Karola - Nur ein Traum06.04.2008
Erstmal vorweg:
Die Geschichte bedeutet mir sehr viel, auch wenn sie hier vielleicht nur schwarz auf weiß steht, aber vor genau einem Jahr holte mich diese Story in einem Traum ein und sie war sehr Realitätsnah. Da ich nicht wusste, was ich über dieses Erlebnis denken sollte und mich die Gedanken an den Traum immer wieder einholten, beschloss ich sie aufzuschreiben.
Jana hatte mal wieder einen dieser Schultage im Leben, an dem sie gar keine Lust hatte. Der erste nach fast vier Wochen. Der Himmel war heute stahlend blau, die Sonne lachte und sie wäre tausendmal lieber ins Freibad gegangen, als den Tag in einem Klassenzimmer zu verbringen und über ihre letzten Arbeitswochen zu reden.
Aber es gab ja keine andere Wahl. Sie musst in die Schule, sonst bekäme sie nur Ärger vom ihrem Vater und den hatte sie schon zu genüge. Also drückte sie heute Vormittag gezwungenermaßen die Schulbank.
Die letzen Schritte die sie noch von der Schule trennten.
Jana sah schon Einige aus ihrer Klasse auf den Treppen vor dem Eingang sitzen. Doch sie musste erst noch über die Straße und am Parkplatz vorbei.
Ein Auto nach dem Anderen. Nach dem Fünften konnte sie endlich die Straße überqueren. Jana musste sich beeilen, denn das nächste war schon in Sicht. Zügig überquerte sie die Straße.
Die Straße wäre nun hinter ihr. Ohne sich groß auf den Parkplatz umzusehen, war er heute erstaunlich voll. Ansonsten konnte man die Autos wohl per Hand abzählen. Auto an Auto geparkt.
Ein schwarzer Audi fiel ihr allerdings auf, den sie glaubte, genau zu kennen.
Anfangs dachte das Mädchen sich noch nicht viel dabei, denn solche Autos fuhren viele in der Stadt. Doch als jetzt auch das Kennzeichen übereinstimmte, stockte ihr der Atem.
Den Wagen kannte sie besser als sie dachte. Ihr gingen einige Gedanken durch den Kopf. Jana war regelrecht überfordert mit der Situation. Sollte sie sich freuen? Oder traurig sein?
Dieser Audi gehörte jemand den sie sehr gut kannte. Doch sie wartete schon Ewigkeiten auf ein Lebenszeichen von Phil.
Nur jeder Versuch den Kontakt zu halten scheiterte. War jetzt der Moment gekommen? Hatte Phil den weiten Weg auf sich genommen, um Jana zu sehen? Oder war das nur ein Zufall?
Phil war ihr Exfreund. Er wohnt einige Kilometer von ihr Entfernt, deswegen wäre es schon ein komischer Zufall, wenn es nicht sein Wagen wäre. Er hatte sich vor ein paar Wochen von ihr getrennt. Ziemlich plötzlich und Jana konnte es kaum glauben. Sie vermisste ihn sehr, wünschte sich ein klärendes Gespräch, dass Phil ihr auch zugesagt hatte, nur war bis jetzt nicht der richtige Zeitpunkt gefunden. Sondern Phil schwieg über alles. Jana hatte ihn schon öfters eine Sms geschickt, sogar einen Brief geschrieben. Doch sie erhielt keine Antwort. Ihre Fragen standen in einem dunklen, leeren Raum. Das tat Jana unendlich weh, doch sie hoffte immer noch so sehr auf eine Freundschaft mit Phil.
Jana gingen viele Gedanken durch den Kopf, doch sie konnte sie nicht ordnen. Sie kam sich vor wie in einem Alptraum. Ihre Beine zitterten und am liebsten wäre sie wieder nach Hause in ihr Bett gegangen. Sie konnte das ganze nicht glauben.
Die letzen Schritte über den Pausenhof. Jeder Einzelne fiel ihr schwerer.
Jana grüßte ihre Klassenkameraden, die auf der Treppe saßen und rauchten. Ohne einen Augenblick stehen zu bleiben, ging sie die Treppen hoch, direkt auf Nicky zu.
Vor dem Eingang wartete schon ihre beste Freundin Nicky. Ihr musste sie das alles noch unbedingt erzählen, bevor die Schule begonn. Dafür war noch genügend Zeit, die sie jetzt brauchte. Schließlich trafen sie sich immer Früher, um noch miteinander zu reden.
Nicky freute sich Jana zu sehen und begrüßte sie mit einer Stürmischen Umarmung. Die konnte Jana jetzt dringend gebrauchen und drückte sich fest an sie. Als Nicky sie wieder loslies, erzählte Jana ihr gleich alles.
Nicky kannte Phil, doch hatte sie ihn nur einmal kurz gesehen. Trotzdem verstand Nicky gleich, wie es Jana grad erging. Nur konnte sie ihr da nicht wirklich viel weiter helfen. Aber sie wollte ihr beistehen.
