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kooperative Geschichten

Florian - Theodor (Fortsetzung folgt)

06.06.2009

Kapitel I

Lärm drang aus dem Wald. Das laute Rufen eines Mannes schreckte die Vögel aus und ein Schwarm zerstob in alle Himmelsrichtungen, während ein alter Baum unter bedächtigem Knarzen zu Boden fiel. Drei Männer sprangen rasch zur Seite als sich ihnen die mächtige Baumkrone näherte. Es war der erste Baum, der im ältesten Wald der gesamten Umgebung gefällt wurde, und der Anfang eines großen Vorhabens.
Theodor beobachtete die Männer, die einen Teil des alten Thornforest fällen sollten um Material und Platz für ein Gebäude zu schaffen, das selbst des Königs von England würdig war. Da spürte er eine Hand auf seiner Schulter und er drehte seinen Kopf. Er lächelte, als er sah, dass seine Frau Anne ihn liebevoll betrachtete, und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Wie lange wird es diesmal dauern?“, fragte Anne mit freundlicher Stimme, doch in ihren Augen erkannte Theodor die Sorge, die er innerlich versuchte zu verdrängen.
„Ich kann es dir nicht sagen, doch diesmal wird es länger dauern“, antwortete er ebenso freundlich.
„Theodor, wie lange soll das noch dauern? Wie können nicht immer nur von kleineren Aufträgen leben. Was ist, wenn wir das Kind haben?“, fragte sie und blickte auf ihren mittlerweile runden Bauch, in dem ein neues Leben heranwuchs. „Wir können mit dem Kind nicht im gesamten Land umher wandern und von Gelegenheitsarbeit leben.“
„Ich weiß“, meinte Theodor, „doch ich verspreche dir, dass dieser Auftrag uns ein besseres Leben bieten wird. Danach werden wir so viel Geld wie noch nie besitzen.“
„Und wenn das Kind schon vorher zur Welt kommt?“
„Dann haben wir immer noch unser gespartes Geld, um in einem der Gasthäuser unter zu kommen.“
„Gut, aber bitte verlasse dich nicht darauf. Alles Geld, egal ob erspart oder nicht, wird einmal zu Ende gehen.“ Mit diesen Worten drehte Anne sich um und ging dem Dorf entgegen, vor dem die Arbeiten statt fanden. Seit einigen Jahren verdingte sich Theodor als kleiner Baumeister, der für wohlhabendere Familien Häuser oder Villen errichtete. Doch das Geld reichte nie lange aus, da er hohe Steuern an seinen Verpächter zahlen musste. Schon lange suchte er nach einem Platz für sein Haus, das er nach seinen Wünschen errichten wollte. Groß sollte es sein, viel Licht einlassen und einen großen Garten mit eigenem Obst und Gemüse. Doch dafür müsste er auf dem Land bleiben, doch es zog ihn immer wieder in die Städte. Dort wohnten die Reichen und Mächtigen und dort könnten er zu viel Reichtum gelangen, wenn sie ihn beauftragen würden, Gebäude für sie zu errichten. Vielleicht würde er irgendwann so viel Geld besitzen, dass er sich ein Haus in der Stadt und auf dem Land leisten konnte.
Ein lautes Fluche riss Theodor jäh aus seinen Tagträumen. Es kam vom Aufseher der Arbeiter, der vor bereits drei gefällten Bäumen stand.
„Was ist passiert?“, fragteTheodor, während er zu ihnen eilte.
„Was passiert ist wollt Ihr wissen? Seht es euch an. Das ist passiert!“, rief der Aufseher und wies auf ein tiefes Loch im Boden. „Dieser verdammte Baum ließ sich einfach nicht fällen! Stattdessen hat er sich einfach aus dem Boden gerissen. Nun ist der Baugrund zerstört und der Baum hat sich verkeilt, sodass, wir ihn und die anderen Bäume auch nicht weg transportieren können.“

Carlie
Wäre cool, wenn du weiterschreiben würdest. Dein Schreibstil ist nicht schlecht. :)