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kooperative Geschichten

Anja - Der Horror der Frauen

16.10.2008



Hy Leute es ist ur der Anfang aber ich schreibe sie auf jedenfall zuene wäre nett wenn ihr schreibt wei es euch bis jetzt gefällt, ich bin offen für Kritik.^^




Der Horror der Frauen
Ein Leben in Verfolgung, Gefangenschaft und Leid

Wie jede Nacht sitze ich wach vor dem Fenster meiner Zelle, schau nach draußen in den klaren, mit Sternen übersehnten Nachthimmel und denke darüber nach wieso wir nur hier gelandet sind, doch eine Antwort auf diese Frage habe ich die ganze Zeit über nicht gefunden.
Wenn ich dann manchmal zu Shiela und Jeanne, meinen Schwestern schaue, die friedlich schlafen, frage ich mich immer nur, wie konnte das alles passieren?
Ja, wie konnte das alles nur geschehen?
Doch diese frage kann ich beantworten..
Die Antwort ist mein ganzes, schmerzhaftes Leben.


Alles begann als wir noch kleiner waren. Shiela war zwölf, Jeanne war elf Jahre alt und ich, Emilie, war dreizehn gewesen. Bei uns gab es gerade erst die Wahlen für den neuen Bürgermeister. Leider gewann einer für den die Frau nichts wert war. Sie war nur ein Objekt, ein Gegenstand oder eine Puppe. Er hat es in seinen Ansprachen auch immer deutlich gemacht, doch trotzdem wurde er gewählt, wahrscheinlich weil es mehr Männer in der Stadt gab als Frauen und die meisten von ihnen seine Ansprachen glauben schenkten und immer mehr glaubten was er sagte. Nun war er gewählt und als er sein Amt angetreten hatte begann er mit dem Bau einer riesigen Mauer die um die ganze Stadt gehen sollte. Er ist schuld an unserem Leid, Er, der neue Bürgermeister Xemnas...

Kapitel 1: Das Elend beginnt

„ Mama Shiela ärgert mich schon wieder, sie ist immer so gemein.“ Heulte Jeanne als sie zu mir und unserer Mutter in die Küche kam.
„ Gar nicht wahr!“ wiedersprach Shiela die eine Sekunde später in die Küche stürzte.
„ Mädchen ihr sollt euch nicht immer streiten, als Schwestern solltet ihr euch vertragen und euch nicht immer anzicken.“ Sagte Mutter flüchtig, da sie sich vollständig auf das schneiden meiner Haare konzentrierte und es bestimmt schon das dreizehnte mal an diesem Morgen war das die beiden sich stritten.
„Aber sie fängt immer an.“ wiedersprach Jeanne und zeigte mit dem Finger auf Shiela.
„Schluss jetzt, ich will nichts mehr davon hören“
„Aber.“
„Kein Wort mehr!“ befahl unsere Mutter und die beiden gaben Ruhe.
Nach zehn Minuten waren meine Haare fertig und ich ging zu Shiela und Jeanne ins Wohnzimmer wo sie sich, wie sollte es auch anders sein, schon wieder streiteten.
„Shiela gib mir meine Puppe wieder, warum hackst du eigentlich ständig auf mir rum?“
„Na weil es spaß macht!“ antwortete Shiela vergnügt und hielt die Puppe noch ein stück höher, sodass Jeanne, so sehr sie auch sprang, nicht an die Puppe kam.
„Shiela hör auf!“ sagte ich, nahm ihr die Puppe weg und gab sie Jeanne zurück.
„Spielverderberin.“ maulte Shiela und setzte sich mit verschränkten Armen und mauligem Gesicht aufs Sofa.
In dem Moment klingelte das Telefon.
„Ja Hallo.“ Meldete sich unsere Mutter und hörte zu was der Anrufer zu sagen hatte.
Unsere Mutter sagte lange nichts, hörte nur zu was der Anrufer zu sagen hatte.
Nach einer weile bemerkte ich wie ihr Gesicht immer blasser wurde und plötzlich wurde und stupste Shiela an, damit sie darauf aufmerksam wurde.


„Ich habe das Geld noch nicht zusammen, wenn sie sich noch etwas geduldigen würden, nur ein oder zwei Wochen.“
Als Mama sich dann auf den kleinen Schrank neben den Telefon setzte wussten Shiela und ich das etwas ernstes passiert sein musste.
„Verstehen sie doch ich kann das Geld nicht so schnell auftreiben ich,-
sie wollen was?“ stieß Mutter entsetzt aus.

„Was hat Mama denn, ist ihr nicht gut, sie ist ja so weis im Gesicht.“ fragte Jeanne uns als sie sah wie wir nebeneinander standen und stumpf zu unserer Mutter schauten.
„Schhhhhttt!“ antwortete Shiela und drehte den Kopf wieder zurück.
„Aber verstehen sie doch ,- Hallo? Sind sie noch da?“
Der Anrufer hatte aufgelegt und auch Mutter legte den Hörer bei Seite.
„Oh Gott!“ sagte sie total geschockt mit Tränen in den Augen.
„Mama wer war das denn?“ fragte Jeanne neugierig und erst jetzt bemerkte sie unsere Anwesenheit.
„Das... das war... das war ein Beamter Spätzchen.“
Als sie Jeannes fragenden Gesichtsausdruck sah wusste sie das sie noch sagen musste was der Beamte wollte und fügte hastig hinzu
:„ Er hat mir bescheid gesagt das ich der Stadt noch etwas Geld schulde, aber das ist kein Problem, mach dir also keine Sorgen.“ Sagte sie zu ihr und rang sich zu einem schwachen lächeln durch.
Als Shiela und ich uns ansahen wussten wir beide, dass das was Mutter gesagt hat alles andere als die Wahrheit war aber Jeanne glaubte ihr, was mich irgendwie unheimlich beruhigte.
„Wie wäre es wenn ihr jetzt nach draußen geht und ein bisschen spielt, während ich das Mittagessen koche?“ schlug sie vor.
„Ähm... es ist erst 11 Uhr.“ wand ich nun ein weil ich wusste das sie uns los werden wollte.
„Dann könnt ihr ja schon etwas für das Essen einkaufen gehen und danach kochen wir zusammen.“ Kaum hatte Sie den Satz beendet rannte sie in die Küche und schrieb einen Einkaufszettel
Shiela sah mich skeptisch an.
„Sollen wir sie jetzt wirklich allein lassen?“ fragte sie mich leise.
„Ich weis nicht, ich hab so ein ganz komisches Gefühl das dann etwas schlimmes passiert, aber vielleicht will sie nur ein bisschen alleine sein.“ Flüsterte ich zurück.
„Glaubst du?“
„ Ja, ich hab sie letztens auch schon weinen gesehen, erst wollte ich sie trösten aber dann hab ich sie doch besser alleine gelassen, vielleicht sollten wir ihr jetzt auch etwas Zeit für sich lassen, oder nicht?“ fragte ich sie, während ich darauf achtete das Jeanne nichts mitbekam, weil ich genau wusste wie sie reagieren würde. Sie hing sehr an unserer Mutter das wusste ich und wenn sie wüsste wie schlecht es ihr im Moment ging, würde sie sich nur sorgen machen.
„Also was sagt ihr drei?“ fragte Mom erneut, als sie aus der Küche zurück kam.
„Aber Mama wir haben heute doch noch gar nichts gelernt?2 sagte Jeanne die sich wunderte, da wir sonst immer nur raus durften wenn wir unsere “Schularbeiten“ fertig hatten.
Schularbeiten konnte man das eigentlich nicht nennen, unser Mutter war Lehrerin an einer Realschule aber sie wurde gefeuert, ohne besondern Grund. Jetzt unterrichtete sie uns Zuhause.
„Okay,“ stimmte Shiela zu und nahm das Geld entgegen was Mom uns unter die Nase rieb.
Ich nahm den Einkaufszettel in beschlag und wir drei schlenderten zum Supermarkt der zwei Blocks von unserem Haus entfernt war.



„Glaubst du es war die richtige Entscheidung?“ fragte ich Shiela nachdenklich.
„Wieso denn nicht sie braucht wahrscheinlich nur ein bisschen Ruhe das ist alles und du hast ihre Augen doch gesehen, sie war kurz davor zu weinen.“
„ Hast ja recht, aber irgendwie hab ich ein schlechtes Gefühl dabei sie alleine zuhause zu lassen.“
„ Hey Mom ist erwachsen sie weis was sie tut und auf sich aufpassen kann sie auch.“ sagte Shiela locker, doch ich merkte, dass auch sie sich sorgen machte.
„Hey was macht ihr denn so lange, trödelt nicht so.“ schimpfte Jeanne als sie merkte das wir stehen geblieben waren.
„Ja, ja wir kommen ja schon.“
Wir setzten unseren Weg fort und kamen beim Supermarkt an.
Eine ganze Stunde verbrachten wir im Supermarkt und kamen gegen 13:00 Uhr wieder zuhause an.


