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kooperative Geschichten

Charlotte - Der letzte Tag

10.04.2007

Ich sitze hier in dem Zug nach Berlin. Die Landschaft zieht vorbei , was für ein schöner Frühlingstag es doch ist, bald würde der Sommer beginnen. Die ersten größeren Häuser ziehen vorbei ,bald werde ich da sein. In unseren "schönen" Hauptstadt. Es wird wohl meine letzte Reise sein mit dem Ziel "Tod". So wie ich es mir schon lange vorgekommen hatte. Bei meinen letzten Besuch, ein Jahr zuvor ,hatte ich mir ein schönes Hochhaus gesucht. Hoffentlich finde ich es wieder. Mein Gepäck bestand nur aus einem Rucksack in dem ich meine Digicam , einen Stadtplan von Berlin , eine Flasche Korn und meine Klingen hatte. Den Abschiedsbrief wollte ich erst auf dem Dach schreiben. Mein Handy hab ich zu Hause gelassen damit , falls doch jemand nach mir suchen sollt und versuchen wollte mich zu erreichen, ich nicht zu erreichen bin. Naja es würde eh keiner nach mir suchen und das ist auch gut so! Ich will ja niemanden weh tun mit meinem Tod , sondern die anderen entlasten. Meine Eltern werden dann nicht mehr streiten wegen mir und meinen so genannten Freunden werde ich in der Schule nicht mehr zu last fallen.
Und ich selbe werde endlich diesen seelischen Schmerz los. Ich kann diese Welt nicht mehr ertragen wo ich so vielen Menschen Kummer bereite. "In 10 Minuten werden wir den Berliner Hauptbahnhof erreichen! Bitte links aussteigen!" Ah gut gleich sind wir da, dann denk ich wenigsten nicht weiter über so was nachdenken. Ich werde mich nachher in ein Straßencafé setzen und noch ein bisschen schreiben aber erst mal noch durch Berlin und schöne Fotos machen. Wofür das? Ich hab keine Ahnung aber ich liebe es einfach zu photographieren.


Ich habe das Hochhaus wieder gefunden und hab schon mal nach geguckt ob die Tür zum Dach immer noch offen ist und wie gehofft ist sie es. Das wäre ja noch was geworden wenn ich mir erst noch ein neues Hochhaus hätte suchen müssen. Danach war ich im Zoo. Schade das ich nicht so viel Zeit hab alle Tiere anzuschauen und zu photographieren. Ich hab mal wider zu viel zeit bei den Bären und Elefanten verbracht. Es ist so ein schöner Tag. Einen schönen hätte ich mir nicht aussuchen können zum sterben. Ich freue mich schon richtig auf heute Abend. Ja richtig gelesen ich freue mich. Endlich werde ich dieses Leben hinter mich lassen. Andere würden wahrscheinlich sagen ich hätte doch erkennen müssen ,dass das Leben doch toll ist und das ich eigentlich weiter leben will weil ich ja doch fröhlich sein kann in diesen Leben. Ja, ich bin fröhlich aber nur weil ich weiß das das hier alles bald vorbei ist. Ihr seht was ihr falsch verstehen wenn jemand fröhlich ist der lange Zeit es nicht war?
Hab ich schon von den glücklichen herum tollendes Giraffen Kinder und ihren Eltern erzählt? nein ich glaub nicht , sie sahen total glücklich aus obwohl sie nie ihre Heimat kennen lernen werden und gefangen sind. Aber trotzdem sind sie eine glückliche Familie. Das hab ich mir immer so gewünscht, eine glückliche Familie. Naja jetzt werde ich hier schon wieder traurig und das will ich an meinen letzten Tag nicht!
Ich hab mir noch eine neue CD gekauft. Was ich damit soll, ohne CD-player weiß oder was ich allgemein mit einer CD will ,wo ich doch nicht mehr lange lebe ,weiß ich zwar nicht aber egal. Ach ja das bin so typisch ich, erst mal haben wollen und dann weiter sehen was man damit anfängt.
Die Sonne geht schon langsam unter ich werde dann wohl mal zum Hochhaus gehen und dort alles vorbereiten. Ich muss ja noch den Abschiedsbrief schreiben. Aber soll ich überhaupt einen schreiben? Naja immerhin muss ich aufschreiben wer ich bin und wo ich wohne damit sie meine Eltern benachrichtigen können und dann mal sehen.


Ich sitze jetzt hier oben, auf "meinem" Hochhaus. Wenn man auf der einen Seite steht guckt mein auf einen kleinen Park runter mit einem See in der Mitte. Ein paar Leute mit ihren Hunden laufen dort noch. Oder glücke Pärchen machen noch einen Abendspaziergang. Wie oft hab ich mir doch einen Freund gewünscht. Ach Gedanken bei Seite! Ein Hund hat sich gerade los gerissen und ist in den See gesprungen. Ich kann von hier oben sehen wie der Besitzer sich aufregt und der Hund freudig im Wasser tollt. Wohl ein kleiner Rebell, dieser Hund. Schade das ich nie einen Hund haben durfte.
Auf der linken Seite sieht man nur den Parkplatz für die Hausbewohner und rechts die breite Heerstraße.
Auf der Seite, wo ich runter springen werde, ist irgendwie nichts. Ein Teil Rasen und ein Teil Beton. Ich werde so springen, das ich auf de Beton aufkomme. Nicht das ich noch in einem Hundehaufen lande. Schön das mein schwarzer Humor noch da ist. Wenn ich hier aber gerade blicke , sehe ich auf die Stadt mit ihren tausend Lichtern. Sieht eigentlich richtig schön aus, obwohl ich Großstädte nie leiden konnte. Aber es ist so ein schöner Ausblick das es der richtige Ort ist um zu sterben.
Wir haben es jetzt 22:00 Uhr ich denk mal es ist Zeit. Endlich werde ich das hier alles hinter mich lassen. Der Brief ist geschrieben. Die Klingen links neben mir und die Flasche Korn und die Tabletten rechts. Mehr hab ich dann eigentlich nicht zu sagen. Aber falls das jemand lesen sollte. Ich hoffe du hast ein besseres Leben als ich und wirst so was nie machen.....



Sabbü
Hey die Geschichte ist richtig gut geworden... ich liebe solche geschichten.. hast du toll beschrieben.. lg sabbü

Stephanie
Echt krass geschrieben. ist richtig gut geworden!