme euch zu das wir nicht mehr viel Zeit haben, doch wir sollten nicht vergessen das Reinhold die besten Kämpfer stellt und auch wenn er sagte wir sollten nicht mit seiner Hilfe rechnen sollten wir noch einen weiteren Tag auf ihn warten, schließlich wissen wir alle wie Stolz er auf seine Krieger ist und er würde sich keine Gelegenheit entgehen lassen es uns zu beweisen.“ Eine Zeit mussten Denise und die anderen Neun Fürsten noch auf Hermann einreden bis dieser sich schließlich dazu überzeugen ließ noch einen weiteren Tag auf Reinhold zu warten. Danach zogen sich sämtliche Fürsten in ihre eigenen Zelte zurück und hingen ihren eigenen Gedanken, die bevorstehende Schlacht betreffend nach, sie alle waren sich im klaren darüber, dass sie in dieser Schlacht die meisten ihrer Kämpfer verlieren würden, wenn nicht gar alle, vielleicht war das sogar noch am wahrscheinlichsten, wenn das Heer der Orks wirklich so groß war wie die Zwerge sagten, dann war es sogar gewiss dass sie verlieren würden. Dachte Denise bei sich während sie auf ihrem Feldbett lag und zum Zeltdach hinaufstarrte. Nur eine ein winziger Schimmer von Hoffnung erstrahlte ihrer Meinung nach in der Dunkelheit der Zukunft- Drei Seelen vereint versiegeln das Tor und beenden den Krieg- das waren die Worte gewesen, die das Medium ihr in der Nacht nachdem es in der Ratshalle zu ihnen allen gesprochen hatte im Schlaf zuteil werden ließ und noch etwas hatte das Medium gesagt- nur wenn alle Völker vereint gegen die Horden kämpfen können sie sie lange genug aufhalten, auf dass die drei das Tor schließen können… Hilf ihnen dabei! -
Bereits früh am Morgen des nächsten Tages war Denise nach einer sehr unruhigen Nacht auf den Beinen und verließ ihr Zelt um sich die Beine zu vertreten und wieder einen klaren kopf zu bekommen. Denn in der Nacht waren ihr erneut, wie in den Nächten der letzten zwanzig Tagen bereits, wieder Bilder von krieg, Tod und Zerstörung. Doch zum ersten Mal hatte sie erkannt welchen Krieg sie da Nacht für Nacht erneut durchlebte, es war der Krieg der vor gut Zehn Jahren dazu geführt hatte dass sie die Regierungsgeschäfte in der Provinz Silberseen im Norden des Landes übernommen hatte. Damals war ihr Vater im Kampf mir den Horden die die Küsten überfielen schwer verwundet worden und schließlich verstorben. Danach musste sie lernen das es für sie mach dem Tod ihres Vaters sehr viel schwerer wurde. In Silberseen waren die Menschen nicht gerade begeistert davon dass ihr Vater seiner Tochter und nicht seinem erstgeborenen Sohn die Würde des Fürstentums übertragen hatte und versuchten sie zu stürzen.
Doch sie hatte sich nicht beirren lassen und hatte es schließlich geschafft sie von ihrer Fähigkeit ein Land zu regieren zu überzeugen.
Nachdem sie ihr Zelt verlassen hatte blieb sie kurz stehen und blinzelte in das goldene Licht der morgendlichen Sonne, bevor sie sich gen Süden wandte und auf den Hügel zuschritt auf dem sie zu speisen gedachte.
Kaum hatte sie es sich auf der alten Holzbank auf der Kuppe des Hügels niedergelassen, wurde sie auch schon in ihren Gedanken gestört, kann man mich nicht mal ein paar Sekunden ungestört sein lassen, muss man mich immer mit allem behelligen, verfluchte sie die anderen Fürsten, da sie davon ausging das sogleich einer ihrer boten angelaufen kommen würde um sie zu fragen ob sie nicht mit einem de anderen zu essen gedenke.
Doch als sie sich hellte sich ihre Stimmung schlagartig, denn ihr gegenüber stand keiner der boten sondern der Befehlshaber ihrer eigenen Armee, Sebastian war sein Name und er war mit seinen 24 Jahren nicht viel älter als sie doch seine hervorragenden Künste im Umgang mit Schwert und Bogen hatten ihn schnell in den reihen aufsteigen lassen und als ihr letzter Befehlshaber vor einem Jahr sein amt niederlegte erwählte er ihn zu seinem Nachfolger.


Franziska
Na nun schreib mal nicht zu schnell sonst komm ich nicht hinterher =) (Elbenkriegerin Elen)