Kapitel 2 : Der Schreck sitzt tief

„Mama wir sind wieder daAa... Mama?“ sagte Jeanne und stürmte in die Wohnung.
„Warum ist die Tür aufgewesen?“ fragte ich verwundert und schloss sie hinter mir.
„Emily Mama ist nicht hier!“ schreite Jeanne aus der Stube.
„Was? das kann nicht sein.“ Stutzte Shiela und ging zu Jeanne in die Stube.
„ Jeanne, hast du überall nachgesehen?“ fragte Shiela stutzig.
„ Ja hab ich. Ich war in der Küche, im Badezimmer, in unsren Zimmern und hier ist sie auch nicht. Wo ist sie hingegangen!“ nun brach sie in Tränen aus.
Ich setzte mich zu ihr und nahm sie in den Arm.
„Mama... Mama ist.. sie kommt bestimmt wieder.” versuchte ich sie zu trösten, hatte aber wenig Erfolg.
Einige Stunden waren vergangen, Jeanne war eingeschlafen.

„Wir hätten Mama nicht alleine lassen sollen, wer weis wo sie ist.“ sagte Shiela mit tränen in den Augen.
„Ich weis, aber wir wussten ja auch nicht das sie nicht mehr da ist, wenn wir nach hause kommen.“
„Emilie, glaubst du...glaubst du das.. das Mama wieder kommt?“ Druckste sie und versuchte die Tränen zu unterdrücken.
„ Ja, das glaube ich, ich meine ich hoffe es.“
Sagte ich mit Angst in der Stimme und reichte Shiela ein Taschentuch.
„ Ja, hoffen tun wir das doch alle, aber...was wenn sie doch, ich meine, du weist schon.“
„Ja ich weiß was du meinst, aber... jetzt können wir nur noch warten... und hoffen, dass sie wieder kommt.“ Jetzt stiegen auch mir die Tränen in die Augen.

Shiela stand auf und ging in ihr Zimmer, wahrscheinlich um zu weinen. Sie mochte es nicht wenn jemand sah wie sie weinte, darum ging sie immer irgendwo hin wo sie ungestört war.
Genau wie Shiela mochte ich es auch nicht wenn mich jemand beim weinen beobachtete, deshalb war ich froh, dass sie gegangen war. Ich setzte mich ans Fenster und schaute nach draußen. Passend zu unseren Stimmung regnete es in Strömen,
manchmal blitzte und donnerte es.
Ich dachte die ganze Zeit nur, hoffentlich kommt Mama zurück, und irgendwann kullerten die Tränen los und irgendwann schlief ich ein.
Gegen 4 Uhr Nachts wachte ich auf.

Ich ging zu Jeanne und war erstaunt, dass auch Shiela dort war, sie schlief neben Jeanne. Ich legte mich zu ihnen, sah sie mir eine Weile an und schlief wieder ein.

Am nächsten morgen wurden wir von lautem gepollter geweckt.
„Mama ist wieder da“ rief Jeanne und rannte sofort in die Küche.
Shiela und ich sahen uns erstaunt an.
„Hey lassen sie das stehen.“ Meckerte Jeanne.
Wir rannten ihr sofort hinterher.
Dort waren Männer die unsere Möbel aus der Wohnung räumten.
Jeanne krallte sich an einem der Stühle fest und zwei Männer versuchten sie loszureißen.
„Hey lassen sie meiner Schwester los!“ schrei ich und rannte zu ihnen.
„Sag der kleinen Nervensäge das sie loslassen soll, wir machen nur unsere Arbeit.“
Jeanne las...warten sie mal, was soll das heißen sie machen hier ihre Arbeit, wir wohnen hier.“
Alle Arbeiter schauten uns verwundert an.
„Was? Hier hat nur eine Frau gewohnt und die ist jetzt unter der Erde.“
Sagte einer der Arbeiter und lachte gehässig.
Jeanne ließ plötzlich los und schaute ihn geschockt an.
Was...was meint ... er damit?“ stotterte sie total aufgelöst.
„Tja kleine wenn das deine Mutter war dann wird sie nie wieder zurück kommen.“
Sagte er kaltherzig, während er einen der Stühle anhebte.
Jeanne brach in tränen aus.
Shiela sank auf den boden, ebenfalls mit tränen im Gesicht.
„Sag mal, musstest du so herzlos zu den drein sein sie sind doch noch klein.“
Warf ihn einer anderer Arbeiter vor.
„Nein wieso denn, es sind doch nur Mädchen.“ Antwortete er wieder kaltherzig und fügte hinzu :„Jetzt werft sie raus, sie haben hier nichts mehr zu suchen.“
„Ja aber.“
„Nichts aber raus mit ihnen!“
Drei Arbeiter warfen uns hinaus, wir werten uns nicht einmal, wir waren zu geschockt...

... Ja so war das damals, so fing unser Leiden damals an.
Ich saß immer noch am Fenster unserer Zelle und schaute nach draußen, aber jetzt bekam
ich Gesellschaft.
Einer der Wächter kam rein und brachte eines der Mädchen zurück in die Zelle.
Er warf sie kaltherzig auf den Boden und knallte die Tür mit voller wucht zu.
Ich tat so als ob ich schlafen würde, um möglichen ärger zu vermeiden.
Als ich mir sicher war das er weg war schaute ich kurz nah dem Mädchen, ich wollte wissen
wie es ihr geht, aber sie sah mich nur mit
abwesenden blick an.
Ich ging wieder zurück zu meinem Platz, inzwischen hatte ich mich schon an diesem
gequellten, abwesenden Blick gewöhnt.










... Nachdem wir aus unserer Wohnung vertrieben wurden versteckten wir uns in einer kleinen Gasse.
Jeanne saß völlig zerstört am Boden, wir wollten irgendetwas sagen um sie aufzuheitern, doch in dieser Situation war das unmöglich.
Ich bückte mich vor sie runter und versuchte sie anzusprechen.
„ Jeanne ..ist ...ist alles okay?“ fragte ich vorsichtig.
Sie drehte ihren Kopf langsam zu mir und sah mich an. „Mama...ist...tot.“
Sie brach erneut in tränen aus.
„Emilie lass sie.“ Sagte Shiela und ich ließ sie allein.
„Sie tut mir so schrecklich leid.“ Sagte ich bedrückt als ich mich neben Shiela auf eine Mülltonne setzte.
„Ja ich weis, aber wir können ihr nicht helfen.“
„Das ist am schlimmsten.“
Eine Zeit lang herrschte Stille, doch dann fragte Shiela zögernd :„ Wo sollen wir jetzt eigentlich hin?“
Ich schaute sie ratlos an :„ Ich hab keine Ahnung... wahrscheinlich... hier.
Wir sahen uns um. Das sollte unser vorläufiges Zuhause sein?
Eine Seitengasse voller Müll, Dreck, Ungeziefer und einem Gestank der einem den Magen umdrehte.
„Na... toll.“ Sagte Shiela total angeekelt und fügte hinzu :„ Vielleicht können wir ja doch woanders hingehen, ich meine es gibt bestimmt Gassen in denen es besser ist als hier, oder?“
„Ja denke ich auch aber ich möchte das wir damit warten bis Jeanne sich beruhigt hat.“
„Natürlich warten wir solange.“ Versicherte Shiela.
Ich schaute auf die Uhr, es war jetzt halb zwei Mittags.
Nach drei Stunden versuchte ich noch mal Jeanne abzusprechen.
„Hey Jeanne ist... alles okay?“
Wie eben schaute sie mich abwesend an, doch nach einer Weile antwortete sie mir


„Ich... ich glaube es geht.“
„Wirklich?“
„ Ja... wirklich.“ Versicherte sie und lächelte sogar etwas.
„Also wenn es dir nicht zuviel ist, ich und Shiela wir wollten woanders hingehen.“
„ Ich brauche nur noch einen kleinen Moment, dann kann es losgehen.“
„Gut, okay dann sag bescheid wenn es losgehen kann, ich sag schnell Shiela bescheid.“
Ich stand auf und ging zu Shiela.
„Shiela?“ fragte ich als ich sie nicht gefunden hatte.
„Las mich in ruhe du Idiot, hörst du schlecht?“ hörte ich sie keifen und rannte zu ihr.
Sie stand auf der Straße und um sie herum standen im kreis aufgestellt drei Jungs.
Sie schupsten sie hin und her lachten und beleidigen sie als Schlampe, Hure oder ähnliches.
„Hey lasst sie in ruhe.“ Schrie ich zu ihnen rüber
Sei hörten tatsächlich auf, was mich persönlich ganz schön wunderte.
„Sie mal einer an, da ist ja noch so eine kleine Schlampe.“
Sagte einer der drei. Ich schaute mir ihn genau an. Er trug eine Schwarze Lederjacke und eine zerfetzte blaue Jeans. Er war ca. 13 Jahre alt und in seinem Augen war eine große Gewaltbereitschaft zu sehen. Er war wohl so etwas wie der Anführer. Die beiden anderen sahen auch nicht besser aus, waren wahrscheinlich genauso alt wie er. Angst hatte ich nicht gerade vor ihnen, in der Schule waren die Jungs auch nicht anders zu uns, auch das war ein Grund, warum unsere Mutter es vorzog uns Zuhause zu unterrichten. Warum sie aber auf einmal so zu uns waren, wussten wir bis heute nicht.

