Brittney Jo - Mein Leben26.09.2008
Ich bin alt und zerbrechlich und mein ganzes Leben lang hatte ich nie Glück. Mein ganzes Leben bestand aus Schmerz. Ich verlor Menschen in meinem Leben, die ich hätte nie verlieren sollen aber trotz alle dem verließen sie mich. Ich hatte schlimme Zeiten, kaum gute. Ich wurde eigentlich auf den Namen Jessica Tainer getauft aber ich hatte damals mich und meine Familien verleugnet und habe mich Sydney genannt, meine Freunde nannten mich alle so. Selbst heute werde ich noch so genannt. Damals hätte ich nie im Leben gedacht über 70 zu werden und heute bin ich schon 84 Jahre alt. Ich bin zwar alt aber ich kann mich an alles erinnern. An mein ganzes ruiniertes Leben. Mein Vater war so weit ich mich erinnere nie nüchtern, entweder war er mit Drogen oder mit Alkohol vollgepumpt. Ich glaube, nein ich bin mir sicher das war die schlimmste Zeit meines Lebens.
Mit 4 Jahren war ich mit meinem kleinen Bruder und meiner Mutter in Disney Land, es war mein Geburtstag. Mein Vater wollte nicht mit kommen ich war so froh, als ich das gehört hatte. Es war schön Mickey und seine Freunde kennen zu lernen, natürlich wusste ich, dass es sie nicht wirklich gab aber ich fand es schön. Mein kleiner Bruder Jason hatte sich am meisten gefreut. Sein breites grinsen ohne Zähne im Mund war ansteckend, wenn er lachte mussten alle lachen, dass galt natürlich nicht für meinen Vater. Es war süß wie er hin und her watschelte, weil er noch nicht richtig laufen konnte. Das war mein schönster Tag.
Doch einige Monate später starb er. Meine Mutter und mein Vater hatten zwar gesagt es sei ein schrecklicher Unfall gewesen doch ich kenne die Wahrheit. Mein Vater hatte ihn umgebracht. Doch wer würde mir schon glauben? Es ist zu lange her um jetzt noch damit rauszurücken. Ich kann mich noch genau erinnern. Meine Mutter und mein Vater stritten sich mal wieder, weil mein Vater mal wieder das Geld verspielt hatte. Natürlich war er betrunken. Sie schrieen sich an und Jason wurde durch ihren Krach wach. Mein Vater störte sein schreien und zuerst nahm er ihn auf den arm doch er hörte nicht auf. Das machte ihn zornig und mit voller Wucht schlug er Jason gegen die Wand. Ein keiner Blutfleck klebte an der Wand und der leblose Körper von Jason lag auf dem Boden, er war tot das Genick war gebrochen, so wie sämtliche andere Knochen. Ich starrte auf den leblosen Körper. Sein Hals sah merkwürdig aus, ein Stück des Halswirbels ragte aus der zart, weich bestückten Babyhaut am Hals raus. Sein Körper war völlig verdreht. Wenn man ihn so anschaute sah er aus wie eine Puppe die man gegen die wand geschmissen hatte. Ich starrte ihn an in der Hoffnung er würde lachend aufstehen wie so oft er das getan hatte. Ich hoffte er würde mich mit seinen Ozean blauen Augen anschauen und würde mich mit seinem lächeln wieder einmal in seinen Bann ziehen. Ich hoffte sein Blondes Haar würde wieder im Licht wie Gold scheinen, weil er rumtobte. Seine zarten Augen mit den hell blonden Wimpern, die Unsichtbar erschienen, waren geschlossen. Ich weinte, wollte es nicht wahr haben, war nun alles vorbei? Sein Blutbeflecktes Haar, sein lebloser Körper holten mich wieder in die Realität zurück, er würde nicht mehr aufstehen. Er war tot. Ich konnte es förmlich hören das Zerbrechen meines Herzens.
Meinem Vater schien es egal zu sein was passiert war. Man sagt man könnte sich frühestens an Dinge im Leben erinnern mit 4 Jahren, dies werde ich nie vergessen.
