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kooperative Geschichten

Gärtner - An einem Tag im November

02.11.2007

Als er aus dem Fenster blickte, konnte er erkennen wie die Laubblätter, vom Wind die Straße entlang gepeitscht wurden. Der Herbst machte ihn immer sentimental. Doch liebte er ihn, denn er bedeutete Veränderung. So stand er am geöffneten Fenster und ließ sich von der schwachen Sonne ins Gesicht scheinen. 20 Minuten verharrte er, bis ein kalter Luftzug ihn erzittern ließ. Ein letztes Mal schweifte der Blick über den kleinen Vorhof hinunter zur Straße, wo er irgendwo um die Ecke verschwand. Hatte er dort jemanden stehen sehen? Eine kleine Gestalt etwa? Es war auch schon zu dunkel. Zügig schloss er das Fenster und wandte sich um. Er schaute in seiner kleinen Wohnung umher und überlegte, wie er seinen Feierabend verbringen konnte. Das Buch fertig lesen? Jemanden anrufen? Vielleicht sollte er aber auch mal wieder früh ins Bett gehen, damit er am nächsten Tag seiner Arbeit nicht wieder wie ein übermüdeter Zombie nachging. Ungeachtet dieser durchaus vernünftigen Vorschläge schlurfte er zum Kühlschrank, öffnete ihn und griff sich ein Bier, mit dem er es sich dann auch auf seinem breiten Sofa bequem machte. Mit einer flinken Bewegung wurde der Fernseher angeknipst. Mit müdem Blick und einer noch fast vollen Flasche zappte er sich durch das Abendprogramm. Hier und da schimpfte über das Bilderspecktakel, dass ihm vorgesetzt wurde. Er stellte sein halb-leeres Bier auf dem kleinen Tisch ab. Sein Blick ging links am Fernsehgerät vorbei ins Leere. Wieder einmal endete sein Tag auf diese Weise. Einsamkeit. Alsdann die Flasche leer und die Müdigkeit groß war, dachte er, dass es jetzt nun wirklich an der Zeit war. Sogleich übermannte ihn der Schlaf und sein schlaffer Körper fiel zurück auf das Sofa. Es war schon spät in der Nacht. Da wurde er durch einen schrillen Ton aus dem Schlaf gerissen. Er schreckte hoch. Hatte jemand an der Wohnungstür geklingelt, oder kam das Geräusch aus dem Fernseher, den er vergessen hatte auszuschalten? Es machte das Gerät aus und lauschte. Er bildete sich Stimmen ein und das wusste er. Doch sie schienen von draußen zu kommen. Leise schlich er zur Tür, entriegelte und öffnete sie. Er versuchte mit zittrigen Händen den Lichtschalter zu ertasten. Vergebens. Mit weit ausgestreckten Hals blickte er in das dunkle Treppenhaus. Die Dunkelheit legte sich eng und kühl auf sein Gesicht. Und plötzlich spürte er die Anwesenheit und spürte die Angst. Etwas strich über sein Gesicht. Mit festem Griff wurde er in die Dunkelheit gezogen und verschwand im Nichts.

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