„Was stehst du nur so da mach dich nützlich und blas mir einen. „ sagte er amüsiert, seine zwei Freunde lachten höhnisch.
„Warum sollte ich, ich bin nicht deine Nutte, frag doch deine zwei Idioten die machen es bestimmt gerne.
Das Lachen verstummte sofort.
„Jetzt bist du dran kleine, das wirst du bereuen. Drohte der “Anführer“, doch kaum war er zwei Schritte gegangen viel er zu Boden.
Shiela hatte sich mit einem großen Stück Holz bewaffnet und ihn niedergeschlagen.
„Hey, Boss was ist mit dir?“ fragten die beiden Idioten gleichzeitig und bückten sich zu ihm runter.
„Na ihr zwei wollt ihr auch noch eine verpasst kriegen, oder geht ihr freiwillig?“ drohte Shiela. Die beiden schnappten sich ihren “Anführer“ und rannten davon.
Ich stand mit offenem Mund da und war etwas erstaunt wie gewaltbereit meine Schwester war.
„Was den wie hätten wir sie sonst loswerden sollen?“ verteidigte sich Shiela und schmiss das Brett weg.
„Ja hast recht, aber wieso sind die so?“
„Keine Ahnung, komm las uns zurück zu Jeanne gehen, sie wartet bestimmt schon auf uns.“
Sagte Shiela und ging schon ein Stück vor.
Als wir wieder da waren schlief Jeanne tief und fest.
Wir setzten uns neben sie und redeten eine Weile miteinander.
„Weist du was ich komisch finde Shiela?“
„Nein, was denn?“
„Immer wenn wir draußen waren kamen uns nur Männer entgegen, Frauen hab ich schon lange nicht mehr gesehen.“
„Stimmt, ist mir gar nicht so aufgefallen, auf was du so alles achtest.“
„Tja ich interessiere mich eben für mein Umfeld, aber ist dir das echt nie aufgefallen?
„Na ja, etwas schon aber-.“
„Aber es hat dich nicht interessiert.“ Beendete ich für sie und sah sie vorwurfsvoll an.
„Was denn? Ich achte zwar nicht auf so etwas, dafür habe ich andere Stärken.“
„Zum Beispiel?“
„ Ich, bin sehr... schlagkräftig.“
„Ja das stimmt“ sagte ich lachend und Shiela stimmte mit ein.
„Hey was gibt es denn hier zu lachen?“ fragte Jeanne die gerade aufwachte.
„Na gut geschlafen?“ fragte Shiela
„Ja, aber wieso habt ihr mich nicht geweckt, ich dachte wir wollten wo anders hingehen.“
„Nun ja, wir wollten das du erst mal ein bisschen ruhe hast und außerdem finden wir, dass wir besser nachts suchen sollten.“
„Wieso?“
„Nun wir wurden vor ein paar Stunden von so ein paar Jungs doof angemacht und als wir zurück gelaufen sind wurden wir nur scheiße angeguckt, deshalb.“ Erklärte ich.
„Also warten wir jetzt bis es dunkel wird, ja?“ fragte Jeanne etwas genervt.
„Ja, aber es dauert ja nicht mehr so lange, immerhin haben wir herbst, da ist es schnell dunkel.“ antwortete Shiela.
Es wurde wirklich schnell dunkel, wir mussten nicht einmal eine Stunde warten, was mir sorgen bereitete war die Kälte in der Nacht.





Nun machten wir uns auf dem Weg einen etwas guten Schlafplatz zu finden.
Wir liefen ein paar Blöcke weiter und schauten überall mal rein, aber entweder war alles besetzt oder es war noch schlimmer als alles was man sich vorstellen konnte.
„Ich glaube wir finden nie etwa“ nörgelte Jeanne die schon seit einer Stunde nicht mehr laufen konnte.
„Hör auf zu nörgeln, ich beklage mich ja auch nicht.“ Fauchte Shiela die langsam schlechte Laune bekam.
„Jetzt kloppt euch nicht, dafür ist jetzt keine Zeit.“ mischte ich mich ein und beendete die kleine Auseinandersetzung.
„Lass uns da mal reingucken.“ unser blick viel auf eine kleine Seitengasse.
Wir gingen ein Stück hinein.
„Ist gar nicht so schlecht, immerhin besser als die anderen Ecken.“ bemerkte Shiela zufrieden so als ob schon beschlossen sei, dass wir dort bleiben würden.
„Ich will lieber wieder nach Hause.“ Sagte Jeanne traurig und bekam schon wieder Tränen in den Augen.
„Da können wir aber nicht mehr hin, dass weißt du doch.“ Schnaubte Shiela etwas herzlos.
„Wir werden schon etwas gutes finden, mach dir keine Sorgen Jeanne.“ Versuchte ich sie zu trösten.
„Ja wir bleiben hier!“ sagte Shiela entschlossen.

„Seid ihr euch da so sicher?“ fragte eine dunkle Stimme
„Wer ist da? Wo bist du?“ fragte Shiela und wir drei schauten uns um.
Plötzlich kam jemand vom Dach gesprungen.
Es war ein Mädchen mit langen dunklen und total zerzausten Haaren.
Sie trug eine zerrissene und verdreckte Hose und ein Braunes ausgewaschenes T- shirt. Sie war vielleicht drei oder vier Jahre älter als ich gewesen.
„Wer bist du?“ fragte Shiela erneut und das Mädchen antwortete mit wirren Blick :„ Mein Name ist Jasmin und ihr habt hier nichts verloren, dass hier ist mein Gebiet und euch will ich hier nicht haben, also verschwindet, bevor ich sauer werde.“
Ihre Stimme war dunkel und gruselig, aber Shiela fauchte zurück.
„Wieso dürfen wir hier nicht sein, gehört diese Gasse vielleicht dir, wo steht dein Name Jasmin?“

„Überlege dir gut was du sagst, kleine, du könntest es bereuen.“ Kaum hatte Jasmin ausgesprochen traten aus dem Schatten der Mauer fünf weitere Personen die sich hinter Jasmin aufstellten.
„Macht das ihr hier weg kommt, oder wollt ihr euer Leben aufs Spiel setzen.?“
Jasmin grinste höhnisch.
„Komm Shiela wir gehen.“ Sagte ich leise zu ihr, weil ich in ihrem Blick sehen konnte das sie sich gerne mit denen angelegt hätte.
„Warum, die ist doch nur mit ihrer Truppe stark.“
„Shiela komm jetzt!“
Ich zog sie langsam weg und wir verließen das Territorium von Jasmin und ihrer Leuten.
„Diese dumme Ziege, was bildet die sich überhaupt ein? Wenn sie alleine gewesen wäre, dann hätte sie sich warm anziehen können.“ Wetterte Shiela und ließ sich nicht beruhigen, bis Jeanne dann ihre Stimme ertönen ließ.
„Wie wäre es denn mit dieser Gasse, die sieh gut aus.“ Wieder richteten wir unsere Blicke auf eine Gasse die , wie sich schnell rausstellte, sogar besser war als die andere.
„Also ich bin der Meinung wir sollten hier bleiben, was meint ihr?“
„Na ja ist ganz okay, oder Shiela?“

„Ja, hoffentlich kommt hier nicht auch noch einer der uns wieder verscheucht.“
Damit war es beschlossen.
Unser neues Zuhause war eine kleine unauffällige Seitengasse zwischen einem Blumenladen und einem Leer stehendem Haus. Es gab noch viele weitere Häuser. Einige Wohnhäuser, Klamottengeschäfte und sogar eine Pizzabude. Die war für uns aber eher eine Qual, weil aus ihr der wunderbare Geruch der Pizza kam, wir aber keine Möglichkeit hatten eine Pizza zu bekommen.
„Lasst uns schlafen gehen.“ Schlug ich vor und wir drei versuchten einzuschlafen.

Am nächsten morgen wussten wir erst gar nicht wo wir waren, doch dann viel es uns wieder ein, was Jeanne wieder sehr traurig machte. Shiela und ich versuchten irgendwo etwas zu Essen zu finden, leider ohne erfolg. Wir versuchten etwas zu klauen, doch wurden erwischt. Sie riefen nicht die Polizei, sondern schlugen uns ein oder zwei mal und ließen uns wieder laufen.

