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kooperative Geschichten

Melanie - [Thaurin] - Der Anfang

08.11.2008

1.FREUND UND FEIND

Leise rieselte der weiche Schnee vom Himmel, und wurde dann eins, mit der weiten Landschaft unter ihm. An einer Anhöhe, die zu einem Wald grenzte, stand jemand.
Dieser lies seinen Blick unruhig über die stille Weide schweifen, welche unter einer weißen Schneedecke verborgen lag.
Er sah nichts, nur die leicht eingetreten Fußstapfen eines Tieres.
Merkwürdig!
Tremok löste sich aus den Schatten der Bäume und lief weiter auf das Feld hinaus.
Er bückte sich und fuhr mit seinen groben Händen durch den sanften Schnee.
Wie durstig er war! Er hatte seit Tagen nichts getrunken, geschweige denn gegessen!
Der Schnee kam ihm gerade recht.
Er nahm eine Hand voll davon, und schob sie sich ihn seinen ausgetrockneten Mund.
Mit einem Mal fühlte er sich besser.
Die schwere Last, die seit Tagen auf seiner Schulter gelastet hatte, wurde kleiner.
Wie konnte er nur? Wieso hatte er den Auftrag seines Meisters so ohne Bedenken angenommen?
Das am Ende sein Tot warten würde, war ihm damals noch nicht bewusst gewesen.
Dabei wollte ich es ihm nur Recht machen!
Wütend richtete sich Tremok wieder auf, und lies seinen Blick abermals schweifen.
Das Schneegestöbe vor seinen Augen nahm ihm die Sicht.
Er konnte gerade mal drei Meter weit blicken.
Tatsächlich war das Schneien stärker geworden.
Tremok murrte, denn er würde sich wohl einen festen Unterstand suchen müssen, wenn er vom Schneesturm nicht überrascht werden wollte.
Da erklang auf einmal ein Geräusch, so plötzlich, das Tremok erschrocken auffuhr.
Was zum …?
Die nächste Sekunde bekam Tremok nicht mehr mit. Er wurde zur Seite gerissen, und etwas Schlug ihm auf den Kopf.
Dann war alles schwarz.

„Kess?“
Hannas Stimme verlor sich im lauten Tummeln der vielen Menschen, welche fröhlich auf ihren Ski-Schuhen standen, und sich unterhielten, oder ausmachten, welche Piste sie nun fahren wollten.
Sie sah sich um, doch nirgends war ihre Freundin zu sehen.
Da erinnerte sich Hanna wieder daran, was sie vor ihrem Aufbruch ausgemacht hatten.
„Wenn wir uns einmal verlieren, was ich nicht hoffe, dann treffen wir uns bei der am nächsten liegenden Gaststätte wieder.“
Hanna sah sich um.
Da entdeckte sie voller Freude das Wirtshaus „Zum Henker“ .
Rasch zog sie ihre Skier aus, stellte sie auf den „Skier-Parkplatz“ und machte sich auf den Weg zur Gaststätte. Es war wirklich sehr mühevoll mit Skischuhen durch die Gegend zu laufen, und da „Zum Henker“ auf einem kleinen Hügel lag, war der Weg noch anstrengender.
Nach kurzer Zeit war Hanna am Eingang angelangt. Sie betrat das Haus, und schaute sich um.
Auch hier herrschte reges Treiben, aber es war allemal nicht so schlimm wie auf der Piste.
Eine Hitzewelle schlug Hanna entgegen. Hier drin war es viel wärmer als draußen, und die Luftumstellung war unangenehm.
Sie schlurfte durch das Gebäude, und fand Kess.
Sie saß an der Theke und unterhielt sich mit jemandem.
Hanna kannte diesen Typen nicht. Wer war das?
Als sie sich ihrer Freundin näherte, konnte sie einen Teil des Gesprächs aufschnappen.
„…und deshalb machen wir jetzt hier zusammen Ferien.“
„Ah, Interessant.“
Als Kess ihre Freundin bemerkte, stoppte sie die Unterhaltung.
„Hanna! Wo bist du gewesen? Du warst auf einmal weg! Ich habe mir schon Sorgen gemacht.“
Sie fiel ihrer Freundin um den Hals und drehte sich dann zu ihrem Gesprächspartner um.
„Das ist Kai, er war so nett mir einen Platz zu reservieren und mich ein bisschen zu beruhigen, als ich völlig aus dem Häuschen war, weil wir uns verloren hatten.“
Hanna musterte ihn.
Er war ihr nicht sehr sympathisch, sah ungepflegt aus, und viel zu alt.
Um seinen Mund herum wuchs ein Bart, und auf seinem Kopf befand sich eine Wollmütze.
Was Hanna aber sofort aufgefallen war, waren seine Augenringe, die wie Schatten unter den Augen saßen.
„Hallo Kai. Ich bin Hanna. Und Kess wird mit mir auch schon wieder aufbrechen.“
Kess starrte sie ungläubig an. Doch als sie Hannas blick erhaschte, verstand sie.
Hanna wollte von dem Typen nichts wissen.
„Nagut. Also, wir gehen dann mal. Hat mich gefreut dich kennenzulernen Kai, und Danke nochmal!“
Mit einem Lächeln auf den Lippen verschwand Hanna mit Kess durch die Eingangstür, und als diese zugefallen war, bemerkten die beiden nicht mehr, wie Kai ihnen einen siegessicheren Blick hinterherwarf.

„Was hast du dir dabei gedacht? Er war doch viel zu alt für dich! Er hätte dein Vater sein können!“
Voller entsetzten starrte Hanna ihre Freundin an.
„Es war doch nichts dabei. Ich hätte sowieso auf dich warten müssen.“
Kess stapfte zu ihren Skiern und hob sie auf.
Das Hanna sich so aufregen musste!
Als wenn man sich heutzutage nicht mehr unterhalten durfte.
Als sie zu ihrer Freundin hinüber sah, merkte sie, dass diese ebenfalls nachdachte.
Seufzend nahm Kess ihre Skistecken auf, und lief zu Hanna.
„Das war doch nicht so gemeint!“
Hanna blickte auf. Das ausgerechnet Kess zu ihr kommen würde, und den Streit beenden wollte, hätte sie nicht gedacht. Normalerweise war sie immer die, die nachgeben musste.
Anscheinend war es Kess wichtig, dass dieses Missverständnis aus der Welt geschafft wird.
„Schon gut. Ich glaube, ich habe einfach überreagiert. Freunde?“
Hanna lächelte Kess an.
Und als sie sich in den Arm nahmen war alles wieder geregelt.
Fröhlich fuhren sie los, der Piste entgegen.
Kai kam aus der Wirtschaft heraus, und blickte ihnen grübelnd nach.


Nadia
Wow die Geschichten sind super!!!!!!!!!!!! Kompliment!