Lena - Nur noch einmal Lieben18.03.2008
Das letzte Wort ist gesagt, der letzte Blick schweift an uns vorbei, der letzte Atemzug zusammen, ungestört und verlassen von allem.
Nur noch einen Kuss, danach ist es vorbei. Die Erinnerungen müssen verschwinden und verarbeitet werden. Aber wir beide sind noch da, noch zusammen, noch lieben wir uns,
noch sind wir Optimisten…
„Es muss nicht immer so sein, wie es ist. Vielleicht sind wir in sieben Jahren nicht mehr zusammen und genießen unser leben mit dem Alkohol. Du würdest vergeblich nach der
großen Liebe suchen, während ich dir immer noch hinterher weine. Doch du willst mich nicht,
du hast meine ganzen Träume zerbrochen. Und dann sitze ich jenen Abend da, trinke mit verweinten Augen die siebte Kornflasche und versuche dich dauerhaft zu erreichen. Doch ich finde dich nicht, du findest deine große Liebe. Ich würde verloren an den unbekannten Orten herum laufen, vergebens. Ich werde dich nie wieder treffen, ich wäre verloren.
Dann würde ich mich in eine Bar setzen und sinnlose Texte dichten. Die Stammbesucher werden mich mit großen Augen anschauen und sich über mich lächerlich machen.
Inzwischen hast du geheiratet und übernachtest in einer der schönsten Yachten.
Der Herr deiner Träume verbringt mit dir die beste Zeit deines Lebens, ihr reißt viel, habt den Spaß eures Lebens und seit glücklich. Das letzte was du jetzt gebrauchen kannst, das bin ich.
Ich – mittlerweile bin ich zum Junkie mutiert – verbringe meine halb angebrochene Tage an den grotesken Orten der ärmsten Hauptstätte. Würdest du dich noch jemals bei mir melden?
Ein letztes Mal, deine alte Große Liebe sehen? Nein, du hast alles, was jemand wie du braucht“.
An dieser Stelle stoppt kurz das Gespräch und verfällt in Stille. Die Gedanken sind wie weggeflogen und der Grund, weshalb sich die beiden ruhig in den Armen liegen ist zu dieser Zeit unklar. Beide liegen einfach nur da, lauschen der Atmung und versinken in abstrusen Welten. Abrupt fällt es ihr klar und deutlich ein:
„Was sollte ich denn auch anderes machen? Wenn es eine größere Liebe als dich gibt, dann werde ich dich wohl verlassen müssen. Aber, würdest du nicht genau so handeln?
Es geht im Leben doch nur um das Eine. Warum auch nicht? Du würdest mich sitzen lassen, per SMS Schluss machen und versuchen mich so schnell wie möglich zu vergessen, du weißt schließlich: Es gibt eine Bessere. Mit ihr zusammen würdest du die Zeit des Lebens verbringen und mit ihr vier Kinder zeugen. Sie würde dir dein Leben recht machen, würde dich zu jeder Zeit verstehen und dich immer unterstützen. Sie wäre für dich perfekt. Es gibt keinen Grund, sie links liegen zu lassen. Nach fünf Jahren fragst du sie, diese schönste Frage, die einer Frau nur gestellt werden kann. Und obwohl ihr euch beide sicher seid, bist du trotzdem nervös als ihr eines Tages vor dem Altar steht und der Pastor diese eine Frage stellt.
Bevor du antworten kannst, ziehen dir die Momente mir mit durch den Kopf. Die Leidenschaft, Zärtlichkeit und diese überglücklichen Momente. Und du fragst dich, ist sie es wert?
Im Saal wäre inzwischen Unruhe aufgekommen und du stehst wie angefroren da.
Deine Traumfrau schaut ernst zu dir rüber und in ihren Augen funkeln die Pupillen.
Du bist gefangen, ein Teufelskreis. Und du sagst, weil du sie liebst und weil du glaubst es zu wollen „Ja“. Und ab diesen Zeitpunkt ist dein Leben mit mir weg geschmolzen. So würde es sein“. Er ist von der Geschichte, die sie im grade erzählt hatte gerührt. „Aber es gibt keinen besseren Menschen als dich, was könnte ich nur ohne dich machen?“ Sie, ihr starrer Blick wird deutlich, erwidert kein Kommentar und dreht sich zur anderen Seite des Bettes. Langsam. aber deutlich kullern ihr mehrfach Tränen aus ihren Augen. „Ich habe dich nicht verdient“, meint sie schließlich und versinkt tief in der Einsamkeit.
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