„Boa scheiße tut das weh.“ Sagte Shiela als sie über ihre rot, angeschwollene Wange fühlte.
„Ja das sieht echt schlimm aus.“
„Na ja, du siehst auch nicht besser aus Emilie.“
Ich schaute kurz auf meine Hand. Als ich erwischt wurde hat mir ein Mann mit seinem Spazierstock auf die Hand gehauen, bis sie blau war.
„Es tut gar nicht mehr soooo doll weh, ist ja auch schon 2 Stunden her.“
„Na wenn du meinst, schrecklich sehen wir trotzdem aus.“
„Lass uns lieber wieder zurück gehen es wird schon dunkel.“ Schlug ich vor, doch Shiela hatte eine Idee.
„Wie wäre es wenn wir es in der Nacht versuchen würden.?“
„Was stehlen?“ fragte ich ungläubisch und fügte hinzu :„ In der Nacht hat aber kein Geschäft mehr auf.“
„Och, bist du so hohl oder was? Doch nicht in die Geschäfte sondern in die Häuser.“
„Ja klar und dann werden wir erwischt und kommen dahin wo alle Mädchen hinkommen.“
„Was meinst du damit?“ fragte Shiela nun und sah mich verwundert an.
„Du weist doch genauso gut wie ich das es hier so gut wie keine Mädchen mehr gibt. Denk heute mal zurück wie viele Mädchen hast du heute schon gesehen?“
Sie überlegte kurz doch ich gab ihr keine Zeit um zu antworten.
„Bestimmt nicht viele, vielleicht ein oder zwei und sonst wurden wir auch nicht so behandelt wie heute, alle sehen uns mit diesem verachtenden Blick an und keiner will uns helfen. Das ist doch nicht normal.“
Shiela schaute mich mit großen Augen an, es war das erste mal das sie mich so gesehen hatte. Ich war so sauer aber auch verzweifelt und voller Angst.
„Okay... wir sollten doch besser machen das wir nach Hause kommen, du bist ja vollkommen fertig mit deinen Nerven.“
„Entschuldige. Ich weis auch nicht was mit mir los ist.“
Wir machten uns auf den Weg nach “Hause“.
Nach etwa zehn Minuten waren wir fast dort, doch als wir gerade um die nächste Ecke biegen wollten sahen wir etwas was uns erschütterte.






„Nein, nein bitte ich will nicht.“ Schrie eine Frauenstimme und wir stoppten sofort
„Was war das?“
„Keine Ahnung.“ Antwortete ich Shiela und wagte mit ihr einen Blick um die Ecke.

Das erste was uns in den Blick viel war ein riesiger schwarzer Laster, aber dann viel er auf zwei Männer in schwarzen Kutten und Skinheads die drei Mädchen in den Laster zehrten.
Neben den einen Mann stand noch ein kleinerer Junge, ebenfalls in einer Kutte gehüllt.
„Lasst mich los.“ Schrie eines der Mädchen, doch kurz darauf wurde sie von einem der Männer niedergeschlagen.

„Nun die wird einige zeit brauchen bis sie wieder zu sich kommt.“ Sagte derjenige, der sie auch zu Boden geschlagen hatte.
Er war sehr groß und hatte eine dunkle Stimme, sein Gesicht wurde leider von einer Kapuze bedeckt, genau wie bei den anderem. Der kleine Junge hatte seine Kapuze allerdings nicht auf. Er hatte weiche und geschmeidige Gesichtszüge und hatte helle, blaue Augen.
Ich war mir nicht ganz sicher ob er blaue oder graue Haare hatte aber es sah eher aus wie blau. Gefährlich machten ihn nur die Kutte und dieser harte kaltherzige Blick.

„Oh... mein...Gott. Was... ?“ es verschlug mir die Sprache, auch Shiela brachte kein Wort heraus.
Sie war zu geschockt um zu sprechen.
„Man, musst du immer gleich so hart sein, Marluxia.“ Sagte der andere genervt und ging an ihm vorbei zum Laster.
„Wieso nicht, der Kleine soll immerhin lernen eine Frau richtig zu behandeln.“ Sein blick viel auf den Jungen der ihn etwas geschockt ansah.
„Nun weißt du wie man ein Mädchen behandelt, nicht war Kleiner.
Er nickte nur stumm und ging mit zurück zum Laster, der mit quietschenden Reifen davon fuhr.
Shiela und ich standen immer noch geschockt da. Einen Moment dachte ich der kleine Junge
hatte uns gesehen, doch dann kam mir ein anderer Gedanke durch den Kopf geschossen.
Jeanne.
Was ist wenn sie Jeanne hatten.





Wir rannten los.
Ich rannte so schnell ich konnte zurück nach “Hause“ und war total erleichtert
als ich Jeanne sah.
Sie saß wartend auf einer Mülltonne.
„Oh Gott sei dank es geht dir gut.“ Ich rannte zu ihr und umarmte sie stürmisch.
„Ähm... ja wieso nicht, ich war doch die ganze Zeit hier.“ Sagte sie verwundert und schaute Shiela dabei fragend an.
„Och sie ist so froh das dir nichts passiert ist weil, -.“ an dieser Stelle unterbrach ich Shiela.
„Ich hab mir nur sorgen um dich gemacht weil du so lange alleine warst.“
Shiela schaute mich an und wusste sofort das ich die Sache von eben Jeane nicht erzählen wollte und bekräftigte meine Lüge mit dem Satz :„ Ja ich glaube der Hunger macht sie ganz sentimental.“ Und lachte kurz verlegen.
„A...ja, schon klar.“ Sagte Jeanne ungläubisch, ging aber nicht weiter darauf ein.


„Hey was ist den mit deiner Wange Shiela und deiner Hand Emilie?“ stieß sie plötzlich aus als sie unsere Verletzungen bemerkte.
„Och das, dass ist nicht so schlimm.“ Beruhige sie Shiela und streichelte sich noch einmal über die Wange die inzwischen einen leichten blauton hatte.
„Bist du dir sicher, ich meine es sieht echt schrecklich aus und Emilies Hand, kannst du die überhaupt noch bewegen?“
„Na ja etwas, aber dann tut es tierisch weh.“ Gab ich zu und schaue mir meine hand an.
„Ihr seit mir auch zwei, habt ihr denn etwas zu essen gefunden?“
„Nein, heute Abend gibt es nichts zu essen, sorry.“ Entschuldigte ich mich, was Shiela wohl etwas unangebracht fand.
Ihrer Meinung nach hätte Jeanne auch mitmachen können, aber einer musste nun mal hier bleiben und aufpassen das keiner unsere Ecke besetzt. Auch hier hatte sie wieder Einwände gehabt. Jeanne wäre viel zu schwach um unseren Platz zu verteidigen erklärte sie mir, als wir schon unterwegs waren, doch irgendwann hatte sie sich wieder beruhigt. Nun war es eh egal gewesen, wir hatten nichts bekommen, fertig aus.
Ich schaute auf meine Uhr, das machte ich immer wenn ich von etwas ablenken wollte, es war zwar gerade erst dunkel geworden, doch es war schon 10 Uhr.
„Nun denn, wollen wir schlafen gehen?“ fragte ich die beiden die nur stumm nickten.
Wir packen uns auf unsere Pappkartons, und versuchten zu schlafen. Wie immer war Jeanne die erste die eingeschlafen war während ich und Shiela uns noch etwas unterhalteten.
„Wieso willst du nicht das Jeanne das mit dem Laster erfährt?“
„Na jetzt bist du aber die doofe von uns beiden Shiela. Überleg doch mal wir sind jetzt seit gerade mal 2 tagen ohne Haus und ohne Mutter. Jeanne war schon immer jemand der sich sehr an Menschen klammert. Sie will es nicht zeigen aber du siehst es an ihren Blicken, sie leidet extrem unter dieser Situation und wenn sie das mit dem Laster erfährt, wer weis wie sich das bei ihr auswirkt.“ Sagte ich mit traurigem unterton in der Stimme.
Eine zeit lang sagte keiner von uns etwas wir starrten verträumt in den klaren Sternenhimmel, aber irgendwann konnte Shiela ihre frage nicht mehr unterdrücken.
„Du Emilie?“
„Hmm...?“
„Sag mal... denkst du oft an Mama ???“
Ich richtete mich auf und schaute sie fragend an.
„Willst du darauf nicht antworten?“
„Nun... ich, ich... um ehrlich zu sein ich denke sehr oft an sie, wie sie uns in den Arm nimmt und uns die Haare kämmt und wie sie-.“
„Wie sie mich und Jeanne immer ermahnt hat uns nicht immer zu streiten.“ Unter brach mich Shiela und bekam einige Tränen in den Augen.
Ich sah sie an und einige Sekunden später nahm ich sie in den Arm.
„Hey, sei nicht traurig... wir, wir kriegen das schon irgendwie hin hörst du wir sind doch zu dritt.“ Versuchte ich sie zu trösten und unterdrückte meine eigenen Tränen.
Nach einiger Zeit schliefen wir beide ein, Shiela in meinen Arm.

In dieser Nacht träumte ich von dem Laster. Ich träumte, wie der Junge der uns sah uns verpfiffen hatte und wir auch in den Laster gebracht wurden. Weil Shiela sich gewehrt hatte schlug der eine Mann sie und zückte eine Pistole, doch bevor er sie erschießen konnte wachte ich vor schreck auf.
Im ersten Moment war ich verwirrt doch dann beruhigte ich mich langsam wieder und schlief wieder ein.