Sie kannte Jana gut und meinte sie solle einfach sie selbst bleiben und abwarten was passiert. Das versuchte Jana auch mit aller Mühe, nur war das leichter gesagt, als getan.
Langsam mussten sie sowieso hoch in ihren Raum, den es war kurz vor acht.
Sie gingen ins Treppenhaus, vorbei an der Cafeteria und in den ersten Stock.
Die erste Stunde hatten Jana und Nicky eigentlich getrennt, nur standen vor dem einem Zimmer lauter Typen und unterhielten sich.
Nicky sah Jana an, sie wusste genau was los war und wollte ihr Mut machen, den die Jungs sprachen den gleichen Dialekt wie auch Phil. Um sie weiter aufzuheitern, lies Nicky einfach ihren Lieblingssatz: "Thats hot!" los, auf den Jana lachen musste.
Sie gingen geradewegs auf das Zimmer zu, wo die Männer standen. Mussten sie auch, weil das Klassenzimmer von Jana um die Ecke war.
Jana konnte über Nickys Satz mal wieder lachen und gab auch gleich einen Kommentar dazu. Nebenbei sah sie sich die Jungs genau an, doch konnte sie Phil nicht entdecken. Ihr graute auch vor dem, dass er da ist und sie ihn sehen musste. Ihr ging es lange genug schlecht wegem ihm und sie hatte Angst erneut verletzt zu werden.
Um die Ecke, endlich! Janas Herz schlug schon zehn Mal schneller vor Aufregung. Die Männer sahen den Beiden nur hinterher. Vielleicht hatten sie der Unterhaltung eben gelauscht und sich ihren Teil gedacht. Doch das war den Mädchen eigentlich egal.
Das Klassenzimmer war nach wenigen Schritten erreicht. Jana ging hinein und drehte sich noch ein letztes Mal, aber endeckte immer noch keinen Phil.
Sie setzte sich auf ihren Platz und dachte im ersten Moment sie hätte sich das alles nur eingebildet.
Also versuchte Jana nicht mehr dran zu denken, doch trotzdem gelang ihr das nicht wirklich, den jeder Gedanke erinnerte sie nur an Phil. Ist ja auch kein Wunder, wenn sie sich über die letzten Arbeitswochen unterhielten. Jeder erzählte das gleiche und auch sie hatte nichts anderes zu berichten.
Draußen auf dem Balkon liefen immer wieder die Jungs entlang. Sie kannte das schon, weil ihre Klasse auch immer in der Pause zum Rauchen auf den Balkon ging.
Als Jana zum zehnten Mal den Männern hinterhersah und Phil immer noch nicht fand, meinte ihre Lehrerin nur: "Achso das sind junge Männer aus der Nähe von München. Die haben diese Woche hier Seminar. Deshalb teilen wir unser Stockwerk mit ihnen!" Dann widdmede sie sich wieder unseren Einsatzstellen und löcherte uns mit ihren dämlichen Fragen.
Jetzt wusste Jana, dass sie nicht träumte und sich alles eingebildet hat. Sie sah Nicky einen kurzen Moment entsetzt an, doch dann versuchte sie doch zaghaft zu lächeln. Ihr gelang es nicht wirklich, aber sie konnte ja nichts anderes tun als still sitzen zu bleiben und dem Unterricht zu folgen. Trotzdem war sie in Gedanken nur bei Phil. Sie konnte ihn sogar im Geiste über den Balkon laufen sehen.
Jana reagierte nichtmal als Frau Morgenstern sie etwas fragte. Erst als Nicky sie anstupste, bemerkte sie dass die Lehrerin mit ihr sprach. Doch da ging die Frage schon an Mary, die mit ihren Gedanken auch nicht bei der Sache war.
Um 12.00 Uhr war endlich Mittagspause, eine volle Stunde. Jana hatte so ein unwohles Gefühl, ihr war am ganzen Körper warm und sie spührte ihr Herz laut und deutlich pochen.
Wird sich die Tür gleich öffnen und Phil vor ihr stehen? Was sollte sie sagen und wie sollte sie sich verhalten? Ihre Knie zitterten und sie spührte ihr Herz jetzt bis in den Magen. Vor Aufregung krallte sie sich bei Nicky fest, die Jana mitfühlend am Kopf tätschelte.
Alle hatten es eilig in die Pause zu gehen, nur Frau Morgenstern redete und redete. Ihr viel zu allem etwas ein. Nachdem sie zum dritten Mal gesagt hatte, dass wir pünktlich um 13.00 Uhr wieder hier sein sollten, lies sie uns gehen.
Jeder stürmte eilligst aus dem Klassenzimmer. Nicky schaute Jana noch einmal ernst an, was ihr signalisieren sollte, dass sie ruhig bleiben soll. Das verstand Jana auch sofort. Nur konnte sie grad alles andere als ruhig bleiben.
Nachdem alle das Zimmer verlassen hatten, machten die Beiden sich auch auf den Weg. Im Raum der Jungs stand die Tür mittlerweile schon offen. Einige standen vor der Tür und andere waren noch im Zimmer, das hörten die Mädchen an den Stimmen. Doch auch diesmal sahen sie Phil nicht.
