Sabbü - Doge - und wie er ihr Leben veränderte16.07.2008
Doge – wie er ihr Leben veränderte
Sandra:
Ein neues Leben beginnen. Ja, endlich darf ich in eine Familie, raus aus dem Waisenhaus. So hab ich damals gedacht. Doch meine Adobtiveltern begannen zu streiten. Schlimmer als irgend jemand anders, ich habe noch nie gehört, dass Menschen sich so streiten und trotzdem noch zusammen wohnen. Ich habe ja aber Doge, eigentlich heißt er Ben Dogermann, aber alle nennen ihn Doge. Ja bei Doge bin ich oft. Aber er streitet sich auch oft mit seiner Mutter. Einen Vater hat er nicht, nur einen Stiefvater und der mag ihn nur, wenn er gute Noten schreibt. Zusammen trinken wir dann den Frust weg und reden und reden. Er ist mein bester Freund und mein einzig richtiger. Er hat jetzt eine Freundin, sie haben sich verlobt, obwohl sie erst 17 sind. Das heißt sie hat ihm geschworen ihm überall hin zu folgen. Er liebt sie, aber mich lässt er trotzdem nicht im Stich. Er ist sehr beliebt. Er hat viele Freunde, gute Freunde. Sie sind nicht unbedingt mit mir befreundet, aber sie versuchen mich zu mögen, weil Doge mich mag und weil sie Doge mögen. In den Pausen treffen wir uns oft. Irgendjemand besorgt dann immer Alkohol und dann kann man ganz leicht alles vergessen. Doge ist süchtig nach Alkohol, sagen manche. Mir hat er erzählt, dass er alles unter Kontrolle hat und ich glaube ihm.
Doge:
Ich sitze hier in der Ecke mit meiner Flasche Sandria. Ja, Sandra habe ich erzählt, dass ich keine Probleme mit Alkohol habe. Ich weiß es besser. Ich habe Probleme, ich bin süchtig und es ist mir egal. Alkohol hilft dem Vergessen von Problemen, also ist es egal. Alles ist egal. Ich hab mich schon wieder mit meiner Mutter gestritten, wir haben so doll gestritten, dass sie mich nicht mehr sehen will. Ich soll ihr aus den Augen gehen, hat sie gesagt. Ich will es tun. Wirklich. Sie hat mich geschlagen, ich werde ich wirklich aus den Augen gehen.
Sandra:
Ich will zu ihm, jetzt gleich. Nicht nach Hause. Denen bin ich im Moment eh egal. Ich laufe zu seiner Tür. Klingle. Seine Mutter macht auf. „Was willst du Schlampe?“, fragt sie. Erschrocken schaue ich sie an. Was hat sie? „Ist Doge da?“, stelle ich eine Gegenfrage. Sie schüttelt den Kopf. „Und er kommt hoffentlich auch nicht so bald wieder!“, schimpft sie. Sie scheint wütend, aber auch traurig. In ihren Augen glitzern Tränen. „Ich hab ihn geschlagen!“, wispert sie da. Ich reiße erschrocken die Augen auf. „Sie haben ihn geschlagen?“, rufe ich entgeistert. „Pscht!“, sie legt den Zeigefinger auf ihre Lippen und schlägt die Tür zu. Sicher ist Doge bei einem seiner Freunde. Ich wähle seine Handynummer.
Doge:
Mein Handy klingelt. Es ist Sandra. Sie fragt sich sicher wo ich bin, aber ich will jetzt alleine sein. Ich stehe auf und gehe an den Rand der Brücke auf der ich stehe. Ich schmeiße das Handy auf die Gleise unter mir. Es zerschellt. Das Klingeln verschwindet und ich setzte mich wieder. Will einen Schluck aus meiner Flasche nehmen, doch sie ist leer. Ich lasse sie die Brücke runter rollen und greifen in meinen Rucksack. Ich ziehe eine Flasche Wodka heraus. Ich öffne sie und trinke. Schluck für Schluck. Der Alkohol vernebelt meine Gedanken, lässt mich warm werden.
Sandra:
Es nimmt niemand ab. Dann unterbricht der Kontakt. Er will mich wohl gerade nicht sprechen. Was soll ich jetzt machen, habe keine Ahnung. Ohne ihn hat das Leben keinen Sinn. Ich beschließe Leonie anzurufen. Sie ist ein kleines Mädchen, 2 Jahre jünger als ich. Sie hat noch kein Plan vom Leben, will einfach nur Spaß haben, deshalb trinkt sie auch ab und zu. Ich mag sie trotzdem. Sie kann gut zu hören und gibt einem das Gefühl zu verstehen, obwohl sie das sicher nicht immer tut. Sie nimmt auch ab, ist am Fluss, sagt sie. Ich beschließe zu ihr zu kommen. Sicher sind noch mehr korrekte Leute da. Ist eh nicht weit von hier.
Doge:
Soll ich springen? Es ist ganz leicht, ich muss auf einen Zug warten und springen. Kann mein Leben schlimmer werden? Mein Stiefvater schlägt mich sonst nur, schlimm genug, dass meine Mutter nichts sagt, aber muss auch sie mich jetzt auch schlagen? Mir dröhnt der Kopf noch von den Ohrfeigen die sie mir verpasst hat. Noch nicht mal der abgefuckte Alkohol lässt mich vergessen. Ich kann nicht mehr.
Sandra:
Ich komme am Fluss an. Leonie und ein paar andere Leute sitzen und trinken, sie scheinen mächtig Spaß zu haben. Doge ist nicht dabei, aber das hatte ich auch nicht anders erwartet.
Fortsetzung folgt..
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