Als ich fünf war lag ich mit meinem Schlafanzug auf der Couch und schaute mir “ Lisa und Melissa” an, es war meine Lieblingsendung. Mein Vater kam nach Hause. Er war total betrunken und zog eine Fahne hinter sich her, dass einem schlecht wurde. Er kam auf mich zu und redete vor sich hin, meine Mutter stand in der Küche und schnitt das Gemüse für die Suppe klein. Ich bekam Angst, als er immer und immer näher kam. Plötzlich nahm er mich bei den Haaren und schleifte mich in Richtung Schlafzimmer. Ich fing an zu schreien. Meine Mutter kam ins Wohnzimmer gestürmt. In der linken Hand hielt sie das Messer. Sie drohte ihm es zu benutzen und er machte sich nur lustig darüber. Sie wurde wütend und aus voller Wut begann sie zu weinen. Plötzlich rannte sie auf ihn los und rammte das Messer in die Brust, als es in der Brust steckte, drehte sie die Klinge noch einmal um und riss die Wunde auf. Sie fiel zu Boden und rief mich in ihre warmen Arme, ich fing an zu weinen und griff mich an ihr fest. Er fiel zu Boden und krampfte sich bis er seine letzten Zuckungen machte. Seine Augen blieben offen und starrten uns beide an, es war unheimlich. Sein beflecktes, unreines Blut floss aus der Wunde auf den Teppich, der Fleck ging nie wieder raus.
Meine Mutter hatte der Polizei geschildert wie es dazu gekommen war, man machte sich sorgen um uns, die Polizei wusste wie mein Vater gewesen war.
Meine Mutter ignorierte mich immer mehr nach einiger Zeit. Als ich in die erste Klasse kam war es am schlimmsten. Sie hatte mir erzählt sie hätte Angst vor meinen Augen. Sie würden so aussehen wie die meines Vaters. Sie schaute mich nicht mehr an das brach mir mein Herz. Es kam noch schlimmer nach einigen Tagen hieß es ich würde so aussehen wie er.
Das war es gewesen der Punkt an dem ich beschloss dieses widerliche Gesicht los zu bekommen. Ich weiß noch ganz genau wie es war. Ich war in die Küche geschlichen und hatte mir das Fleischermesser genommen. Ich ging dann ins Bad und stellte mich vor den großen Spiegel. Ich setzte am rechten Ohr unten an und fuhr am Kiefer langsam vorbei. Ich war entschlossen mir das Gesicht von den Knochen zu schneiden. Meine Mutter kam ins Bad reingerannt und hatte das ganze Blut gesehen, dass aus mir herausfloss. Ich war nur bis zum Kinn gekommen. Im Krankenhaus hatten alle gesagt ich hätte glück gehabt das ich nicht tiefer hinein geschnitten hatte. Ich war Innerlich von ihr zerstört. Ich hatte kein Leben mehr in mir.
Mein endloses Leben hatte erst jetzt begonnen. Ich war schon so jung und hatte nur innere leere in mir. Nach dem ich versucht hatte mir das Gesicht zu entfernen, erwiderte sie keinen Blick. Ich hätte ihr weiß Gott was erzählen können es wäre ihr egal gewesen. Zu meinem 7 Lebensjahr hatte meine Mutter ein zweites Mal geheiratet. Er war nett aber sie liebten sich nicht. Ich merkte das sofort. Sie waren nur zusammen wegen Finnanzielen Dingen. Erstens bekamen sie eine neue Steuerklasse und mehr Geld und wenn sie sich scheiden lassen würden, würde das nur Geld kosten. Ich fand das abnormal, krank. Ich begann sie zu ignorieren. Sagte sie sei nicht meine Mutter. Ich hoffte immer eine wunderschöne Frau mit einem Lächeln wie es damals mein Bruder hatte würde hinein kommen und mich holen. Mich von meinem Leid befreien. Hoffte mein kleiner Bruder wäre bei ihr und wir wären wieder vereint. Doch so kam es nie. Ich war immer gefangen, gefangen in dieser Familie. Keiner verstand mich, keiner wollte mich verstehen. Hauptsache sie hatten das was sie wollten. Was ich wollte war ihnen egal. Wie oft wollte ich abhauen. Wie oft sehnte ich mich nach den Tod. Die