War er doch nicht dabei? Jana war nun ein wenig frustriert, aber sie kannte Phils abweisende Art schon zu genügend. Jeder Versuch mit Phil in Kontakt zu kommen scheiterte an ihm. Ist sie ihm jetzt völlig egal geworden? Das konnte sie bei aller Liebe nicht glauben.
Nicky zog sie aber wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Phil sei es nicht wert, das sie traurig ist. Das wusste Jana auch. Aber Nicky verstand auch, dass Jana ihren Phil unheimlich gern hatte und sich nichts sehnlicher wünschte, als den Kontakt mit ihm aufrecht zu erhalten. Nur wenn er nicht wollte, konnte Jana so viel sie wollte auf ihn zugehen.
Jana konnte schon wieder lachen, auch wenn ihr nicht wohl dabei war. Sie konnte Phil schließlich nicht zwingen und das hatte sie auch bestimmt nicht vor.
Nicky und Jana gingen wie jede Pause in ihr Lieblingscafe. Jana brauchte jetzt einen riesen Fruchtbecher, um auf andere Gedanken zu kommen. Nicky hatte ihrer Freundin so viel zu erzählen, dass Phil grad echt ne Nebensache war. Sie quatschten über allerhand und hatten gute Laune. Jana konnte sich über Nickys Neuigkeiten blendent amüsieren. Die Beiden labberten und labberten und die Zeit verging wie im Flug. Fast hätten sie den Unterrichtsbeginn verpasst, wenn nicht Nickys Handy im richtigen Augenblick klingelte. Sie bezahlten ihre Rechnungen und machten sich eiligst auf den Weg zur Schule.
Jana wollte da eigentlich gar nicht mehr hin, aber es gab kein entkommen. Irgendwie hatte sie ein flaues Gefühl im Magen, dass Phil hier sein musste und das täuschte sie in den wenigsten Fällen. Ihr war ganz unwohl, denn jeder einzelne Gedanke an Phil tat ihr weh. Nicky zog sie mit sich und Jana lies sich von ihr schleifen. Doch sie ging langsam mit.
Die letzten Schritte zur Schule. Auf der Treppe saßen schon einige und genossen ihr letzte Zigarette vor dem Unterricht. Nicky und Jana gingen weiter ins Treppenhaus. Stufe für Stufe. Nicky merkte wie Jana das Zittern begonn und wie unwohl sie sich fühlte. Da genügte allein schon ihr Blick. Von oben konnte man die Herren schon hören.
Das Treppenhaus hatten sie hinter sich. Im ersten Moment konnten die Mädchen noch keinen Phil endecken. Doch als sie einige Schritte in die Richtung bewegten, kam er aus dem Raum.
Janas und Phils Blicke trafen sich. Janas Herz schlug wie verrückt und sie zitterte am ganzen Leib. Wie ein Blitz schlug es ihr durch alle Glieder. Phils Blick fesselte sie regelrecht.
Wenige Meter trennten sie voneinnader. Zwei Schritte vor ihm blieb sie stehen. Doch weder sie, noch er brachten ein Wort heraus. Sie hatte einen total verklebten Hals und ihre Stimme verstummte. Sie war total verwirrt.
Ein paar Sekunden muss Jana vor Phil gestanden haben. Doch weder sie noch er brachten ein Wort heraus. Kein verdammtes Wort! Dabei hatte Jana sich nichts sehnlicher gewünscht.
Irgendwann drehte Jana sich enttäuscht um und ging um die Ecke. In ihr wurden sämtliche Gefühle wieder neu erweckt und Phil brachte wieder keinen einzigen Ton heraus. Sie war so verdammt wütend. Auf sich, weil ihre Stimme verstummte und auf Phil, weil er vor ihr stand, sie ansah, aber kein Wort sagte.
Vor ihrem Klassenzimmer drehte sie sich noch ein letztes Mal um. Er hatte ihr auch hinterhergesehen. Doch brachte er auch jetzt kein Wort heraus. Warum schweigte er?
Jana senkte den Kopf und ging an ihren Platz. Tausend Fragen gingen ihr grad durch den Kopf. Warum sagte Phil wieder nichts? Warum brachte sie kein Wort heraus? Warum war er genau in dieser Woche hier?
Der Blick von ihm blieb ihr tief im Kopf hängen. Den ganzen Tag. Ständig wiederholte es sich neu. Sie wurde immer wütender und versuchte einen Sinn darin zu finden. Doch gelang ihr das nicht so recht. Schließlich lies sie ihn am Abend so ruhen, dass er vielleicht weiter so schweigen würd, weil er selbst nicht weiß was das Richtige ist.
Morgen hatte sie wieder einen Schultag. Würde Phil dann etwas sagen? Ihr graute vor dem Tag. Aber sie wünscht es sich so sehr.....
Sabbü Hey, dass ist gut geworden.. schreibst du noch weiter???
lg elisabeth
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