Constantin - Die Unbekannte07.04.2006
Ob sie wohl noch schläft? An einem Montagvormittag in den Ferien, kurz nach eins. Tief verträumt, über Blumenfelder tollend, mit dem Duft süßer Blüten in der Nase. Blüten, wie sie sie sonst in den Haaren trägt.
Der Himmel hat sich inzwischen zugezogen und gleich fallen wohl die ersten Regentropfen an die Fensterscheibe des kleinen Cafés. Doch der nahende Regenschauer stört mich nicht, immerhin ist es Anfang April und ich habe mich an Regen gewöhnt. Auch wenn die Leute draußen vor dem Fenster ihre Regenschirme herauskramen, sich auf den routinierten Akt des Aufklappens vorbereiten, habe ich keine Angst nasszuregnen.
Zusammen laufen wir über die Blumenwiese, es duftet, es regnet. Der Frühling duftet auch bei Regen. Hand in Hand laufen wir über die Wiese, springen zwischen den Blumen hin und her und finden so unseren Weg auf der Wiese.
Und doch bleibt alles in Gedanken. Die unbekannte, die mir gerade noch so nah war, wird wieder so fremd. Ihr Bild verschwimmt und auch der Duft ihrer Blume im Haar verschwindet wieder aus meinem Gedächtnis.
Mit einem letzen Schluck Wasser lasse ich auch die restlichen Gedanken verschwimmen und beende meine Mittagspause.
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