meiste Zeit meines Lebens verbrachte ich in meinem Zimmer. Ich ging so weit das das natürliche Tageslicht mir in den Augen brannte. Ich färbte mein goldbraunes Haar, schwarz und schnitt sie kurz. Ich hatte alle Spiegel in unserem Haus entfernt. Ich wollte mich nicht sehen. Ich wollte ihn nicht sehen. Ich hatte immer das Gefühl das er bei mir ist. Das machte mir Angst. Große Angst. Ich wollte nie so sein wie er. Nie. Er war das Gegenteil das ich anstrebte. Oft stellte ich mir fragen. Warum bin ich hier? Warum lebe ich? Und nie fand ich eine Antwort. Ich fand ich war nutzlos, stand nur im Weg herum. Konnte nichts tun. Als ich auf die Realschule kam lernte ich ein Mädchen kennen. Die mir Hoffnung gab, nicht aufzugeben. Die mir einredete ich sei nicht allein. Ich war umzingelt von Menschen die mich liebten. Aber warum fühlte ich mich so allein? Warum war ich so einsam? Warum? Wieder fand ich keine Antwort. Keine Antwort auf meine Fragen. Stefanie. So hieß das Mädchen. In der ich meine Hoffnungen setzte. Die mir Hoffnung gab. Ich verbrachte viel Zeit mir ihr. Vergeudete keine Sekunde, Minute, Stunde, Tag, Monat oder Jahr. Verbrachte so viel Zeit mir ihr wie ich es wollte. Sie unterstützte mich, umarmte mich, half mir hoch auch wenn ich noch so tief gesunken war. Sie war meine Seele, mein Körper mein Gedanke. Sie war so ein Liebenswürdiger Mensch, so hoffnungslos nett. Ein Mensch mit so reinem Herzens das sie, Millionen von Menschen helfen könnte und es ihr noch immer nicht reichen würde. Ich war froh sie zu haben. Sie war wie eine Mutter zu mir. Stefanie hatte eine schlechte, grausame Vergangenheit. Ihr Vater wurde ermordet von den Steven Brüder. Damals waren diese Steven Brüder grausame Mörder, die vor nichts zurück wichen. Ihr Vater war im falschen Moment am falschen Ort gewesen. Mit 66 Messerstichen und 9 Schüssen wurde er ermordet die Ärzte sagten damals er hätte einen langsamen Qualvollen Tod gehabt. Und trotz dieses Erlebnisses war Stefanie zu so einem Menschen geworden. Kurz darauf starb ihre Mutter an Blutkrebs. Sie kam ins Heim und wurde schließlich an ein Bordell verkauft. Ich verstand dies nicht. Verstand die Welt nicht. Wie konnte so ein Mädchen zu so einem Menschen werden, wenn sie doch so viel Schlechtes erfahren musste? Was ich überhaupt nicht verstand war, wie konnten Menschen überhaupt zu so etwas fähig sein? Wie konnte man so etwas tun? Selbst in meinen alten Jahren habe ich immer noch keine Antwort auf diese Fragen. Ich konnte bisher auf keine Frage die ich mir je stellte antworten. Wie oft hatte ich mir gewünscht, der Tod würde mich holen. Und wie oft holte mich Stefanie aus diesem Gedanken. Stefanie war ein Engel. Für mich war sie ein Engel. Man kann Engel nicht finden aber man kann ihnen begegnen. Ich durfte einem begegnen. Und noch so einem wunderbaren. Ja, ich konnte ihre unsichtbaren Flügel sehen, die mich beschützten. Für mich existierten sie. Menschen haben Angst. Angst vor Dingen, die nicht existieren. Gespenster, Monster und Dämonen. Wer sagt mir, uns, dass sie existieren? Wer sagt das? Ich habe nie so ein Monster gesehen, geschweige denn gehört. Und ich bitte euch in meinem alter hätte so etwas doch mal passieren sollen. Ich sterbe dahin, nein, ich vegetiere vor mir hin. Ich hatte immer aus verschiedenen Situationen nur die schlechtesten Dinge abbekommen. Ich kann mich kaum an schöne Zeiten meines Lebens erinnern. Ich bin alt und die Zeit läuft mir davon. Werde ich noch das Glück haben etwas Schönes zu erleben? Werde ich glücklich sterben können? Ich hasse diese Fragen. Denn ich hasse Fragen die ich nicht beantworten kann. Ich