Kapitel 3: Nona


Am nächsten Morgen versuchten wir wieder irgendwo etwas zu essen zu finden, doch wieder ohne erfolg.
„Ich glaube ich sterbe gleich vor Hunger.“ Quengelte Jeanne während ihr Bauch laut knurrte.
„Oh man ich komme mir vor als hätte ich schon 3 Wochen nichts mehr gegessen.“ Stimmte Shiela mit ein.
„Ja so fühle ich mich auch und der leckere Duft aus der Pizzabude macht es noch schlimmer.“
Sagte ich und atmete den leckeren Pizzageruch ein der mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ.
„Ja ich weis was du meinst, geht es dir nicht genauso Jeanne?“
„Jeanne?“. Wir blickten uns um, doch Jeanne war nicht mehr da.
„Wo ist Jeanne hin?“ fragte ich aufgeregt.
Shiela tippte mir auf die Schulter und zeigte auf das Pizzarestaurant auf der anderen Straßenseite. Da lief Jeanne gerade durch die Tür des Restaurants.
„Ist die denn Total wahnsinnig!!!“ schrie ich laut auf und ich und Shiela rannten zum Fenster des Restaurants. Wir lugten vorsichtig in den Laden.
Es war nicht viel los nur ein Man saß auf einer Bank ganz hinten im Laden und wartete auf seine Pizza.
Die alte Ladenbesitzerin ging um den Tresen herum und brachte den Mann seine Bestellung.
„Emily was hat Jeanne vor?“
„Keine Ahnung.“
Jeanne saß unter einen Tisch sodass die alte Frau und der Mann sie nicht entdecken konnte.
Als die Frau in die Küche verschwand schleichet Jeanne sich zum Tresen.
„Was will sie nur?“
„Woher soll ich das wissen.“
Jeanne schlich von einem Tisch zum nächsten und kam dem Tresen immer näher, bis sie fast von dem Mann entdeckt wurde.
Nun kommt die alte Frau wieder nach vorne und räumt den Teller des Mannes weg, dieser legt das Geld auf den Tisch und macht sich zum gehen bereit.
„ Komm wir müssen hier weg!“
„Aber was ist mit Jeanne?“
„Wir kommen ja gleich wieder, nun komm.“ Ich packte Shiela am Arm und zog sie hinter eine Mülltonne.
Nachdem der Mann den Laden verlassen hatte stürmten wir zurück zum Fenster, doch weder Jeanne noch die alte Frau waren zu sehen.
„Oh man wo ist Jeanne nur?“
„Ich halt das nicht mehr aus.“ Sagte Shiela und rannte in das Restaurant.
„Shiela bleib hier!“ rief ich ihr zu doch sie hörte nicht auf mich, also folgte ich ihr in den Laden.


„Jeanne? Jeanne!“ rief Shiela leise durch das Geschäft.
„Man bist du bescheuert hier einfach so reinzulaufen?“ patzte ich Shiela an als ich neben ihr stehen blieb.
„Was denn ich kann Jeanne hier nicht alleine lassen wer weis was ihr passiert.“
Das weis ich auch, aber was ist wenn wir jetzt auch noch geschnappt werde.“
In dem Moment kam Jeanne mit der alten Frau aus der Küche.
„Hey was macht ihr zwei den hier ich wollte euch gerade herholen.“ Begrüßte sie uns mit einen strahlen im Gesicht.
Shiela und ich standen total verwirrt da und blickten erst Jeanne , dann die alte Frau und dann wieder Jeanne an.
„Was habt ihr den? Nona ist echt voll nett.“
„Jeanne... warum bist du einfach weggegangen?“ fragte Shiela mit einen etwas sauer.
„Nun ich hatte doch solch einen Hunger und Nona war echt nett zu mir.“
Ich schaute die alte Frau kurz an. Sie sah wirklich freundlich aus aber trotzdem wollte ich ihr nicht so wirklich vertrauen.
„Ich hatte doch solchen Hunger, das ist keine Entschuldigung. Was wen die Alte nicht nett gewesen wäre? Was wäre dann passiert?“ schrie Shiela Jeanne an.
„Shiela schrei sie nicht so an, sie hat einen Fehler gemacht, aber immerhin ist nichts schlimmes passiert, dass nächste mal wird sie bestimmt besser aufpassen.“ Nachdem ich meinen Satz beendet hatte räusperte sich die alte Dame und wir schenkten ihr unsere Aufmerksamkeit.
„Nun ich schlage vor ihr drei Süßen setzt euch erst mal und ich machen euch dann etwas zu essen.
Ich und Shiela schauten sie skeptisch an, aber Jeanne schrie gleich :„ wir mögen am liebsten Salamipizza.“
„Jeanne!“
„Was denn ist doch so, oder nicht?“
Bevor ich wieder etwas sagen konnte unterbrach mich die alte Frau wieder.
“Nun dann setzt euch ich komme gleich wieder.“
Sie wendete sich ab und ging nach hinten in die Küche.
„Komm Emily lass uns machen das wir hier weg kommen.“ Sagte Shiela und machte sich schon auf den Weg zur Tür.
„Ja, komm Jeanne lass uns gehen.“
Hey! Wartet! Halt!“ Jeanne blockierte die Tür und sah uns scharf an.
„Jeanne was soll das geh zur Seite.“
„Nein Shiela ihr seid doch genauso hungrig wie ich, da haben wir mal jemanden der nett zu uns ist und ihr, ihr wollt einfach so wieder gehen, seid ihr wahnsinnig?“
Shiela und ich schauten uns an. Sie hatte recht die alte Dame war bis jetzt die einzige die nett zu uns war, aber trotzdem war uns die Sache nicht ganz geheuer.
„Nun bleib ihr mit mir hier?“ fragte Jeanne mit hoffenden Blick.
Als ich gerade antworten wollte das ich auf keinen fall hier bleiben würde knurrte mein Magen ungemein und ich änderte meine Meinung.
„Also gut, ich bleibe ich denke wir können ihr trauen, aber wenn wir fertig sind gehen wir sofort wieder ist das klar?“
„Klar. Was ist mit dir Shiela?“
„Glaubst du etwa ich will hier als einzigste hungern Jeanne, ich bleibe auch.“
Wir setzten uns an den Tisch und warteten.


Fünf Minuten später kam die Alte Frau wieder, mit einen Teller auf dem eine große Salamipizza lag.
Als sie die Platte auf den Tisch stellte zögerten wir eine Sekunde und starrten die Pizza mit großen Augen an, aber als die alte Frau sagt, wir sollen ordentlich reinhauen, fingen wir an die Pizza zu verschlingen.
Sie setzte sich ans Ende des Tisches und sah uns, anscheinend amüsiert, beim essen zu.
Als wir die Pizza fast aufgegessen hatten, fragte uns die alte Frau plötzlich:„ Sagt mal, wo kommt ihr drei eigentlich her?“
Wir hörten auf zu essen, die Pizza viel zurück auf den Teller, Shiela und ich sahen uns an, Jeanne hatte den Kopf gesenkt.
Sollten wir es ihr erzählen? Würde sie uns vertrauen? Würde sie uns verraten? Was wissen wir den schon von ihr? Gut, sie hat uns was zu essen gegeben, aber sonst, wissen wir nichts über sie? All diese Fragen tauschten ich und Shiela aus als wir uns ansahen.
„Wir... wir kommen von nirgendwo her, ich meine... wir haben kein Zuhause.“
antwortete Jeanne leise und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
Die Oma schaut uns verwirrt an und wartete auf eine Erklärung, doch Jeanne schwieg.
Ich atmete tief ein und begann zu erzähle:„ Nun also das war so wir- .“
„Emily!“ schrie Shiela entsetzt.
„Was denn? Jeanne hat die Bombe doch schon hochgelassen, da kann ich ihr ja wohl auch erklären warum wir kein Zuhause mehr haben.“ Antwortete ich Shiela die sich wieder setzte
Ich rutschte ein stück nach links damit die alte Dame sich auf die Bank setzen konnte und erzählte weiter.
Ich erzählte ihr wie wir einkaufen waren und das Mutter nicht mehr da war als wir zurückgekommen waren . Das wir am nächsten Tag aus unserem Zuhause vertrieben wurden und das wir seid dem in der kleinen Seitengasse auf der anderen Seite der Straße wohnen.
Eine Zeit lang herrschte stille.
Wir drei warteten gespannt was die alte Frau dazu sagt, doch diese starrte nur ungläubig von einer zur nächsten.
Noch einige Minuten vergingen. Eine eigenartige Stille lag im Raum.
„ Nun das ist... hart.“ Sagte sie während sie aufstand.
War das alles was sie dazu zu sagen hat? Fragte sich Shiela, still in Gedanken und schaute der alten Frau nach wie sie hinter die Theke ging.
„Nun werden sie jetzt die Polizei rufen?“ fragte ich sie angespannt und presste die Lippen zusammen.
Sie antwortete nicht gleich sondern spülte einige Gläser ab.
„Werden sie es nun machen oder nicht?“
„Nein das werde ich nicht.“ Antwortete sie während sie die Gläser mit Cola füllte und anschließend auf ein Tablett stellte.
„Und was tun sie dann?“ fragte Shiela leise.
Nun drehte sie sich zu uns um und sah uns an.
„Also... ich bin hier ganz schön allein wisst ihr und ich könnte etwas Gesellschaft vertragen.“
„Wie... sie meinen wir sollen hier bleiben?“ fragte Shiela verblüfft. Wir hatten mit allen gerechnet, aber damit.
„Ich sehe das so, ihr lebt auf der Straße, ich bin allein und ein paar helfende Hände beim Pizzabacken kann doch nicht schaden, oder?“ dann fügte sie noch hinzu:„ Also ich lasse euch jetzt kurz alleine, wenn ihr euch entscheiden habt sagt mir bescheid.“ Damit verschwand sie nach hinten in die Küche.



