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kooperative Geschichten

Sabbü - Das Mädchen, dass keiner kennen mag

17.07.2008

Das Mädchen, dass keiner kennen mag
Einsam und dunkel war die Straße, ja verlassen. Nur in einem der Hauseingänge regte sich etwas. Ein kleines Mädchen lag auf dem Boden. Wenn man genauer hinsah war sie gar nicht so klein. Vielleicht 14. Sie trug eine große schwarze Jacke, die an den Ellbogen Löcher hatte und eine schwarz – grau gestreifte Hose, an den Knien aufgeschürft. Sie schlief. Ihre mittellangen braunen Haare verdeckten halb ihr Gesicht, doch wenn man die Haare zur Seite streichen würde, dann würde man die die roten Flecken in ihrem Gesicht sehen. Die roten Flecken waren noch noch nicht getrocknet, es war Blut. Ihr Gesicht war blutig und blau. Man könnte sich dann fragen, ob sie jemand geschlagen hatte. Man könnte sie dann aufwecken und fragen und dann könnte man ihr helfen, aber es kam niemand. Niemand strich ihr das Haar aus dem Gesicht und deshalb entdeckte auch niemand die offenen Wunden und niemand fragte sich ob sie geschlagen worden war. Auch als sie aufwachte kümmerte sich niemand um sie. Noch war es dunkel und immer noch regte sich nichts in der kleinen Straße. Sie befühlte ihr Gesicht. Die Wunden waren getrocknet, aber ihr Gesicht schmerzte immer noch. Sie zog sich die Kapuze über das Gesicht. Es war Kalt und Still und langsam dämmerte es. Die Rollos wurden hoch gezogen und Menschen traten auf die Straße. Sie bog ab in eine andere Straße. Hier liefen auch schon Menschen herum. Mit gesenktem Kopf mischte sie sich unter die Menschen. Niemand sollte ihr ins Gesicht sehen, niemand sollte die Wunden sehen, den Schmerz. Verzweifelt und verschlossen wandert sie weiter durch die Straßen. Sie hat Hunger, seit 2 Tagen hat sie nichts mehr gegessen, aber sie hat kein Geld. Sie kann nicht betteln, denn sie müsste die Leute anschauen und das kann sie nicht. Ziellos irrt sie herum , sie weiß nicht wohin sie soll. Sie hat kein Zu Hause mehr. Nie mehr will sie zurück. Mit 16 wollte sie erst abhauen, aber sie hält es nicht mehr aus, nicht noch eine Woche, nicht noch ein Tag, nicht noch eine Minute oder Sekunde. Deshalb ist sie jetzt schon weg. Sie ist erst 12, obwohl sie schon wie 14 aussieht, mindestens. Werden ihre Eltern sie suchen? Nein, bestimmt nicht. Sie sind schließlich Schuld, dass sie weg ist. Ja, die letzten Wunden stammen von den Typen, die sie aus ihrem Versteck gejagt haben, aber unter ihnen sind die Wunden schon 2 Tage alt. Es war ihr Vater . Lange hat er sie geschlagen, oft. Niemand weiß das. Nur ihre Mutter. Immer stand sie daneben , hat nichts gemacht. Nur traurig geguckt. Nicht mal ein Wort der Verteidigung. Abends kam er dann in ihr Zimmer. Hat ihr übers Gesicht gestrichen, ihr den Mund zu gehalten. „Wenn du irgendjemand irgendwas erzählst bist du tot!“, hat er dann gesagt. Einmal hat sie ihn gefragt: „Warum?“ und er hat geantwortet: „Deine Mutter ist mir nicht genug!“ Er hat dann gegrinst und sie ausgezogen, hat sie überall angefasst und sie gezwungen seinen Penis in den Mund zu nehmen, 7 Jahre lang. Immer wieder, jede Nacht. Am Tag hat er sie geschlagen. Manchmal mit einem Grund, manchmal ohne. Einfach zum Spaß. Sie ekelte sich vor ihm, mit seinem dicken behaarten Bauch und seinem speckigem, vernarbtem Gesicht. Weiter ging sie durch die Straßen. Die Straßenlaternen gingen aus, denn es war inzwischen hell geworden. In einer kleinen Nebenstraße, entdeckte sie Essensreste in einem Mülleimer. Dankbar suchte sie sich ein altes Brötchen aus und aß. Es schmeckte nicht und war steinhart, aber sie aß es trotzdem.

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