brauche immer eine Antwort und wenn sie nur eine Spekulation ist. In meiner Kindheit waren mir immer nur zwei Leute treu. Zwei Menschen denen ich vertrauen konnte, die immer da waren wenn ich etwas brauchte. Nun heute habe ich keinen mehr. Ich habe keine Kinder, keinen Mann, keine Eltern noch nicht einmal Freunde. Ich bin verlassen, allein. Niemand wird es bemerken wenn ich sterbe. Sie werden es bemerken wenn der verweste Geruch meines Körpers sich im Haus verteilt. Dann werden sie es merken. Aber würden sie es sonst auch merken? Ich glaube nicht daran. Wie sehr mir doch meine Freunde fehlen. Tobias und Stefanie. Sie waren beide solch liebliche Wesen. Ich sagte nur sie seien Engel. Meine Schutzengel. Die immer da waren wenn ich nach ihnen rief. Damals war es einer meiner schrecklichsten Tage meines Lebens. Als ich erfuhr das Tobias versucht hatte sich umzubringen. Er hatte sich die Pulsadern aufgeschnitten. Der Grund dafür war sein Vater. Er hatte ihn erst vor ein paar Tagen kennen gelernt gehabt. Ich kann mich noch erinnern wie er sich gefreut hatte als er erfuhr das er noch einen Vater hätte der ganz in seiner nähe wohnt. Sie hatten jeden Tag zusammen verbracht. Ich hatte mich für ihn gefreut denn endlich hatte er einen Vater, denn er sich immer gewünscht hatte. Seine Mutter war an Krebs gestorben um ehrlich zu sein an Aids. Es war schrecklich für ihn gewesen er war damals 9 Jahre alt und zog zu seiner Tante. Die Ärzte seines Vaters hatten festgestellt, dass sein Vater genauso wie seine Mutter Aids hatte. Womöglich hatte einer von beiden den anderen angesteckt. Für Tobias war dies ein Schock. Er wollte nicht mehr weiter leben und tat den Schritt den er damals bei seiner Mutter schon tun wollte, er schnitt sich die Pulsadern auf. Im Krankenhaus erzählten mir die Ärzte es sei kritisch um ihn und sie wüssten nicht ob er das Überleben würde. Er hatte viel Blut verloren. Er lag 3 Monate lang im Komma. Ich besuchte ihn kaum. Ich wollte ihn nicht an den Schläuchen sehen. Wie er da lag ohne jede Hoffnung auf leben. Es brach mir mein Herz als ich ihn das erste Mal dort liegen sah. So leblos, ohne jede Hoffnung auf Leben. Ich besuchte ihn 5-mal in den drei Monaten. Ich konnte es nicht ertragen, Stefanie war jeden Tag dort. Sie berichtete mir immer wie es ihm gehen würde und wie er dort gelegen hätte. Ich wollte dies alles nie hören. Es klang schrecklich. Es war einfach unfassbar wie sie mir dies erzählte ohne irgendwelchem Gefühl in ihren Augen. Damals hatte es mir angst gemacht. Es war an einem schönen Sommertag. Der Tag erinnerte mich an die Wochenenden die ich mit beiden am See verbracht hatte. Wir waren glücklich. Ohne irgendwelchen Regeln. Ohne Eltern. Und heute an diesem warmen, schönen, klaren Sommertag war es soweit gewesen. Es war an der Zeit gewesen ihn gehen zu lassen. Er hatte aufgeben zu kämpfen. Er wollte wie es scheint nicht mehr leben. Wie gern wäre ich damals mit ihm gegangen. Ich hatte oft überlegt ob ich es tun sollte. Doch Stefanie brachte mich immer wieder zu Vernunft. An dem Tag, verabschiedeten wir uns von ihm. Die Beerdigung war eine Woche später. Ich ging nicht hin. Ich wollte ihn nicht dort im Sarg sehen, so leblos, ohne jenes Gefühl. Ich wollte ihn im Gedanken behalten. glücklich. Mit einem lächeln auf dem Gesicht. Mit seinen weißen Flügeln, mit denen er mich beschütze. Ich hätte ihn nie so sehen wollen wie an dem Tag seiner Beerdigung. Nein ich wollte ihn so in Gedanken behalten wie er wirklich gewesen war. Glücklich, stolz, mutig, schön, entschlossen und mit seinem Lächeln das sagte ich bin bei dir. Es dauerte 2 Monate bis