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kooperative Geschichten

Constantin - Die Sternschnuppe

19.12.2006

Würde jetzt noch sanfte Blasmusik gespielt werden, wäre es wirklich zu klischeehaft. Aber irgendwas musste die Stimmung ja beschreiben. Nungut, es war Herbst, es wurde also auch schnell dunkel und kalt. Zu dieser Jahreszeit kommt es häufig vor, dass sich viele, außerordentlich gut sichtbare, Sterne am Himmel befinden.

Irdische Jahreszeiten spielen in unserem Universum nun wirklich keine große Rolle, aber es macht die Sachen manchmal besser fassbar. Und was würde zu der Situation besser passen, als eine Sternschnuppe, ausgelöst durch eine triviale Ansammlung von Staub, löst es bei den Menschen doch großes aus. Auf einmal haben wir einen Wunsch frei. Wir dürfen uns etwas wünschen, mit der Einschränkung, dass wir es für uns behalten sollten.
Ich frage mich, was uns dazu bewegt, so großes von Sternen zu erwarten. Wir vertrauen ihnen einfach, weil sie so unfassbar und unvorstellbar für uns sind, dass wir sonst niemanden haben, vor dem wir uns nicht lächerlich mit unseren Wünschen vorkommen würden.

Aber warum wünschen wir uns diese Dinge dann überhaupt? Ich denke, weil wir an das glauben können, was wir uns wünschen.

Also wünschen wir uns mal ganz großes, dann wieder nur etwas kleines. Aber eigentlich wissen wir ganz genau, es ist nur Träumerei, was wir da tun. Sonst sind wir immer so schrecklich realistisch, aber genau in diesem Moment, wenn wir eine Sternschnuppe sehen, schmeißen wir all diese realistischen Vorstellungen über Bord, horchen mal auf unser Inneres und wünschen uns etwas von verträumter Schönheit.

Warum also darf ich nicht auch mal ein bisschen verträumt sein und mir etwas wünschen. Also schließe ich die Augen, lasse die Sternschnuppe in Gedanken an mir vorbeirauschen und denke darüber nach, wie weit ich doch eigentlich gerade von dieser Sternschnuppe entfernt bin. Genau genommen habe ich nicht den blassesten Schimmer und genauso schnell, wie sie aufgetaucht ist, verschwindet die Sternschnuppe auch wieder und nimmt meinen Wunsch mit auf ihre Bahn ins Universum. Und mit der Sternschnuppe verschwindet auch wieder die Hoffnung an den Wunsch selbst, der wohl genauso weit entfernt ist, wie die Sternschnuppe.

Bringt sie den lieben Gott allerdings dazu, einen seiner Engel auch nur für einen Tag zu mir zu schicken, wäre es sofort der schönste meines Lebens.
Wirklich nur für einen Tag...

Nadia
Ich finde diese Geschichte einfach super!