Hatte sie das gerade wirklich gesagt? Sie wollte wirklich das wir bei ihr bleiben. Meinte sie es ernst? Konnten wir ihr vertrauen?
Total verwirrt saßen wir da.
Eine Zeit lang herrschte eine angespannte Stille, keine von uns wagte etwas zu sagen.
Mich und Jeanne hatte es voll umgehauen, ebenso wie Jeanne, sie wusste zwar, dass die Alte eine nette Frau war, aber so nett, dass hätte selbst sie nicht gedacht.
„Nun...was sagt ihr?“ fragte Shiela und schaute von einer zur anderen.
„Also... ich finde wir... wir sollten... ich weis auch nicht, was meinst du denn dazu Emilie.“
Ich schwieg.
Mir flogen Tausende von Gedanken durch den Kopf. Was passiert wenn wir ihr vertrauen, wird sie es missbrauchen, oder wird sie uns wirklich bei sich behalten.
Doch dann antwortete ich.
„Nun... ich denke wir sollten... hier bei ihr bleiben.“
Beide schauten mich geschockt an. Shiela hätte ihr Leben darauf verwettet das ich mich anders entscheiden würde, ebenso wie Jeanne.
„Bist du dir da ganz sicher?“ hackte Shiela nach, doch ich blieb bei meiner Meinung.
„Ja ich meine was bleibt uns anderes übrig, wir halten es nicht auf der Straße aus, dort
würden wir sterben, und hier... hier hätten wir immerhin jemanden der... für uns sorgt.“
Beide sagten kein Wort.
Keiner sagte etwas, alles war still.
Einmal luckte die Alte Dame herein doch verschwand gleich wieder in der Küche.
„Nun, also... wenn Emilie auch dafür ist hier zu bleiben dann denke ich wird das schon das richtige sein.“ Bemerkte Shiela und fügte schnell hinzu:„ Ich meine Jeanne ist doch eh dafür das wir hier bleiben und du auch also ist meine Stimme doch eh nichts mehr wert.

„Na habt ihr drei euch entschieden?“ fragte die Frau neugierig als sie wieder zu uns kam.
Sie schaute uns mit einem strahlendem Lächeln an, natürlich hatte sie uns belauscht,
... war doch klar.
Jeanne sprang der alten Dame entgegen.
„Wir bleiben bei dir Nona, sogar Emilie hat ja gesagt.“ Sagte sie und zeigte mit dem Finger auf mich.
Die Frau schaute mich an, erst irgendwie komisch, doch dann begann sie zu lächeln.
„Nun gut also wenn ihr bleiben wollt, dann last uns darauf anstoßen.“
Sie ging zum Tresen und holte 4 Gläser die bis zum Rand mit Cola gefüllt waren.
Wir nahmen uns jeder eines, stoßten mit der Dame an und tranken.
„Ach ja, bitte nennt mich nicht immer alte Dame, das mag ich nicht, ich heiße Nonna, einfach nur Nonna.“

Wir saßen noch ein, zwei Stunden mit ihr an dem Tisch und redeten.
Wir erzählten ihr etwas über uns und sie, weihte uns in ihr Leben ein.
Ihr voller Name war Nona Abatti.
Sei ist mit ihren Eltern zusammen aus Russland hierher gekommen als sie 18 war.
Ihre Eltern leiteten diese Pizzabude und sie übernahm diese nachdem ihre Eltern gestorben waren mit ihren Mann.
Ihr Mann hieß Roberto, er war Zimmermann und starb im alter von 67 Jahren.
Nonna selbst ist jetzt 65 Jahre alt.
Irgendwann, mitten im Gespräch, stand Nonna auf und sagte:„ Nun es ist schon fast halb sieben, es wird zeit das wir eure Betten fertig machen.“

„R.. richtige Betten?“ fragte Jeanne ungläubisch, als ob sie das letzte mal vor 50 Jahren in einem geschlafen hätte.
„Ja natürlich, oder glaubt ihr etwa ihr schlaft hier auf dem Fußboden?“ fragte Nona verwundert ging aber nicht weiter darauf ein.
Sie führte uns durch die Küche in einen Kleinen Flur und hielt vor einer Tür.
„So da wären wir, hier werdet ihr schlafen meine lieben.“ Sie öffnete die Tür und wir gingen ins Zimmer, es war nicht das größte Zimmer doch zu klein war es auch nicht man konnte sich gut darin bewegen.
„Nun es tut mir ja leid aber ihr drei müsst in einem Zimmer schlafen, so groß ist meine Wohnung ja auch nicht.“ Entschuldigte sie sich.
„ Das macht nichts, wir schlafen eh immer zusammen in einem Zimmer.“ Antwortete Jeanne und sprang auf das einzigste Bett im Raum.
„Aber , wir müssen doch nicht u dritt in einem Bett schlafen, oder?“ fragte Shiela unsicher.
Die alte Frau lachte leise :„ Nein, nein keine Sorge ich habe im Keller noch 2 Matratzen liegen die hohlen wir jetzt hoch, also Mädels, kommt und helft mir.“
Jeanne stand vom Bett auf und zu viert machten wir uns auf dem weg zum Keller.
Nach einer Halben stunde hatten wir dann die wie Matratzen aus dem Keller gezogen und ins Zimmer verfrachtet. Dort starteten Jeanne, Shiela und ich einen kläglichen versuch die Betten alleine zu beziehen, doch Nona hat uns zum Schluss noch geholfen und innerhalb einer stunde war alles fertig. Erschöpft ließen wir uns in unsere Beten fallen, Jeanne hatte das richtige Bett an der Linken Mauer des Zimmers, Shiela schlief auf der anderen Seite und ich an der Wand zwischen den beiden.
„Na also ist doch ganz hübsch und genug Platz zum gehen habt ich auch noch.“ Freute sich Nona und setzte sich neben mich aufs Bett.
„Nun das ist wahr, nur die Wände, da müsste noch Farbe ran.“ Sagte Shiela frei heraus.
„ja das finde ich auch.“ Stimmte Jeanne zu und schaute Nona erwartungsvoll an.
Sei lächelte und nickte ihr zu. „Nun wenn ihr meint kann ich morgen Farbe kaufen gehen.“
„Ja, wirklich. Am liebsten hätte ich rot.“ Sagte Shiela voller Begeisterung.
„Ich fände orange oder blau nicht schlecht.“ Meinte ich.
Nun sagte auch Jeanne ihre Meinung :„ Also, ich will pink!“
„Nein Jeanne!“ schrieen Shiela und ich gleichzeitig.
„Warum denn nicht?“
„Weil pink hässlich ist, darum.“
„Das stimmt nicht Shiela pink ist eine schöne Farbe nur weil du sie nicht magst.“§
„Och was weist du schon von Farben, du hast doch gar kein Geschmack.“ Geiferte Shiela böse zurück, doch jetzt setze Nona ein :„ Ruhhhhhhhhe!“
Sofort verstummt alles.
„Ich mache euch einen Vorschlag, jeder darf seine wand streichen wie er will, einverstanden?“
Wir nickten stumm.
„Gut also, es ist nun halb neun und wir müssen mogen früh aufstehen also schlage ich vor das wir jetzt ins bet gehen, gute nacht.“ Sagte Nona, nahm uns in den Arm, ging zur Tür, löschte das Licht und schloss leise die Tür.
Auch wenn wir noch so aufgeregt waren, schliefen wir schnell ein und wurden auch, leider, schnell wieder wach.
„Aufstehen, es ist schon halb vier meine lieben, allerhöchste zeit.“ Schrie Nona ins Zimer, während sie das Licht anknipste.
Shiela war noch gar nicht wach geworden und drehte sich schlafend um, Jeanne zog sich die Decke über den Kopf und stöhnte leise :„ Jetzt schon? Ist doch noch mitten in der Nacht.“
Ich selbst lag wach im Bett, starrt auf dem Wecker, der 4:32 Uhr anzeigte und dachte nur, geht das jetz etwa jeden Morgen so?