ich sein Grab besuchen konnte. Ich brach in Tränen aus. Als ich lass was Stefanie auf seinen Grab eingravieren lies. “Hier ruht der, der dich beschützt mit weißen Flügeln und einem lächeln, lebe fort wie du es getan hast”. Dies hätte von mir stammen können. Ich hatte dies immer zu ihm gesagt. Man hatte ihm Blumen ans Grab gelegt und auch ein paar angepflanzt. Ich verstand nicht, wie er mich nur verlassen konnte. Mich allein ließ. Er wusste doch, dass ich ihn brauchte. Nicht ohne ihn weiterleben könnte. Er war doch der größere Engel von beiden. Er hatte die größten Flügel und das schönste lächeln. Wieso hatte man mir ihn weggenommen? Was hatte ich getan? Wieso wurde ich bestraft? Dieses Erlebnis riss mich nach unten. Ich weinte nur noch, Trauer war das einzigste das ich noch kannte. Ich ließ alles hinvegetieren. Kümmerte mich um nichts. Ging nicht mehr aus dem Haus. Verdunkelte mein Zimmer und blieb nur im Bett. Ich träumte oft von ihm. Anfangs war er schön, mein Traum doch dann veränderte er sich, das Ende war grauenvoll. Er und ich liefen über eine Blumenwiese. Sie war so wunderschön, jede einzelne Blume war vollkommen. Nichts fehlte. Er und ich lagen in der Wiese und zählten die Schmetterlinge und wir lachten, hatten spaß. Es gibt jedoch einen schnellen Wende Punkt. Der Himmel verdunkelt sich. Die Wiese verschwindet. Und eine Schlucht erscheint. Tobias verliert sein Gleichgewicht und fällt hinein, ich kann ihn jedoch noch halten. Aber dann lass ich einfach los, lass ihn einfach fallen. Ohne jeden Grund lass ich los. Ich versteh das nicht und dann beginne ich zu lachen. Ein so grauenvolles Lachen. So eins hab ich noch nie zuvor gehört. So voller böser Energie. An dem Teil wach ich immer Schweißgebadet auf. Keiner Verstand mich. Freunde so wie sie angeblich hießen sagten immer wieder ich solle es endlich hinter mich bringen es sei schon so lange her. Sie verstehen es nicht. Tobias und ich hatten eine starke Verbindung. Der andere kann ohne den Anderen nicht Leben. Und so ist es. Ich kann nicht leben ohne ihn. Doch versteht das jemand? Nein! Keiner versteht mich! Jeder hält mich für Verrückt! Für eine Psychopatin! Ich bin nicht Krank ich trauere nur. Ist das denn so schwer zu verstehen? Ist es wirklich so schwer? Das letzte Leben in mir wurde nun entgültig heraus gesaugt. Ich war eine leere Hülle, eine leere Puppe. Ein Nichts. Keiner konnte etwas mit mir anfangen. Ich war ein unnutz, zu nichts zu gebrauchen. In meinem jetzigen Zustand hätte man alles mit mir machen können und ich hätte es nicht bemerkt. Meine Gefühle waren Kalt, ich spürte nichts mehr. Wo war bloß diese schöne Wärme? Wo war sie? Wieso hatte sie mich verlassen? Mein Körper war schlapp. Ich hatte keine Kraft mehr. Vor lauter Weinen brannten meine Augen. Nur weil ich immer im Bett lag waren meine Muskeln und Knochen schwach. Ich konnte nicht mehr reden. Ich war ausgetrocknet, trank nichts aß nichts. Ich war jetzt entgültig ein Frack. Dachte über das Leben nach, dachte über den Tod nach. Zählte Punkte auf, wieso ich leben sollte und wieso ich sterben sollte. Ich fand keinen Punkt den ich zum Leben zuordnen konnte. Dafür hatte ich über 10 Punkte wieso ich sterben sollte. Es fehlte nur ein kleiner Schritt zum Tod. Doch irgendetwas hielt mich davon ab. Ich konnte es nicht. War ich feige? Er hatte es geschafft. Weshalb schaffte ich es nicht? So schwer konnte es doch nicht sein? Oder waren meine Gedanken falsch. Oft dachte ich nach. Himmel und Hölle. Ich dachte nach. Existiert so etwas wirklich? Oder schweben unsere Seelen nur im Weltall herum. Oder existieren wir erst gar nicht mehr? Wieder