Verschlafen stand ich auf, nachdem Nona zum zweiten mal ins Zimmer kam, setzte mich an Shielas Bett und weckte sie auf. Verschlafen schaute sie mich an du drehte mir fast den Kopf um als sie auf die Uhr sah. Wier gingen ins Badezimmer, machten uns fertig und gingen anschließend in die Küche zu Nona, die schon fleißig am Teichkneten war.
„Na da seit ihr ja endlich“ freute sie sich und lächelte.
„also dann fangen wir mal an euch zu zeigen was ihr hier machen werdet.“
Wir gingen mit ihr zusammen zur Kaffeemaschine, die auf dem ersten Blick monströs aussah.
Nona zeigte uns wie man Kaffee kocht und die Pizza belegt, den Pizzateig drehen durften wir noch nicht.
Um halb fünf kam der erste Kunde herein.
„Hallo Jon, wie geht es dir heute morgen?“ begrüßte Nona ihn und stellte dem Mann eine Tasse Kaffee hin.
„Ach ja, das leben ist anstrengend, jeden morgen um halb drei aufstehen und dann noch nicht mal ne gute Bezahlung zu erwarten.“ Seufzte der Mann und trank einen schluck Kaffee.
Er war wohl Mitte 30, ca. 1,87 m groß und hatte einen drei tage Bart im Gesicht, braune Augen und einen kahlen Kopf.
„Und was gibt es bei d so neues Nona?“ fragte er, während er in ein pappiges Brötchen mit Salami biss.
„Och gestern ist eine Menge passiert, drüben im Klamottengeschäft gab es einen Einbruch, gegen drei Uhr eine Massenschlägerei und ich habe drei neue “Mitarbeiterrinnen“ getroffen.
Neugierig stellte Jon die leere Kaffeetasse ab.
„Gleich drei auf einmal? Letzte Woche hattest du Probleme überhaupt jemanden zu finden. Wer ist es denn? Kenne ich sie? Stell sie mir doch mal vor.“
„Gern wenn du willst.“ Nona nahm die Kaffeetasse und füllte sie neu auf.
„Kommt bitte mal her meine Süßen, da ist jemand der euch kennen lernen möchte.
Jon lacht auf :„ Meine Süßen? Hast du die drei etwa adoptiert?“
Nona lachte ebenfalls und antwortete :„ Nun noch nicht, aber vielleicht tue ich es noch.“
Jon schaute sie verdutzt an und sagte nichts mehr.
Als Jeanne, Shiela und ich nach vorne kamen machte er große Augen.
„Oh, d... das sind deine neuen Mitarbeiterinnen, na da hast du dir ja was angelacht meine Liebe.“ Sagte er heiter und fügte hinzu :„ Aber das mit der Pizza müssen sie wohl noch üben.“ Dann lachte er laut auf.
Nona schaute uns an und lachte ebenfalls auf.
Wir waren von oben bis unten voller Mehl, auf Jeannes Kopf waren noch Reste von einem Ei zu finden, bei mir und Shiela am Pullover und der Hose.
„Was habt ihr den angestellt?“ fragte Nona die sich vor lachen kaum einkriegte.
„Nun wir kamen nicht an die Salami im Kühlschrank also hab ich mich auf eine Kiste gestellt und am dem Mehlsack festgehalten, dann bin ich auf einmal ausgerutscht, der Sack ist auf den Boden gefallen und der Karton Eier aus dem Kühlschrank gleich hinterher.“ Erklärte Jeanne während sie sich selbst betrachtete.
„Warum haben die anderen beiden nicht die Salami aus dem Kühlschrank geholt? Die sind doch viel größer als du.“ Fragt Jon, der sich ebenso wie Nona wieder beruhigt hatte.
„Jeanne wollte es ja unbedingt selber machen. „ sagte Shiela mit einem huch von Vorwurf in der Stimme.
„Nun es ist ja auch nicht so schlimm, ihr nehmt euch eben schnell ein Besen und wischt die Eier und das Mehl weg, dann ist alles wieder gut.“ Sagte Nona und hielt uns einen Bsen und einen Eimer entgegen. Wir drei gingen wieder nach hinten und beseitigten unser kleines Missgeschick, während Jon seine zweite Tasse Kaffe trank, seine Pizza verschlang und sich verabschiedete.


Es war nun halb eins. Nona schloss den Laden und ging, wie angekündigt, unsere Farbe kaufen, doch aus irgendeinem Grund wollte sie nicht das wir mitkommen.
Wir saßen in unserem Zimmer und unterhalteten uns ein wenig.
„ Ich wäre so gerne mitgefahren und mir meine Farbe selbst ausgesucht.“ Schmollte Jeanne während sie mit dem Kopf aus dem Bett ragte und uns über Kopf ansah.
„Nona wird schon die richtige Farbe kaufen, keine sorge“ beruhigte ich sie ohne den Blick von meinem Buch zu nehmen.
„Jupp, Emilie hat recht, vertrau auf Nona, sie weis was sie tut.“ Bekräftigte mich Shiela die ihren blick ebenfalls nicht hob, sie sah aber nicht etwa in ein Buch, an so etwas würde sie nie denken, sie sah auf den kleinen Monitor von Nonas Game Boy, den sie irgendwo in einer Schublade gefunden hatte.
„Also das ihr so über Nona denkt hätte ich ja nie gedacht, vor allem nicht von dir, Shiela.!
Sagte Jeanne vorsichtig.
Ich ließ von meinem Buch ab.
„Wieso das?“
„Na ja ihr zwei seit doch eher so.. na ja wie nennt man das, irgendwas mit m... .“
„Mistrauisch.“
„Ja genau mistrauisch das war es, danke Shiela, ihr zwei seit doch immer so mistrauisch.“
Ich wusste nicht recht was ich ihr antworten sollte, da ich noch nie der Typ war der seine Gefühle offen präsentiert, zumindest zu dem Zeitpunkt nicht.
„Also... ich dachte zuerst daran das es hier sowieso besser wäre als auf der Straße und dann dachte ich.. das Nona nicht böse ist, also muss sie ja nett sein, oder?“
Jeanne schaute mich etwas irritiert an, verstand nicht so wirklich was ich damit sagen wollte.
„Nun ich dachte einfach so, wenn Emilie ihr vertraut muss sie ja in Ordnung sein.“ Erklärte Shiela und drehte sich auf den Rücken, wieder ohne vom Bildschirm abzusehen.
„Sag mal bist du schon süchtig oder was, kannst du uns auch mal ansehen wenn du mit uns redest?“ fragte ich sie etwas schroff weil mich dieses Gedudel schon die ganze Zeit nervte.
„Nö, kann ich nicht.“ Antwortete sie frech und sagte nichts weiter.
Als ich ihr gerade den Game Boy aus der Hand reißen wollte, ließ Nona laut verlauten, dass sie zurückgekehrt war.
Wir rannten aus unserem Zimmer.
Da stand Nona, vollbepackt und schnaubend wie ein Packesel mitten in der Küche.
„Warte Nona wir helfen dir.“ Sagte ich und nahm ihr einige dinge ab.
Als wir alles in unser Zimmer gebracht hatten strahlten wir drei übers ganze Gesicht. Es waren genau die Farben die wir uns vorgestellt hatten.
„Nona streichen wir heute schon?“ fragte Jeanne aufgeregt während sie ihren Eimer mit pinker Farbe betrachtete.
„Nun wollen wir nicht bis morgen damit warten, da ist Sonntag, und das Geschäft ist geschlossen.“
„Hm... also einen tag kann ich schon noch warten.“
Sehr schön also morgen.“ Weiderholte Nona und schaute auf die Uhr.
„Ach du schreck es ist ja schon wieder 3, allerhöchste zeit das ich wieder öffne.“
Nona eilte zur Tür des Restaurants und drehte das Schild wieder rum.
Den ganzen Tag über kamen nur wenige Besucher, Jungen die Pizza zum Mittagessen hohlen sollten, ein Mann, und Jon kam auf seiner Rücktour noch einmal reingeschneit.
Jeanne, Shiela und ich waren schon hinten und machten uns Bett fertig, während Nona noch auf einen “Gast“ wartete.
Wir drei waren gerade dabei Nona gute Nacht zusagen, Shiela war schon im Zimmer
Verschwunden und Jeanne war gerade dabei Nona zu umarmen als plötzlich die Tür aufknallte und ein Mann in einer schwarzen Kutte herein kam.
„Nona wer ist das?“ fragte Jeanne ängstlich und klammerte sich an sie.
„Ihr brauchst keine Angst haben, mein Schatz, geht nur ins Bett, ich komme gleich nach.“ beruhigte Nona uns und Jeanne rannte ins Zimmer.
„Emilie geh schon.“
Ich wollte nicht gehen, ich wusste nicht wieso, aber ich fühlte das dieser Mann nichts gutes mit sich bringt.