diese Fragen ohne Antwort. Wieso? Wieso hatte ich immer diese Fragen? Und schon wieder habe ich eine Frage. Ich wusste so viele Arten zu Sterben. Und fand keine Passende. War es wirklich Angst? Oder wollte mich jemand davon abhalten? Aber wer sollte so etwas tun? Ich bedeute doch keinem etwas. Ich bin Luft. Ich bin Gift. Bin Abgase die man nicht braucht, die man loswerden will. Ich versuchte mich immer wieder zu beschäftigen. Ging in einen Kunstkurs. Doch da wurde ich schnell herausgeschmissen. Meine Kunst war dort nicht sehr angebracht. Ich zeichnete nur den Tod. Brennende Leichen. Brennende Engel. Um Schmerz schreiende Menschen. Ich war finster. Hatte kein Licht. Und ich wurde immer mehr für Verrückt gehalten. Es gab immer mehr Gerüchte über mich. Manche sagten ich würde manche verzaubern, würde Voodoo anwenden oder würde den Teufel anbeten. Nun ja vielleicht tat ich das in meinem Unterbewusst sein. Ich magerte mich bis auf 40 kg runter zu einer große von 1.74m. Der Arzt meinte wenn ich so weiter machen würde, würde ich sterben. Ich grinste ihm ins Gesicht und sagte grinsend, dass ja dann alles perfekt sei. Er schaute mich damals geschockt an. Seit dem Tag bekam ich bei ihm nie wieder einen Termin. Die meisten hatten Angst, Angst vor mir. Dachten ich könnte sie verhexen. Doch das interessierte mich nicht. Solange ich Stefanie hatte, war die Welt in Ordnung. Sie gab mir Trost. Brachte mich zurück auf den Boden. Sie hatte mich dazu überredet wieder so zu sein, bevor dieses Erlebnis war, dass mich erst soweit gebracht hatte. Ich muss sagen ich hatte mir das erst ein paar Tage überlegt. Ich wusste nicht ob ich dies wirklich wollte. Wollte ich wirklich wieder die sein, die ich früher war? Ich fragte mich ob das früher überhaupt mein wirkliches ich war. Vielleicht war dies hier mein wahres ich. Sollte ich mich ein zweites Mal ändern? Ist es das überhaupt wert? Langsam aber sicher verlor ich mein Wille, mein Wille etwas zu tun. Doch ich wusste ich würde nicht allein sein. Stefanie wäre da. Sie würde mir helfen. Sie war meine letzte Hoffnung. Ich machte mir Gedanken, Gedanken über das Weltbild. Woher wissen wir eigentlich das der Himmel gut und die Hölle böse ist? War dort jemals jemand der uns das berichten konnte? Nein, ich glaube nicht. Woher sollen wir alles so genau wissen? Vielleicht sind Engel böse und Dämonen gut. Das äußere kann immer leicht täuschen. Die Erfahrung habe ich selbst schon gemacht. Ich sah zwar aus wie eine Marionette des Teufels doch ich bin nicht böse. Auch wenn das viele denken. Woher wissen wir den angeblich so viel über Himmel und Hölle? Was bringt uns dazu daran zu glauben? Ich habe schon lange meinen Glauben an Gott verloren. Ich habe nie etwas Böses getan und doch hatte sich Gott gegen mich gestellt. Also wieso sollte ich noch an ihn glauben? Ich hätte keinerlei Grund dazu. Stefanie brachte mich dazu wieder zu essen und zu trinken. Und nach einiger Zeit begann ich wieder zu zunehmen. Es war schmerzhaft, die Nahrung runter zu schlucken. Mein Hals war Nahrung nicht gewohnt und so fing ich erst mit Suppen und Brei an. Mir wurde schnell übel, mein Magen war nicht daran gewöhnt voll zu sein. Ich glaube das Essen war wie Gift für meinen Körper. In dieser Zeit war alles Gift für mich. Die kleinste Anstrengung brachte mich zu Boden. Ich konnte kaum selbst für mich Sorgen. Ich war froh, dass Stefanie zu mir hielt. Das sie für mich da war. Das ich nicht alleine war. Nach langer Zeit und viel Geduld schaffte es Stefanie mich wieder auf mein Normal Gewicht zu bringen. Es war eine große Erleichterung, Dinge wieder zu tun können die ich schon vor langer Zeit nicht mehr tun konnte. Ich konnte rennen, springen ohne, dass ich gleich umfiel. Oh Tobias ich bin der erste der um dich weint und auch der letzte. Und es ist mir egal was die anderen sagen. Ich habe Hoffnung. Hoffnung auf ein richtiges Leben. Doch nun bin ich alt und meine Hoffnung von damals ist fort. Ich weiß nicht wo sie ist aber ich weiß das es sie schon lange nicht mehr gibt und ich weiß das sie nicht mehr zurückkehren wird. Wieso bist fort gegangen? Wieso? Wieso hast du das getan? Du hast doch immer gesagt... Du hast doch immer gesagt du würdest mich beschützen. Würdest auf mich aufpassen. Würdest mich nie verlassen. Du hast doch gesagt du seihst der letzte der geht. Und was ist jetzt? Du warst der erste! Ich weiß du bist bei mir. Doch du bist nicht wirklich da. Ich kann dich nicht mehr berühren. Ich kann dir nicht mehr in deine Augen blicken. Das ist nicht fair. Wie lange soll ich noch ohne dich erwachen? Wie lange? Du hättest mich doch ändern können. Du hättest es verhindern können. Ich bin am Ende. Ich habe so oft geweint das ich es nicht mehr kann. Es kommt keine Träne mehr. Ich bin kalt, hab kein Gefühl, spüre nichts. Wieso kannst du nicht mehr an mich glauben? Du warst es doch der an mich glaubte. Der mir Mut gab. Doch ich hab keinen Mut mehr. Sagtest du nicht das wenn du gehst, dass ich immer noch an mich glauben soll? Aber wie soll ich das schaffen? Ohne dich? Ohne Hilfe? Ja ich weiß Stefanie ist auch noch da. Aber. Aber sie ist nicht so wie du. Sie hat nicht diese Überzeugungskraft. Die mich so oft überwältigte. Müsste ihr dir folgen? Um dein Lächeln in mich hinein zu saugen? Müsste ich? Oh wie oft stellte ich mir diese Frage. Tag und Nacht. Mein Leben verlor an diesem Tag an Bedeutung. Ich hatte nichts mehr was sich zum kämpfen lohnte. Meine Mutter interessierte sich nicht mehr für mich, sie hatte eher Angst vor mir. Angst ich sei wie mein Vater nur weil ich so aussah. Ich würde nie so werden, hatte ich mir geschworen. Mein Vater war tot, zum Glück. Ich hatte meinen besten Freund verloren und Stefanie... Nun ja wie sollte ich sagen. Sie war zwar die letzte Person die für mich da war, doch ich hatte trotz alle dem das Gefühl ich sei allein. Wie oft träumte ich von dir Tobias, wie oft. Ich wurde älter und älter. Doch in meinem Traum war ich jung und du, du warst bei mir. Jetzt sieh dir an was aus mir geworden ist Tobias. Wolltest du das? Sicher nicht. Aber nun ist es zu spät. Es ist vorbei. Ich kann nichts rückgängig machen. Mein Leben nimmt langsam das Ende ein. Ich habe es geschafft, auch wenn ich lange gekämpft habe. Habe ich es geschafft. Geschafft zu überleben. Doch ich frage mich für was. Mit 18 zog ich aus. Ich zog zu Stefanie. Denn bei meiner Mutter wollte ich nicht mehr bleiben. Mit ihr hatte ich abgerechnet. Sie existierte nicht mehr für mich, für mich war sie tot. Ich suchte nach einem Job. Ich wollte Stefanie nicht die ganze Verantwortung alleine überlassen. Ich fand auch einen. Als Kellnerin. Er war nicht so toll. Das Cafe hatte eine merkwürdige Uniform und dort hatten auch nur Frauen gearbeitet. Die Uniform bestand aus einem Mini rock einem sehr kurzem Minirock. Er war so kurz das ich befürchtete man könnte jedem Moment etwas sehen, von dem man nichts sehen sollte. Wir durften keine BHs tragen und hatten weiße fast durchsichtige Blusen an. In diesem Beruf fühlte ich mich erniedrigt als Person und Frau. Ich wurde jedes Mal angebaggert und Hände von alten Männern waren immer an den Orten wo sie nichts zu suchen hatten. Ich wollte kündigen aber ich hätte vielleicht sonst nirgends einen Job gefunden. Ich