„Sag Alte, glaubst du wirklich das du noch genug Kraft aufbringe kannst um dich um diese kleinen Mädchen zu kümmern?“ fragte der Fremde und zog seine Kapuze nach hinten weg.
Er war ein sehr großer und kräftig gebauter Mann, doch sein Gesicht verursachte wohl jeden eine Gänsehaut.
Was einem von weiten ins Auge sprang, waren seine blauen haare, von der nähe aus viel der Blick eher auf die X Narbe die sich über die Nase und zwischen den Augen erstreckte, dann waren da noch seine gelben Augen und wenn er lächelte blitzten 2 spitze Eckzähne hervor, man könnte denken er sei ein Vampir.
„Ich wüsste nicht was sie das angeht.“ Fauchte Nona und stellte sich schützend vor mich.
„Nana, pass besser auf was du sagst Alte.“ Er trat einige Schritte vor und sah mich komisch an.
„Sag Alte, wie alt ist die Kleine?“
„Auch das geht sie nichts an.“ Nona sah ihn Böse an und zog mich hinter den Tresen.
In dem Moment kam ein weiterer “Gast“.
Es war dieser Junge, der kleine Junge von damals.
Der kleine Junge der beim Lastwagen.
„Saix, ich soll dir sagen das du dich beeilen sollst, wir haben heute noch viel zu tun.“
Der Junge hatte einerseits eine weiche und ruhige Stimme doch er hatte auch einen Unterton, der einem eine Gänsehaut bereitete.
Zuerst bemerkte er mich gar nicht, aber dann schaute er mich an.
Er schaute mir tief in die Augen.
Auf einmal überkam mich eine eisige Kälte, ich hatte das Gefühl mich nicht mehr bewegen zu können und war gezwungen ihn in die Augen zu sehen.
Er wandte seinen Blick ab und schaute Saix fragend an.
Dieser grinste.
„Nein Zexion, sie ist noch nicht soweit.“
„Emilie mach das du nach hinten kommst aber plötzlich.“
Flüsterte Nona mir zu und schubste mich in Richtung Gang.
Ich schaute noch einmal zu den beiden in schwarz und überlegte, da zu bleiben, aber dann tat ich doch was Nona sagte.

„ Ich will dich nicht lange stören also gib mir warum ich hier bin und ich verschwinde.“ Sagte Saix und schaute Nona wartend an.
Nona zögerte einen kleinen Moment, aber dann öffnete sie die Kasse und holte einen Batzen Geld aus der Kasse und hielt es dem Mann hin.
„1.500?“ fragte er unglaubwürdig.
„1.500.“ bestätigte Nona und die beiden Störenfriede ging zur Tür, aber bevor sie verschwanden stieß Saix noch eine kleine Drohung aus.
„Solltest du dich rein zufällig verzählt haben, dann wirst du es bereuen und die Kleinen ebenso.“
Damit verschwanden sie in die Tiefe der Nacht.

Erleichtert atmete Nona ein und schloss die Tür des Restaurants.
Während sie noch im Restaurant war, gab es bei uns im Zimmer eine heftige Diskussion über denn unheimlichen Mann , doch als Nona die Tür öffnete verstummte das Gespräch und unsere Augen richteten sich auf sie.
„Nanu.. ich dachte ihr schläft schon lange.“ Sagte sie und trat ein.
Jeanne, Shiela und ich legten uns jeder in unsere Betten und warteten gespannt was Nona sagen würde, doch die einzigen Worte waren Gute Nacht und schlaft schön.
Nona wollte gerade das Zimmer verlassen, doch Jeanne konnte ihre Neugier nicht mehr unterdrücken.
„Nona, wer war dieser komische Mann eben.?“
Nona dreht sich um und schaltete noch einmal das Licht an.
Eine Weile zögerte sie, antwortete aber schließlich doch.
„Nun... Geschäftsleute müssen eine Steuer für ihr Geschäft bezahlen und dieser Mann hat sie abgeholt.“
Dann löschte sie das Licht wieder uns schloss die Tür von außen.


... Ich saß immer noch vor dem Fenster und schaute in die Nacht, die Sterne wurden von den grauen Wolken bedeckt und es regnete in Strömen.
Man sah nichts mehr außer einen Schleier von Tropfen, es kam mir so vor als ob der Himmel mit mir weinen würde.
Das stellte ich mir oft vor, aber meistens beruhigt der Regen mich, ich bin dann ganz ruhig und tauche in die Welt der Träume ein, doch heute Abend war mir nicht danach mich wegzuträumen.
Ich schaute noch einmal zu den Mädchen.
Sie schlief inzwischen tief und fest, wälzte sich aber immer wieder hin und her, wahrscheinlich träumte sie gerade das, was er mit ihr angestellt hatte, sie tut mir so leid.
„ Ich frage mich, wie das alles nur anfangen konnte.“ Tönte es plötzlich aus der Stille und ich sah mich aufmerksam um.
Ein Mädchen saß gegenüber von mir ebenfalls am Fenster und schaute mich fragend an.
Ich erkannte sie.
Es war Samara.
Sie war die jenige, die uns am Anfang darüber aufgeklärt hat, was hier vorgeht.
Damals war sie mir etwas unheimlich, aber jetzt ist sie so was wie eine Freundin mit der man gut reden kann.
„Kannst du mir eine Antwort auf diese Frage geben?“
Ich schüttelte den Kopf und sah wieder nach draußen, sie tat das gleiche und sagte nichts mehr.


... Die Tage, Wochen und Monate die wir bei Nona verbrachten waren immer gleich.
Morgens früh aufstehen, fertig machen, Teig vorbereiten, Kunden bedienen, Abends den Laden wieder säubern und ab ins Bett. Am Anfang machten wir oft viel falsch, ständig viel etwas runter, ging etwas zu Bruch oder verschwand auf mysteriöser Weise. Aber nach vier Jahren ging alles wie geschmiert, abgesehen von dem aufstehen. Doch nach diesen vier wunderbaren Jahren beschloss das Schicksal das es vorbei sein sollte.

„Guten Morgen Jon Kaffee wie immer?“ begrüßte ich ihn, als er noch etwas müde in das Restaurant kam.
„guten Morgen Kleine, einen Kaffee wie immer.“ Stieß er aus und ließ sich auf einen der Tresenhocker nieder.
„Okay.“ Ich zog eine kleine Treppe unter dem Tresen hervor und klappte sie auf, damit ich überhaupt an die Kaffeemaschine ran kam.
„Guten Morgen Jon.“ Begrüßte Nona ihn als sie von hinten kam und ihn sah.
„Oh.. Moment Emilie ich mach das schon.“
Nona kam zu mir du nahm mir Jons Becher ab.
„Gut dann geh ich jetzt und zieh mich an.“
Sagte ich während ich mir mein gelb, grünes Nachhemd ansah.
Nona und Jon lachten während ich nach hinten ins Badezimmer verschwand.
Wie immer trank Jon 2 Tassen Kaffee, aß ein Brötchen mit Salami und verschwand wieder.
Bis zum Nachmittag kam niemand mehr in das Restaurant, wie schon so oft in den letzten Tagen.

Aus lauter Langeweile haben Shiela und ich beschlossen Jeanne mal wieder etwas aufs Korn zu nehmen indem wir ihr die Puppe klauten die Nona ihr vor einem Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte.



„Hey Shiela wirf her!“ Shiela warf die Puppe zu mir und Jeanne kam gleich hinterhergejagt.
„Ihr seid gemein gibt sie wieder her!“
„Hol sie dir doch.“ ich hielt die Puppe weit nach oben.
Jeanne versuchte hoch zu springen um die Puppe zu bekommen, kam aber nicht an weil sie viel zu klein war.
Als ich die Puppe gerade wieder nach Shiela werfen wollte nahm sie mir jemand plötzlich aus der Hand und auf Jeannes Gesicht machte sich ein langes Grinsen breit.
Ich schaute nach oben und entdeckte Nona mit einem nicht so freundlichen Gesichtsausdruck.
„Shiela, Emilie was hab ich euch gesagt?“
„Daaas... wir Jeanne nicht immer ärgern sollen.“ Antwortete ich und grinste verstohlen.
„Und was noch?“ fragte Nona mit scharfen Ton.
„Wir sollen sie nicht ärgern weil wir eine Familie sind wir sollen uns aufeinander achten und uns gegenseitig Respekt entgegenbringen.“ Sagten Shiela und ich mit monotonen Ton gleichzeitig.
Nona lächelte zufrieden und gab Jeanne ihre heiß geliebte Puppe zurück.
„Nun jetzt gibt es nur noch eines zu tun, Emilie Shiela entschuldigt euch bei eurer Schwester.“
„Tschuldige.“
„Ja tut mir leid, war nicht okay von uns.“
Nachdem Nona die kleine Auseinandersetzung beendet hatte, wurden ich und Shiela zum Einkaufen verdonnert.
Nona schrieb uns schnell einen Einkaufszettel und gab uns etwas Geld.
Sofort machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt, der nicht weit von unserem Haus entfernt war.
Während ich und Shiela nicht Zuhause waren, nahm das Unglück seinen lauf.
Gerade mal fünf Minuten nachdem wir gegangen waren fuhr ein schwarzer PKW zu uns.



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