hatte die schule nicht beendet und ein Talent hatte ich auch nicht. Ich war eigentlich nutzlos. Also hatte ich kaum Möglichkeiten für einen anderen Job. Ich hatte nie wirklich daran gedacht gehabt irgendwas an meinem Leben das ich führte zu ändern. Oder vielleicht sollte ich sagen ich hätte nie geglaubt ich könnte etwas ändern. Ich wollte Liebe, Leidenschaft Zärtlichkeit wie jeder andere Mensch. Doch ich habe nie geglaubt ich könnte jemals so etwas bekommen. Und somit gab ich auf, gab ich au an etwas zu hoffen was ich nie bekommen könnte. Stefanie versuchte mir immer das Gefühl zu geben etwas zu sein, etwas zu sein worauf man stolz sein könnte. Doch stolz war ich nie. Selbst in meinem jetzigen Alter bin ich noch immer nicht stolz und ich werde auch nie lernen es zu sein. Ich habe damals oft daran gedacht wie mein Leben wohl sei wenn ich sie nicht gehabt hätte, würde ich dann jetzt noch Leben? Hätte ich Selbstmord begangen? Ich hatte es schließlich oft versucht. Es wäre sicher geschehen. Vielleicht hätte es geschehen sollen. Ich hatte einige Tage an denen ich dachte ich sei glücklich doch im Nachhinein war dies alles nur Fassade. Ich glaube an nichts mehr. Mein Glaube war fort und zwar für immer. Und ich würde ihn auch nie wieder bekommen. Wie oft hatte man mich in meinen 70 Jahren schon verletzt, wie oft wurde ich enttäuscht, geschädigt. Ich weiß noch eines Nachts, es war schon spät gewesen. Ich hatte Feierabend, ich war froh endlich wieder nach hause zu gehen, dieses Cafe war mir zuwider. Doch hätte ich damals gewusst was passieren würde, wäre ich doch in dem Cafe geblieben. Ich lief nach Hause, als ich plötzlich gleichmäßige Schritte hinter mir hörte. Ich wusste nicht ob es ein Mann oder eine Frau war, trotzdem lief ich etwas schneller. Die Schritte hinter mir wurden auch etwas schneller. Ich wusste nicht ob mich diese Person verfolgte oder ob es nur Zufall war das wir beide unsere Schritttempos erhöht hatten. Um das herauszufinden lief ich noch ein wenig schneller. Und wieder wurden die Schritte hinter mir schneller. Ich bekam Angst. Ich war mir sicher, dass die Person hinter mir mich verfolgte. Ich begann zu rennen und die Person hinter mir auch. Doch ich war nie gut gewesen im Sport und darunter fiel auch das rennen. Schnell hatte mich die Person von hinten eingeholt und packte mich an der Schulter und riss mich zu Boden. Ich hätte schreien können doch niemand hätte mir geholfen geschweige denn gehört. Ich musste ja unbedingt die Abkürzung durch den Wald nehmen. Doch nun war es zu spät. Ich lag auf dem boden und ein Mann mit einer Maske auf dem Kopf lag über mir. Er lachte hielt meine beiden Hände fest und begann mir die Kleider vom Leib zu reißen. Ich lag da strampelte mit den Beiden, bewegte meinen Arme, meinen Kopf, meinen Körper, doch nichts half. Der Mann war zu kräftig. Ich kann heute nicht mehr sagen ob es bei ihm Muskelmasse war oder bloß Fettmasse doch eines weiß ich noch der Mann hatte ein kräftiges Kreuz. Ich begann zu weinen wollte alles nicht wahr haben. Der Mann drang in mich ein und es zwar nicht angenehm. Dies war mein erstes Mal. Und man hatte mir immer erzählt das erste Mal wäre das schönste Mal. Alle erzählten mir immer man könnte sich immer an sein erstes Mal erinnern. Ich würde mich nicht gerne daran erinnern. Aber nun war es zu spät. Es war passiert. Mein Unglückliches Leben hatte mal wieder einen drauf gelegt. Ich hatte immer gehört, dass mein Leben nicht mehr schlimmer werden könne und wie man sah konnte es. Ich war zu allem Fähig nur nicht zum glücklich sein.
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